Effizienz

Schaut man sich die Erklärungen für den Begriff Effizienz bei Wikipedia an, hat man eine Auswahl, die einem je nach Bereich, eine befriedigende Erklärung des Terminus liefert. Wirtschaftlichkeit, die sich aus dem Verhältnis zwischen Nutzen und Aufwand ergibt, oder das Verhältnis zwischen Nutzenergie und energetischem Aufwand trifft es meines Erachtens am besten, für das, was ich damit im Zusammenhang mit dem Laufen meine.

Herbstwald, mit all seinen Farben

Herbstwald, mit all seinen Farben

 

Laufen im Herbst, bzw. am Übergang zum Winter ist für mich mit das Schönste, auf den Sommer kann ich verzichten, aber ein Herbst ohne einen Lauf im farbig gewandeten Wald würde ich nur mit schweren seelischen Blessuren überstehen. Umso glücklicher bin ich momentan und die Effizienz ist hoch, sehr hoch sogar. Egal wie wenig oder viel Zeit ich für einen Lauf erübrigen kann, egal welche Strecke ich wähle und ganz egal wie viele Höhenmeter die Strecke hat, die Wirkung, der Effekt auf mein Gemüt ist fast grenzenlos positiv. Erholung und Entspannung sind schon garantiert, alleine durch das Anziehen der Laufklamotten, aber natürlich sind meine Gedanken auch bei all jenen, die verletzungsbedingt eingeschränkt oder gar nicht unterwegs sind, denn ich bin mir bewusst, dass ich nicht gefeit bin, ähnliche Unbill in der Zukunft (wieder) ertragen zu müssen.

Die ersten regelmäßig auftretenden Nachtfröste halten die schlammigen und matschigen Waldpfade in Form, trotz des vielen Regens wird der Untergrund fester und die „Einsinktiefe“ nimmt kontinuierlich ab. Dem Laufspass tut es keinen Abbruch, ganz im Gegenteil, der Trail wird schneller, wie ich bereits im letzten Herbst bzw. Winter bemerken durfte. Allerdings spielt die Geschwindigkeit im Herbst für mich keine Rolle, ich will lieber langsamer unterwegs sein um die herrliche und täglich veränderte Natur um mich herum intensiver aufzunehmen, die unterschiedlichsten Lichteindrücke zu genießen und gewohnte Ansichten im neuen Gewand zu besichtigen. Wie zum Beispiel mein Lieblingsbaum an einem Aussichtspunkt, ein gewöhnlicher Obstbaum, nichts besonderes und schon lange tot. Ja, es ist kein Leben mehr in ihm, aber dennoch scheinen die Jahreszeiten ihn zu verändern, der Anblick lässt mich jedesmal staunen, wenn ich ihn betrachte. Wie kann etwas nicht Lebendiges sein Antlitz und insbesondere die Wirkung auf den aufmerksamen Betrachter jahreszeitlich abhängig verändern? Ist es nur die Umgebung, die Lichtstimmung oder ist es auch die innere Haltung, die der Betrachter mitbringt?

Mein toter Lieblingsbaum

Mein toter Lieblingsbaum

 

Der beste Ausblick eines jeden Laufes ist der Blick ins Tal, immer von unterschiedlichen Standpunkten in teilweise unterschiedliche Seitentäler mit jedoch fast immer schier unendlich erscheinenden Weinberglandschaften im Vordergrund. Momentan sind die Farbakzente noch sehr stark, mal intensives Rot oder Gelb, das Grün ist fast schon vollständig verschwunden und schon bald beherrscht die Kargheit des Winters mit höchstens irdenen Farbtupfen das Panorama. Aber selbst diese Aussichten kann ich genießen, sie lassen mich neue Strecken im Kopf planen.

Ausblicke

Ausblicke

 

Für all diese Eindrücke müssen allerdings nicht nur die Augen geöffnet werden, nein, auch das Herz und das, was man landläufig Seele nennt, muss weit geöffnet werden und sich empfänglich zeigen für diese Eindrücke, dann ist auch die Effizienz extrem hoch.

