Das „Neue“

Heute hatte ich endlich wieder Gelegenheit einen langen Lauf bei Sonnenschein anzugehen, aber die Lust war nur mäßig und irgendwie fühlte ich mich ausgelaugt und müde. Nicht dass ich anfange den Regen nicht mehr zu mögen, allerdings bin ich letzte Woche täglich bei Regen und Schneeregen durch eine mir unbekannte Stadt gelaufen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Von Madrid hatte ich im März etwas mehr Sonne erwartet, diese zeigte sich allerdings erst am Samstag und v.a. hatte ich nur Gelegenheit am frühen Morgen zu laufen, da hatte ich sowieso nichts von der Sonne, also eigentlich egal. Gelernt habe ich auch daraus, das Laufen in einer Großstadt ist nicht mein Ding 😉

Also bin ich heute mit müden Knochen und einem Kopf angefüllt mit Problemen, Fragen ohne Antworten und viel mentalem Ballast ganz ohne Ziel losgelaufen. Unterwegs begann aber mein Herz sich zu öffnen, wahrscheinlich durch die Kraft der Sonne und schon bald lief ich mit Freude und erleichtert durch die Weinberge stetig bergan und erreichte trotz eisig kaltem Gegenwind den Waldrand und war seit langem wieder gut am Schwitzen. Am Wald entlang und den Blick aufs Tal gerichtet mit den Weinbergen zu meiner Rechten lief ich auf der Höhe entlang, nach einer Woche in den FiveFingers mal wieder im guten alten inzwischen schon sehr ausgelatschten Asics Nimbus 11. Irgendwann bog ich links auf einen schmalen Trail ein, der mich weiter bergan in den Wald hinein führte, die Sonne wärmte meinen Rücken, denn hier blies der Wind ganz ordentlich. Ich merkte wie meine Gedanken kreisten und ich immer wieder zu einem für mich sehr wichtigen Thema zurück kehrte. Schon seit längerem merke ich, dass ich wieder an einem Punkt angelangt bin, wo eine Veränderung ansteht. Nachdem das letzte Jahr von Wechsel und Neuem dominiert wurde, hatte ich mir für dieses Jahr überlegt etwas mehr Ruhe in das Privatleben zu bringen. Familie und Laufen sollte wieder etwas mehr Raum bekommen. Doch das ist sehr schwierig in der momentanen Situation mit großer beruflicher Verantwortung und Belastung. Das Laufen nimmt viel Zeit in Anspruch und dafür müssen andere Dinge in die zweite Reihe ausweichen, was mir so nicht passt. Ich habe bereits im letzten November wieder mit Tai Chi Chuan begonnen, nachdem ich bereits vor über zehn Jahren mich sehr intensiv damit beschäftigt hatte, aber im Laufe von 2008 und 2009 habe ich mich davon entfernt. Jetzt hatte mich ein Buch wieder darauf gestoßen. Ein Freund hat mir ein Buch mit Namen Chi Running geschenkt, ich hatte es lange im Regal stehen lassen, da ich dachte es sei ein Buch wie Zen Running was mich 2009 masslos enttäuschte, da es nur pseudophilosophische widersprüchliche Inhalte hatte und kaum etwas Nützliches für meinen Laufalltag bereit hielt. Insbesondere brauchte ich keine fragwürdige religiöse Laufphilosophie, denn ich habe schon lange meine eigene Art, das Mentale mit dem Sport zu verknüpfen, was einer gewissen Dynamik unterliegt und ständig im Wandel ist. Trotzdem las ich das Buch im Oktober 2010 und war begeistert von dem – zwar sehr amerikanisch enthusiastisch ausgeschmückten – Gedanken mit noch mehr Erholung und Entspannung zu laufen. Als ich dann anfing mit den FiveFingers zu laufen mussten meine Umfänge zwangsläufig erstmal schrumpfen und ich merkte wie sich ein besseres Laufgefühl einstellte. Da ich nicht die Distanz als mein Ziel ansehe und keine Ambitionen habe mich in einen Wettkampf mit anderen oder gegen mich selbst zu stürzen, begann ich darüber nachzudenken, wie ich das Laufen für mich „neu“ entdecken könnte. Mit diesen Gedanken war ich in den letzten Wochen unterwegs und vor allem heute beschäftigte ich mich auf meinem Lauf damit.

