Ich bin nicht hart genug

So oder so ähnlich könnte ich mich nach einem interessanten Gespräch in der vergangenen Woche mit einem neuen Patienten fühlen, tu ich aber nicht. Es ist schon seltsam, was einem alles passieren kann bzw. was sich aus einem lockeren Gespräch übers Laufen entwickeln kann. Damit der werte Leser versteht von was ich schreibe, beginne ich am Anfang…

Bereits schon früher habe ich immer wieder bei den ambitionierten Läufern und Bloggern lesen dürfen, dass Laufen aus Genuss und für die Erholung nur eine Ausrede sei, weil diejenigen nicht diszipliniert und hart genug gegen sich Selbst sind, und genau das durfte ich aus dem Mund eines Endsechzigers hören. Er erzählte mir, dass er immer noch sehr ambitioniert in seiner Altersklasse auf 10.000 Meter unterwegs sei, im vergangenen Jahr sei er diese Distanz noch unter 40 Minuten gelaufen. Leichtathlet sei er seit seiner Jugend und habe immer Wettkampf orientiert trainiert. Das imponierte mir und ich zollte ihm Respekt. Irgendwann fragte er nach meinen Bestzeiten und ich erklärte, dass ich mich dafür seit mehr als 5 Jahren nicht mehr interessiere und aus anderen Gründen an 4-5 Tagen die Woche unterwegs bin. Dabei schaute er mich schon mit Argwohn an und teilte mir dann mit, dass er eine solche Einstellung nicht verstehe und sie schlichtweg für eine Ausrede halte. Ich war kurz vor den Kopf gestoßen und sprachlos, was bei mir wirklich sehr selten vorkommt. Weiter ging die Tirade mit dem Vorwurf, dass man so seine Grenzen und Leistungsfähigkeit nicht erfahren könne und eigentlich gleich zu Hause bleiben könne, da der Nutzen und auch der persönliche Erfolg vollkommen auf der Strecke bleibe. Nur Menschen ohne Ehrgeiz und ohne persönliche Ziele würden mit dieser Einstellung unterwegs sein, das komme von der mangelnden Härte gegen sich Selbst und der Angst vor dem Versagen (!)

Ich lächelte inzwischen amüsiert und überreichte ihm die Überweisung zu einem Fachkollegen. Eine Rechtfertigung meinerseits erwartete er nicht und ich fühlte mich auch nicht animiert eine solche zu liefern, da ich meine Art des Laufens sehr bewusst und ohne Reue oder schlechtes Gewissen ausübe. In den ersten Laufjahren war ich ambitioniert und musste mich ständig irgendwelchen Malaisen beugen. Irgendwann habe ich meinen Körper erhört und ein bis zwei Gänge zurück geschaltet und bemerkt, wie gut es mir tut. Sicher, ich gehe fast nie an meine Grenze, aber mit Absicht, denn nur so bleibe ich weitestgehend verschont von Verletzungen und kann meist nach 1-2 Tagen Regeneration wieder auf die Piste, trotz einer hohen Kilometerbelastung. Das ist meine Art des Laufens, ohne dass ich hart zu mir Selbst sein muss,  aber vor allem bin ich tolerant und akzeptiere jeden der läuft, egal wie :mrgreen:

Salut

Christian

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Über DocRunner

Bin besessen von allem was ich anpacke: Beruf, Familie und natürlich vom Laufen. Besessenheit ist für mich Erholung und Genuss, Gleichgültigkeit bedeutet Stress und Langeweile. Mein Lebensmotto hört sich martialisch an, gründet aber auf täglicher Erfahrung und drückt meinen Wunsch aus: Stirb wenn es Zeit ist. Zeige alle Beiträge von DocRunner

56 responses to “Ich bin nicht hart genug

  • ultraistgut

    Mein lieber Christian, diese Art von “ Patienten “ habe ich schon genug erlebt, wenn du keine Bestzeiten vorweisen kannst und willst, dann bist du kein Sportler, bist du kein Läufer, damit lebe ich sehr gut, und eventuelle Kommentare, wie du sie hast hören müssen, gehen mir ins eine Ohr hinein, kommen dann zum Glück aus dem anderen wieder heraus !