 

Salut

Christian

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Über DocRunner

Bin besessen von allem was ich anpacke: Beruf, Familie und natürlich vom Laufen. Besessenheit ist für mich Erholung und Genuss, Gleichgültigkeit bedeutet Stress und Langeweile. Mein Lebensmotto hört sich martialisch an, gründet aber auf täglicher Erfahrung und drückt meinen Wunsch aus: Stirb wenn es Zeit ist. Zeige alle Beiträge von DocRunner

28 responses to “Effizienz

  • Deichlaeufer

    Lieber Christian,

    so lebens- und so laufbejahend kann ein Artikel sein. Der kommt mir gerade recht, nach einer mal wieder überflüssigen, fruchtlosen und nervigen Diskussion im Büro. Warum schweifen in solchen Momenten meine Gedanken zum Laufen ab? 🙂

    Schön auch die Aussichten auf Dein Laufrevier, die ich so bei Dir bislang noch nicht gesehen hatte.

    Moin Moin
    Volker

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    • DocRunner

      Danke, lieber Volker,
      ich kann mir tausend Gründe vorstellen, warum Du so viele Laufgedanken im Büro hattest und ganz ehrlich, es ist so gut zu verstehen.
      War mir gar nicht bewusst, dass ich so wenige Bilder aus meiner Laufgegend gepostet hatte, aber ich gebe Dir Recht, es sind wirklich tolle Aussichten 🙂

      Salut
      Christian

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  • ultraistgut

    Lieber, lieber Christian, reich mir die Hand, eine zauberhafte Ode ans Laufen aus deiner “ Feder „, wer noch nicht läuft, fängt spätestens dann damit an, wenn er deinen Text und die wunderschönen Fotos dazu verinnerlicht hat.

    YES – genau das ist es, das nimmt uns keiner , pure Lebensfreude, Freude an der Bewegung und damit innere Zufriedenheit, die man so leicht haben kann.

    Danke – ich geh jetzt mal laufen, um postwendend Gleiches erleben zu dürfen.

    Wie schön, dass du wieder zurückgefunden hast – mein ♥ lacht, aber ich glaube, das sagte ich bereits.

    Je t’embrasse, mon cher !

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    • DocRunner

      Liebe Margitta,

      eigentlich sollte es ein Laufbericht über den langen Lauf am Montag werden, herausgekommen ist dann die Ode an das Laufen, schon komisch 😉
      Allerdings denke ich nicht, dass ein Nichtläufer durch den Text oder die Bilder zum Laufen animiert wird, da bedarf es anderer Gründe und Motivation. Wir verstehen den Zweck und schätzen das Ergebnis, welches wir durch solche Freizeitbeschäftigung erreichen. Ich hoffe Du konntest ähnliches erleben durch Deinen Lauf 😎

      Merci beaucoup ma chère copine

      Salut
      Christian

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  • Frank Biermann

    Wer es jetzt, nach dem Lesen deines Berichts, nicht begriffen hat das sich das Bewegen in der Natur nur positiv auf den Gemütszustand auswirkt dem ist nicht mehr zu helfen. Und dabei spielt es keine Rolle ob das Wetter schön oder schlecht ist.

    Lieben Gruß
    Frank

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    • DocRunner

      Tja, lieber Frank, ich denke da gibt es sehr viele, die es nicht durch einen solchen Text oder Bilder begreifen, was es bedeutet sich in der Natur zu bewegen und auch wenn schönes Wetter garantiert ist 😉 Hauptsache wir verstehen es und wissen es zu schätzen, auch gerne im Regen 😛

      Salut
      Christian

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  • Täglichläufer

    Lieber Christian,

    ich selbst verbinde mein natürliches Täglichlaufen nicht mit Effizienz, für mich haben andere Interpretationen ihre gewichtige Bedeutsamkeit. Demungeachtet verstehe ich Deine Intention und die von Dir ausgewählten und hier präsentierten Photos unterstreichen selbige formidabel. Um Dein herrliches Laufgebiet bist Du wahrlich zu beneiden, die „garstigen“ Höhenmeter ignoriere ich an dieser Stelle. 😉

    Die wichtigen Dinge in der Natur und ja, im Leben kann man selten mit den Augen erkennen – wahres Sehen findet nur mit dem Herzen statt und das wünsche ich Dir weiterhin. Sei aufmerksam und genieße die Natur, wann immer Du kannst; jeder Moment davon ist unendlich wertvoll.

