Dankbarkeit

Es ist ein ganz normaler Samstag, keine besonderen Ereignisse, keine Katastrophen in meinem familiär geprägten, wochenendlichen Mikrokosmos. Und dennoch beschäftigt mich so viel, was mich eigentlich gar nicht berühren müsste, Schicksale von mir vollkommen fremden Menschen bzw. ganzen Völkern, die Not von Menschen in Krisengebieten, aber v.a. das Unverständnis gegenüber Gewalt gegen Menschen überall auf der Welt.

Nachdem ich meinem Sohn geholfen habe einen neuen Schrank aufzubauen und mit meiner Tochter Französisch gelernt habe bzw. mit meiner anderen Tochter das tägliche Lesepensum erledigt habe, ziehe ich mir meine inzwischen vollkommen zerfledderten Trailschuhe an und begebe mich auf den flachen Anlauf über Feldwege zum Wald. Sofort sind die Gedanken weg von meinem Alltag, von meiner Familie, und ich befinde mich gedanklich in der Sinnlosigkeit der Gewalt auf unserem Planeten. Die schrecklichen Morde an jungen Menschen hier in Deutschland, die gewaltverherrlichenden feigen Hinrichtungen und Massaker in Syrien bzw. im Irak und in Nigeria sowie der aussichtslose Krieg von Volksgruppen in der Ukraine, der auf „beiden“ Seiten von unsichtbaren politisch entgegengesetzten Mächten unterstützt und geschürt wird. Und ja, ich weiß, dies ist nur die Spitze der kriegerischen Gewalt, die es bis in die täglichen Nachrichten geschafft haben. Dennoch kann mir keiner eine plausible Rechtfertigung liefern für diese Aggressionen und Tätlichkeiten. Sehr häufig habe ich den Eindruck, dass hier kranke Persönlichkeiten nur um Macht auszuüben durch Grausamkeit, die kaum zu überbieten ist, anderen, meist hilflosen Menschen, Gewalt antun. Warum?

Mental erholt

Mental erholt

Mit diesen Gedanken im Kopf überfällt mich dann mitten am steilsten Anstieg auf knochentrockenen Trails eine tiefe Dankbarkeit. Ich fühle mich frei, da ich nicht einer solchen Willkür an Gewalt, egal aus welchen Beweggründen, ausgesetzt bin. Ich muss auch nicht offen oder auch versteckt Gewalt gegenüber anderen ausüben, ich darf gelassen sein, ja, ich darf sogar die Augen und Ohren verschließen, um die allgegenwärtige Gewalt nicht in meinen Kopf zu lassen. Ich bin privilegiert, da ich diese Wahl habe und mir zwei Stunden Zeit nehmen kann durch den Wald zu laufen und diese Gedanken und dieses Mitgefühl für andere Menschen durch den Kopf gehen lassen kann. Nein, ich muss nicht ums Überleben kämpfen, ich darf täglich wählen, wie gesund ich mich verhalte, um mein Leben noch etwas zu verbessern oder gar zu verlängern. Irgendwie ist es traurig und grotesk, oder?

Beständigkeit

Beständigkeit

Das Ende des Trails markiert wieder, wie so oft, mein Lieblingsbaum. Er lädt mich ein, kurz zu verharren, ich bin allein, das Wetter ist nicht optimal, es sieht nach Regen aus, aber er kommt nicht. Keine sonnige Einladung für Ottonormalverbraucher, um an die frische Luft zu gehen. Ich warte und genieße den Ausblick, die Lust am inzwischen beruhigten Körpergefühl und der verdrängten Traurigkeit in meinem Kopf. Nein, da ist sie noch, die Emotion, und sie fördert schlussendlich ein paar Tränen auf meine Wangen. Nach fast unendlich anmutenden drei Minuten mache ich mich auf den komfortablen Weg durch die Weinberge nach Hause. Zu Hause angekommen, fragt mich meine Frau, wie es war? Ich bin still und weiß nicht was ich antworten soll, dann erwidere ich: „dankbar“, meine Frau schaut mich mit Unverständnis an…

