600.000

Eine verdammt große Zahl, jedoch für die meisten Menschen ohne Bedeutung. Wer kann schon damit etwas anfangen? Möglicherweise wird noch Reichtum im Sinne von Euros damit assoziiert, mehr jedoch nicht. Für mich bedeutet sie seit vielen Jahren einen großen, aber abnehmenden nichtmateriellen Reichtum. Diese Zahl hat für mich aber etwas sehr Positives und auch sehr Negatives, sie begleitet mich durch den Alltag und ich beschäftige mich immer wieder mit ihrer Bedeutung, nicht regelmäßig, sondern nur sporadisch und meist angelehnt an Situationen, die mich auf die Bedeutung der Zahl aufmerksam machen. Als die Zahl mir zum ersten Mal begegnete war ich ungefähr 25 Jahre alt, ich hatte sie in einer pseudophilosophischen Abhandlung gelesen, die sich mit den unterschiedlichen Formen des Buddhismus und v.a. mit dem Zen-Buddhismus beschäftigte, sie sollte die durchschnittliche Lebenszeit eines Buddhisten in Stunden darstellen. Die Zahl kam mir damals sehr groß vor, ich konnte mir nicht so richtig vorstellen, wie viel Zeit so eine große Zahl darstellt und ich rechnete sie deshalb sofort in Lebensjahre um, da schrumpfte die Zahl gewaltig, es blieben nur 68 Jahre und 5 Monate. Danach rechnete ich aus, dass ich zu diesem Zeitpunkt „erst“, oder „schon“, ein wenig mehr als ein Drittel dieser Stundenanzahl gelebt hatte. Hatte ich wirklich so viele Stunden gelebt? Oder hatte ich den Großteil dieser Stunden verschwendet? Diese Frage beschäftigte mich seitdem immer wieder, aber nicht mehr zurückblickend, sondern nach vorne schauend.

Erinnerung an Südtirol, Reschensee

Inzwischen habe ich fast zwei Drittel dieser Stundenanzahl verbraucht, um genau zu sein etwas mehr als 390.000. Jeder Statistiker wird mir jetzt sagen, dass in unserer „ersten Welt“ die Lebenserwartung viel höher liegt als 68,4 Jahre und mir deshalb sehr viel mehr Stunden zur Verfügung stehen und ich werde ihm Recht geben. Allerdings habe ich für mich eine ganz andere Rechnung aufgemacht. Wie viele Stunden verschwenden wir? Damit meine ich nicht die Stunden, die wir schlafend oder mit selbstverständlichen Dingen verbringen, wie Körperhygiene, Kochen und Essen sowie unsere Umgebung in Ordnung halten. Nein, wirklich verschwenden, Dinge tun, die wir nicht tun wollen, oder einfach nur untätig sind, weil wir auf andere warten oder auf etwas angewiesen sind, was nicht zur Verfügung steht. Teilweise lassen sich diese Minuten dann noch sinnvoll nutzen, ein Buch lesen oder jemanden anrufen um ein längst fälliges Gespräch zu führen oder auch laufen gehen 😉 Allerdings, wenn man sich genau diese verschwendete Zeit bewusst macht, kommen pro Tag viele Minuten zusammen. Bei mir sind es durchschnittlich fast immer um die 60 Minuten, mal etwas mehr, mal etwas weniger. Nein, ich führe keine Strichliste, das ist nur ein hochgerechneter, teilweise geschätzter Wert. Manchmal mache ich mir die Mühe und schaue auf die Uhr und notiere die verschwendete Zeit, so konnte ich diese eine Stunde pro Tag für mich ermitteln.

So komme ich pro Jahr auf ca. 365 Stunden, hochgerechnet auf die 68,4 Jahre wären das knapp 25.000 Stunden. Ja, ich weiß, dass die Rechnung hinkt, denn wieviele Stunden es wirklich sind, die verschwendet sind, kann niemand sagen. In den ersten Lebensjahren sind es sicher viel weniger, weil wir ständig mit lernen und Erfahrungen sammeln beschäftigt sind. Möglicherweise mittelt sich das über die Lebensjahre und ich denke, jeder kann das ganz ehrlich für sich selbst herausfinden. Ich bin und bleibe da pragmatisch. Ich nehme diese 25.000 Stunden oder knapp 3 Jahre und addiere sie als Geschenk zu den 600.000 Stunden, es ist nicht viel, aber immerhin lassen sich so vielleicht den verschwendeten Minuten nochmals Leben einhauchen 😉