    Auch ich gehöre zu deiner Fraktion, zu der Fraktion der Läufer, die jeden Lauf genießen, auftanken, Freude dabei haben, ohne nach Bestzeiten und/oder Pokalen zu schielen, und trotzdem ist es auch auf diese Weise möglich, immer wieder auf dem Treppchen zu stehen, wie es mir passiert, aber das ist nicht meine Intention, sondern eine nette Beigabe, ich schäme mich meiner Pokale und Medaillen nicht.

    Es ist wie im richtigen Leben, es gibt so’ne und so’ne, tolerieren wir uns gegenseitig und versuchen wir, nicht in schwarz-weiß zu denken.

    YES !!

    Bon week-end, mon cher – la vie est belle ! 😎

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    • DocRunner

      Liebe Margitta,
      ich stehe über solchen Aussagen, ganz ohne Arroganz, allerdings war ich im ersten Moment konsterniert und fast fassungslos, da ich es nicht erwartet habe solche Sprüche zu hören.

      Für mich gibt es nicht den Läufer, jeder ist anders und das ist auch genau richtig so. Ohne die Wettkampf orientierten Läufer würde es nicht die sportlichen Erfolg geben, die ich teilweise auch sehr bewundere. Nur erwarte ich eine gegenseitige – muss man das überhaupt so bezeichnen? – Toleranz.
      Du musst Dich nicht schämen oder rechtfertigen, ob Deiner Medaillen oder Stockerl-Plätzen, ganz im Gegenteil, Du hast sie Dir verdient. Ich scheue die Teilnahme an offiziellen Laufbewerben und das ist ganz allein meine Sache 😎

      Salut ma chère, bon week-end !
      Christian

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  • Weinbergschnecke

    Lieber Christian,

    „Überweisung zum Fachkollegen“? Mir würde da ein ganz bestimmter einfallen, wenn jemand nur Verbissenheit, Härte und Unbarmherzigkeit sich selbst gegenüber als angemessenes Verhalten ansehen kann. 😉

    Egal, wir wissen, dass wir den für uns richtigen, sehr viel entspannteren Umgang mit unserem Hobby gefunden haben. Und in diesem Bewusstsein, können wir über solch ein martialisches Herumgetöne nur milde lächeln – oder?

    Liebe Grüße,
    Anne

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    • DocRunner

      Liebe Anne,
      nein, es war nur die Überweisung zum Radiologen und nicht zum… Du weißt schon wen 🙂 Allerdings war es schon etwas befremdlich, was sich da am Ende abgespielt hat, doch mit der notwendigen Distanz und Professionalität, ist das auch gut zu verdauen 😉
      Ja, genau, lächeln und sich eher bestätigt fühlen in unserem Tun, das ist genau der richtige Umgang mit solcher Polemik. Wir verstehen uns.

      Salut
      Christian

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  • Deichlaeufer

    Lieber Christian,

    er hat ja gar nicht so unrecht, der gute Herr.

    Wenn ich das auf mich beziehe, bin ich wirklich nicht hart genug um mich in vielen Dingen (nicht nur beim Laufen) zu quälen. Ich bin auch nicht sonderlich ehrgeizig.

    Und trotzdem weiß ich was ich will, erreiche die Standards, die ich mir setze. Verschone mich, wie Du, vor Verletzungen beim Laufen und versuche mich im Leben nicht zu überfordern.

    Mein Ehrgeiz liegt darin Mensch zu bleiben und mich selber leiden zu mögen. Das läßt sich zwar nicht in Zahlen auf eine Urkunde drucken, halte ich aber für erheblich erstrebenswerter als mich über neue Bestzeiten im Sekundenbereich zu definieren.

    Moin Moin
    Volker

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    • DocRunner

      Lieber Volker,

      Danke, Du sprichst mir mit Deinen Zeilen aus der Seele. Natürlich versteh ich die Ansicht des älteren Herrn und kann es sogar akzeptieren, nur warum sollte ich seine Meinung teilen oder deshalb meine Art das Laufen zu zelebrieren vermiesen zu lassen? Vielleicht hat er Recht und ich bin nicht ehrlich und hart genug, soll ich mir jetzt einen Termin zur Therapie bei Anne besorgen?

      Die richtige Einstellung zu sich Selbst und den eigenen Zielen, das ist wirklich wichtig….