Salut

Christian

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Über DocRunner

Bin besessen von allem was ich anpacke: Beruf, Familie und natürlich vom Laufen. Besessenheit ist für mich Erholung und Genuss, Gleichgültigkeit bedeutet Stress und Langeweile. Mein Lebensmotto hört sich martialisch an, gründet aber auf täglicher Erfahrung und drückt meinen Wunsch aus: Stirb wenn es Zeit ist. Zeige alle Beiträge von DocRunner

45 responses to “Dankbarkeit

  • jamieobier

    Ich finde es immer wieder toll, wenn ich merke, dass es noch Menschen gibt auf dieser Welt die offen sind für jegliche Eindrücke und die Augen nicht vor der Realität verschließen und letztendlich auch noch mitfühlen können, anstatt Egoismus und Gleichmütigkeit an den Tag zu legen, wie es die meisten Menschen tun. Ich denke, dass vor allem wir Sportler eher bereit sind uns zu erden, auf den Nullpunkt zu gehen und das Geschehen dieses Systems objektiv zu betrachten, auszuwerten, mitzufühlen und letztendlich Dankbarkeit zu zeigen.
    Vor allem merke ich immer wieder, dass es die kleinen Dinge sind wofür ich unendlich dankbar bin. Eigentlich ist es sogar jeder Lauf den ich ohne Schmerzen laufen darf, jedes Situationskomik im Leben und einfach das Privileg zu haben ein durchschnittliches Leben führen zu dürfen, auszukommen und die Freiheit zu haben zu laufen, wie du es so schön beschrieben hast, In Bewegung zu bleiben bedeutet für mich ein offener Geist und der Blick für die Kleinigkeiten, für die es sich zu leben lohnt.

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    • DocRunner

      Liebe Jamie,
      es wäre schlimm, wenn man immer seine Augen und v.a. sein Herz zu verschließen vor all dem Elend auf dieser Welt. Allerdings darf man es auch nicht immer ungefiltert auf einen einprasseln lassen…
      Das Laufen ist ein sehr wichtiges Instrument, mir hilft es bei vielen Entscheidungen in meinem beruflichen und privaten Leben, es macht vieles manchmal einfacher, darum bin ich so dankbar, dass ich laufen kann…

      Salut

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  • Helge Orlt

    Hallo Christian,
    sehr bewegend dein Bericht. Für dich ist es letzten Endes nicht leicht, wenn dir diese Dinge nahe gehen, mich macht es aber auch dankbar. Weil ich wirklich froh bin, das es eben doch noch Leute gibt, denen das nicht alles am A … vorbei geht.
    Priviligiert sind wir ohne Frage. Es gibt absolut nichts, das uns fehlt, es ist ja eher so, das wir von allem viel zu viel haben.
    Ich wünsche dir, das du weiterhin über die vielen Grausamkeiten in dieser Welt nachdenkst und es dich nicht völlig kalt läßt. Aber ich wünsche dir auch, das es dich nicht fertig macht.
    Wenn wir zufrieden sind mit unserem Leben, und genießen, was wir haben und auch mal über den Tellerrand schauen und uns um andere sorgen, dann können wir damit am besten Dankbarkeit zeigen.
    Liebe Grüße
    Helge

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    • DocRunner

      Liebe Helge,

      fertig macht mich das alles nicht, da gibt es viel mehr Leid in unmittelbarer Nähe, was mich dann eher belastet. Nein, ich stell mir nur immer wieder die Frage: warum? Nicht nur warum so etwas passiert, sondern auch warum ich es so gut habe? Das Privileg ist einfach ein Extrem.
      Dankbarkeit und Demut sind für mich inzwischen wichtige Attribute geworden und genau das versuche ich auch anderen Menschen in meiner Nähe zu vermitteln und das ganze ohne religiösen Hintergrund 😉

      Salut
      Christian

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  • Täglichläufer

    Lieber Christian,

    ich hoffe, Du hast Deinen Lauf angesichts Deiner unschönen, trüben Gedanken dennoch genießen dürfen. In der Tat dürfen wir dankbar sein, daß die Laune des Lebens uns in diesem Teil der Welt geboren hat, wo es aktuell – noch – mehr oder weniger friedlich ist. Das wird sich irgendwann ändern, ganz sicher.