Als ich im Wald unterwegs war und mich an dem Sonnenschein und der beginnenden Veränderung durch die frische und noch sehr junge Jahreszeit erfreute, wußte ich, dass ich die Antwort auf mein „Laufproblem“ bereits kannte. Ich beschloss einen Neubeginn zu versuchen, ich hatte das bereits 2006 durchgezogen und meinen Laufstil komplett autodidaktisch verändert, also warum nicht ein weiters Mal? Während ich Schritt für Schritt über Waldwege und schmale Pfade  unmerklich vorwärts strebte, hat sich in meinen Hirnwindungen ein Konstrukt entwickelt, was ein praktikabler Plan wurde. Ich werde einfach die Umfänge noch weiter herunterschrauben und dafür täglich laufen. Dann kann ich bereits morgens drei bis fünf Kilometer vor der Arbeit zurücklegen und eventuell trotzdem mit dem Rad in die Praxis fahren. Am Wochenende kann ich dann immer noch zu längeren Touren aufbrechen. Das müsste klappen und somit wäre das Zeitproblem unter der Woche gelöst. Falls ich es morgens, was ja ganz und gar nicht meine Laufzeit ist, nicht schaffe zu laufen, ist der Abend lang genug um 20-30 Minuten laufen zu gehen ohne die Familie zusätzlich zu belasten.

Chi Running ist keine Religion, sondern einfach ein effizienterer Laufstil, der mir ermöglichen soll noch mehr Entspannung auch auf kurzen Strecken zu bewerkstelligen ohne zusätzliches Krafttraining. Dazu dann noch einmal pro Woche abends zu meinem Tai Chi Meister, den ich glücklicherweise im Dezember gefunden habe. Ja, das sollte funktionieren ohne das ich mehr Zeit investieren muss. Ich werde es auf jeden Fall versuchen und wenn es nicht den gewünschten Zweck erfüllt, kann ich wieder zurück zu meinem bisherigen Lauferleben, das ist die Alternative. Ich sinnierte fast auf den gesamten folgenden 15 Kilometern darüber und merkte, wie ich selbstzufriedener wurde und sich ein großer Knoten in meinem Inneren löste. Nach 22 Kilometern verließ ich den Wald und machte mich auf den Weg auf Trampelpfaden an Obstwiesen vorbei zurück ins Tal und ich habe beschlossen bereits Morgen den Plan beginnen umzusetzen. Die ersten Übungen habe ich bereits verinnerlicht, so dass ich versuchen werde mit der notwendigen Selbstbeobachtung und der empfohlenen persönlichen Bewertung des Wohlempfindens die Sache anzugehen. Damit habe ich das genüssliche und gesunde Laufen mit den FiveFingers mit nochmals etwas „Neuem“ für mich verbunden. Nein, ich mache das nicht um möglichen Verletzungen vorzubeugen, sondern um das Maximum an für mich wichtigen Aspekten des Laufens effizient und strukturiert zu entwickeln. Ich werde berichten, wie es mir ergeht und wie ich damit klar komme. Ich bin selbst gespannt, ob ich überhaupt fähig bin, das Gelesene umzusetzen und zu kontrollieren und wie die Fortschritte – hoffentlich –  aussehen.

Zurück zum heutigen Lauf: nach 2 1/2 Stunden durfte ich mit den letzten Sonnenstrahlen wieder zuhause ankommen. Erstaunlich waren nicht die vielen Höhenmeter oder die gelaufenen Kilometer, sondern nur die gemachten Entschlüsse und das theoretische Vorhaben, das während des Laufs Gestalt angenommen hat und mir praktikabel erscheint. Und für alle Zweifler, ich werde es versuchen, scheitern kann ich nicht, denn der Weg zurück ist da ohne das ich einen Verlust einstreichen müsste. Für mich ist es ein Weg….

