Der Tragödie Erster Teil, Nacht

Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Magister, heiße Doktor gar
Und ziehe schon an die zehen Jahr
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum –
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen.

Dr. Faust, Der Tragödie Erster Teil Nacht. J.-W. v. Goethe

Kurz vor Weihnachten fiel mir ein gelbes Reclam-Heftchen, wer kennt sie nicht, aus meinen Schultagen in die Hände. Ich fing an zu blättern und dachte mir, warum auch nicht mal einen deutschen Klassiker lesen. Und ich war überrascht wie dieser Stoff mich gefesselt hat. Das oben genannte Zitat ist sicher, neben der Gretchenfrage, das Bekannteste und ich habe es nicht vollständig zitiert. Dennoch fand ich es so treffend, was Dr. Faust gesagt hat. Erfahrung ist mit keinem Wissen zu erreichen, was uns Bücher oder Universitäten vermitteln können. Und dennoch bleibt eine Lücke, denn sowohl Wissen als auch Erfahrung können mir nicht alles beantworten. Viele Antworten auf tiefgreifende Fragen des Lebens bleiben verborgen und vielleicht ist es auch gut so.

Wie komme ich auf solche Betrachtungen? Es war ein Zufall, dass ich den Faust in die Hände bekam und beim Lesen entstanden viele Gedanken über das „Warum“, fast wie beim Laufen sind die Gedanken abgeschweift bzw. haben mich nicht mehr losgelassen und ich habe begonnen über diese zu sinnieren. Ich fand es erstaunlich und auch erhellend, auch wenn es mir wie Dr. Faust erging, und am Ende nicht mehr gewusst habe als zuvor, ich armer Tor, allerdings habe ich die im Werk folgende Handlung nicht vollzogen, obwohl ich die Person des Mephisto sehr amüsant fand :mrgreen:

Warum schreibe ich das hier? Ganz klar, die Szene Nacht aus dem Faust passt namentlich zum vergangenen Nacht-Ultra vor etwas mehr als einer Woche. Allerdings war der Lauf nicht wie erwartet, es war zwar teilweise lustig, aber überwiegend geprägt von Kampf. Es war bereits der Ausweichtermin, denn kurz vor Weihnachten mussten alle möglichen Begleiter aus gesundheitlichen Gründen absagen. Am vergangenen Wochenende tobte ein Sturm, der bereits am Freitag ziemlich heftig war, deshalb stand das ganze Unternehmen wieder auf der Kippe. Drei Protagonisten hatten wegen des Sturms ihre Teilnahme abgesagt, blieb nur noch ein Teilnehmer ausser mir und wir hatten nach einem Telefonat um 22:00 Uhr, da der Wind etwas abflaute, vereinbart, dass wir es anpacken wollten. Um kurz nach elf fuhren wir mit zwei Autos zum Zielpunkt und stellten dort eines mit Wechselklamotten ab. Dann ging es zum Ausgangspunkt, auf der Kartenplanung standen knapp 48 Kilometer, die Luftlinie zwischen Start- und Zielpunkt betrug aber nur 20 Kilometer :mrgreen:

Beim Start regnete es und wir tauchten kurz nach Kaisersbach im Welzheimer Wald in den Schutz der Bäume ein, der Wind rauschte durch die Baumgipfel und die Beine fühlten sich extrem gut und locker an. In sehr gemächlichem Tempo zogen wir Richtung Ebnisee, der uns vom vergangenen Nachtlauf 2013, noch in guter Erinnerung war. Die Waldwege und Trails waren durch den starken Regen stark aufgeweicht. Ab jetzt stand läuferisches Neuland an, es ging weiter Richtung Westen, abwechselnd Wald und Wiesen, schön profiliert bis wir mitten in der stürmischen Nacht durch Althütte stapften, der Ort war ruhig und es brannte in kaum einem Fenster noch Licht. Bislang lief es sehr gut und wir waren ständig am Quatschen. Das nächste Etappenziel lag im Süden, also ging es durch den Wald auf Pfaden, Forstautobahnen und teilweise „off-trail“ vorbei am „Strümpfelhof“ und dann entlang der Wieslauf auf dem Mühlenweg zur Kesselgrotte. Hier kannten wir uns vom letzten Nachtlauf auch wieder aus. Die folgende Welzheimer Sternwarte passierten wir bei aufgerissener Wolkendecke, so dass wir einen Blick auf den dunklen Sternenhimmel werfen konnten bevor es wieder in den Wald hinein ging. Hier waren schon einige Sturmschäden zu sehen und wir mussten teilweise abgeknickte Ästen und morsche Baumstämmen übersteigen bzw. darunter durchkriechen.