    Alles Gute, liebe Grüße und Salut,

    Marcus

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    • DocRunner

      Lieber Marcus,
      nun denn, mit Effizienz ist gemeint wie viel mir ein Lauf gibt ist nicht immer abhängig von der Menge der Energie, die ich investiere. Teilweise reicht ein kurzer umangestrengter Lauf aus bei den richtigen Sinneseindrücken um dieses gute Gefühl zu erzeugen.
      Mein Laufrevier ist wirklich sehr schön, obwohl ich mich immer mehr nach den richtigen Bergen sehne und wer weiß, vielleicht verbringe ich meinen Lebensabend dann dort, ich werde berichten 😀
      Dein letzter Absatz trifft es…sehen geht nur mit dem Herzen, Danke dafür

      Salut
      Christian

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  • regenfrau

    Lieber Christian,
    ach wie gut geht es uns allen, die wir diese Aus- und Anblicke so genießen können! Und wird der Genuß dann noch durch einen wunderschönen Herbstlauf ergänzt, kann die Wirkung ja nur „positivst“ sein! 🙂
    Wunderschöne Ausblicke zeigst du uns da von deinen Laufstrecken, dein Lieblingsbaum steht da wirklich sehr beeindruckend auf seinem Platz.

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    • DocRunner

      Liebe Doris,

      so ist es, uns geht es wahrlich gut und ich hoffe, wir alle wissen diesen Luxus zu würdigen 😉
      Mein Lieblingsbaum ist leider seit ein paar Jahren bereits tot, allerdings haben wir uns schon gekannt als er noch Blätter und Blüten bzw. Früchte trug…wahrscheinlich ist er genau deshalb mein Liebling, die Auswahl ist ja so riesig 🙂

      Salut
      Christian

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  • Markus

    Ach wie wunderschön unser Laufrevier doch ist 🙂
    Danke für diese wundervollen Eindrücke und Bilder. Jetzt weiß ich auch wo ich heute nachmittag noch laufen gehe!

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  • Anna

    Lieber Christian,
    dass so etwas Einfaches wie das Laufen draußen in der Natur so einen durchaus schönen und positiven Effekt auf uns haben kann, das verstehen nur die, die es mal erlebt haben!
    Im Moment bin ich zwar etwas eingeschränkt unterwegs, aber die kurzen Läufe die ich doch machen kann, geben mir genau das, was Du oben beschreibst, und ich genieße es genauso sehr wie Du!! 😀

    Wunderschöne Bilder!! So sieht also Dein Laufrevier aus – sehr schön!!!

    Liebe Grüße Anna

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    • DocRunner

      Liebe Anna,
      Du bringst es auf den Punkt, wir sind so verrückt, dass etwas äußerst Primitives – Laufen – uns komplett verzücken kann, ist schon irr 😀
      Ich hoffe sehr, dass Du bald wieder mehr und regelmäßiger laufen kannst. Mein Laufrevier ist sehr vielfältig, allerdings ist der Großteil ähnlich: Hänge voller Weinberge, oben Wald und im Tal Felder und Obstbaumwiesen, gerade deshalb zieht es mich ja immer in die Berge 😉

      Salut
      Christian

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  • Mo

    Lieber Christian,
    Dein letzter Satz gefällt mir besonders.
    Das ist nämlich genau der Grund, weshalb ich meine Laufschuhe eingemottet bzw. zweckentfremdet habe, um mir keinerlei Zwang mehr aufzuerlegen, also etwas mit Gewalt öffnen zu wollen, was so denn bestimmt nicht funktioniert.
    Hättest Du diesen Satz nicht geschrieben, hätte ich Dich zum total verklärten Romantiker erklären müssen. 😉
    So lese ich auch als „Nun nicht mehr- Läufer“ weiterhin gerne bei Dir und freue mich mit Dir.