Salut

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Über DocRunner

Bin besessen von allem was ich anpacke: Beruf, Familie und natürlich vom Laufen. Besessenheit ist für mich Erholung und Genuss, Gleichgültigkeit bedeutet Stress und Langeweile. Mein Lebensmotto hört sich martialisch an, gründet aber auf täglicher Erfahrung und drückt meinen Wunsch aus: Stirb wenn es Zeit ist. Zeige alle Beiträge von DocRunner

27 responses to “Das „Neue“

  • Monika

    Gefällt mir, was Du da geschrieben hast! Täglich laufen, mit kleinen Umfängen angefangen; das lohnt sich bestimmt für Dich das mal auszuprobieren. Für mich schon den zweiten Winter d a s Programm gegen Stress kombiniert mit Winterdepression.
    Dieses „bescheuerte“ Buch vom Zen-Running steht auch in meinem Bücherschrank, eigentlich gehört es eher ins Altpapier, aber ich werfe nun mal keine Bücher weg, menno, die haben doch Seelen. 😉
    Du meinst „chi running“ wäre dann noch einmal einen Versuch wert?
    Seit letzter Woche mache ich gerade etwas Lauf- und „Besinnungs“pause. Meine Frau Achilles hat mir ganz eindrücklich erklärt, dass Hetze und stures Streben mit Daueranspruch auf Perfektionismus (laufend wie auch privat/beruflich) nicht gesund ist.
    Frau Schmitt hat in ihrem Blog auch schon zum Chi-running geschrieben. Mein Eindruck demnach erst einmal: Kein „neuer“ Laufstil, eher Bewährtes- neu verpackt, aber für mich ist so etwas immer ein Anstoss sich mal wieder dem Eigentlichen zu besinnen.

    LG Moni

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    • DocRunner

      Liebe Moni,
      ich werde das nicht machen um täglich zu laufen, denn das habe ich schon probiert, das ist mir zu stressig, ist einfach nichts für mich und meine Zwanghaftigkeit. Nein, ich werde meinen Laufstil wieder etwas erweitern. Ich habe bei Dir gelesen und weiß von Deinem Winter-Täglichlaufen und finde das ganz schön respektabel. Für mich soll es einfach die Entwicklung meines Laufstils bringen und vor allem das Laufgefühl in den FiveFingers nochmals optimieren. Auf der anderen Seite solle es auch ökonomisieren, sprich meine spärliche Zeit noch etwas erweitern.
      Chi Running ist gewiss kein neuer Laufstil, aber es leuchtet ein, was da geschrieben wird und ich möchte es einfach versuchen und ausprobieren, denn es ergänzt meine Tai Chi Chuang Formen, aber ich werde es sehen und natürlich berichten

      Salut

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  • Brigitte

    Lieber Christian!

    Mit diesem Beitrag hast du mich nun richtig überrascht – dein Vorhaben täglich zu laufen!

    Also in einer Großstadt zu laufen muß furchtbar sein. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Aber nun hast du deine Weinberge wieder und die Wälder, die du nun täglich unsicher machen kannst :)!

    Ich wünsche dir dabei viel Freude und Genuss.

