Olfaktorische naturferne Angriffe

Im Frühjahr 2014 schrieb ich bereits einen Beitrag über die phantastischen Gerüche in der aufkeimenden Natur, was durchweg angenehm ist und wenn man ein feines Näschen hat, und ich hab ein sehr feines 😉 , auch absolut entspannend sein kann. Aber heute war es ganz anders, nennen wir es ruhig eine Qual.

Ich wollte heute nicht auf die Trails, sondern die Kraft der Sonne spüren, also machte ich mich bei leichtem Ostwind auf, in die Weinberge. Die Temperatur im Schatten war zwar eher frisch, aber in der Sonne ohne Wind waren es gefühlte 20°C, also rein in die Kurztight und zum Windschutz noch die Weste übergezogen.

Die Sonne hatte Kraft in den Weinbergen und schien nicht nur mich am Nachmittag angelockt zu haben. Nein, Spaziergänger und Stockenten zu Hauf hatten die gleiche Idee. Solange sie nur in Zweiergruppen auftauchen ist es auch nicht tragisch, die Wege in den Weinbergen sind eigentlich breit genug, aber was ich heute erleben durfte, war schon fast fahrlässige Körperverletzung für mein Riechorgan und dadurch auch für mich. Von 4711 bis hin zu schwerem Moschusduft durfte ich schnuppern, sogar der inzwischen fast schon modrig anmutende Trestergeruch würde übertüncht. Der Wind machte es leider nicht besser, denn als ich quer zum Hang lief und der Wind von der Seite kam, konnte ich schon die nächste Dame riechen, obwohl ich sie erst gefühlte 5 Minuten später nach der nächsten Kehre sehen konnte. Warum muss man sich in Parfüm baden, bevor man spazieren geht? So kann man doch die Natur gar nicht genießen, denn nicht nur die Augen nehmen die Natur wahr. Zugegebenermaßen ist mein Geruchssinn beim Laufen nochmals etwas empfindlicher, als er eh schon ist, aber heute war es eine Qual. Nur ein Pärchen, was ich überholt habe, war geruchsneutral, alle anderen haben gestunken, als ob sie seit Wochen nicht gewaschen wurden und deshalb den Zerstäuber bis zur Neige betätigt haben….

Merke 1: bei schönem Wetter und angenehmen Temperaturen besser auf die Trails im Wald.

Merke 2: olfaktorische Belästigung führt zu „Rekordtempo“, so schnell bin ich die 15 Kilometer mit ordentlich Höhenmeter noch nie gelaufen :mrgreen:

Besser auf den Trails unterwegs

Besser auf den Trails unterwegs

Ich freu mich schon auf die Dunkelläufe von der Praxis nach Hause in den nächsten Tagen, denn dann ist kein Mensch mehr in der Pampa unterwegs, auch nicht in den Weinbergen 😀

Salut

Christian

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Über DocRunner

Bin besessen von allem was ich anpacke: Beruf, Familie und natürlich vom Laufen. Besessenheit ist für mich Erholung und Genuss, Gleichgültigkeit bedeutet Stress und Langeweile. Mein Lebensmotto hört sich martialisch an, gründet aber auf täglicher Erfahrung und drückt meinen Wunsch aus: Stirb wenn es Zeit ist. Zeige alle Beiträge von DocRunner

36 responses to “Olfaktorische naturferne Angriffe

  • Steve

    Yeah, das liest sich verdammt gut.
    Viel Spaß auf den Trails Christian!

    Lass es krachen

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  • regenfrau

    Lieber Christian,
    gerade am Samstag traf ich eine Nachbarin auf meinem Spaziergang, mit der ich über genau dieses Thema gesprochen (und gestöhnt) habe, nachdem ein wandelndes Parfumfläschchen an uns vorbeigeschwebt ist! Das fällt wirklich unter Körperverletzung!

    Aber wenn dich die Geruchsbelästigungen beflügelt haben, hatten sie zumindest diesen einen positiven Aspekt!
    Ich wünsche dir eine gute und geruchsneutrale Woche!