Zum letzten Mal mussten wir nun eine Ortschaft queren, vorbei an Sportplatz und Industriegebiet. Hier waren wir am tiefsten Punkt unseres Laufes angelangt und die folgende Steigung hatte es in sich. Wir mussten teilweise auf allen Vieren nach oben, was sich dann schnell auf die Stimmung niederschlug, da der Untergrund rutschig, nass und schlammig gewesen war. Die anschließende Wolfsklinge gab uns dann den Rest, wir waren nass, durchgefroren und der Wind nahm wieder beängstigend zu, dennoch genossen wir die Rast am „Hohenstein“. Weiter führte uns der Weg in einem Bogen nach Süden und dann quer durch den Wald durch vier aufeinanderfolgende Klingen, die teilweise von einem etwas angeschwollenen Bächlein durchflossen wurden. Es ging wieder Richtung Norden, das bedeutete wieder mehr klettern als laufen und ich war heilfroh um meine Lupine-Stirnlampe, denn die Funzel meines Begleiters brachte nur etwas Glühlampenatmosphäre in den nächtlichen Wald. Bemerkenswert war dann auch die Tatsache, dass wir den „Totenweg“ gequert haben, denn wir fühlten uns auch bereits nicht mehr besonders lebendig 😉 Die Gespräche sistierten und wir gaben nur noch Ein-Wort-Sätze von uns, allerdings hatten wir auch schon 38 Kilometer in den Beinen. Der Endspurt nahte und wir konnten schon den Zielgeruch wahrnehmen 🙂 Ab jetzt ging es fast nur noch auf Forstautobahnen meist abwärts Richtung Korber Kopf, viel zu berichten gab es ab diesem Punkt auch nicht mehr, müde Beine, wortkarg strebten wir den letzten Anstieg dem Ende zu. Am Auto angekommen konnten wir uns ein „Siegerlächeln“ abringen, obwohl wir fast 7 Stunden unterwegs waren. Rein ins Auto und zurück zum Ausgangspunkt. Mit einem Handschlag verabschiedeten wir uns, keiner erwähnte eine Wiederholung, definitiv waren die Umstände nicht optimal und mit mehr Begleitung wäre der Lauf, mit über 800 Höhenmeter, sicher wesentlich leichter gefallen. Schwamm drüber, die Strecke werde ich im Sommer nochmals am Tag laufen, ganz sicher 😀

Die Krönung war dann, als ich mich am Samstagnachmittag aus dem Bett quälte, fühlte ich mich Elend, nein kein Muskelkater, sondern richtige Glieder- und Kopfschmerzen. Ich fühlte mich fiebrig und siehe da, das Thermometer zeigte es auch so an. So blieb es dann auch fast 7 Tage lang, zwischen 38° und 40°C war alles dabei. Seit gestern fühle ich mich besser und ich hoffe, dass ich in der kommenden Woche wieder einen kurzen Lauf wagen kann, aber besser einen Tag länger pausieren….