    Liebe Grüße
    Brigitte

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    • DocRunner

      Liebe Brigitte,
      nicht täglich laufen um des Täglichlaufens Willen – dafür gibt es Marcus 😉 – sondern ohne Zwang zu versuchen täglich eine kurze Distanz zu bewältigen um das „Neue“ zu entwickeln. Falls es nicht täglich klappt, ist es kein Beinbruch und ich habe nichts zu verlieren.
      Nein, in einer Großstadt zu laufen ist wahrlich nichts für mich, selbst am Morgen war die Luft in Madrid dick und verpestet und die ersten Blechdosenkarawanen zogen gen Innenstadt, Sightseeing hatte ich mir anders vorgestellt 😉
      Ich wünsche Dir auch eine angenehme Woche

      Salut

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      • Täglichläufer

        Noch ein kurzer Nachsatz, lieber Christian. Zwang und Täglichlaufen ist nicht möglich. Man kann aus Zwang oder auf Druck basierend vielleicht ein paar Wochen täglich laufen, darüber hinaus ist das kontraproduktiv und würde unweigerlich zum Ende führen. Aber Du hast Recht, endet es irgendwann ist es kein Beinbruch. Nicht wirklich. 😉

        Alles Gute,

        Marcus

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  • Monika

    Täglich laufen, allein ums Streben um den Streak, nein, das liegt mir auch fern. Um gar nicht dazu verleitet zu werden, setzte ich mir immer eine „Grenze“. *lach* ja genau, der Hang zur Zwanghaftigkeit. So aber habe ich jeden Lauf irgendwie genossen und jeder war auf seine Weise anders.
    …Und dann gibt es noch so viele andere Hobbies und Interessen. Mir fallen da spontan Deine tollen Fahrvehikel ein! 🙂
    Selbstbeobachtung? Au ha! 😉 Da kommen bestimmt auch „negative Bilder“ auf. Wie werden die denn abgearbeitet?
    Ich bin gespannt auf Deine folgenden Berichte!

    Guts Nächtle
    Moni

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    • DocRunner

      Liebe Moni,
      ich weiß, was die Zwanghaftigkeit angeht, sind wir uns wohl ziemlich ähnlich. Ich find es gut, wie Du es durchgezogen hast, aber ich brauche andere Beweggründe und auf keinen Fall Zwang 😉
      Die Fahrräder sind Transportmittel um die 15 Kilometer in die Praxis und wieder nach Hause zu bewältigen, denn das Auto kommt zum Monatsende weg. Die Selbstbeobachtung bezieht sich nur auf das körperliche Erleben und Wohlbefinden, also nicht auf die innere Haltung. Ist ein wichtiger Punkt in der Lernphase und auch später noch, denn meine Kernmuskeln zu benutzen ist mir noch fremd. Ich habe heute nur auf meine Körperspannung geachtet und versucht diese aufrecht zu erhalten, naja, mal sehen….

      Salut

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  • Ariana

    Oh wie schön – wieder Freude am Laufen und dann direkt noch einige Probleme gelöst – das hört sich toll an. Ich habe vor längerer Zeit auch auf einem Blog von Chi-Running gelesen – die Leute waren alle begeistert. Nun bin ich natürlich gespannt, was Du uns darüber berichten wirst.

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    • DocRunner

      Liebe Ariane,
      laufen und Probleme lösen bilden eine Einheit, so lange das Laufen kein Bestandteil des Problems ist. Das Buch an sich ist nicht so toll, nur die Technik leuchtet mir ein und ich denke ich werde es versuchen (müssen)

      Salut

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  • Täglichläufer

    Lieber Christian,

    ich kann mir auch nicht vorstellen, daß man Laufen in der Großstadt als Genuß betrachten könnte. Allein die Autoabgase, nein, dort wäre ich nie zum Täglichläufer geworden.

    Ob Deines Vorhabens bezüglich Täglichlaufen bin ich (positiv) überrascht. Schließlich hast Du schon öfter geschrieben, daß das nichts für Dich wäre. Deine Gründe dafür sind einleuchtend und den Weg, den Du damit einschlagen willst, wird mit Sicherheit ein sehr interessanter und spannender für Dich werden.

    Bei einem Punkt bin ich etwas skeptisch, Du schreibst, „Gelesenes umsetzen“ – ich persönlich bin der Ansicht, daß man weniger auf andere hören sollte, um deren Wege umzusetzen – selbst wenn es ein gutes Buch ist – soll heißen, ich vertrete die Intention, daß man seinen eigenen Pfad in die Zufriedenheit finden sollte. Freilich kann man eine derartige Anleitung als Inspiration definieren, aber nicht im Detail umsetzen.

