Ich hatte Glück heute

Eigentlich sollte hier ein ganz anderer Beitrag heute online gehen, ein Beitrag, der von einer grandiosen Laufwoche berichtet, mit vielen tollen Trail-Kilometern und zwei herrlichen Nachhause-Läufen von der Praxis. Leider kam dann alles ganz anders.

So schön kann es sein…

Am Nachmittag habe ich mich seit langem mal wieder zu einem zweiten Lauf aufgemacht, da ich von einem Bekannten einen Tip für eine tolle Strecke bekommen hatte. Am Vormittag hatte ich nur eine kleine Runde gedreht, deshalb war der zweite Lauf sicher nicht unvernünftig, hätte ich es nur gelassen. Also bei strahlendem Sonnenschein und 22°C auf die Strecke, herrliche Kilometer auf schmalen teilweise matschigen mir noch nicht geläufigen Pfaden quer durch den wohl bekannten Wald immer den Hang hinauf bis zur höchsten Stelle. Auf der Höhe dann noch ein paar extra Runden auf schönen und versteckten Waldpfaden. Dann sollte einfach noch der Weg durch die Weinberge nach Hause folgen, entspannt ausrollen lassen, so der Plan. Nach einer spitzen Kehre auf den asphaltierten Weinbergwegen war der Spass dann vorbei. Zwei große nicht angeleinte Schäferhundmischlinge (Edit: inzwischen weiß ich, dass es sog. Malinois waren) knapp zwei Meter vor mir, wobei einer sofort auf mich zuschoss, ich hatte gerade noch Zeit stehen zu bleiben, einen Arm vor den Hals und den anderen zwischen die Beine, da spürte ich schon die Wucht und den Schmerz im Oberschenkel, ich ging fast sofort zu Boden 😦
Der Halter, bzw. das Halter-Pärchen hatte Mühe den Hund am Halsband zurück zu ziehen, er wollte weiter auf mich losgehen, was mit dem anderen Hund passierte habe ich gar nicht mehr registriert. Mir war speiübel und ich hatte Schmerzen im linken Oberschenkel, aber vor allem hatte ich Angst, da der Hund weiter wild bellend und knurrend in aggressiver Weise auf mich los wollte. Irgendwann hatte ich mich gefangen und ich fing an die Halter anzubrüllen und war ausser mir. Auf mehr Details will ich gar nicht mehr eingehen. Nur soviel, es stellte sich heraus, dass es sich um abgerichtete Polizeihunde handelt!!!

Ich kann und will momentan gar nicht so viel mehr schreiben, in mir tobt es, ob der Tatsache, dass ein/zwei potentiell gefährliche(s) Tier(e) nicht angeleint, von offensichtlich inkompetenten Haltern/Führern an einem Sonntagnachmittag in den Weinbergen jemanden anfallen kann/können. Ich will mir nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn ich ein Kind gewesen wäre oder der Hund den Biss gezielter angebracht hätte. Ich hatte also Glück bei all dem Pech, so habe ich „nur“ eine Riss-Quetsch-Wunde am Oberschenkel links, ein größer werdendes Hämatom und eine kaputte Laufhose, die vielen Kratzspuren an den Unterschenkeln erwähne ich gar nicht. Ich durfte dann noch eine Stunde in der Klinik verbringen zur Dokumentation der Verletzungen und anschließend die Anzeige bei der Polizei aufgeben. Morgen geht die Rennerei weiter, zum Anwalt und der ganze Rest. Ich hoffe nur, dass sich die Wunden nicht entzünden…

Heute ohne Salut 😦

Christian

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Über DocRunner

Bin besessen von allem was ich anpacke: Beruf, Familie und natürlich vom Laufen. Besessenheit ist für mich Erholung und Genuss, Gleichgültigkeit bedeutet Stress und Langeweile. Mein Lebensmotto hört sich martialisch an, gründet aber auf täglicher Erfahrung und drückt meinen Wunsch aus: Stirb wenn es Zeit ist. Zeige alle Beiträge von DocRunner

26 responses to “Ich hatte Glück heute

  • Blumenmond

    Au weh, der Horror in Tüten. Unfassbar unverantwortlich. Gute Besserung. Ich bin gespannt, was die Erklärung zu diesem Verhalten der Hundehalter ist.