So, genug der Worte…Bilder habe ich nicht eins gemacht, was auch die Stimmung vor und beim Nachtlauf etwas unterstreicht 😦

Salut

Christian

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Über DocRunner

Bin besessen von allem was ich anpacke: Beruf, Familie und natürlich vom Laufen. Besessenheit ist für mich Erholung und Genuss, Gleichgültigkeit bedeutet Stress und Langeweile. Mein Lebensmotto hört sich martialisch an, gründet aber auf täglicher Erfahrung und drückt meinen Wunsch aus: Stirb wenn es Zeit ist. Zeige alle Beiträge von DocRunner

42 responses to “Der Tragödie Erster Teil, Nacht

  • Brigitte

    Mein lieber Christian!

    Ich hoffe sehr, dass es dir wirklich wieder besser geht. Da hattest du dir wohl eine ordentliche Erkältung eingefangen. Beim Lesen hats mich gegruselt. So eine lange Strecke, das bei Nacht und noch dazu im Winter bei Sturm und Regen. 😯

    Ich glaube ich gehöre zu den wenigen Menschen die den Faust nie gelesen haben und ich habe es auch nicht vor. Meinen Respekt hast du *lach*.

    War da nicht was bei dem letzten Gewaltlauf? Da hatte doch jemand den Schlüssel *verloren* hehe. Stimmts? 😀

    Ich wünsch dir eine schöne Woche

    Pfiat di
    Brigitte

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    • DocRunner

      Liebe Brigitte,

      ja, das Fieber ist weg und es ist eine Wohltat. Allerdings fühle ich mich noch so richtig mies, aber das wir schon wieder.
      Der Lauf war wirklich nicht schön, aber eher von der inneren Stimmung her, die Strecke war ein Traum und im Dunkeln doppelt so schön, wie am Tag, vermute ich mal 😉
      Beim letzten Nachtlauf war vermeintlich der Autoschlüssel verloren gegangen, Du hast ein gutes Erinnerungsvermögen 🙂

      Den Faust solltest Du wirklich mal lesen, ist ein wunderbarer Klassiker…

      Salut und auch Dir eine angenehme Woche
      Christian

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      • Brigitte

        ‚Guten Morgen Christian!

        Manche Sachen merke ich mir und das war einfach zu köstlich um es zu vergessen. Ja ja, wer den Schaden hat… 😀

        Ich glaube diese Art von Literatur gefällt mir nicht. Ich mochte sowas schon in der Schule nicht :shock:.

        Hoffentlich geht es dir heute nicht mehr so mies.

        Durch den ganzen Übersiedlungstress hatte ich gar nicht die Zeit um krank zu werden und vor hab ich es auch nicht *g*. An den Schneemassen die wir kurzzeitig hatten, hättest du deine helle Freude gehabt. Unglaublich! Von der Stadt bin ich das gar nicht gewöhnt. Aber nun ist wieder Ruhe. Es hat oftmals Plusgrade und es regnet bloß.

        Pfiat di
        Brigitte

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        • DocRunner

          Guten Morgen Brigitte,

          ja das habe ich schon bemerkt, dass Du ein wenig schadenfroh bist 😉

          Ich habe Goethe, Schiller, Kleist und Lessing in der Schule gehasst und inzwischen lese ich sie ganz gerne, ich denke weil ich nicht den Druck habe, sie zu lesen 🙂
          Schön, dass Du endlich angekommen bist im neuen Heim, tja, wenn man auf dem Land lebt muss man einfach mit mehr Schnee rechnen…

          Salut
          Christian

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  • LocalZero

    Christian,

    so ist das manchmal mit den geplanten Läufen – am Ende fragt man sich ernsthaft, wer denn auf so eine Idee kommen konnte. Und dass die Erkältung dann gleich im Anschluss kommt, passt auch noch so richtig ins Bild.

    Aber was soll’s? In Anlehnung an eine seichte TV-Serie könnte man nun einfach „Gute Läufe, schlechte Läufe“ als Motto „deklarieren“ und dann sogleich – nach ausreichender Pause, gell! – wieder fröhlich auf die Trails der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge (wieder was gelernt) zu gehen.