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    • DocRunner

      Liebe Doris,
      ich habe dieses Thema auch schon öfters aufgrund der Erfahrungen mit meiner Frau beim laufen oder spazieren gehen durchdiskutiert, irgendwie will es mir nicht in den Kopf…der Sinn 😉
      Naja, Bestzeitenambitionen habe ich keine mehr, deshalb wäre mir der nächste Lauf ohne Geruchsbelästigung definitiv lieber.

      Salut

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  • Blumenmond

    Lieber Christian,

    bei der Einleitung dachte ich, es geht um den Trester, der je nach Gährungsgrad auch echt unangenehm sein kann. Aber du hast Recht. Parfums sind nicht immer aber häufig eine Zumutung. Ich als Duftstoff-Allergikerin hab wohl dadurch eine natürliche Abneigung entwickelt. Wobei ich die Parfums meines Besten durchaus meist gut riechen kann. Aber zuviel von irgendwas macht mir schnell Übelkeit.

    Und beim Laufen oder Walken oder Wandern braucht man das wirklich nicht. Sollen alle mal in Canada wandern gehen, dann werden sie direkt von Bären gefressen. 🙂

    Gute geruchsfreie Läufe wünsche ich.
    Anja

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    • DocRunner

      Liebe Anja,
      ich bin schon lange dafür hier in Deutschland den Schwarz- und Braunbären wieder zu verwurzeln. Dann wären viele Störfaktoren rechts schnell Vergangenheit 😉
      Ich nutze auch Duftstoffe, aber dezent und passend zum Anlass, nicht im Übermaß, wenn ich mich draussen bewege und schon gar nicht, wenn ich die Natur „erleben und erriechen“ will…
      Danke

      Salut

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  • Deichlaeufer

    Naja, irgendwie immer noch besser als Kloppe angedroht zu bekommen :mrgreen:

    Weitestgehend habe ich damit keine Probleme, mein Näschen ist da nicht so fein. Meinen letzten olfaktorischen Schock hatte ich beim Wolfgangseemarathon. Da roch eine Dame dermaßen nach Schweiß, da wäre mir 4711 und Co. definitiv lieber gewesen 😉

    Moin Moin
    Volker

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    • DocRunner

      Lieber Volker,
      naja, fragt sich was schlimmer ist, allerdings war ich drauf und dran gewalttätig zu werden 😉
      Schweißgeruch ist auch nicht angenehm, v.a. wenn er aus den Funktionsklamotten entfleucht, das hat dann was von alten Schuhen, aber ob mir Moschusdüfte und 4711 lieber wären? Eher nicht 😀

      Salut

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  • Markus

    Ich leide mit dir! Sowas kann ich auch garnicht ab. Und Kopfschmerzen bekomme ich dann auch :/

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  • Helge Orlt

    Mein Reden! Immer dieses Gestinke! Am schlimmsten ist es, wenn du im Schwimmbad deine Bahnen ziehst, und man die Leute riechen kann. Und man stelle sich mal vor, wieviel von dem Zeug die an sich tragen müssen, das man es noch im Wasser riechen kann. Schrecklich.
    Manchmal ist weniger halt mehr.
    Aber das versteht leider keiner mehr 😆
    Liebe Grüße
    Helge

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    • DocRunner

      Liebe Helge,
      beim Schwimmen? Ne, das durfte ich bislang nicht erleben, allerdings bin ich ja eher ein seltener Gast im Schwimmbad, da wir keines mehr haben und die Kinder groß sind 😉
      Kaum vorstellbar, gibt es denn wasserfeste Duftstoffe? 😀

      Salut

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      • Helge Orlt

        Keine Ahnung ob es wasserfeste Duftstoffe gibt, aber es gibt Leute, die riechen beim Schwimmen wie ein ganzer Parfümladen.
        1. bedeutet das ja, das die sich nicht duschen vorher
        oder 2. die duschen und machen sich dann Parfüm wieder drauf?
        Keine Ahnung. Aber leider leider keine Seltenheit.