    Jene Gedanken, die Dich beschäftigt haben und wohl es weiterhin tun werden, fanden auch bei mir wiederholt Eingang, aber mittlerweile sind sie kein Thema mehr für mich. Ich bin nun mal Teil einer Spezies, die Gewalt von Herzen liebt, lebt und seit Jahrtausenden praktiziert und perfektioniert. Wirklich leid tun mir nur alle anderen Tiere, die darunter leiden müssen und sich nicht wehren können. Und wir lernen nicht dazu, wir lernen einfach nicht dazu! Es ist ein Trauerspiel.

    Dennoch einen angenehmen Restsonntag,

    alles Gute,

    Marcus

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    • DocRunner

      Lieber Marcus,
      oh ja, ich habe den Lauf genossen, trotz der schweren gedanklichen Kost, aber manchmal sind es eben nicht die eigenen kleinen Probleme, die mich beschäftigen 😉
      Mir liegt einfach sehr viel an den Menschen, v.a. an denen die nicht privilegiert sind, Menschen die hilflos sind, v.a. Kinder, denn auch sie sind unschuldig und bedürfen Schutz und die richtigen Vorbilder um gerade nicht so zu werden, wie die gewalttätigen Schergen 😦
      Ein Trauerspiel, fürwahr

      Salut
      Christian

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  • Gerd (diro1962)

    Es sind nicht nur die schönen Gedanken die uns auf unserer selbstgewählten „Einsamkeit“ bei den Läufen durch die Natur begleiten. Die Zeit für sich und seine Gedanken lässt uns philosophieren und mehr in die Tiefe gehen als es der Alltag im Algemeinen zulässt. Entsprechend sind viele Läufe schon mal ziemlich verwirrend und lassen uns gewisse Dinge hinterfragen.
    Dankbarkeit ist vielleicht genau das Gefühl, welches uns danach am meisten befällt. Wenn man sich dessen bewusst wird, kann man das Leben wesentlich intensiver genießen.
    Ganz liebe Grüße auch an den Rest der Familie!

    PS: ich schicke Dir die Tage noch ein „Tourbook“ unserer Herbsttour. Da hast Du die Ostertage etwas für die Vorfreude!

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    • DocRunner

      Lieber Gerd,
      manchmal sind es auch trübe globale Gedanken die uns beschäftigen, aber gerade auf einem befriedigenden Lauf durch den Wald ist der richtige Moment sich über solche Dinge einen Kopf zu machen. Da stimmt dann die Balance hinterher wieder 😉
      Sag auch liebe Grüße an Deine Mädels und ich freu mich schon aufs Tourbook…ich melde mich sowieso nochmal kurz.

      Salut
      Christian

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  • joggerin

    Die Bilder, die man immer wieder in den Nachrichten präsentiert bekommt, lassen uns eben alles andere als kalt. Ich kann Deine Gedanken und Emotionen sehr gut nachvollziehen. Mit diesen Gedanken im Kopf wird einem sehr schnell klar, wie gut es uns geht und welches Glück wir haben, hier zu leben und nicht in irgendwelchen Krieg- und / oder Katastrophengebieten. Beim Laufen kann man eben eben auch solche Gedanken besser verarbeiten als sonstwo.
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Restsonntag.
    Lieben Gruß
    Kornelia

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    • DocRunner

      Liebe Kornelia,
      ja, uns geht es gut. Manchmal werden die eigenen Probleme durch solche Emotionen wieder in die richtige Relation gerückt und das hat dann auch etwas sehr heilendes 🙂
      Beim Laufen kann ich mit solchen Gedanken viel besser umgehen als nachts in meinem Bett 😀

      Salut
      Christian

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  • midLAUFcrisis

    Lieber Christian,

    als Journalist habe ich gelernt, mental Distanz zu wahren. Andernfalls wäre so mancher Bericht, den ich verfasst habe, nicht möglich gewesen.

    Dennoch bin ich ein emotionaler Mensch, der Entsetzen spürt angesichts der brutalen Gewalt, die auch Dich so sehr beschäftigt. Es ist für mich unfassbar, was Menschen anderen Menschen antun können.

    Wir leben tatsächlich in einer privilegierten Komfortzone. Sich das immer wieder vor Augen zu führen, hilft über die Probleme des eigenen Alltags hinweg. Es ist die Meditation des Laufens, wir so sehr schätzen, auch wenn ich derzeit das eher selten genieße.