    Ich wünsch Dir gute Besserung! Und zumindest hast Du vor Deinem Infekt noch ausreichend frische Luft für die ganze Woche schnappen können 😉

    Viele Grüße
    Lars

    PS: Die halbe Distanz hätte aber auch gereicht, oder? So rein theoretisch, mein ich 🙂

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    • DocRunner

      Ja, Lars, so ist es manchmal, irgendwie sollte der Lauf nicht sein, erst die Absage im Dezember und jetzt die widrigen Umstände und die schlechte Stimmung, aber so ist es halt. Eigentlich sollte der Lauf das Highlight 2014 werden 🙂 Aber Du hast Recht, der Halbe hätte gereicht aufgrund der Umstände…
      Mir geht es schon wesentlich besser und ich hoffe bald wieder ganz auf den Beinen zu sein.

      Salut
      Christian

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  • nido00

    Lieber Christian,

    das ist natürlich schade, dass ein so gut vorbereiteter und lange geplanter Lauf nicht zu einem grossartigen Erlebnis geworden ist. Aber ja – so ist da manchmal und das Wetter gab ja auch einen guten Grund dazu. Respekt um so mal 48 km bei Sturm im Dunkeln im Wald zu laufen!
    Ich hoffe du kannst die Strecke tatsächlich nochmal bei besseren Umständen geniessen. Auch wünsche ich dir, dass du dich bald wieder besser fühlst!

    Herzliche Grüße,

    Roni

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    • DocRunner

      Liebe Roni,
      ich bin mir inzwischen sicher, den Lauf irgendwann im Frühjahr bei Tageslicht zu wiederholen, nur für mich 😀
      Die Distanz war nicht das Problem, sondern die Tatsache, dass das Wetter mir und den geplanten Mitläufern Zweifel eingeflösst haben, dadurch war die innere Einstellung, naja, sagen wir mal, etwas zerrüttet 😉

      Danke für die Genesungswünsche

      Salut
      Christian

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  • Steve

    Wow, was für ein genialles Abenteuer.
    Das mit der Grippe ist natürlich äußerst doof, aber die Idee mit dem Nachtultra (nicht zu verwechseln mit Nacktultra ;-)), finde ich richtig genial.

    Gute Besserung und viel Spaß beim „Wiedereinstieg“

    Viele Grüße aus den Bergen
    Steve

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    • DocRunner

      Ja, Steve, die Strecke ist genial, viele Trails und sehr profiliert. Nur die letzten 15 Kilometer kenn ich auch im Tageslicht umso mehr hat es mich überrascht, dass die Planung so gut funktioniert hat, allerdings haben wir zweimal etwas abgekürzt, also etwas geschummelt 😉 Aber nachts merkt das ja keiner…

      Salut
      Christian

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  • Deichlaeufer

    Lieber Christian,

    da hatten die Anderen, die abgesagt hatten,wohl den besseren Riecher.

    So ein Strongmen-Run im Dunkeln ist schon ein besondere Härte. Auf allen Vieren habe ich es übrigens noch nie versucht :mrgreen:

    Genug der Lästerei. Ihr habt das Ding durchgezogen. Auch wenn es Euch beiden nicht nach Wiederholung gelüstet, wird Euch dieser Lauf in Erinnerung bleiben.

    Ob der Lauf nun der Auslöser für die anschließenden Fiebertage war? Darüber kann man nur spekulieren. Hauptsache es geht Dir nun wieder besser. 7 Tage Fieber sind ja schon nicht ohne.