Goldener Oktober 2013

Und dann gibt es diese Stunden, die viel mehr bedeuten als nur vergangene Zeit, sie lassen einen das Leben und die pure Energie spüren. Natürlich sind es sehr häufig Stunden, die ich mit Laufen verbringe, so wie heute. Ein regnerischer Sonntag im Oktober, der eigentlich zum Abhängen auf der Couch einlädt. Nicht für mich! Allerdings ist die erste Schwierigkeit die Kleiderwahl, der Blick aufs Thermometer hinterm Haus zeigte satte 18°C, also maximal kurze Tight und kurzes Shirt, die Sonnenbrille darf zu Hause bleiben, obwohl die Temperatur zum Aufsetzen auffordert :mrgreen:

Es ist einfach herrlich auf den ersten Kilometern bergan durch die Weinberge, allerdings rinnt der Schweiß und das trotz Wind und stetigem Regen, der nur wenig abkühlt. Egal, ich laufe und grinse vor mich hin. Nach 30 Minuten erreiche ich den Wald und tauche ein in das rotgoldene herbstliche Meer, sowohl über mir als auch auf den Wegen zeigt sich die farbenfrohe Blätterpracht und durch die Luft segeln zwischen den Regentropfen ebenfalls immer wieder einzelne Gelb und Bordeaux farbige funkelnde Fasern der Baumkleider, ich kann gar nicht anders, als laut zu lachen und mich an dem Naturschauspiel erfreuen. So ziehe ich über eine Stunde auf verschlungenen Pfaden durch den Schurwald und begegne keiner Menschenseele. Erst als ich mich talwärts wende sehe ich in der Ferne andere Menschen mit hoch geschlossenen Regenjacken durch die Weinberge spazieren. Ich wende mich den Feldwegen und Wiesen zu, um nochmals richtig durch knöcheltiefen Matsch und tümpelgroße Pfützen zu laufen. Ich weiß, ich bin ein Spielkind, aber ich war sowieso schon nass bis auf die Knochen und mit Dreck verspritzt bis an den Haaransatz, so war es folgerichtig, die einzig angemessene Entscheidung 🙂

Das waren dann zwei Stunden Spass ohne Reue, wie viel muss ich dafür von den 600.000 Stunden abziehen, oder bekomme ich für diese zwei Stunden eine Gutschrift? 😀

Salut

Christian

 

„Lauf da, wo die Luft am saubersten ist, und so wenig bekleidet wie möglich, dass du von Sonne und Wind gebadet wirst.“

Fred Rohé, Zen des Laufens
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Über DocRunner

Bin besessen von allem was ich anpacke: Beruf, Familie und natürlich vom Laufen. Besessenheit ist für mich Erholung und Genuss, Gleichgültigkeit bedeutet Stress und Langeweile. Mein Lebensmotto hört sich martialisch an, gründet aber auf täglicher Erfahrung und drückt meinen Wunsch aus: Stirb wenn es Zeit ist. Zeige alle Beiträge von DocRunner

30 responses to “600.000

  • Blumenmond

    Interessanter Denkansatz, die verschwendeten Stunden wirklich in eine Zahl zu packen. Damit sind sie greifbarer. Wünsche einen wunderschönen Morgen und danke fürs Mitnehmen auf den Lauf.

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  • Weinbergschnecke

    Die Zahlen sind irgendwie erschreckend. Natürlich weiß man, dass die Lebenszeit verrinnt, aber sich das so konkret vor Augen zu führen – oh je!

    Was die vermeintlich „verschwendeten“ Minuten angeht, bin ich mir nicht sicher, ob sie sich tatsächlich alle in die Kategorie „Verschwendung“ packen lassen. Klar, es gibt Aktivitäten, die wirklich überflüssig sind, über die wir uns im Nachhinein ärgern. Aber manchmal sind es vielleicht gerade die kurzen oder längeren Unterbrechungen des Aktivseins oder des Tuns-was wir-für-gut-und-richtig-halten, die wir brauchen, um „runterzukommen“ oder um die Aktivitäten, die wir lieben, noch intensiver schätzen zu können.