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  • Brigitte

    Lieber Christian!

    Beim Lesen der Überschrift, dachte ich mir, dass du ein schöne Erlebnis hattest. Aber das was du schreibst, verschlägt mir die Sprache. Dass es Polizeihunde mit ihren Führern waren kann man fast gar nicht glauben. Mir wurde beim Lesen übel… Nicht auszudenken, was da noch hätte passieren können.

    Ich hoffe, dass die Verletzungen nicht gar so schlimm sind und bald wieder alles in Ordnung ist.

    Mir fehlen heute echt die Worte…

    Lass dich drücken.
    Brigitte

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    • DocRunner

      Liebe Brigitte,
      mir ist auch noch übel und ich fühle mich unwohl, dieses Gefühl kannte ich bisher nicht. Es ist eine völlig neue Erfahrung, obwohl ich von so einer kleinen Töle bereits vor Jahren mal in die Wade gekniffen wurde. Angst hatte ich damals keine und jetzt…ich denke es ist Angst und leider auch Hass, v.a. auf die Halter und deren unverantwortliches Verhalten. Die äusseren Verletzungen heilen und zum Glück war der Hund geimpft, so dass mir weitere Tortouren erstmal erspart bleiben.

      Danke Brigitte und liebe Grüße

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  • Weinbergschnecke

    Es gibt Erlebnisse, die braucht kein Mensch!!! 😦 Unverantwortlich, wie diese Leute mit ihren Tieren umgehen! Auch wenn die Tiere „schwierig“ sein mögen (vielleicht waren es ausgebildete, aber dienstuntaugliche Polizeihunde), das Problem liegt stets am menschlichen Ende der – in diesem Fall nicht vorhandenen – Leine.

    Lieber Christian, ich hoffe sehr, dass die oberflächlichen Wunden schnell verheilen und auch die „inneren“ Verletzungen nicht so tief gehen, dass sie dein Sicherheitsgefühl beim Laufen nachhaltig trüben.

    Liebe Grüße,
    Anne

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    • DocRunner

      Liebe Anne,
      ich kann Dir nur beipflichten und über die Menschen, die mit ihrer Verantwortung so umgehen mag ich gar nichts mehr sagen, ich bin nur wütend und mein Standpunkt hat sich nochmal gewaltig geändert und ich werde in Zukunft noch aggressiver gegenüber Haltern sein, die ihre „Tut-Nixe“ nicht im Griff haben und mich nicht ducken.

      Salut

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  • Monika

    Lieber Christian,
    ich möchte mich da Anne anschließen. Ich bin ja selbst „mit Hund- Läufer“ und habe viel Verständnis, aber bei so etwas geht mir immer die Hutschnur hoch! Lass‘ Dir das Laufen nicht nehmen.
    Auch ich drück‘ Dich
    LG Monika

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    • DocRunner

      Danke liebe Moni,
      das Laufen lass ich mir ganz sicher nicht nehmen, doch werde ich noch mehr die Einsamkeit und das Abgelegene suchen um mich frei und wohl zu fühlen, tief im Wald und fern ab von Wohnsiedlungen gibt es keine verantwortungslosen Gassi-Geher.

      Danke Dir und ich drück Dich auch, Du kannst es mehr gebrauchen

      Salut

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  • ultraistgut

    Lieber Christian,

    der blanke Horror, das, was wir Läufer alle so fürchten, ist dir leider widerfahren, da packt mich die Wut, das Szenario – von dir hautnah erlebt und so beschrieben, als ob man selbst dabei gewesen und betroffen war.

    Das fehlt gerade noch – endlich wieder laufen – und dann das, dann noch der Ärger mit den Leuten, Polizei, Versicherung, Anwalt, ich weiß nicht, was ich sagen soll, kann dir nur virtuell mit ein wenig Trost zur Seite stehen und hoffen, dass das Verhalten solcher Hundehalter bestraft wird und dass der Biss des Hundes keine ernsthaften Folgen für dich hat.

    Lass‘ dich umarmen und gute, gute Besserung – so ein Mist !!! 😦

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    • DocRunner

      Liebe Margitta,

      ich will so etwas nicht mehr erleben und wie Du Dir vorstellen kannst, krieg ich dieses Szenario nicht mehr aus dem Kopf.
      Bestrafung? Ich denke dem Halter wird so gut wie nichts passieren, allerdings werde ich wohl zur Anzeige noch einen Strafantrag stellen um damit auch zu erreichen, das es ein Fall für das öffentliche Interesse wird, ansonsten verläuft alles im Sande, v.a. wenn es sich um die Staatsmacht handelt.