    Zu „Erfahrung ist mit keinem Wissen zu erreichen, was uns Bücher oder Universitäten vermitteln können“: Ich halte es gerne mit Arthur Schopenhauer: „Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand“ Der Spruch „tröstet“ mich immer über meine fehlende akademische Ausbildung hinweg 😉

    Moin Moin
    Volker

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    • DocRunner

      Lieber Volker,

      so schlimm war es nicht, was den Sturm betraf, dieser hat erst wieder am folgenden Abend Fahrt aufgenommen und in Relation war es teilweise ein angenehmes Laufen und nicht nur Klettern und Kriechen 😉
      Sicher war der Lauf eine Ursache für die Krankheitstage, ich hatte ständig nasse und kalte Füße, war durchgefroren und müde. Das reicht wohl um einen fieberhaften Infekt auszulösen.
      Das Zitat von Schopenhauer kannte ich nicht, aber Recht hat er, ich werde es mir zu Herzen nehmen 🙂

      Salut
      Christian

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  • Markus

    Ich bin in Gedanken gerade die gesamte Strecke mit gelaufen. Die Höhenmeter glaube ich dir sofort – da wart ihr wirklich n gutes und schönes Stückchen unterwegs 🙂
    Dir noch eine gute restliche Genesung!

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  • Weinbergschnecke

    Lieber Christian,

    das liest sich jetzt eher wie der Bericht über die Nachtübung einer Bundeswehr-Eliteeinheit als wie ein Blogpost über einen schönen Traillauf mit Freund(en). 🙄 Und mindestens ein bisschen leichtsinnig war es schon, ausgerechnet in einer Sturmnacht mitten durch den Wald zu rennen-krabbeln-kriechen-klettern – oder? Klar, das war ein spezielles Abenteuer, von dem man berichten kann. Aber ich wünsch dir schönere und genussvollere Abenteuer, sobald du erst einmal wieder vollständig genesen bist. Im Sommer bei besseren Bedingungen werden sich bestimmt auch wieder mehr Mitstreiter für einen solchen Nachtlauf finden.

    Liebe Grüße,
    Anne

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    • DocRunner

      Liebe Anne,
      die Abschnitte, die das Laufen unmöglich gemacht haben, haben nur einen Bruchteil des gesamten Laufes ausgemacht, aber sie sind nachhaltig in Erinnerung geblieben. Der Sturm hatte im Vergleich zum Freitag tagsüber deutlich an Intensität abgenommen, so dass eher die Nässe und die Kälte ein Problem darstellten. Gründe gibt es immer….
      Es wird auch wieder andere Läufe geben, allerdings habe ich persönlich mit der Strecke noch eine Rechnung am Tage offen, definitiv…

      Danke, bin schon fast wieder genesen

      Salut
      Christian

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  • ultraistgut

    Bonjour, mon cher ami !

    “ Da steh ich nun, ich armer Tor Und bin so klug als wie zuvor “ .

    Ein wenig klüger bist du wohl geworden, würdest unter solchen miesen Bedingungen wohl kaum noch einmal nachts starten, addiert man noch die ebenso unschönen Folgen, dann schon gar nicht.

    Kann mir bei deiner Beschreibung lebhaft vorstellen, wie die Stimmung bei den extremen Verhältnissen bei euch war, habe ich Ähnliches auch schon erleben dürfen – für mich war das ein traumatisches Erlebnis, das ich in dieser Art nie mehr wiederholt habe.

    Im Sommer oder bei trockenen, klaren Verhältnissen wäre das Abenteuer bestimmt geglückt, was lehrt uns das ?

    Aber du bist wieder auf dem besten Weg der Genesung, hast Lehrgeld bezahlt, freust dich irgendwann wieder auf einen langen Nachtlauf, ohne mit Grippe oder sonstigen Blessuren dafür bezahlen zu müssen.

    Vielleicht steckte schon vorher in dir die Krankheit, du hast sie bloß nicht wahrgenommen, wenn das zugetroffen hätte, wären deine Voraussetzungen noch ganz andere, als die deiner Begleiter.

