Ausrüstungs-Test: ForeRunner 310 XT versus ForeRunner XXX

Seit Anfang August 2009 bin ich im Besitz eines FR 310 XT, eigentlich für mich etwas überdimensioniert, da ja die Zielgruppe eher bei den Triathleten zu finden sein soll, allerdings fühle ich mich mit Laufen und vermehrt Radfahren ja schon als Duathlet. Vor allem erschliesst sich mir nicht, für was der 310 XT beim Schwimmen gut sein soll, denn Herzfrequenz- und GPS-Empfang funktionieren unter Wasser nicht und nur für die Zeit tuts auch ne Stoppuhr

Der erste Aha-Effekt fand schon beim Anlegen ans Handgelenk statt, denn im Vergleich zum 305er legt der 310 XT sich viel angenehmer an schlanke Handgelenke, da er nicht mehr diesen starren abgewinkelten Antennenteil besitzt. Auch habe ich den Eindruck, dass das Band etwas angenehmer auf der Haut zu tragen ist. Die Farbe (orange/grau) ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber es soll ja auch kein modischer Schnick-Schnack sein, sondern ein funktionelles Ausrüstungselement

Das Zweite, was positiv auffällt, ist das Display. Es lässt sich besser ablesen als das vom 305er und die Beleuchtung ist ebenfalls besser, ohne diesen Grünstich und lässt sich gut einstellen. Leider sind die Ladekontakte, wie auch schon beim 305er, eine Schwachstelle. Mal lässt er sich laden und Mal verweigert er sich, woran es liegen mag, kann ich noch nicht beurteilen und ich habe bisher auch noch keine anderen Berichte darüber gefunden. Vielleicht ist nur mein Device so stur, eventuell muss der Garmin-Service sich Mal mit dem Problem befassen  (Inzwischen wurde das Gerät von Garmin getauscht und siehe da, alles bestens).

Die Einstellungen sind schnell gemacht und es gibt sogar einen Assistenten, der einen durch die Grundeinstellungen und vor allem die Anzeigefenster führt. Derer können vier Stück mit ein bis vier Anzeigefeldern konfiguriert werden. Die Anzeigeoptionen sind sehr vielfältig und können über eine Liste heraus gesucht werden. Das fünfte Anzeigefenster ist dem Virtual Partner vorbehalten, der einfach und schnell mittels Tastendruck im Anzeigefenster auf die jeweilige Pace eingestellt wird. Meine üblichen Einstellungen auf dem Hauptanzeigefenster sind Distanz, Herzfrequenz, durchschnittliche Pace auf dem gerade gelaufenen Kilometer und die Gesamtlaufzeit. Im zweiten Fenster habe ich GPS-Genauigkeit in Metern, Uhrzeit und momentane Pace. Im dritten wird mir die momentane Laufrichtung sowie die Meereshöhe (nach GPS und leider nicht barometrisch) angezeigt. Ob ich mehr wissen muss bei meinen Läufen, weiss ich im Moment nicht, allerdings habe ich bisher keine Information vermisst.

Die nervigen Tasten- und Alarmtöne habe ich von Anfang an ausgeschaltet und lasse mir die jeweilig zu Ende gelaufene Runde mittels Vibration ankündigen. Dieses Feature ist etwas diskreter und zieht nicht sofort die gesamte Aufmerksamkeit aller Menschen auf mich. Die Druckpunkte der Bedienelemente sind wie beim 305er etwas schwammig und erfordern teilweise ordentlich Kraft, allerdings scheint die Verarbeitung etwas hochwertiger, vor allem das Oberflächenfinish.
Die Gehäusedicke ist beim 305er und 310XT etwa gleich, allerdings fehlt der unergonomische Gehäuseknick beim 310XT, was ihn etwas „runder“ erscheinen lässt. Die Reinigung ist ebenfalls etwas einfacher, nur unter fliessend Wasser und fertig, keine Angst, das ein Wasserschaden Garantieansprüche zunichte macht, wie einst beim 305er. Der 310XT hat inzwischen auch schon mehrere intensive Regenläufe schadlos überstanden, was beim 305er ja manchmal schon zu Defekten geführt hatte, wie zu lesen war.
Der größte Vorteil des 310XT ist allerdings die Akkulaufzeit von 20 Stunden (lt. Garmin). Im Selbstversuch war allerdings nach 16 Stunden Schluss, was trotzdem fast doppelt so lange ist, wie beim 305er. Die reine Betriebszeit bei sportlicher Aktivität ist beim 405er sowieso schon kürzer als beim 305er, somit ist der 310XT in dieser Disziplin ganz klar siegreich.

Das warm-up des 310XT nach dem Einschalten geht ungefähr genauso schnell, wie bei den Vorgängermodellen oder besser gesagt beim simultanen Vergleich konnte ich keinen Unterschied feststellen. Die Satelliten waren bei allen gleich schnell gefunden.

Der neue Herzfrequenz-Gurt ist etwas angenehmer zu tragen, da nur noch der Transmitter selbst aus Kunststoff ist, damit schmiegt sich der Gurt wesentlich besser an die jeweilige Brust. Allerdings sind die Verstellösen weiterhin ein Manko, spätestens nach 10 Stunden Gesamtlaufzeit ist der Gurt um ein bis drei Zentimeter geweitet und bedarf einer Nachjustierung, damit er nicht rutscht.

Die Datenübertragung beim 310XT mittels ANT-Stick auf den Mac respektive PC geht schnell und ohne großen Aufwand, was ja schon beim 405er einen Vorteil darstellte. Das USB-Kabel kann man damit getrost vergessen, bzw. es gibt ja keines mehr 
Die jetzige Firmware des 310XT scheint auch weitestgehend stabil zu sein, nur wurden nicht alle Menüpunkte ins Deutsche übersetzt, so werde ich jedesmal bei Löschvorgängen auf Englisch gefragt ob ich wirklich „all activities deleten“ will.

Fazit

Nach nun mehreren Monaten intensivem Gebrauch kann ich den 310XT getrost weiter empfehlen. Mein alter „neuer“ 305er ist bereits wieder verkauft und ich bereue es nicht. Die Synchronisation mit Rubitrack und Ascent sowie GarminConnect funktioniert am Mac tadellos, was für mich eine Grundvoraussetzung darstellte. Verbesserungswürdig aus meiner Sicht wäre noch eine barometrische Höhenmessung in den 310XT zu integrieren, damit wäre dann der GPS-Fehler bei den Höhendaten ausgemerzt.

Salut

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Über DocRunner

Bin besessen von allem was ich anpacke: Beruf, Familie und natürlich vom Laufen. Besessenheit ist für mich Erholung und Genuss, Gleichgültigkeit bedeutet Stress und Langeweile. Mein Lebensmotto hört sich martialisch an, gründet aber auf täglicher Erfahrung und drückt meinen Wunsch aus: Stirb wenn es Zeit ist. Zeige alle Beiträge von DocRunner

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