    Ich hoffe, wir sehen uns demnächst!

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • DocRunner

      Lieber Rainer,

      Distanz vor Problemen und Elend Anderer ist auch mir nicht fremd, allerdings kann ich nicht immer nur mit dem Verstand hinsehen, manchmal berührt es auch das Herz und dann bin ich froh, wenn ich diese Gedanken auf einem Lauf wieder relativieren kann.
      Auch Du wirst bald wieder ohne einen Trainingsplan unterwegs sein und dann können die Gedanken auch wieder fließen.
      Ich hoffe auch, dass es klappt im Mai, mal sehen…

      Salut
      Christian

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  • chriba76

    Auch ich frage mich öfter, was wäre wenn…
    Wenn ich in einem anderen Land, oder zu einer anderen Zeit geboren worden wäre. Dann wäre vieles alles andere als lustig.
    Diese Momente der Dankbarkeit kenne ich sehr gut. Und gerade an manchen Orten und zu manchen Zeiten – wie z.B. an Deinem Lieblingsbaum – können sie einen stärker einholen. Ich versuche häufig jedoch, solche Gedanken wegzuschieben, weil sie mich fertig machen. Aber ich versuche, im Kleinen zu helfen. Z.B. durch Spenden. Wenn das auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann.
    Und dann gibt es diese Idioten, die im Wohlstand und Sicherheit aufwachsen, und nichts besseres zu tun haben, als sich einer Terrororganisation anzuschließen, statt dankbar zu sein. Das kann ich nicht kapieren.
    Danke für Deinen Bericht!

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    • DocRunner

      Liebe Christiane,

      meine Familie und ich unterstützen jedes Jahr ein bestimmtes Projekt, allerdings versuchen wir nicht nur Geld zu spenden, sondern auch tatkräftig etwas zu bewegen, allerdings sind das alles nur Peanuts im Vergleich zu den globalen Unwegsamkeiten 😦
      Ich bin aber nicht allein, das beweisen die Kommentare, die sich mit solchen Gedanken tragen und auch dankbar ihre eigene Situation betrachten 🙂

      Salut
      Christian

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  • ultraistgut

    Mein lieber Christian,

    warum bekomme ich beim Lesen Gänsehaut
    warum kommen mir deine heutigen Gedanken so bekannt vor
    warum empfinde ich genauso wie du ?

    Genau die gleichen Gedankengänge
    hatte und habe ich bei vielen Läufen
    Zeit zum Nachdenken
    Zeit zum Wundern
    Zeit zum Traurig
    und vor allem zum Dankbar sein

    Danke für diesen wunderschönen Beitrag
    ich bin ganz bei dir
    und nicht zum ersten Mal 😎

    Salut, mon cher copain et merci beaucoup !

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    • DocRunner

      Meine liebe Freundin,
      tja, irgendwie sind wir Geschwister im Geiste, die selben Gedanken, die selben Emotionen und v.a. bei der selben Tätigkeit, dem Laufen 😎
      Es geht uns gut und wir können was bewegen, mit unseren Taten und unseren Gedanken, davon bin ich überzeugt. Egal wie, und wenn wir nur die Toleranz versuchen an Andere weiter zu geben, muss doch irgendwann keiner mehr übrig sein, der intolerant ist, oder?

      Salut ma chère

      Christian

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  • Peter Gnüchtel

    Was soll man dazu sagen?
    So viele, die ich kenne, mich eingeschlossen, haben diese Empfindungen. Und doch sind wir alle nicht in der Lage, diesem ganzen Mist ein Ende zu bereiten.
    Und das ist es, was einen traurig stimmt.
    Die Unfähigkeit
    Die Hilflosigkeit
    Das Wissen, dass das geändert werden muss.
    Das Unvermögen es zu tun.

    Wenigsten ist es schön, wenn „wir“ es zu schätzen wissen und innehalten und uns wieder einmal klar machen, was wir für ein Glück haben, das zu tun, was uns Freude bereitet, während andere ums nackte Überleben kämpfen müssen. Nicht wollen 😦

    Vielleicht hilft ja irgendwann doch noch mein Motto:
    Wer sich bewegt, bewegt was!