    Aber wie auch immer, Täglichlaufen kann sehr erfüllend sein; ich spreche aus Erfahrung. 😉 Und wünsche Dir auf diesem neuen Weg in unbekannte Regionen Frieden, Zufriedenheit und Harmonie und ja, natürlich auch Gesundheit, denn das ist die Basis für Täglichlaufen, welche glücklicherweise selbige auch positiv bedingt.

    Liebe Grüße

    Marcus

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    • DocRunner

      Lieber Marcus,
      laufen in der Großstadt müssen wir für uns ausschließen, meine Erfahrung in einer 3 Mio. Stadt hat dies bestätigt. Vielleicht wäre es anders, wenn man dort lebt und den einen oder anderen Geheimtip kennt, aber so…auf keinen Fall.
      Nicht dass ich falsch verstanden werde, ich werde nicht täglich laufen um des Täglichlaufens Willen sondern um auf einer angemessen kurzen Strecke meine Lauftechnik zu verändern. Denn ich glaube, dass mich nur eine gewisse Regelmäßigkeit dahin bringen kann. Täglich laufen mit dem Gedanken jeden Tag zu laufen hatte ich schon probiert und es ist für mich absolut keine Option, denn dafür unterjoche ich mich zu schnell dem Zwang zu laufen, dann ist der Spass vorbei und der Stress beginnt. Falls ich es morgens nicht schaffe zu laufen, werde ich mir am Abend keinen Druck machen, denn ich laufe nicht um täglich zu laufen.
      „Gelesenes“ umzusetzen bezieht sich nicht auf eine innere Haltung, sondern nur auf die technischen Übungen um meinen Laufstil anzupassen, es steckt ein gewisses System hinter dem Chi Running und dazu gehört einfach eine andere Art sich zu bewegen und dafür sind einige Übungen durchzuführen. Du müsstest wissen, dass ich meinen eigenen Kopf habe und nur schwer zu beeinflussen bin 😉
      Ich wünsche Dir eine schöne und hoffentlich ab morgen auch regnerische Woche

      Salut

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  • Marco

    Moin Christian,
    also ich muß sagen das du mir immer sympatischer wirst 🙂
    Das Laufen in er Großstadt ist auch nicht so mein Ding, aber ab und zu laufe ich Nachts gerne meine „Urbane“ Runde wie ich es immer nenne. Dann laufe ich durch die ruhigen und stillen Industriegebiete bei uns in den Vorstädten, wenn man zu Gevelsberg und Ennepetal überhaupt Städte sagen darf 😉

    Ich mag den urbanen Touch in der dunklen stillen Nacht im Industriegebiet. Hat für mich irgendetwas, frag nicht was, ist einfach so.

    Das Zen-Running Buch hatte ich mir mal kurz angelesen und dann wieder in die Tonne gepackt. Ist wirklich starker Tobak für mich. Nicht mein Ding.

    Was deine Ambitionen zum täglichlaufen betreffen muß ich Marcus Recht geben, mit Zwang kann man es vielleicht ein paar Wochen leben, aber dann ist es vorprogrammiert das die Serie nicht hält. Ich wünsche dir das das tägliche laufen mit der Zeit eine Einheit bei dir bildet und du es garnicht mehr als Serie betrachtest, einfach läufst.

    Wie du ja auch schon bei mir am WE gelesen hast bin ich auch wieder einer Veränderung auf der Spur. Ich habe zwar mein Soulrunning seit knapp 1,5 Jahren aber das reichte mir nicht. Eine innere Zufriedenheit machte sich NIE so richtig breit. Jetzt mit all den Neuen Gedanken, die einen beim laufen in der Natur durch den Kopf gehen, werde ich es anders anpacken und danach Handeln.