      Salut
      Christian

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  • LocalZero

    Christian, der ältere Herr hat auch nach fast 70 Jahren schlichtweg nicht den Unterschied zwischen Leichtathletik und Laufen verstanden. Aber natürlich ist die M65 auch kein Ponyhof, da kann man schon mal was verwechseln 😉

    Viele Grüße
    Lars

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    • DocRunner

      Danke, Lars, obwohl ich immer dachte ab der M60 wird es ruhiger und sogar Konkurrenz frei 🙂
      Nene, ich bin kein Leichtathlet und werde auch keiner mehr, ich lass mich da nicht aus der Ruhe bringen, dazu bin ich zu alt (M45) 😎

      Salut
      Christian

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  • Gerd (diro1962)

    Du hast ja Patienten…. 😉
    Manch einer braucht hat den ewigen Kampf mit sich und den anderen. Wenn er damit glücklich wird, soll’s mir Recht sein. Ich muss es ja nicht nachmachen!
    In diesem Sinne, lass uns genießen!

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    • DocRunner

      Ja Gerd, obwohl ich eher den Eindruck hatte, dass der Herr nicht mit sich Selbst sondern gegen sich Selbst gekämpft hat,was ich schon sehr befremdlich fand 🙂
      Yo, Genuss und nichts anderes….

      Salut
      Christian

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  • chriba76

    Ich kann hier auch nur sagen: „Wer’s braucht…“ Jeder kann nur auf seine Art glücklich werden, und für den einen mag im extremen Ehrgeiz die ultimative Erfüllung liegen.
    Ich denke eher wie Du und viele andere hier: Laufen ist Genuss, Laufen ist Freude. Ich brauche ein paar persönliche Ziele als Motivator, aber ich bin nicht bereit, mich dafür über alle Maßen zu quälen. Ich weiß, dass ich gegen mich selbst hart sein kann, wenn es wirklich nötig ist. Ansonsten bin ich in meiner Freizeit eher nett zu mir. Da kann ich nicht noch mehr Stress gebrauchen.
    Was ich aber auch nicht vertragen kann: Wenn man sich gegenseitig verachtet. Das trifft aber nicht nur auf den Sport zu, sondern auch auf den Beruf… eigentlich aufs ganze Leben.

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    • DocRunner

      Liebe Christiane,
      jeder nach seiner Façon, ich bin inzwischen zu alt um einen wichtigen Bestandteil meines Lebens, das Laufen, zu riskieren nur um in einem Wettkampf mit mir selbst zu bestehen. Verletzung und Laufpause sind mir geläufig und nur zu gut weiß ich, dass wenn ich mehr Ehrgeiz beim Laufen entwickeln würde, die positiven Aspekte in den Hintergrund rücken würden, deshalb einfach weiter wie bisher 🙂
      Verachtung verdient keiner Aufmerksamkeit, da bin ich voll bei Dir, egal wo im Leben.

      Salut
      Christian

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  • jamieobier

    Ich muss da auch mal was dazu schreiben 🙂 Ich denke, der Herr hat in gewisser Weise schon recht mit dem was er sagt, vergisst aber dabei dass es auch andere Wege zum Ziel gibt. Jeden treibt etwas anderes an. Ich glaube, wenn du ihm gesagt hast welche Umfänge du läufst und mit Sicherheit nicht durch die Gegend schneckst, dann hätte er eventuell aufgehört.

    Ich bin ein Mensch der braucht Ziele, harte Ziele. Ich hatte schon früh Ideale, auch in ganz anderen Bereichen. Das hat aber auch mit der Erziehung zu tun. Wenn man als Kind mitbekommt, dass man nur über Leistung für gut befunden wird, dann trägt sich das weiter – in manchen Bereichen mehr, in anderen weniger. Schule, reiten, Studium, Wohnung/Ordnung und natürlich der Sport.

    Daher ist es bei mir was das laufen betrifft so, dass ich die Grenzen brauche, um mich glücklich zu fühlen. Wenn ich nicht schwitze oder kaum angestrengt bin, dann erlebe ich keine Endorphine. Meine Motivation ist der mentale Ausgleich und die Zeitoptimierung. Ich möchte besser werden, ich will auch Wettkämpfe laufen. Ich würde am liebsten mein Hobby zum Beruf machen. Alles in allem laufe ich jedoch für mich selbst und für niemand anderen und wenn man das tut, dann kann bzw muss man dabei glücklich sein. Leute die kein Glück dabei verspüren, weil die Motivation die falsche ist, die lassen es früher oder später wieder schleifen.