    Mit Blick auf den Wert eines Laufs, wie du ihn so plastisch beschrieben hast, sind wir dann wieder eindeutig einer Meinung: Einfach klasse! Und eine Waschmaschine mit einem guten Sportwäscheprogramm sorgt dafür, dass hinterher keine Zeit am Waschbrett verschwendet werden muss, so dass jegliche Reue aus- und der pure Genuss übrig bleibt! 🙂

    Liebe Grüße,
    Anne

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    • DocRunner

      Liebe Anne,
      erschreckend, fürwahr, aber auch hilfreich, weil sie mich immer daran erinnern, dass mein Leben nicht unendlich weitergeht und deshalb manche Dinge zeitnah erledigt werden müssen 😉
      Ich gebe Dir Recht, teilweise hat die Verschwendung der Lebenszeit System und erfüllt seinen Zweck, doch dann sind es keine verschwendeten Minuten/Stunden mehr, denn sie haben dann einen Sinn. Viel mehr sind es jedoch die von aussen auferlegten Dinge, die mich die Zeit verschwenden lassen.
      Pah, eine Waschmaschine braucht es fast gar nicht mehr, da die Klamotten so nass waren, dass sie nur noch ausgewrungen werden mussten und fertig :mrgreen: Ganz ohne Zeitverschwendung 😉

      Salut
      Christian

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  • ultraistgut

    Mon cher copain, merci pour tes mots – danke für diese Worte, ein Artikel, der nachdenklich macht, über vergeudete Zeit habe ich selten in meinem Leben nachgedacht, schon aber über vergeudete Stunden mit Menschen, mit denen ich überhaupt nicht kann, die Stunden sind zäh und voller Unlust, ein Krampf – darum habe ich mich vor langer Zeit dazu entschlossen, meine private Zeit nur mit Menschen zu verbringen, die mir ans Herz gewachsen oder auf dem Wege dazu sind – und die umso intensiver – beruflich geht das natürlich nicht, umso wichtiger, dass man im privaten Leben einen Schlussstrich zieht unter dem, was das “ Fließen “ stört.

    Ich weiß, wie sehr du deine Läufe schätzt, mir wird es warm ums Herz, lese ich deine Worte, denke ich doch genau wie du. Und gerade während unserer Lieblingsbeschäftigung werden Gedanken wie deine geboren und dann zu Hause auf “ Papier “ gebracht, so ergeht es mir fast täglich.
    Es ist schön, von Gleichgesinnten das zu lesen, was man selbst tief empfindet.

    Merci, mon cher coureur !! 😉

    Et pour finir :

    Hast du einmal herausgefunden,
    dass Laufen nur eine andere Form
    von Freude empfinden ist,
    dann wirst du deine Geschwindigkeit,
    Zeit, Strecke und Regelmäßigkeit
    so einrichten,
    wie es gut für dich ist.

    Fred Rohé

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    • DocRunner

      Liebe Margitta,

      es ist doch schön, wenn Du für Dich eine Lösung gefunden hast Deine Zeit so zu verwenden, dass Du sie nicht mit Menschen verschwendest, mit denen Du nicht kannst. Das ist ein wichtiger Schritt und manchmal wird man dafür schief angeschaut, aber ich halte es damit genauso wie Du, aber beruflich geht das sicher nicht, da ist es teilweise extrem schwer 😎
      So ein Lauf im Regen ist wie Balsam für meine Seele, die mentale Dusche. Und es wirkt noch besser, wenn ich schon entspannt und ohne Erwartung in so einen Lauf starte, so wie gestern. Es hätte Dir gefallen mich zu begleiten und wahrscheinlich hätte es keiner Worte bedurft.

      Salut ma chère copine
      Christian

      PS: Gestern nach dem Lauf musste ich einfach in dem Buch blättern 🙂

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  • midlifecrisis65

    Lieber Christian,

    ein sehr schöner Beitrag zum Start in die neue Woche. Was ist verschwendete Zeit? Diese Frage stellt sich angesichts der Zahlenwolken, die Du beschreibst. Was mache ich mit den unzähligen Stunden, in denen ich meine Kreativität und Arbeitskraft meinem Arbeitgeber zur Verfügung stelle? Fremdbestimmte Zeitverschwendung ist wohl eine zusätzliche Kategorie, die nicht wenige Stunden addiert. Wenn es zu viele werden, leiden Geist und Körper.

    Keine Minute verschwendet ist die Zeit, die wir in der Natur verbringen. Mir geht es da wie Dir: ich kann davon nicht genug bekommen. In den farbenprächtigen Stunden des Herbstes schon gar nicht.

    Gerne würde ich mit Dir gemeinsam die Freude darüber in die Welt schreien. Aber bis das wieder einmal passieren kann, jubeln wir alleine und im Bewusstsein, dass unsere Lauffreunde ähnlich empfinden.

    Ich wünsche Dir eine Woche mit wenigen Stunden verschwendeter Zeit!