      Vielen Dank Margitta und das wird schon wieder

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  • Steffen

    Läufers Alptraum. An der Riss-Quetsch-Wunde erkennt man den Arzt, also ist der Kopf ja (fast) schon wieder okay. Gute Besserung wünsche ich, hoffentlich ist die Psyche nicht zu sehr geschockt. Ich habe schon öfter an Pfefferspray gedacht, aber wo soll man das als Läufer hinstopfen. Noch viele schöne Läufe! Steffen!

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    • DocRunner

      Ja, es war ein Alptraum und irgendwie ist er in meinem Kopf noch nicht vorbei. Pfefferspray oder etwas ähnliches lehne ich ab, da es meist nichts nutzt und ich hätte es sowieso nicht anwenden können und bei einem abgerichteten Hund führt es eher zu noch mehr Aggressivität. Pfefferspray kannst Du nur dem Halter in die Augen sprühen, vielleicht wäre so ein Präventivschlag das Richtige? Aber nein, ich werde mich weiter darauf verlassen, dass die meisten Halter keine Vollidioten sind und in 99% stimmt das ja auch…

      Salut

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  • Deichlaeufer

    Lieber Christian,

    manchmal ist einfach der Wurm drin. Erst die für Dich schwierige Zeit und jetzt, wo es wieder besser läuft, sowas 😦

    Ich drücke Dir die Daumen, dass die Wunden schnell verheilen.

    Wäre das in Oldenburg passiert und ich noch im alten Job, dann hätte ich diesen Vorfall jetzt zu ahnden. Aber bei Dir wird das sowieso erstmal über die Staatsanwaltschaft laufen, wegen Körperverletzung.

    Wie auch immer. Lass Dich auch davon nicht unterkriegen.

    *Dir mal auf die Schulter klopf*
    Volker

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    • DocRunner

      Danke fürs Schulter klopfen, lieber Volker. Das Ordnungsamt schert sich einen Teufel um sowas, hatte dort schon früher ein paar mal den einen oder anderen Halter angemahnt, die können oder wollen nichts tun. Jetzt wird sich die Staatsanwaltschaft damit auseinander setzen, mal sehen ob es was bewirkt.
      Unterkriegen lass ich mich von sowas nicht, ich habe dieses Jahr schon schlimmeres erlebt…

      Salut und Danke

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  • Täglichläufer

    Mein lieber Christian,

    derartige Beiträge respektive Erlebnisse hatte ich nicht im Sinn, als ich Dir vor kurzem viel Freude beim Laufen wünschte. Allein, wer kann schon das Leben kontrollieren?

    Was jetzt in Dir vorgeht, weiß ich sehr genau; ich habe da auch schon die eine oder andere Erfahrung gemacht, wenngleich ich noch nie gebissen wurde (bei 21 Angriffen), aber das hat andere Gründe. Ja, Du hast Glück gehabt – es hätte schlimmer kommen können. Aber andererseits, Glück? Ein friedlicher Läufer, der nur laufen will, muß derlei erleben. Unfaßlich! Hätte ich das nicht zu Genüge selbst erfahren, würde ich jetzt sprachlos sein. Und was heißt schon Polizeihunde; vor kurzem lief ich an einem Polizeitransporter vorbei, der voll mit Polizeihunden war, wenn diese Bestien abgerichtet waren, dann werde ich der nächste Papst.

    Wie auch immer, ich hoffe, daß sich die Wunden nicht entzünden und die Schmerzen bald vergehen werden. Und endlich eine angenehme Laufphase eintreten wird.

    Alles Gute und liebe Grüße,

    Marcus

    P.S. Ich hoffe nur, daß die Hundehalter Dich nicht verklagen, weil Du ihre ach so armen Hunde erschreckt hast. Das meine ich jetzt nicht nur ironisch, sondern auch mit etwas Ernst gepaart.