    Ich fühle mich freier und losgelöster von den Imaginären Druck des Vergleichens. Meine Intention ist es einfach zu laufen so lange und so weit wie ich Lust habe.

    Den ein oder anderen Wettbewerb werde ich dennoch laufen aber nur weil es organisierte Strecken sind die eine gewisse Verpflegung bereithalten. Nicht um mich mit anderen zu messen oder um irgendwelche persönlichen Zeiten zu toppen.

    Ich bin gespannt wie es weitergeht.

    Gruss
    Marco

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    • DocRunner

      Hallo Marco,
      den Zwang zu laufen habe ich nicht mehr und ich habe auch nicht die Absicht täglich zu laufen, nur passt es momentan sehr gut in meine kleine private „Umstrukturierung“, deshalb bin ich es angegangen, aber ohne mich verpflichtet zu fühlen.
      Deinen Gedanken finde ich gut und ich sehe es genauso, ich muss weder andere noch mich selbst immer wieder aufs neue besiegen, ich will Spass und Entspannung, deshalb gehe ich diesen Weg weiter, ob es der richtige ist, weiß ich noch nicht, aber das ist bei jedem Schritt so, den ich in eine andere Richtung gehe. Ich bin selbst am meisten gespannt, wie die nächsten Wochen werden ohne eine genaue Vorstellung zu haben 😉
      Ich werde berichten….

      Salut

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  • ultraistgut

    Lieber Christian,

    Verwundert bin ich nicht über deine Gedankengänge, dein Suchen nach dem besten Weg im wahrsten Sinne des Wortes.

    Welches Buch du von Zen-Laufen gelesen hast, weiß ich nicht, ich habe für mich persönlich aus dem Buch Zen des Laufens von Fred Rohé nur immer wieder Parallelen zu meinem Laufen finden können.

    Bin sehr gespannt, ob dir deine jetzige Idee des Laufens Freude und Befriedigung bringen wird, natürlich ist es sehr schwer, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, irgendein Weg wird sich für dich finden, ob es der ist, den du jetzt zumindest temporär einschlagen wirst, wird sich zeigen. Bin gespannt.

    Das wichtigste jedoch dabei ist, für dich Zeit zu haben, dich zu bewegen, abzuspannen, aufzutanken, davon profitierst letztendlich nicht nur du, sondern alle, die mir dir täglich zu tun haben.

    Eine Suche in dieser Art kenne ich nicht, ich hatte das große Glück, von liebenswerten Läufern dorthin geführt zu werden, wo ich seit vielen Jahren gelandet bin und finde in entsprechender Literatur immer wieder Bestätigung dessen.

    Ich wünsche dir von Herzen, dass du das richtige Maß und den richtigen Weg findest, ob mit oder ohne Fivefingers.

    Ich bleibe neugierig am Ball – und das sehr gerne !

    A bientot, mon cher !
    Fais toujours attention à toi ! 8)

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    • DocRunner

      Liebe Margitta,
      ich denke Dich kann kaum etwas verwundern, ich sehe meine Gedanken als logischen Schluss und glücklicherweise als fast schon glücklich, dass ich gerade jetzt diesen Schritt mache. Das Buch von Fred Rohé ist leider seit vielen Jahren ausverkauft und wird nicht mehr aufgelegt, als Antiquariat sind meist nur miserabel aussehende und kaum mehr lesbare Exemplare zu Preisen jenseits der 40 Euro zu bekommen, weshalb ich es schon lange aufgegeben habe, das Zen Running Buch ist nicht wert darüber zu schreiben, da es darauf ausgelegt ist etwas zu verkaufen, was kein Mensch braucht, weil jeder es tief in sich selbst entdecken kann: Laufphilosophie 😉
      Du kennst mich inzwischen, ich brauche die Abwechslung und auch die Herausforderung, allerdings nicht als Zeit- oder Distanzziel, sondern als ganz persönliches Ziel um die Entspannung und den Genuss weiter zu steigern. Und genau das werde ich mit der Methode testen, wenn es funktioniert habe ich das Richtige getan, falls nicht ist es auch kein Weltuntergang 😎

      Ih danke Dir so sehr, Du weisst wie wichtig mir Deine Gedanken sind

      Salut ma chère

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  • daniel

    Ich muss für meinen Teil eingestehen das es bei all der Lauferei immer weniger um den Sport ans ich als vielmehr um darum geht raus in die Natur zu kommen. Ich mache mir auch immer weniger Gedanken um das Laufen und dessen Kategorisierungen.