    Wie auch immer
    La vie continue – bonne chance, mon cher et salut ! 😎

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    • DocRunner

      Liebe Margitta,

      es waren so viele Faktoren, die den Lauf vermiest haben, wahrscheinlich am wenigsten die äusseren Bedingungen. Überwiegend lag es an mir, ich wollte einfach und habe alles darangesetzt es durchzuziehen, da ich befürchtet hatte, dass der Lauf sonst in der Schublade verschwindet. So bin ich halt, das lässt sich nicht ändern…aber wahrscheinlich hätten wir einfach eine kürzere Variante wählen sollen, dann wer weiß…

      Natürlich war der Lauf die Ursache für die Erkrankung, über Stunden nasse und kalte Füße und ständiges Frösteln, das musste so kommen, aber hinterher ist man klüger, ich nehme es als weiteres Lehrgeld 😉

      Salut ma chère et merci beaucoup
      Christian

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  • Andi aus´n Innviertel

    Hallo Christian!

    Einen „schönen“ Lauf habt Ihr da gemacht!
    48km sind ja schon eine Ansage, aber dann noch in der Dunkelheit und dann bei diesem Wetter und vor allem dem Wind… das ist schon eine beachtliche Leistung. Vom Körper und vor allem vom Kopf!
    Auch wenn man sich nach so einem Lauf oft denkt, so etwas will man nicht nochmal machen, ist es doch meist so, dass man sich nach einiger Zeit nur noch an die schönen Momente errinnert und die nicht so schönen verblassen mit der Zeit. Und siehe da, plözlich ist man wieder mitten in der Nacht bei Sturm und Kälte irgendwo im Wald unterwegs 🙂
    Gute Besserung!

    Gruß Andi

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    • DocRunner

      Hallo Andi,

      schön war der Lauf an sich schon, nur in dieser Nacht hat es einfach nicht gepasst. Normalerweise weiß ich immer sofort nach einem Lauf, ob ich den nochmals mache…hier war es anders, erst jetzt sehe ich es gerade als Herausforderung den Lauf am Tage zu wiederholen um mir selbst zu beweisen, dass es auch anders sein kann (?), wahrscheinlich bin ich verrückt… 🙂

      Salut
      Christian

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  • regenfrau

    Lieber Christian,
    zuallererst mal: gut zu lesen, dass dein Fieber sich wieder verzogen hat und du am Weg der Besserung bist! 🙂
    Schade, dass der Lauf – oder zumindest das Ende des Laufs – von der schlechten Stimmung überschattet war. Ich hätte euch gewünscht, dass er trotz widrigen Wetters zu einem besonderen Erlebnis wird. Aber manchmal mag es einfach nicht so, wie man es sich vorgestellt hätte… warum weiß wohl nicht mal J.W.v G.! 😉 (und ich schau jetzt sofort nach, ob ich dieses kleine gelbe Heft noch habe…)

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    • DocRunner

      Vielen Dank, liebe Doris,
      ja, der Freiherr J.W.v.G- lohnt sich allemal, ich hoffe Du hast ihn gefunden 🙂
      Naj, der Lauf war an sich nicht schlecht, aber wenn es in einem selbst nicht so richtig stimmt und man mehr aus einer Verpflichtung heraus läuft, wird es wohl nix. Die guten Läufe kommen wieder, ganz sicher…

      Salut
      Christian

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  • Anna

    Lieber Christian,

    der Lauf hört sich zwar schön an, die Umstände mit dem Wetter und die daraus folgende innere Stimmung waren natürlich ein wenig ungünstig. Auch wenn der Lauf vielleicht nicht zu Deinen größten Highlights diesem Jahr zählen wird (ich hoffe sehr, Du erlebst noch viele andere großartige Laufabenteuer im 2015 !! 🙂 ) es ist doch immer ein kleiner Sieg, wenn man sich durchgekämpft hat, und gekämpft habt ihr! Respekt – 48 Kilometer bei ziemlich extremen Verhältnisse – Dunkelheit, Sturm und Matsch… das Laufen viele nicht einmal im Tageslicht und bei Sonne!!

