Purpose of life

Nein, mein Laufblog wird nicht ein politischer Blog werden, aber ich kann meine Augen nicht verschließen, ich kann mich nicht abwenden von dem, was inzwischen allgegenwärtig ist und es beschäftigt mich. Es beschäftigt mich beim Laufen und ich muss deshalb etwas loswerden, weil ich auch in meinem privaten Umfeld immer wieder erlebe, wie die auferstandene rechte Dummheit um sich greift und Mitläufer um sich schart.

Unsere Politiker, Meinungsbildner und Medienmacher sollten erst denken, bevor sie den Mund aufmachen, AfD und Pegida sind leider nicht die einzigen etablierten Sprachrohre, die Propaganda machen und die Angst in der Gesellschaft schüren. Es wird verallgemeinert, alles wird in einen Topf geworfen und jeder wittert Gefahr, wenn auch nur ein Grashalm umknickt, denn auch daran sind bestimmt die „Flüchtlinge“ schuld. Ich kann es nicht mehr ertragen, dass die stattfindende Veränderung in unserer Gesellschaft nur negativ behaftet kommentiert wird. Der „Gutmensch“ ist der Buhmann, denn er ist weltfremd und naiv, er versucht nur zu helfen und sieht die Gefahr nicht. Welche Gefahr ist denn damit gemeint? Die, die von flüchtenden Menschen zu uns gebracht wird oder doch eher die, die durch die geschürte Angst und den Hass von Menschen mit „reinem Blut“ entsteht?

Liebe, Dankbarkeit, Genuss und nicht Hass, Gewalt und Angst gehören zum Sinn des Lebens. Ich bin Pazifist, aber die Ereignisse in der gesamten Welt und leider auch in Deutschland in den letzten Wochen und Monaten, haben in mir etwas verändert. Ich bin teilweise schon so weit, dass ich all jenen, die Gewalt und Hass säen, genau dasselbe wünsche. Vor fast einem Jahr habe ich meine Emotionen zu diesem Thema in Worte gefasst und ich wusste nicht, wie sich die Situation in unserem privilegierten Lebensraum entwickeln wird. Aber die jüngere Geschichte hat meine Meinung nur noch gefestigt und ich kann weiterhin nur mit meinen begrenzten Möglichkeiten versuchen etwas zu bewegen:

Menschlichkeit und Toleranz sollten unsere höchsten Güter sein

Bei dem Begriff Menschlichkeit fällt mir immer die Schlussrede von Chaplin aus dem großen Diktator ein, die zwar pathetisch und amerikanisch mit religiösem Anklang ist, aber die ich nach über 70 Jahren immer noch sehr passend finde. Der Begriff „Menschlichkeit“ an sich und dessen Bedeutung hat sich ja nicht geändert, nur die Situation ist eine andere geworden.

Jeder darf wegschauen, darf sich verschließen, aber bitte nicht mit Hass und Wut auf Menschen einschlagen, die alles verloren haben. So, ich habe fertig….und nein, der Beitrag hat nun gar nichts mit Laufen zu tun und stellt nur meine persönliche Meinung dar. Nennt mich dumm, naiv oder unrealistisch, aber das musste raus.

Salut

Christian

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Über DocRunner

Bin besessen von allem was ich anpacke: Beruf, Familie und natürlich vom Laufen. Besessenheit ist für mich Erholung und Genuss, Gleichgültigkeit bedeutet Stress und Langeweile. Mein Lebensmotto hört sich martialisch an, gründet aber auf täglicher Erfahrung und drückt meinen Wunsch aus: Stirb wenn es Zeit ist. Zeige alle Beiträge von DocRunner

38 responses to “Purpose of life

  • Peter Gnüchtel (Gnü aus Zü)

    Oh, lieber Christian,

    wie wahr hast du gesprochen. Fast könnte ich glauben, du seist ein März-Kind.
    So gleich, wie es mir geht. Ich könnte manchmal in Tränen ausbrechen. Immer mehr vermeintlich kluge Menschen, wenigstens dachte ich das bisher, Ländern den Müll aus dem Radio nach, predigen diesen negativen Scheiß …

    Ich habe es mit bisher verkniffen, meine Meinung dazu kund zu tun. „Gutmenschen“ ist dass, was du ernten wirst. Verkrümel mich lieben in den Wald. Entfliehen dem Scheiß, um nachher festzustellen, dass sich nichts verändert hat.

    Sind wir die neuen Antifaschistischen? Hoffen wir, dass das alles zum Guten ausgeht.

    Bleiben wir tapfer.
    Liebe Grüße
    Peter

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    • DocRunner

      Lieber Peter,
      nein, ich bin kein März-Kind, aber ich vermute wir gehören der gleichen Generation an 🙂
      Ich habe es auch immer so gemacht, mich im Wald verkrochen und darüber nachgedacht, mich verschlossen und entsetzt. Inzwischen versuche ich Stellung zu beziehen und mich auch etwas aktiver zu zeigen…für mich ist es so besser.
      Ich bin neugierig wie sich unser Land verändern wird und hoffe nur, dass es genügend aufrechte Menschen geben wird.

      Salut

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  • flowrunner.de

    Lieber Christian,

    Ich könnte jetzt einen ganzen Aufsatz los werden, denn auch mich bewegt die momentane Entwicklung hin zur Angstgesellschaft mit all ihren negativen Folgen sehr.