    Ich denke wir hier sind doch alle ganz glücklich mit dem was wir tun – jeder auf seine Weise 🙂

    LG, Jamie

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    • DocRunner

      Liebe Jamie,

      Dein letzter Satz bringt es auf den Punkt. Egal weshalb oder wofür wir etwas tun, es obliegt allein uns, wie wir es tun, v.a. wenn es um eine Freizeitbeschäftigung geht.
      Im Beruf und in der Familie ist es etwas ganz anderes, da gibt es jeweils andere Prioritäten, aber beim Laufen zählt nur mein eigener Impuls und nicht der Druck von aussen, ob ich es als Kampf oder als Genuss angehe, ist ganz allein meine Sache.

      Salut
      Christian

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  • regenfrau

    Lieber Christian,
    ehrlich? Solche Ansichten gibt es?? 😉
    Nein, im Ernst, ich kenne auch Läufer, die ohne Druck und ohne Härte sich selbst gegenüber nicht glücklich sind, habe aber bis jetzt noch nie erleben müssen, dass sie deswegen meine Art zu laufen abwerten – oder ich hab es nur nicht bemerkt (im Ignorieren bin ich ziemlich gut!) 😀

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    • DocRunner

      Liebe Doris,

      solche Ansichten gibt es 🙂
      Die Wettkampfläufer sind bis auf wenige Ausnahmen vollkommen in Ordnung und v.a. sollte man denken, dass sie mit zunehmendem Alter reifer und toleranter werden. Leider gibt es dann auch die Ausnahmen. Ignorieren ist in einem solchen Fall ja gar nicht schlecht und wenn Du es so gut hinbekommst, dass Du es gar nicht bemerkst, umso besser 😉

      Salut
      Christian

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  • nido00

    Lieber Christian,

    wahrscheinlich ist es für deinen Patienten genau das richtige. Es gibt ja Menschen, die von Natur aus sehr wettkampforientiert sind. Von sich auf andere zu schliessen funktioniert da natürlich nicht. Weder das du härter mit dir sein solltest, noch dass er einfach zum Vergnügen läuft.

    In diesem Sinne – sei weich zu Dir!

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    • DocRunner

      Liebe Roni,
      ich bin weiter weich oder sagen wir, weniger hart zu mir. Ich ändere meine Einstellung nicht mehr und v.a. nicht aufgrund solcher Aussagen 🙂
      Niemand muss so laufen wie ich, genauso wenig werde ich mir einen Schuh anziehen, der mir nicht passt 😉

      Salut
      Christian

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  • Helge Orlt

    Sehr schöne Aussage. Also deine. Im letzten Satz. 🙂

    Lustig das ein Läufer, der wahrscheinlich nur diese 10 Km Staßenläufe läuft, einem anderen Läufer, der nächtliche Ultra Trails läuft, mangelnde Härte vorwirft :-)))

    Ich finde du machst alles richtig
    Liebe Grüße
    Helge

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    • DocRunner

      Liebe Helge,
      solche Vergleiche oder Informationen hätten in diesem Gespräch nichts genutzt, egal ob er längere Distanzen bewältigt, mich hat anfangs die mangelnde Toleranz gestört und die falschen Schlussfolgerungen…am Ende hat es mich nur noch milde Lächeln lassen.
      Für mich ist es auf jeden Fall richtig 🙂

      Salut
      Christian

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  • Steve

    Hihi…lustiger Geselle.
    Ich hätte mal ein paar seiner Triggerfinger-Punkte massiert. Dann wäre er bestimmt ruhig gewesen 😉

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  • Blumenmond

    Hallo Christian,

    das ist eine interessante Sichtweise und irgendwie hat ja jeder subjektiv Recht.

    Obwohl ich gerne auch bei anderen lese, wenn sie Bestzeiten hinterherjagen und neue erzielen, so bin ich extrem zufrieden damit, dass ich meinen Ehrgeiz in den Griff bekommen hab und damit meist einfach laufen kann. Leute, die nie mit solchen Probs der Verletzungen in der Form zu tun haben, werden wahrscheinlich nie verstehen und ein wenig bedaure ich, dass man nicht genießen kann.

    Möglicherweise hätte ich aber mit einem besser funktionierenden Körper eine ähnlich Sichtweise… wahrscheinlich würd ich sie aber nie so äußern. Denn… jeder Jeck ist anders und jedem soll man seine Wahl so zulassen, wie sie ist… ohmm..