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • DocRunner

      Lieber Rainer,
      Du sprichst etwas an, was sehr gefährlich ist. Wo fängt die fremdbestimmte Zeitverschwendung an und wo hört sie auf? Sehr viele Dinge in unserem Leben sind fremdbestimmt und Vieles macht man doch auch gerne, oder nicht? Du hast es erwähnt, das richtige Maß ist entscheidend, ansonsten muss man sich wohl befreien, was aber auch nicht einfach ist.
      Ja, lieber Rainer, wahrscheinlich wird es in diesem Jahr nichts mehr mit einem gemeinsamen Jubelschrei, aber ganz bestimmt im Kommenden. Dann bist Du wieder fit und ich kann dann vor lauter hinterher hecheln nicht mehr jubeln 😉 Nein, ich freu mich auf einen gemeinsamen Lauf, egal wann er stattfinden wird und solange nehmen wir einander gedanklich mit und erfreuen uns an der Natur.

      Danke, ich wünsche Dir auch nur wenig Zeitverschwendung

      Salut
      Christian

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  • Ariana

    Ein wirklich interessanter Ansatz, welcher uns wieder einmal vor Augen führt, wie wichtig es ist, die kostbare Zeit sinnvoll (und mit Spass) zu nutzen. Ich selbst bin kein Freund von konkreten Zahlen, da man leider nie weiss, ob man tatsächlich die 600000 Stunden zur Verfügung hat und in welchem Zustand. Man ist dadurch eher mal versucht zu sagen „ich habe ja noch Zeit“, obwohl es am Tag darauf bereits keine Zeit mehr sein könnte.
    Liebe Grüsse
    Ariana

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    • DocRunner

      Liebe Ariana,
      keiner weiß, wie viel Zeit einem bleibt, aber ich hoffe sehr, dass mir wenigstens die 600.000 Stunden bleiben und wenn nicht, dann habe ich mit der Gewissheit gelebt, dass ich mir gerade solche Dinge, wie verschwendete Zeit, bewußt gemacht habe und einen Versuch unternommen habe, etwas zu ändern. Das ist für mich persönlich wichtig.
      Ich hoffe uns bleibt noch viel Zeit zum Laufen und auch zum Bloggen 🙂

      Salut
      Christian

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  • regenfrau

    Lieber Christian,
    danke für diesen Denkanstoß! Komischerweise machen für mich die Zahlen die (verschwendete) Zeit zwar nicht konkreter, aber so eine Hochrechnung ist trotzdem interessant. Noch interessanter ist für mich herauszufinden, welche Zeit für mich „verschwendet“ ist/war!
    Jedenfalls ist es sicher nicht die Zeit die ich mit Läufen, egal ob alleine oder mit Freunden verbringe – diese Zeit bringt Lebenslust! 😀
    Aber ich werde sicher in den nächsten Tagen etwas aufmerksamer sein, was mögliche „Zeiträuber“ betrifft!
    Lieben Gruß, Doris

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    • DocRunner

      Liebe Doris,

      so ist es, das Laufen ist keine Zeitverschwendung für uns, obwohl Nichtläufer, das anders sehen könnten. So unterschiedlich ist die Wahrnehmung, was solche Dinge betrifft. Jeder empfindet es anders, „Lebenslust“ bringt es aber auf den Punkt 🙂
      Ich wünsche Dir wenig Zeiträuber

      Salut
      Christian

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  • Deichlaeufer

    Lieber Christian,

    Rainer hat den Begriff „fremdbestimmtes Verschwenden“ benutzt. Das ist die Zeitverschwendung, die mir auch schwer abgeht. Ansonsten verschwendet ja jeder mehr oder minder freiwillig. Und wenn es ihn, uns, mich stören würde, dann täten wir es auch nicht.

    Ich sehe es so wie Anne, dass es manchmal aber der Verschwendung bedarf um zur Ruhe zu kommen. Sein Tun oder Nichttun aber ab und zu zu hinterfragen kann auch nicht schaden.

    Bei Deinem Lauf durch Matsch und Modder hätte ich Dich gerne begleitet. Den Spieltrieb auszuleben ist schließlich ganz bestimmt keine Zeitverschwendung.