    Das mit dem Krank werden hätte natürlich nicht sein müssen. Schön bist Du wieder auf dem Weg der Genesung!! Ich hoffe Du bist bald wieder fit im Wald unterwegs!! 🙂

    Liebe Grüße Anna

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    • DocRunner

      Liebe Anna,
      ich hatte es fast schon befürchtet, dass mich der Lauf niederstreckt, da ich ständig nasse und kalte Füße hatte, vielleicht nächstes mal mit Ersatzsocken loslaufen 😉
      Ob es noch Highlights gibt dieses Jahr hängt von vielen Dingen ab, allerdings habe ich mit der Strecke noch eine Rechnung offen, mal sehen, ob es irgendwann im Frühjahr klappt. Die äusseren Umstände waren fürwahr widrig, aber eigentlich mag ich es genau so 🙂

      Salut
      Christian

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  • Brigitte

    Ich und schadenfroh? Nö nö, da verwechselst du mich 😀

    Eingelebt habe ich mich total schnell. Es war mir ja nicht fremd. Mein altes Zuhause fehlt mir überhaupt nicht. Ich bereue den Schritt nicht.

    Vielleicht fallen mir ja mal solche Bücher in die Hände 😉

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  • Täglichläufer

    Lieber Christian,

    welch schöne Einleitung vom lieben Herrn Geheimrat. Ich liebe Faust und durfte einst sogar eine x Stunden Aufführung in einem ruinierten Kloster erleben – da stand ich einst, ich glücklicher Tor. 😀

    Und wenn Dein Lauf auch nicht wirklich schön war, so gab es mit Sicherheit magische Momente, die ihn für die mittelbare Zukunft unvergessen machen. Immerhin war es schön naß.

    Ich hoffe, Du betrittst bald wieder die gesundheitlichen Höhen und kannst Dein Laufen in alter Form genießen.

    Alles Gute,

    Marcus

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    • DocRunner

      Lieber Marcus,

      ich habe ihn regelrecht gehasst, den Herren Goethe, ausser die Leiden des jungen Werther, das habe ich als Teenager fast verschlungen, aber so war es halt, in der Schulzeit war es wahrscheinlich der Druck, der ihn mir vergällt hat 🙂
      Nass war er fürwahr, der Lauf, und kalt und matschig, aber ich habe das Ding abgehakt und schaue nach vorne. Die Gesundheit kommt zurück und am Wochenende werde ich wieder einen Lauf riskieren.

      Salut
      Christian

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  • joggerin

    Goethes Faust hatte ich auch in der Schule und gelesen hab ich ihn gerne, hat mir damals gefallen. Doch was da fast ein Jahr lang in jeder Deutsch-Stunde ablief, fand ich grausig. Ob Goethe so etwas wirklich gewollt hat?
    Ich glaube, ich hätte mich auf so einen Nachtlauf erst gar nicht eingelassen. Und dann noch Sturm und Regen und allerlei anderer Unannehmlichkeiten. Umso größer ist mein Respekt, dass Ihr das Ding zu zweit durchgezogen habt. Toll !!
    Ich hoffe, die danach folgende Krankheit ist bald ausgestanden. Tut mir echt leid für Dich und schicke Dir gerne noch ein paar Genesungswünsche rüber, damit es vielleicht etwas schneller und steiler bergauf geht für Dich.
    Alles Liebe und Gute
    Kornelia

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    • DocRunner

      Liebe Kornelia,

      genau das meinte ich mit dem Druck in der Schule, man las nicht ein Buch um seinen Gedanken freien Lauf zu lassen, sondern die vorgegebene Interpretation erklären zu können, einfach nur grausig 🙂
      So ein Nachtlauf ist an sich gar nicht schlimm und schon gar nicht gefährlich, ganz im Gegenteil, in der richtigen Gesellschaft und bei guter Laune macht sowas richtig viel Spass, naja, vielleicht das nächste Mal….
      Mir geht es inzwischen schon wieder ganz passabel, noch ein/zwei Tage, dann bin ich schon wieder ganz der Alte 😉