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        • DocRunner

          Alleine die Vorstellung, dass man sich nach dem duschen und vor dem Gang ins Wasser nochmals einparfümiert, lässt mich erschauern…da muss dann schon einiges schief laufen 😉
          Wasserfestes Parfüm? Vielleicht eine Marktlücke :mrgreen:

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  • mohrblog

    Manchmal denke ich, man müsste den Leuten das einfach mal sagen…vermutlich denken alle, dass sie „nur dezent duften“ und wissen gar nicht, dass sie stinken wie ’ne halbverweste Puffmutter.
    Aber für diese Mitteilung müsste man ja NOCH länger in deren Nähe bleiben – datt geht nun auch wieder nicht.

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    • DocRunner

      Liebe Daniela,
      hier im schwäbischen Ländle hält man sich mit solchen Intimitäten („Hey, Du stinkst!) eher zurück. Allerdings wäre es wirklich sinnvoll die Geruchsblindheit der Menschen anzusprechen, allerdings ist das die Aufgabe der jeweiligen Begleitung. Würde mein Partner bei einem Spaziergang so stinken, wäre der ganz schnell wieder zu Hause unter der Dusche 😉

      Salut

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  • FlowRunner

    Hi Christian,

    Ich hatte beim Lesen spontan Spitzwegs Sonntagsspaziergang vor Augen 😉 wo läufst Du denn auch rum?

    Ich bin offenbar und zum Glück fast immer weit ab solcher Parfum-Routen unterwegs.

    Es grüßt aus dem nach Wildschwein riechendem Wald

    Sebastian

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    • DocRunner

      Lieber Sebastian,
      normalerweise gehe ich ja in den tiefen Wald, aber wenn schon mal die Sonne vom Himmel brennt, wollte ich genießen und unter der Woche, war ja am Montag, ist da auch kein Verkehr, aber es sollte leider fast schon traumatisch werden 😉
      Wildschweine rieche ich auch ganz oft, sowohl Zwei- als auch Vierbeinige :mrgreen:

      Salut

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  • joggerin

    Das würde mich auch arg stören. Weiß auch nicht, warum sich manche parfümieren, bevor sie in die Natur gehen und dann auch noch so, dass man das Gefühl, hat,sie haben drin gebadet.
    Da sind doch Gerüche der Natur in vielfältiger Form wesentlich angenehmer.
    Lieben Gruß
    Kornelia

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  • Bianca

    Mein Geruchssinn ist eher gering ausgebildet. Bis ich etwas Unangenehmes wahrnehme, haben andere schon die Flucht ergriffen. In diesem Fall wäre das wohl von Vorteil gewesen. 🙂

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    • DocRunner

      Liebe Bianca,
      in manchen Situationen darfst Du Dich für den schlechten Geruchssinn glücklich schätzen, das würde ich mir auch ab und an wünschen.
      Die Augen kann man schließen, aber nicht die Nase 😉

      Salut

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  • Anna

    Lieber Christian,

    so was ist der absolute Horror – ob beim Laufen oder sonst. Solch intensive Parfumwolken erzeugen bei mir genauso Kopfschmerzen wie Zigarettenrauch… grausig! 👿

    Viel Spaß wünsche ich Dir bei den kommenden einsamen Dunkelläufen!! Die wirst Du jetzt bestimmt doppelt genießen 😉

    Liebe Grüße Anna

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    • DocRunner

      Liebe Anna,
      dann schon lieber Zigarettenrauch, obwohl dies beim Laufen auch nicht angenehm ist 🙂
      Ich genieße die Läufe in der Dunkelheit sehr, denn da fühl ich mich noch etwas einsamer als tagsüber und häufig ist die Ruhe fast perfekt 🙂

      Salut

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  • Weinbergschnecke

    Bääääh! Und da dachte ich, die Zeiten von Ludwig XIV. seien vorbei, in denen man Waschen für schädlich hielt und den Körpergeruch durch Parfüm und Puder zu überdecken versuchte …