    Gruß
    anja

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    • DocRunner

      Liebe Anja,

      mir geht es genauso, schnelle Läufer haben meinen vollen Respekt und sie dürfen sich gerne quälen und das letzte bisschen Tempo aus sich raus holen. Nur ich brauch das nicht und bin zufrieden gesund und wenn auch langsam, durch die Wälder zu streifen.
      Ich denke auch, dass wenn ich sehr viel früher mit dem Laufsport begonnen hätte, wäre ich leistungsfähiger und schneller bzw. weniger anfällig für Verletzungen, wenn ich mehr von meinem Körper verlange. Aber deshalb zu sagen, ich hätte Angst vor dem Versagen oder keine Disziplin? Ich denke, das kann nur ich selbst beurteilen.

      Salut
      Christian

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  • Reinhard Huber

    Lieber Christian!
    Ich dachte, in dem Alter sind die Menschen schon ein wenig g’scheiter! Wenn man in jungen Jahren „die Sau raus lässt“ finde ich das OK, das Verständnis für ein „anderes Laufen“ ist zu diesem Zeitpunkt nicht immer vorhanden. Es gibt viele, die auch im höheren Alter mit Freude und tollen Leistungen an Wettbewerben teilnehmen. Bewundernswert!

    Aber, und das ist der Ansatz, den viel zu wenige befolgen, es gibt auch das Genusslaufen, ohne Stress die Bestzeiten zu erreichen, die andere (!) erwarten. Ich habe auch lange gebraucht um das zu verstehen …!

    Alles Gute und ganz liebe Grüße – Reinhard

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    • DocRunner

      Lieber Reinhard,

      jeder sieht das anders und macht es auch anders, in fast allen Bereichen des Lebens. Ehrgeiz ist ja nicht falsch, aber gerade wenn es um eine Freizeitbeschäftigung geht, ist Ehrgeiz nicht immer wünschenswert und ich habe gemerkt, dass der berufliche Ehrgeiz vollkommen reicht. Da will ich beim Laufen lieber Entspannung und Erholung finden 🙂

      Salut und noch einen schönen Sonntag

      Christian

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  • Ariana

    Lieber Christian
    Ich bin gerade ein bisschen überrascht, dass es tatsächlich Leute gibt, die es gut finden, wenn man möglichst „hart“ gegen sich selbst ist. Aber es gibt nichts, was es nicht gibt.
    Gut, dass er bei Dir an jemanden geraten ist, der genügend Selbstvertrauen hat und sich weder erklären muss, noch danach seine eigene Motivation in Frage stellt 🙂
    Liebe Grüsse
    Ariana

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    • DocRunner

      Liebe Ariana,

      ich finde es nicht falsch, wenn jemand hart trainiert um seine Ziele zu erreichen, allerdings darf er nicht alle anderen als insuffizient hinstellen, die es ihm nicht gleichtun.
      Rechtfertigung für mein Tun erübrigt sich, denn was gut für mich ist, weiß nur ich selbst, von daher, lieber mal den Mund halten 😉

      Salut
      Christian

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  • Karina

    Hallo Christian,
    „Das ist meine Art des Laufens, ohne dass ich hart zu mir Selbst sein muss, aber vor allem bin ich tolerant und akzeptiere jeden der läuft, egal wie“ – der Satz spricht mir aus der Seele. Auch ich werde immer wieder gefragt, wie schnell ich denn laufen möchte. Vor allem vor der Langdistanz in Roth. Viele konnten nicht verstehen, dass mir die Zeit völlig egal war. Ich wollte gut ankommen, noch auf zwei Beinen mit einem Lächeln im Gesicht. Klar gehe ich auch manchmal an die Grenzen, aber dann weil es halt vielleicht gerade gut „läuft“. Aber das ist eher die Ausnahme. Gerade gestern sind wir zu Dritt locker einen Wettkampf gelaufen, ganz ohne Ambitionen Superzeiten zu erreichen. Also ich kann dich total verstehen.
    Viele Grüße
    Karina

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    • DocRunner

      Liebe Karina,
      es geht nicht bei jedem immer um das Maximum, wer weiß vielleicht kann man mehr erreichen, wenn man sich darauf einlässt. Aber, wenn man erfahren durfte, dass der Körper nicht mitmachen will oder auch der Spass auf der Strecke bleibt, nimmt man es entweder an oder man macht sich kaputt. Deshalb findet jeder für sich, die richtige Art, wie er etwas angeht. Dennoch ist es wichtig, alle die es anders machen zu tolerieren 🙂