    In diesem Sinne
    ein schönen Restsonntag

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    • DocRunner

      Danke für Deinen Kommentar Peter,
      hilflos und ohnmächtig sind wir, dennoch können wir mit unseren Gedanken klare Grenzen setzen, für uns und für unsere unmittelbare Umgebung, ich finde das ist schon ein guter Anfang.
      Und wenn dann irgendwann noch Dein Motto sich durchsetzt, dann sind wir vorne mit dabei, ganz sicher wird die Welt dann ein bisschen besser 😉

      Salut
      Christian

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  • nido00

    Lieber Christian,

    ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen – ein sehr schöner emotionaler Beitrag.
    Die Gewalt ist erschreckend und frustrierend (warum?) und mein Leben ist sehr sehr priviligiert. Beim Laufen allerdings kann ich all das von mir abschütteln. Auch dafür bin ich dankbar!

    Lieben Gruß und ein friedliches Restwochenende!

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    • DocRunner

      Liebe Roni,
      emotional war v.a. der Lauf, der diese Gedanken begleitet hat. Dankbarkeit für unsere Situation scheint uns allen bewußt und das ist auch gut so.
      Du schüttelst die dunklen Gedanken beim Laufen ab und ich nehme sie mit, irgendwie witzig 🙂

      Salut und auch Dir ein friedliches Wochenende

      Christian

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  • Jens Meyer

    Wow… Nachdenklich, berührt – und auch „dankbar“…

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  • mohrblog

    An manchen Tagen ist man irgendwie einfach „durchlässiger“ und scheint gerade das Düstere in der Welt ganz besonders ungeschützt aufzunehmen. Das solche trüben Gedanken dann am Ende doch in einer tiefen Dankbarkeit enden, ist schön…und auch die beste Art, damit umzugehen, finde ich.
    Leider kann man die Welt ja nicht retten oder ändern – aber in der eigenen kleinen Welt kann man’s zumindest versuchen.

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    • DocRunner

      Liebe Daniela,

      wer sagt, dass wir die Welt nicht retten können? Nein, ich bin kein Träumer, ich weiß schon, dass ich global nichts bewege, dennoch ist es wichtig für meine Seelenhygiene mich mit solchen Dingen auseinander zu setzen und ja, im eigenen Mikrokosmos kann ich ja ansetzen…und das mach ich auch 🙂

      Salut
      Christian

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  • Anna

    Lieber Christian,

    Du sprichst mir aus der Seele – mir gehen sehr oft genau die gleichen Gedanken durch den Kopf. Die Grausamkeit auf der Welt berührt und macht traurig und dankbar zugleich! Unser Alltag mag vielleicht ab und zu eben alltäglich sein, manchmal sogar ein wenig eintönig und langweilig, aber wir sind sehr privilegiert! Wir haben genug zu essen, ein warmes Bett, Dach über dem Kopf, kennen das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, müssen nicht ums Überleben kämpfen – für uns ist das etwas selbstverständliches, für so viele Menschen auf der Welt leider nicht – wenn das kein Grund ist Dankbar zu sein!

    Liebe Grüße Anna

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    • DocRunner

      Liebe Anna,
      ja, es scheint für uns alle immer mal ein Thema zu sein. Immer wegschauen kann keiner, nur wollen es die Wenigsten wahrhaben und zulassen. Ich bin froh, wenn ich mich mit solchen Gedanken auseinander gesetzt habe, dann fühle ich diese Demut und Dankbarkeit und kann besser mit meinen alltäglichen Problemen umgehen.

      Salut
      Christian

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  • ulrichsblog

    Danke Dir für Deine Zeilen. Du fühlst, dass Du recht hast, das brauche ich Dir nicht zu bestätigen. Nicht vielen geht es so, daher haben grad wir die Aufgabe, unser Lebensgefühl auch in den Alltag mitzunehmen.
    Ich selber habe ja kein Problem damit von anderen als Spinner belächelt zu werden, weil ich als lächelnder Narr (https://ulrichsblog.wordpress.com/2015/03/02/lachelnder-narr/) leben möchte. Nein, wie soll denn die Hoffnung und der Frohsinn bei uns Einzug halten, wenn nicht durch uns?