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    • DocRunner

      Lieber Marcus,

      es war der zweite Biss in meiner Läuferkarriere, allerdings war der erste Pillepalle, wenn auch mit einem gewissen Vorsatz verübt. Mir bereitet eher die Angst Sorge, mit der ich konfrontiert war und die ich noch selten in meinem Leben so verspürt habe.
      Das mit dem Glück sehe ich ähnlich wie Du, aber so ist das Leben, wenn Dich ein Auto überfährt bist Du auch ein unschuldiges Opfer und es bringt nichts, sich darüber Gedanken zu machen. Ich prangere die Verantwortungslosigkeit und die Selbstgefälligkeit der Halter an, nicht mehr und nicht weniger. Ich bezweifle jedoch, dass sich etwas ändern wird, dafür sprechen auch Deine 21 Erfahrungen.
      Soll mich mal jemand verklagen wollen, der wird sich wundern, auch wenn ich keine Zeugen habe, habe ich inzwischen soviel Hintergrundinformationen über den Halter und dessen Umgang mit den Hunden, dass ich wenig Sorge habe, wem man glauben schenken wird.

      Salut
      Christian

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  • Frank Biermann

    Was ist das denn für ein Horror?? Nicht zu fassen das solche Hunde nicht an der Leine sind bzw. keinen Maulkorb tragen. Da fehlen einem die Worte.
    Ich hoffe du kannst dich von diesen Schock und natürlich den Wunden schnell erholen.
    Gute Besserung wünsche ich dir!

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  • Herbstbilder | dankvolker.wordpress.com

    […] wenn mir, wie glücklicher Weise noch nie, nichts passiert ist, mußte ich doch unwillkürlich an Christian […]

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  • midlifecrisis65

    Lieber Christian, ich hoffe, es geht Dir inzwischen besser. Unfassbar und beängstigend, das ist (nicht) alles, was mir dazu einfällt.

    Zum Glück ist die große Mehrzahl der Hunde und Herrchen gesellschaftstauglicher als die Spezies, die Dir begegnet sind.

    Weiterhin gute Besserung!

    Rainer

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    • DocRunner

      Lieber Rainer,

      es ist nicht der Hund, es sind die Halter die nicht gesellschaftstauglich (tolle Umschreibung für „asozial“?) sind und ja, Du hast Recht, die Mehrheit der Halter sind anders, zum Glück 😉
      Vielen Dank

      Salut
      Christian

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  • Marcel @ Joggen-Online.de

    Wow… das ist mal ne wirklich außergewöhnliche Begegnung. Hatte ich zum Glück noch nie. Aber bei sowas wird einem wirklich anders und das Verhalten der Besitzer geht überhaupt nicht. Sorry, die sind nicht befähigt Hunde zu führen oder zu besitzen. Wie Du schreibst, nicht auszudenken, wenn es eine Mutter mit Kind auf Spaziergang wäre…

    Gute Besserung von mir, Keep on running.

    Marcel

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    • DocRunner

      Danke Marcel,
      aussergewöhnlich war es nicht, es war eher Grauen erregend. Ich mag mir die möglichen Szenarien gar nicht ausmalen und ich hoffe, dass es Konsequenzen für den Halter hat, denn wie Du, denke ich auch, dass er unfähig und verantwortungslos ist.
      Salut

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  • Daniel Kopp

    was ist denn das für eine scheisse? ich bin stinksauer! jetzt bleibt zu hoffen das die wunde sauber verheilt. fehler macht jeder, aber der ständige ärger von dem man immer wieder in verbindung mit hunden liest, lässt kaum einen anderen schluss zu, als das die meisten halter schlichtweg untauglich sind einen hund zu führen. ich empfehle den herrschaften die pflege von goldfischen!

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    • DocRunner

      Danke Daniel, ich sehe es genauso, die Biss- und Quetschwunden sind bereits fast vollständig verheilt, waren zum Glück nicht besonders tief und ich konnte schon wieder zweimal laufen gehen. Leider ist die Angst noch da, was sich leider nicht so leicht ausschalten lässt, aber ich denke, auch das wird sich geben…irgendwann

      Salut

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  • Schlussstrich 2012 « DocRunners Laufblog

    […] es dann wieder bergauf ging, kam dann der unsägliche Hundeangriff Ende September über den ich hier auch nicht viele Worte verlieren möchte. Eine Entschuldigung habe ich bis heute […]

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