      Danke

      Salut

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  • joggerin

    Das war aber wirklich ein krasses Gespräch. Ich kann gut verstehen, dass es einem da die Sprache verschlägt. Ich denke, irgendwann waren die meisten Läufer mal unterwegs zu irgendwelchen Bestzeiten, weiteren und noch weiteren Distanzen. Es dauert etwas, bis man merkt, wie schön laufen sein kann, wenn man nicht mehr diesem ganzen Wahnsinn hinterrennt.
    Naja, offensichtlich kommt nicht jeder dahinter. Aber auf die Intolerranz solcher Menschen zu treffen, meine Güte, das hat was. In dem Alter ist so jemanden dann wirklich nicht mehr zu helfe.
    Gut, dass wir eben wissen, was wirklich gut ist für uns.
    Lieben Gruß
    Kornelia

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    • DocRunner

      Ja, Kornelia, manches kann man gar nicht verstehen, so ging es mir auf jeden Fall im ersten Moment. Andere abzuurteilen, nur weil man selbst nicht von seiner Spur abweichen will, ist schon ziemlich krass. Ich kenne viele Läufer, die immer versuchen ihre Bestzeiten zu verbessern, aber sie versuchen nicht dies allen Anderen aufzudrücken, genauso wenig, wie ich es von anderen erwarte.
      Genau, wir wissen, was für uns gut ist 🙂

      Salut
      Christian

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  • koppdaniel

    Ich verstehe gar nicht wie man das, was andere tun verurteilen kann. Warum muss das eigene Tun und Handeln immer der Königsweg sein?

    Biete dem doch mal an dich auf mal auf einen harten Traillauf zu begleiten. Mal sehen ob da nach 35km oder so noch die notwendige Härte vorhanden ist 😛

    Da erkennt man dann auch den Unterschied zwischen Laufen im leichtathletischen Sinne und dem Naturlaufen.

    LG
    Daniel

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    • DocRunner

      Tja, manche Menschen sind so eingefahren mit dem was sie sagen und tun, da bringt es nichts zu diskutieren. Ich hatte auf jeden Fall keine Lust dazu 🙂
      Ob er es gebracht hätte auf einem schönen langen Trail mitzuhalten, weiß ich nicht, aber ich hätte auch keine Lust mit einem solchen Menschen auf den Trails unterwegs zu sein.

      Salut

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  • Täglichläufer

    Lieber Christian,

    ein Satz reicht als Antwort eigentlich aus. „Die Herrlichkeit der Welt ist immer adäquat der Herrlichkeit des Geistes, der sie betrachtet.“ Jede weitere Diskussion ist überflüssig.

    Apropos Disziplin. Da war ich auch mal ein Anhänger, um das für mich in Selbstdisziplin weiter zu entwickeln, aber irgendwann erkannte ich, daß Disziplin (gilt auch für Motivation) gar nicht nötig, ja, albern ist – wenn man sein Laufen, ich: Täglichlaufen wahrhaftig liebt und lebt.

    Wie auch immer, wer interessiert sich schon für andere Läufer? Pflege Deine eigene Laufwelt, nur sie ist richtig für Dich.

    Alles Gute,

    Marcus

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    • DocRunner

      Lieber Marcus,
      Dein Zitat passt wunderbar, Danke, dass Du es hier geschrieben hast.

      So ist es, Disziplin braucht es wirklich nur dann, wenn man sich zu etwas zwingen muss, wenn ich an etwas Freude habe und es aus tiefstem Herzen liebe, ist Disziplin unnötig, denn dann wird es einfach funktionieren.

      Meine Laufwelt wird sich weiter entwickeln, allerdings nicht in die Richtung, die der Herr für die einzig Richtige hält, ganz sicher 🙂

      Salut
      Christian

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  • Bianca

    Da bliebe mir wohl auch die Spucke weg. Aber gut, jeder läuft aus einer anderen Motivation heraus. Der Nutzen für den Läufer selbst ist wohl auch sehr individuell. Dem einem reicht ein schöner Lauf in der Natur – egal in welchem Tempo. Und diesem Herrn geht es wohl eher um Leistung. Aber den Läufern, die einfach so vor sich hinlaufen, zu unterstellen, dass das mangelnde Interesse an den eigenen Bestzeiten etc. eine Ausrede sei, sich nicht fordern zu wollen – DAS muss man erstmal formulieren. Frech!