    Meine Umfänge kann ich derzeit leider auch nicht mehr so hoch halten wie zu Kurzarbeitszeiten, aber ganz ehrlich, diese Kröte schlucke ich gerne. Und das Bab ist ja auch noch da…

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    • DocRunner

      Genau Daniel, Familie und insbesondere die Kleinen sollten immer sehr weit vorne stehen, so habe ich es immer versucht, allerdings kam mir oft genug die berufliche Verpflichtung in die Quere 😦
      Mir gefällt Deine Einstellung, aber das habe ich bereits schon mal gesagt, Kategorisieren will ich das Laufen auch nicht mehr, allerdings überlege ich immer mehr oder fast ausschließlich, wie ich das Laufen für mich optimieren kann, deshalb auch der Beitrag.

      Machs gut und Salut

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  • Evchen

    Egal wohin, aber Du trittst nicht auf der Stelle…
    Vom Chirunning (so wenig ich davon weiß) habe ich mir schon einen wichtigen und bisher gesunderhaltenden Punkt abgeschaut. Das Fußaufsetzen nicht zu weit vor der Hüfte. Ich bin sehr gespannt auf Deine Berichte, mein Lieber!

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    • DocRunner

      Liebe Eva,
      Du weißt doch, Stillstand ist mein Tod…und der kommt irgendwann, aber nicht so bald, deshalb versuche ich weiterhin das Maximum aus meinem Leben zu machen 😉
      Die Berichte kommen und was Du über Chi Running schreibst ist schon verinnerlicht, bin gerade dabei Körperspannung, Entspannung, Körperneigung und Schrittfrequenz zu modifizieren, aber jetzt fängt gleich meine TaiChi Stunde an, deshalb gehe ich jetzt dehnen…

      Salut

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  • Steffen

    Lieber Christian,

    das alles liest sich unglaublich spannend und ich bin mir aber auch so etwas von sicher, dass es der für dich absolut richtige Weg sein wird, das glaubst du gar nicht!

    Chirunning, auch ich habe dieses Buch verschlungen und einige sehr gute Erkenntnisse daraus gewinnen können. Und wenn ich mir das jetzt in deiner Kombination mit FiveFingers und Täglichlaufen vorstelle, oh ja, das wird DEIN Ding!

    Ich finde es übrigens bemerkenswert, dass du dir nach einer gewissen Zeit so deine Gedanken über das Laufen usw. machst, alles hinterfragst und versuchst zu optimieren, klasse! Stillstand wäre für dich der Tod, dessen bin ich mir sicher!

    Ich bin auf deinen weiteren Weg sehr gespannt und drücke dir ganz fest die Daumen, dass sich deine Erwartungen erfüllen und du in dir, deiner Familie, deiner Arbeit und natürlich dem Laufen 100 %ig aufgehst und du aus alle dem eine Einheit bilden kannst!

    Herzliche Grüße,
    Steffen

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    • DocRunner

      Lieber Steffen,
      mein Motto ist (leider) so sehr verinnerlicht, dass ich oft zum Leidwesen meiner Liebsten immer auf der Suche bin etwas in Teilbereichen meines Lebens zu verändern, respektive zu verbessern und bereits seit längerem bezieht es sich auf das Laufen. Da ich nicht wie Du, die Distanz und den Sieg über mich selbst im Fokus habe, muss ich mir andere Dinge aussuchen und es kommt mir momentan sehr entgegen. Täglichlaufen ist genauso wenig mein Ziel, sondern weiterhin habe ich den Genuss und den Spass beim Laufen im Visier, ich werde weiter berichten, wie es „läuft“ 😉
      Das Buch selbst fand ich zu euphorisch und die amerikanische Art hat mich etwas abgeschreckt, aber da ich sowieso wieder dabei bin mich auf meine Stärken zu besinnen, kommt mir der Wandel sehr gelegen. Ich danke Dir für Deine Worte…