    Ab in die Wälder und auf die Trails, lieber Christian, dort hat die liebe Nase Ruh! 😉

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    • DocRunner

      Liebe Anne,
      fehlt nur noch die Abschaffung von Toiletten, dann sind wir wieder im Barock 😉
      Ja, ich freu mich auf die Tiefen des Waldes, da stört höchstens mal der Wildschwein-Geruch…da bekomm ich dann höchstens Hunger :mrgreen:

      Salut

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  • midLAUFcrisis

    Lieber Christian,

    jetzt musste ich doch schmunzeln. Du scheinst wirklich ein ausgesprochen feines Näschen zu haben 🙂

    Ich hatte mein olfaktorisches Highlight am Sonntag beim Marathon. Vielleicht lag es an dem geringen Wind. Jedenfalls habe ich noch auf keinem Lauf eine derartig geballte permanente Schweißduftwolke erlebt.

    Vielleicht hatten sich aber auch einfach etliche Läufer entschieden, eine frisch gewaschenes Shirt müsse bei einem Marathon ja nicht sein. 😉

    Puh, das war wirklich heftig, und ich bin nicht zu empfindlich in dieser Hinsicht.

    Lass uns die frische Luft auf den unbevölkerten Trails genießen!

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

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    • DocRunner

      Lieber Rainer,
      was nun besser ist, vermag ich kaum zu sagen, obwohl der Schweißgeruch noch eher was mit der Natur zu tun hat.
      Habe von Deinem Gestanks-Erlebnis gelesen, vielleicht ist es ja das Glücksbringer-Shirt gewesen, was nie gewaschen wird und auch beim 100. Marathon noch getragen wird 😀
      Ja, dann lieber die Einsamkeit im Wald genießen…

      Salut

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  • Gerd Dietrich-Rosenbrock (dirosports)

    Haha, das kenne ich. Da lobe ich mir doch einen durchgeschwitzten Läufer der seinen naturnahen Duft in die Landschaft sendet! 😉

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  • ultraistgut

    Mon cher copain, oh ja, oh, ja, das kenne ich auch von hier von der Ostsee, wo wir doch bekanntermaßen die beste Luft haben könnten – ein Gemisch aus Wald und See herrlisch !!!! Wenn dann aber die von dir genannten “ Gerüche “ darunter gemischt werden, dann kann es verdammt unangenehm werden, am schlimmsten sind die rauchenden Kameraden und Kameradinnen, da kann ich nicht vorbei, ohne eine entsprechenden Kommentar abzugeben.

    Ach ja, wir müssen schon einiges mitmachen, wir armen Läufer, aber wenn wir durch sind, gehören uns nur noch die angenehmen Düfte dieser Welt. Ich bin ganz bei dir., wie so oft, mon cher !

    Bon weekend et saluT 😎

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    • DocRunner

      Liebe Margitta,
      es ist wirklich teilweise eine Belästigung der schlimmsten Art, ich hatte erst heute wieder einen Mitmenschen, der an einem steilen Anstieg im Wald auf dem Forstweg eine Kippe rauchte, es war für mich unverständlich und quälend bis ich endlich an ihm vorbei war…da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

      Salut ma chère

      PS: Schön, dass Du wieder da bist!

      Gefällt 1 Person

  • das lauferei

    Lieber Christian,
    ich kann dein erzwungenes Rekordtempo gut nachvollziehen. Duftwolken sind beim Sport (nur dort…?) wirklich übel. Schlimmer finde ich es noch im Schwimmbad, da bleibt einem gerne mal die Kuft weg! 🙂

    Ciao,
    Harald

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    • DocRunner

      Lieber Harald,
      ja manchmal sind es äußere Umstände, die das Tempo machen…
      Du bist schon der zweite, der Duftbelästigung im Schwimmbad mokiert, ist mir jetzt noch gar nicht untergekommen, ausser natürlich der Chlorgestank aus meiner Jugend 😉

      Salut

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