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  • Bianca

    Lieber Christian,
    wir können tatsächlich dankbar sein. Ist bei uns auch immer wieder mal ein Thema, das wir besprechen.
    Manchmal kann ich tagelang keine Nachrichten schauen, weil ich nicht mehr ertragen kann, was auf der Welt geschieht. Und Du hast Recht, nicht alles Leid erreicht die Schlagzeilen. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was sonst noch los ist.
    Die eigenen Sorgen sind im Vergleich klein. Das sollte man sich ab und an mal bewusst machen.
    Liebe Grüße
    Bianca

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    • DocRunner

      Liebe Bianca,
      die eigenen Probleme sind immer wichtiger als die globalen Krisen, denn sie sind für uns mittelbarer. Dennoch muss man manchmal die Augen etwas weiter öffnen und auch mal das Herz sprechen lassen. Nicht ständig, aber ab und zu lass ich das schon zu….

      Salut
      Christian

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  • Deichlaeufer

    Lieber Christian,

    ich mag manchmal schon keine Nachrichten mehr schauen, wohl wissend, dass Augen verschließen wahrlich keine Lösung ist. Leider fällt mir oft nichts anderes sein, um nicht depri zu werden.

    Auch hat mein eigener Streß mich in letzter Zeit abgelenkt, dabei ist er doch so unbedeutend gegen das globale Leid.

    Zu wissen, dass unsere Art leben zu dürfen nicht selbstverständlich ist, macht in der Tat dankbar. Wir können nur hoffen, dass uns das erhalten bleibt.

    Moin Moin
    Volker

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    • DocRunner

      Lieber Volker,

      so wie Dir, geht es uns allen. Man will es einfach nicht wahrhaben. Ich kann manchmal nichts mehr von der alltäglichen Gewalt in der Welt hören. Es macht mich traurig und sogar aggressiv….
      Dein letzter Absatz trifft es, hoffentlich erinnern wir uns immer wieder daran 😉

      Salut
      Christian

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  • Blumenmond

    Lieber Christian,

    was für ein schöner Artikel. Danke dafür und den Blick in Deine Seele! Die aktuellen politischen/kriegerischen Auseinandersetzungen ignoriere ich sehr stark – reiner Eigenschutz. Nicht aber die Konsequenzen daraus, nämlich die immer stärker werdende Flut an Menschen, die ihre Heimat verlassen, um irgendwie einen Platz auf der Erde zu finden, an dem sie leben können. Das beschäftigt mich sehr. Viele andere Dinge auch aber die mag ich jetzt gar nicht aufführen, um den Zauber des Artikels nicht zu zerstören.

    Ich empfinde sehr oft eine tiefe Form der Dankbarkeit und ich bin sehr froh darüber, dass ich das kann. Schön, dass Du das mit Deinen eigenen Worten am Montag Morgen für mich ins Gedächtnis gerufen hast.

    Gruß
    Anja

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    • DocRunner

      Liebe Anja,
      leider gelingt es mir nicht mehr all das Grauen zu ignorieren, ein guter Freund von mir, der in Syrien mit seiner Familie gelebt hat, ist bereits vor zwei Jahren geflohen und dennoch höre ich von Gräueltaten aus seinem Mund, die dort verübt werden, da kann man nicht mehr weghören….
      Ja, es werden noch mehr Menschen kommen und wir müssen uns auch darauf einstellen zu teilen, sonst ist der Krieg und die Gewalt auch bald bei uns.

      Salut
      Christian

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  • Markus

    Wunderbar zusammen gefasst!
    Mir kommen solchen Gedanken zwar auch immer wieder, aber immerhin nicht beim Laufen. Da bin ich froh abschalten zu können und an nichts denken zu können und müssen!

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  • Weinbergschnecke

    Lieber Christian,

    sehr berührend und voll tiefer Wahrheit steckt dein Post! Ich glaube, wir haben (fast) alle gelernt, all dies Schreckliche im Alltag nicht ständig und nicht zu nah an uns heranzulassen – wie könnten wir sonst auch „einfach so unseren Alltag weiterleben“?! Trotzdem überfallen uns die Bilder und Gedanken dazu immer wieder, machen uns zornig, entsetzt, traurig, fassungslos – und eben auch dankbar dafür, dass wir in einem Teil der Welt leben, in dem seit 70 Jahren Frieden herrscht und in dem ganz speziell wir uns auch noch in einer höchst privilegierten wirtschaftlichen Situation befinden, was man ja selbst in unseren Breiten längst nicht von jedem behaupten kann.