      Salut

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      • Steffen

        Sehr amerikanisch ist es schon – aber auf den Inhalt hinter der Euphorie kommt es an – und der passt!

        Was mich angeht so ist es weitem nicht immer nur die Distanz und/oder der Sieg über mich selbst was mich antreibt, es sind auch die Natur (habe IMMER eine Kamera mit dabei und genieße bei jedem Lauf die wunderschönen Landschaften!), das Abenteuer und vor allem die vielen lieben Menschen, die mich faszinieren.

        Ich wünsche dir ein wunderbares Wochenende,
        Steffen

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        • DocRunner

          Steffen, bitte nicht falsch verstehen, wollte damit eher sagen, dass ich für mich diese Dinge ausschließe. Ich weiß sehr wohl, dass es für Dich auch andere Dinge gibt, die Dich laufen lassen, sonst wärst Du sicher nicht der, der Du bist 😉

          Salut und ein schönes Wochenende (Ich darf die Praxissoftware auf Vordermann bringen und die Diktier-/Schreibsoftware installieren auf 12 PCs) 😦

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  • ultraistgut

    Mon cher Christian, das riecht ziemlich nach “ Born to run „, dachte ich gestern Abend, als ich im warmen Bettchen in diesem sehr interessanten Buch versunken war – kann das sein.

    Bonne journée, mon cher ! 8)

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    • DocRunner

      Liebe Margitta,
      „Born to run“ hat mir den Anstoss gegeben mit dem „Barfußlaufen“ zu beginnen, was ich ja bereits länger im Hinterkopf hatte und „Chi Running“ hat mich während meiner Verletzungsphase im Sept./Okt. 2010 wieder dazu gebracht mit Tai Chi Chuang zu beginnen und dies zu gegebener Zeit in meinen Laufalltag zu übernehmen. Mir war nur lange verborgen, wie ich es anstellen soll, bis zu jenem Problemlösungslauf 😎 Manchmal sind die einfachen Dinge, die Besten…für mich auf jeden Fall.

      Salut ma chère et un bon week-end!

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  • Gerd

    So lange wir Laufen, und ich hoffe wir dürfen das noch sehr, sehr lange, werden wir uns Gedanken darüber machen was wir verändern können. Das ist nun mal ein Nebeneffekt des Laufens. Das Hirn bekommt viel Sauerstoff und unsere Gedanken haben Zeit sich neu zu ordnen. Ich denke es ist eigentlich unwichtig ob wir barfuß Laufen oder in Schuhen, ob wir schnell Laufen oder langsam, bergauf oder nur im Flachland, bei Regen oder bei Sonnenschein….
    Es ist für uns wichtig dass wir uns beim Laufen wohlfühlen. Das wir entspannen und regenerieren. Und das wir es genießen!
    Egal wie wir das anstellen!
    Ich wünsche Dir viel Spaß mit deinen neuen Ansätzen und Überlegungen. Hört sich spannend an.
    Ich freue mich auf deine Bericht!
    Lass Laufen!

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    • DocRunner

      Ich geb Dir vollkommen Recht Gerd, der Mittelpunkt ist das Laufen an sich um den größtmöglichsten Nutzen für einen selbst daraus zu ziehen und nur das zählt. Ich bin immer auf der Suche etwas zu verbessern und mit kleinen Anstößen, kann mein Gehirn dann schon mal auf Hochtouren laufen und die Lösung bedarf dann oft nur eines angenehmen Laufs 😉

      Schöne Woche wünsch ich Dir

      Salut

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