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    • DocRunner

      Genau so ging es mir auch, liebe Bianca. Ich war sprachlos, aber mir verging auch recht schnell die Lust irgendetwas an meinem Tun zu erklären oder besser aufzuklären.
      Ich empfinde meine Läufe auch teilweise als Leistung, meist aber als Erholung, so dass ich ganz gut damit leben kann 🙂

      Salut

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  • markusrennt

    Lieber Christian,

    da bin ich in Gedanken ganz bei dir. Laufen sollte trotz allem Spaß machen und angenehm sein – diese Gefühle kann ich sowohl bei einem lockeren Lauf oder einem schnellerem Lauf erfahren. Aber so verbissen mit Strenge gegen sich selbst laufen, würde mir auf Dauer keine Freude machen. Dann bin ich eben nicht hart genug – na und? Dafür muss ich mich zu nichts zwingen – und ich komme immer mit einem Lächeln von meinen Läufen zurück 😉

    Liebe Grüße,
    Markus

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    • DocRunner

      Lieber Markus,

      das eine schließt das andere nicht aus, auch ich kann schnell laufen – mit großer Mühe – aber überwiegend steht die Erholung im Vordergrund. Jemandem zu unterstellen, man betrüge sich selbst oder man mache das nur aus einer Versagensangst heraus ist schon dreist und zeugt von Intoleranz, auf der ganzen Ebene.

      Salut

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  • midLAUFcrisis

    Lieber Christian,

    da hast Du offenbar mal wieder einen Nerv getroffen. Was soll ich dazu sagen? Natürlich ist es vollkommen in Ordnung, das Laufen ohne Zeitdruck zu zelebrieren. So mache ich es ja auch überwiegend. Dass ich in diesen Wochen von Deinem ehemaligen Patienten Applaus bekommen würde, stört mich nicht wirklich. Er wäre dann sicher im Anschluss enttäuscht von mir.

    Aber wie Du schreibst, gibt es auch in einem Läuferleben unterschiedliche Phasen. Ich hoffe, dass ich meine derzeitige auch ohne gesundheitliche Probleme überstehen werde. Aber da das schon einmal vor drei Jahren hervorragend funktioniert hat, bin ich zuversichtlich.

    Ich freue mich aber sehr darauf, wenn wir einmal wieder gemeinsam in aller Ruhe laufend die Landschaft atmen können.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • DocRunner

      Lieber Rainer,

      es ist weder verwerflich nur so durch die Gegend zu laufen, noch auf ein Ziel hin zu trainieren. Ich bin ganz bei Dir was Deine Ambitionen betrifft bzw. ich habe großen Respekt vor Deinem Vorhaben. Du verurteilst aber nicht die anderen Läufer, die nicht bestrebt sind, ihre Bestzeiten zu pulverisieren oder nur aus nicht wettkampforientierten Gründen laufen. Das ist der feine Unterschied 😉
      Ich freue mich auch auf unseren nächsten gemeinsamen Lauf und wünsche Dir, dass Deine Gesundheit nicht leidet durch das „harte“ Training.

      Salut
      Christian

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  • Markus

    Intolerante Mensche gibt es….
    Ich weiß garnicht was ich einem solchen sagen würde. Okay, wäre jetzt bei mir auch noch etwas komisch – soll sich aber ja ändern 😉

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  • Anna

    Lieber Christian,

    Hauptsache ist doch das! man es tut und nicht wie! man es tut – und die Voraussetzung dafür das! man es tut, ist doch dass es einem gefällt, und so muss jeder für sich entscheiden wie! er es tut das! er es tut… :mrgreen:

    Und da wundert man sich warum es Krieg auf der Welt gibt – ich kann Dir nur voll und ganz zustimmen: tolerant zu sein und unsere Mitmenschen so akzeptieren wie sie sind! zurzeit in der heutigen Welt ein sehr aktuelles Thema!

    Laufen für Genuss und Erholung – es gibt doch nichts Schöneres!! Genauso wie ich es ab und zu mag, ein Ziel zu haben und dafür zu trainieren 🙂

    Liebe Grüße Anna

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    • DocRunner

      Liebe Anna,

      Deinen ersten Absatz musste ich 2 x lesen, eine Herausforderung für einen nicht Muttersprachlichen 😉

      Das befürchte ich leider auch, dass der Herr auch in anderen Lebensbereichen, ähnliche Ansichten und mangelnde Toleranz hochhält.