    Um so mehr schocken mich nicht nur die Bilder von Krieg, Folter und Elend, sondern auch die von deutschen / europäischen Wohlstands-Chaoten, die das Polizisten-Verprügeln und das „Abfackeln“ von Autos für eine legitime Form des antikapitalistischen Protests halten, sich aber hinterher in ihre eigene kleine Wohlstandswelt zurückziehen. Brutalität und Gewalt waren noch nie legitime Mittel der Weltverbesserung – aber manche begreifen das nie! 😦

    Liebe Grüße,
    Anne

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    • DocRunner

      Danke für Deine Worte, liebe Anne,
      Dein letzter Absatz spiegelt auch das wieder, was ich oft denke, nur leider scheint es auf der Welt mehr Menschen zu geben, die das nicht wissen und denken durch Gewalt und Grausamkeit lässt sich etwas ändern, dem ist aber definitiv nicht so, Gewalt erzeugt nur Gegengewalt.
      Ich denke, wir werden uns noch intensiver mit diesen Krisen beschäftigen müssen, denn sie werden präsenter und rücken näher an unser befriedetes Leben 😦

      Salut
      Christian

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  • regenfrau

    Lieber Christian,
    danke für diesen Beitrag.
    Die Dankbarkeit darüber, mir bei meinen Läufen einfach mal Gedanken machen zu können, bzw. ihnen freien Lauf zu lassen kenne ich gut. Es ist, als ob sie leichter fließen, wenn auch der Körper in Bewegung ist.
    Die Gefühle von Ohnmacht und Trauer über die Gewalt in der Welt auch einmal zuzulassen, hilft mir, sie später wieder aus der Distanz zu betrachten, um mich nicht von ihnen überrollen zu lassen.

    Du schreibst es so schön, wir haben die Möglichkeit und die Freiheit zu wählen! Was für ein Privileg!

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    • DocRunner

      Liebe Doris,

      ja, so wie Du es machst, mache ich es auch. Beim Laufen die Gedanken verarbeiten um dann wieder die notwendige Distanz zu haben. Ich meine dies ist besser, als nachts davon zu träumen…
      Wir haben noch die Wahl, ich bin gespannt wie sich das alles entwickelt. Ich schaue dem ganzen Verlauf ohne Angst entgegen, allerdings werden sich wahrscheinlich auch unser Leben und unsere Privilegien noch ändern.

      Salut
      Christian

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  • Din Eiswuerfel Im Schuh

    Leider vergisst man zu schnell, zumindest geht es mir oft so, dass es so unendlich viele Kleinigkeiten im Leben gibt, für die jeder von uns dankbar sein kann und vielleicht auch sein muss. Mich hat nicht nur das Laufen sondern auch Yoga dazu gebracht, dass ich sehr oft dankbar für etwas bin. Gerade die Freiheit der Gedanken, die ich sonst in keinem Stückchen meines Lebens so kenne wie beim Laufen und Yoga, bringt mich dazu. Freiheit und Dankbarkeit möchte ich unbedingt noch mehr in meinem Leben haben. Danke, dass du mich daran erinnerst. Auch für dich unendlich viel davon.

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    • DocRunner

      Danke Din, nicht nur die Freiheit der Gedanken ist beim Laufen und auch beim Yoga (bei Dir zumindest) frei, sondern auch die Verarbeitung und der Umgang damit. Ich tu mich leichter mit solchen Gedanken umzugehen, wenn ich beim Sport darüber nachdenke und wenn dann Dankbarkeit für das behütete Leben, das ich führe, dabei rauskommt, ist es doch sehr positiv.
      Ich wünsche Dir auch, dass Du diese Geisteshaltung bewahren kannst.

      Salut
      Christian

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  • Purpose of life | DocRunners Laufblog

    […] all jenen, die Gewalt und Hass säen, genau dasselbe wünsche. Vor fast einem Jahr habe ich meine Emotionen zu diesem Thema in Worte gefasst und ich wusste nicht, wie sich die Situation in unserem […]

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