    Jetzt werde ich versuchen die Zahl 600.000 wieder aus dem Kopf zu bekommen. Mit solchen Gedanken an meine verrinnende Lebenszeit möchte ich keine solche verschwenden 😉

    Moin Moin
    Volker

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    • DocRunner

      Lieber Volker,
      die freiwillig verschwendete Zeit, die wiederum Nutzen bringt ist per se nicht verschwendet, das habe ich bereits bei Anne geschrieben. Du weißt nie, ob eine prospektiv verschwendete Stunde, im Nachhinein nicht einen Zweck erfüllt hat und damit eigentlich nicht verschwendet gewesen ist 😉
      Es wäre furchtbar, wenn ich die Stunden rückwärts zählen müsste, ich hoffe, ich habe Dir keinen schlechten Gedanken damit eingepflanzt, denn das wäre dann wirklich verschwendet.
      Der Lauf hätte Dir ganz sicher gefallen, es war ein richtiger Hardcore-Schlechtwetter-Matsch-und-Regen-Lauf ohne Rücksicht auf Mensch oder Material und dennoch habe ich unheimlich viele Eindrücke im Wald gesammelt, einfach grandios

      Salut
      Christian

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  • Markus

    In Wirklichkeit werden wohl noch viel viel mehr Stunden von Menschen verschwendet und verschenktals bei dir!

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    • DocRunner

      Ja, Markus, genau weiß es keiner und auch meine verschwendeten Minuten sind nur eine grobe Schätzung und Extrapolierung, dennoch ist es manchmal gut, wenn man weiß, dass man etwas dagegen tun kann um seine Zeit besser nutzen zu können.

      Salut
      Christian

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  • Frank Biermann

    Ich muss mich besonders dem Kommentar von Volker anschließen. Wenn ich z.B. nach der Arbeit mich erst eine Stunde ausruhe bevor ich mich um die Kinder kümmere habe ich hinterher viel mehr Spaß mit ihnen uns sie mit mir. Ich nenn es mal nützliches Verschwenden… 🙂

    Die Zahl hört sich aber auch wirklich schrecklich an. Ob ich sie jemals wieder vergessen werde?! 😉

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    • DocRunner

      Ich finde die Zahl überhaupt nicht schrecklich, es ist ja nur eine durchschnittliche Lebenserwartung und dann auch noch bezogen auf Buddhisten, also keine Panik :mrgreen:
      Wie ich schon geschrieben habe, würde ich diese Stunde ausruhen nicht als Verschwendung ansehen, da sie ja einen Sinn hat, von daher ist von Verschwendung keine Rede 🙂

      Salut
      Christian

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  • Täglichläufer

    Lieber Christian,

    ich persönlich halte nichts von einer statistischen Lebenserwartung; wenn mir morgen beim Laufen ein Ast auf den Kopf fällt und mich in den Tod fällt, nützt mir die Statistik eher wenig. 😉 Als Täglichläufer, der jeden Tag dokumentiert und als Genealoge habe ich freilich eine besondere Affinität zu unserer kostbaren Lebenszeit, die in der Summe auf drei Daten schrumpft: Geburt, Heirat und Tod.

    Heute geboren, morgen gelebt und übermorgen tot und lange vergessen. Das ist das Leben und wir alle werden uns auf diese Reise der Endgültigkeit begeben, manche früher und andere später. Niemand hat die Wahl. Und manche werden uralt und haben nie gelebt, indessen andere früh gehen und intensiv gelebt haben. Das ist der Kernpunkt, die Zeit mit – subjektiv – nützlichen Dingen füllen, die von persönlichem Wert sind und von denen man schlußendlich sagen kann, „ja, das hat sich gelohnt und ich würde wieder so handeln“.

    In diesem Sinn, lebe und fülle Deine einzigartige Lebenszeit mit jenen Dingen, die Dir wertvoll sind. Und bleibe dabei gesund.

    Liebe Grüße,

    Marcus

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    • DocRunner

      Lieber Marcus,

      ich liebe die Statistik genau deshalb weil sie nur Statistik ist und für den Einzelnen immer nur bedingt eine Aussage zulässt. Jedoch hat mich die Zahl vor 20 Jahren in meinen Kopf eingebrannt und bringt mich immer wieder zum Nachdenken. Insbesondere wenn man die letzten digitalisierten Jahre betrachtet, immer erreichbar, immer online und deshalb effizienter? Ich denke genau deshalb sind viel mehr Minuten verschwendet als früher.
      Deine Reduktion der Lebenszeit auf drei wichtige Ereignisse gefällt mir, macht mir aber mehr Angst als die 600.000 Stunden, denn danach habe ich nur noch ein Ereignis zu erwarten 😉 Nene, wichtig ist wirklich nur, wie man seine Zeit füllt und ob man damit zufrieden ist, was für den einen verschwendete Zeit ist für den anderen Menschen etwas lohnenswertes, von daher: jeder nach seiner façon 🙂
      Vielen Dank für die guten Wünsche, das selbe wünsche ich Dir natürlich auch.