    LG Moni

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    • DocRunner

      Liebe Moni,

      schön von Dir zu lesen und ich hoffe Dir geht es einigermaßen.
      Gerade meinen letzten Satz finde ich furchtbar romantisch, aber umso mehr freut es mich, dass Du diesen Satz gerade nicht so empfindest. Du weißt ja, ich habe überhaupt keine romantische Ader 😳
      Ja, mit Gewalt oder nur um dieses Gefühl zu spüren, kann man nicht laufen. Ich habe es selbst 2010 so erleben dürfen, jedoch würde ich nie sagen, dass es nicht irgendwann wie von selbst wieder funktioniert. Ich bin gespannt, ob Du dieses Gefühl nicht bei einer anderen Tätigkeit erreichen kannst und ob Du nicht irgendwann wieder die Laufschuhe überstreifst, wer weiß 😉

      Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute und drück Dich virtuell

      Salut
      Christian

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  • midlifecrisis

    Ein sehr schöner Beitrag mit wunderbaren Bildern, lieber Christian. Du sprichst mir aus der Seele. Alleine, ich liebe auch den Sommer. Ich liebe jede Jahreszeit, in der ich laufen und die Natur bewundern kann.

    Aber der Herbst – zweifelsohne – ist mit die schönste Zeit für uns Läufer.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • DocRunner

      Lieber Rainer,

      nun ja, der Sommer ist mir meist zu heiß und zu schwül, deshalb gehört er nicht zu meinen Lieblingen, allerdings ist mir an sich jede Jahreszeit recht. Die Übergänge finde ich jedoch am Spannendsten und den Winter sowieso 😉

      Salut
      Christian

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  • Weinbergschnecke

    Bei „Effizienz“ denken die meisten sicher zunächst an sportliche Effizienz – wie kann ich mit wenig Trainingsaufwand noch schneller, noch besser werden? Da gefällt mir deine Auslegung des Begriffs viel, viel besser, lieber Christian: „Wie sehen Läufe aus, die meiner Seele besonders gut tun?“. Wenn dann deine Schwärmerei – die ich sooo gut nachvollziehen kann – noch mit so herrlichen Bildern illustriert wird, würde ich am liebsten gleich losziehen, um die schönste Läuferjahreszeit effizient zu nutzen. Allein, der Schreibtisch ruft. Morgen wieder … 🙂

    Liebe Grüße,
    Anne

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    • DocRunner

      Liebe Anne,

      es scheint als ob Deine Durst- und Hungerstrecke was die Zeit angeht noch nicht vorüber ist. Ich wünsche Dir wieder etwas weniger beruflich bedingtes an-den-Schreibtisch-gefesselt-sein 😉
      Oh ja, Laufen im Herbst, im Wald und in den Weinbergen ist mit das Beste und Liebste, was ich tun kann, allerdings sind die Aussichten oft genug eingeschränkt aufgrund der doch vielen Läufe in der Dunkelheit. Die Effizienz bezieht sich bei mir, was das Laufen betrifft, ausschließlich auf den Effekt auf Körper und Geist, Schnelligkeit ist wurscht 😀

      Salut
      Christian

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  • Bianca

    Ein toller Artikel und wunderschöne Bilder, Christian. Der Blick über die Weinberger ist einfach herrlich. Einen Lieblingsbaum habe ich auch auf meiner Strecke – ich glaube, den werde ich mal fotografieren.
    Ein Lauf beschert mir auch (meistens) positive Gefühle. Nicht immer bin ich hinterher total „beseelt“, aber manchmal schon. Und manchmal war es einfach nur ein Lauf – auch in Ordnung. Vielleicht liegt die Effizienz darin, dass der Lauf mir gibt, was ich gerade brauche.
    Viele Grüße, Bianca

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    • DocRunner

      Danke, liebe Bianca,
      leider, und das wissen wir alle, ist das Laufen nicht immer spendabel und manchmal will es uns nicht das geben, was wir am meisten brauchen oder was uns gut tun würde. Dann müssen wir geduldig warten und nichts vom Lauf erwarten, dadurch steigt die Chance wieder diese Effizienz zu erreichen 😎
      Lieblingsbäume habe ich sehr viele, fast auf jedem hoch gelegenen Aussichtspunkt hier in der Umgebung gibt es einen. Oft genug „ziehen“ sie mich den Berg hinauf 😉 Schön, dass es Dir ähnlich geht…

      Salut
      Christian

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  • Daniel Kopp

    Der Herbst sieht in deinen Weinbergen besonders schön aus. Dazu Worte denen ich nur Zustimmen kann.

    LG
    Daniel

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