      Salut und vielen Dank für die Genesungswünsche
      Christian

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  • Blumenmond

    Lieber Christian,
    der Kampf kommt richtig rüber und ich hab beim Lesen innerlich geschimpft, warum man so unvernünftig ist, bei dem Wetter durch den Wald zu laufen – ob jetzt nachts oder tagsüber. Egal.
    Wenn ich mir vorstelle, dass der Infekt wahrscheinlich schon im Körper war und er damit fertig werden musste, das war wahrlich wohl kein schöner Lauf für Dich. Aber wie Du anfänglich schreibst – Erfahrung ist mit keinem Wissen zu ersetzen – so wirst Du vielleicht das nächste Unterfangen unter solchen Vorboten auch absagen – oder?
    Auf jeden Fall wünsche ich gute Restgenesung.
    Gruß
    Anja

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    • DocRunner

      Liebe Anja,
      Unvernunft? Nein, unvernünftig war es nicht, das Wetter war im Rahmen, der Infekt noch nicht zu merken, das Einzige war meine innere Enttäuschung/Verbissenheit was nicht gestimmt hat vor dem Lauf, deshalb wäre wahrscheinlich eine Verkürzung der Distanz vernünftig gewesen, aber keine Absage 😉
      Die Erfahrung möchte ich so nicht mehr machen und beim nächsten geplanten Lauf, werde ich wohl weniger emotional sein :mrgreen:

      Vielen Dank!

      Salut

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  • Helge Orlt

    Hut ab, lieber Christian. Und das gleich in dreifacher Hinsicht.
    1. dafür, das du Goethes Faust liest 🙂
    2. dafür, das du 48 km läufst
    und 3. dafür, das du das in der Nacht machst ! Und bei Sturm!
    Das ist ja an Abenteuerlust nicht zu übertreffen.
    Warum kommen mir meine Sporteinheiten plötzlich so langweilig vor? :-)))
    Liebe Grüße
    Helge

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    • DocRunner

      Liebe Helge,

      der Faust war leicht, die 48 Kilometer in der Nacht mit mieser Laune eher schwieriger. Naja, so abenteuerlich war es nun auch wieder nicht und eine ruhige Landpartie wär mir 100x lieber im Moment als nochmals so eine Hauruck-Geschichte

      Salut
      Christian

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  • Bianca

    Faust habe ich in der Schule nicht gelesen – aber wahrscheinlich hätte ich ihn damals nicht geliebt. Genauso, wie ich auch die anderen „Klassiker“ nicht besonders mochte. Deutsch war nicht mein Fach – ich habe nie das aus den Stücken gelesen, was der Lehrer hören wollte. Die Zeit ist ja nun schon lange vorbei…
    Dass Eurer Nachlauf nicht so ein tolles Erlebniss war, tut mir Leid. Ein Abenteuer war es wohl allemal. Irre, was ihr für eine Strecke unter die Füße genommen habt – und dann noch im Dunkeln. Respekt!
    Ich gehe davon aus, dass es dir gesundheitlich wieder besser geht. Keine Gewaltläufe sofot nach der Genesung, gelle!
    Liebe Grüße
    Bianca

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    • DocRunner

      Liebe Bianca,
      ich hätte nie gedacht, den Faust nochmals in die Hände zu nehmen und dabei noch amüsiert zu sein, doch es war so. Ohne den Druck, etwas lesen und interpretieren zu müssen, wie andere es gerne hätten, ging das Lesen ganz einfach 😀
      Den Lauf habe ich abgehakt und weiß, was ich in Zukunft anders machen muss…
      Gewaltläufe? Kenn ich nicht 😉

      Salut
      Christian

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