      Salut
      Christian

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  • Din

    Ich muss gestehen, ich musste nach dem ersten Lesen gestern Abend erst einmal die Zahlen sacken lassen. Dachte ich hätte den Faden verloren. Irgendwie erschreckend, aber absolut realistisch. Aber ab und an, verschwende ich meine Zeit ganz gern, um anschließend einfach aktiver sein zu können. Manchmal bin ich so „durch“ von der Arbeit, dass ich mir die kostbare Zeit gönne, um in die Freizeit zu finden.

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    • DocRunner

      Liebe Nadin,
      ich habe es schon mehrmals geschrieben, diese Zeit um runter zu kommen oder sich auszuruhen ist für mich nicht verschwendet, ganz im Gegenteil sie hat einen Sinn und ist gerade deshalb wichtig und lohnenswert, jedoch muss das jeder für sich entscheiden.
      Es ist schon beängstigend, wie ein ganzes Leben auf Stunden reduziert zusammen schrumpft, aber man sollte sich weniger mit der Endlichkeit als mit der Gegenwart und dem Augenblick beschäftigen 😉 In diesem Sinne

      Salut
      Christian

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  • Anna

    Lieber Christian,

    ein sehr schöner Denkanstoß, die Zeit die uns in diesen Leben geschenkt geworden ist Sinnvoll zu nutzen, so Sinnvoll wie möglich! Das ist etwas was mich immer wieder Beschäftigt – heute Leben, das Leben so genießen wie es ist und die Zeit nicht verschwenden, außer man verschwendet sie Sinnvoll 😉

    Für mich auf jeden Fall ein Thema, irgendwie umso wichtiger je älter ich werde – vor 20 Jahren habe ich nicht daran gedacht 😉

    „Fülle Dein Leben nicht mit Tage, sondern Deine Tage mit Leben!“ 😀

    Laufen ist auf keinen Fall Zeitverschwendung 😉 Da hast Du gestern doch 2 Stunden sehr Sinnvoll genutzt!! 😉 Ich freue mich so für Dich, dass Du Deine Lauffreude wieder gefunden hast!!

    Ganz liebe Grüße aus Österreich

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    • DocRunner

      Liebe Anna,

      was sinnvoll ist, hat jeder für sich selbst zu entscheiden, ich denke, das Wichtigste ist, dass man zufrieden ist mit dem, was man tut und wie man es tut. Dann kommt der Gedanke an Zeitverschwendung gar nicht auf und die Rechnung, die ich aufgemacht habe, spielt dann keine Rolle mehr.
      Das Zitat trifft es sehr gut und deshalb tu ich das, was ich tu, laufen, eine Arbeit, die meistens sehr viel Freude und Befriedigung verschafft und Familie und Freunde, mit denen es sich lohnt, Zeit zu verbringen 🙂

      Salut
      Christian

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  • Bianca

    Ein schöner Beitrag, Christian. Tatsächlich ist unsere Zeit begrenzt. Als „jüngerer“ Mensch dachte ich nicht so viel darüber nach.
    Jetzt gehe ich mit meiner Zeit schon gewusster um. Manches unterliegt nicht meinem Einfluss, aber soweit es geht, versuche ich meine Zeit mit Menschen und Dingen zu verbringen, die mir wichtig sind. Zeiträubern versuche ich dabei aus dem Weg zu gehen. Unwichtige Dinge können auch mal warten.
    Dein Artikel motiviert mich, gerade in meinem folgenden Urlaub mal noch genauer darauf zu achten. Danke!
    Viele Grüße, Bianca

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    • DocRunner

      Vielen Dank, liebe Bianca,
      wenn man jung ist spielt es häufig keine große Rolle, ich hatte damals im Studium eine Glaubens- und Sinnkrise, hatte mich zuerst mit dem jüdischen Glauben und dann mit dem Hinduismus und dem Buddhismus sehr intensiv beschäftigt, bevor ich dann sozusagen zum Agnostiker wurde 😉 Nur deshalb war mir diese Zahl überhaupt begegnet.
      Zeitvernichter lass ich so weit es geht nicht mehr an mich ran, aber wie Du geschrieben hast, manchmal hat man nur wenig Einfluss 😦

      Salut
      Christian

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