      Du läufst mit oder ohne Ziel so wie Du es willst, also alles in Ordnung.

      Salut
      Christian

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  • Jens

    Vollste Zustimmung zum Beitrag und fast allen Kommentaren.
    Keep on running: Mit Spaß und guter Gesundheit! 🙂

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  • Jana

    Recht hat er, vorausgesetzt er bezieht das auf sich und nicht pauschal auf alle.

    Ich habe schon genug Stress im Job, bin von Terminen oder, in der IT nicht unüblich, plötzlich auftretenden Ausfällen, Problemen etc., die es zu lösen gilt, gesteuert. In meiner Freizeit benötige ich den Ausgleich, etwas mit Spaß, Genuss und Entspannung tun. Natürlich auch anstrengend, aber eben mit Spaß.

    Seit „Soial networking“ kann man es allerorten lesen, die Berichte über Trainings und Trainingspläne, über Quälereien und daraus resultierend Verletzungen, Nullmotivationsphasen usw.
    Und immer wieder frage ich warum? Um beim z.B. Berlin Marathon Platz 31520 statt 35687 oder was auch immer zu erreichen? Dabei kräht kein Hahn nach all denen die „schlechter“ als 10 plaziert sind.
    Gut es kommt wieder die Frage nach den eigenen Zielen bzw. sehr oft in diesen Fällen nach dem Selbstbewusstsein oder dem Selbstwertgefühl, dem sich besser fühlen auf. Ich persönlich finde es aber schon eher zweifelhaft, wenn man derartige Methoden benötigt um sich gut zu fühlen.

    Aber die Menschen sind nun mal unterschiedlich. Ich halte es wie Du – Laufen um Spaß zu haben und sich während des Laufens wohl zu fühlen und nicht für die 5 Minuten nach Zieleinlauf.

    Liebe Grüße

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    • DocRunner

      Liebe Jana,
      gut gesprochen, mir geht es weniger darum, wie oder warum jemand so oder so seinen Sport ausübt, denn ich kann alles akzeptieren, ob ich es wirklich gut finde, ist etwas ganz anderes 😉 Allerdings hasse ich es, wenn es an Toleranz und Verständnis fehlt, aber das ist bei mir in allen Lebensbereichen so, also lass ich den guten Mann weiter schimpfen und sich echauffieren, Hauptsache er ist der Meinung er hat Recht…

      Ich bin froh, dass ich in dieser Situation den Mund halten konnte, was mir sonst ja meistens nicht gelingt 😉

      Salut

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  • das lauferei

    Hi Christian,
    interessante Ansichten hat er, dein Patient!
    Besonders bei der impliziten Aussage, nur der sei hart, der irgendeinen Zahlenwert optimieren will (Zehnerzeit….), musste ich breit grinsen. Echt nicht, das ist mir zu kurz gehüpft.
    Diese Auffassung von „hart sein“ kommt mir vor wie „Arbeit darf keinen Spaß machen, und wenn’s Spaß macht, ist es keine Arbeit“.

    Ich fühle mich auch „hart gegen mich“, wenn ich mich zu früher Stunde aus dem Bett gequält habe, um eine Runde zu laufen. Oder die Nacht durch. Es muss nur nicht immer mit der Brechstange sein…

    Möge ein jeder nach seiner Facon selig werden – einschließlich jeder Art, Ehrgeiz, Selbstüberwindung, Grenzsuche etc. für sich persönlich festzulegen. Dies zu akzeptieren düfte dem Knaben ein gerüttelt Maß an Härte abverlangen. 😉

    Viele Grüße,
    Harald

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    • DocRunner

      Tja, Harald,
      genau das ist es, was mich viel mehr gestört hat, als die Kritik an der nicht Wettkampf orientierten Lauferei, alle, die sich nicht quälen und hart gegen sich selbst sind, sollen gefälligst das Laufen lassen, denn es bringt nichts! Ich befürchte, wie schon oben geschrieben, wird der Herr auch in allen anderen Lebensbereichen ähnliche Meinungen vertreten, so dass hier die Intoleranz und Ignoranz für mich einen Namen bekommen hat 🙂
      Diskussionen sollte man mit solchen Menschen allerdings nicht führen…da bin ich lieber still und lächle milde nach der ersten inneren Aufregung.

      Dein letzter Absatz enthält das Wichtigste, was wir daraus folgern dürfen

      Salut
      Christian

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