    Den Aufsatz verschiebe ich an dieser Stelle lieber nochmal.

    Nur soviel: gut, dass Du das los geworden bin. Ich jedenfalls möchte auch solche Beiträge in Laufblogs lesen, denn es stärkt für mich die Zuversicht und gibt mir das Gefühl, mich in den richtigen Sphären zu bewegen.

    Die Wahl des richtigen Laufschuhs steht wirklich oft genug im Fokus bei unseresgleichen.

    Beste Grüße
    Sebastian

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    • flowrunner.de

      …los geworden bist, meinte ich natürlich 😉

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    • DocRunner

      Lieber Sebastian,
      Danke für Deine Worte und wegen mir hättest Du ruhig mit Deinem Aufsatz beginnen könne, aber ich kann warten 😉
      Ich muss manchmal einfach sagen, was ich denke und da ich frei von politischen Seiten bin, schert es mich auch nicht, wie Menschen in meiner Umgebung darauf reagieren. Aber wer sog. Flüchtlinge kennt oder sich mit ihnen beschäftigt, kann gar nicht zu einem anderen Schluss kommen. Die Medien und die Meinungsmacher sind das Übel, so sehe ich es momentan….

      Salut

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  • Gerd (diro1962)

    Ich finde es mutig seine Überzeugung kundzutun und dazu zu stehen. Gerade in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Dafür meinen allergrößten Respekt.
    Bei dem vielen Hass und Müll der aktuell verbreitet wird finde ich eine persönliche und überzeugende Meinung sehr wohltuend. Es ist aktuell leider müßig zu diskutieren. Leider zeugen Hass und Ignoranz vor dem Elend von sehr viel Dummheit.
    Theodor Fontane hat einmal gesagt: „Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.“
    Dieses Zitat trifft aktuell leider den Zahn der Zeit.
    Meine Hoffnung besteht auf der Tatsache, dass sich letztendlich doch die Vernunft und die Intelligenz der Menschen durchsetzt. Hoffentlich wird auf dem Weg dahin nicht zu viel Schaden angerichtet. Ich bin der Meinung, dass es aktuell schon genug ist.
    Danke für deinen Beitrag!

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    • DocRunner

      Lieber Gerd,
      ich finde es gar nicht so mutig, Stellung zu beziehen, es erfordert mehr Mut auch etwas zu tun, sich einzubringen und auch mal auf Flüchtlinge zu zu gehen und sich mit ihnen zu beschäftigen. Ich kann das nur jedem empfehlen, denn genau dann verlassen einen diese Ängste und Vorurteile, wenn man sie überhaupt gehabt hat.
      Fontane, von mir in der Schule gehasst 😉 , hat leider vollkommen Recht und es scheint wirklich um sich zu greifen.
      Genug ist es schon lange, nur leider hat sich bisher noch nicht gezeigt, dass die Menschen umdenken….siehe Petry und Co.

      Ich danke Dir für Deinen Kommentar

      Salut

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  • ultraistgut

    Mein lieber Christian,

    kein Mensch hier käme auf die Idee, dich als dumm, naiv oder unrealistisch darzustellen, ganz im Gegenteil, ich bin ganz bei dir.

    Danke für diesen Post, erlebte ich gerade in den letzten Tagen hier vor Ort eine traurige Ansammlung habgieriger, egoistischer Menschen, die ihre Existenz, ihr Leben durch die Aufnahme von 37 Flüchtlingen in einem Urlaubsort wie unserem in Gefahr sehen, das zu live erleben ist erschütternd, traurig, unfassbar.

    Merci mon cher, je pense comme toi ! 😎

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    • DocRunner

      Liebe Margitta,
      ich wusste, dass Du ähnlich denkst, ich hoffe, dass es noch mehr Menschen gibt, die die Augen nicht verschließen oder sich den Propagandisten anschließen.
      Es scheint so, dass selbst bei euch die Angst machenden Berichte Früchte getragen haben, wenn schon gegen eine überschaubare Anzahl von fremden Menschen aufbegehrt wird 😦

      Salut ma chère copine….Merci

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  • Anna

    Lieber Christian,

    wenn Du naiv bist, dann auch ich! Ab und zu denke ich, ich habe leicht zu reden, da wir hier in unserem kleinen Dorf doch sehr geschützt von dem ganzen leben – daher freut es mich umso mehr, Dein Post zu lesen!

    Menschlichkeit und Toleranz gehört an erster Stelle – und zwar von allen Beteiligten!!

    Liebe Grüße Anna

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    • DocRunner

      Liebe Anna,
      Danke für Deinen Kommentar, es freut mich, dass Du ähnlicher Meinung bist. Es gibt Werte im Leben für die es sich lohnt auch mal den Mund auf zu machen, dazu gehört für mich auf jeden Fall die Menschlichkeit.

      Salut

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  • joggerin

    Ich finde Deine Worte alles andere als dumm und naiv. Ich sehe es genauso wie Du. Ich bin immer wieder immer häufiger entsetzt, was sich in unserem Land abspielt, wo viele Menschen Schutz suchen vor Gewalt, Terror und Krieg. Ich verstehe das nicht und frage mich, ob die alle wirklich nichts, aber auch ein gar nichts aus unserer Geschichte gelernt haben. Deshalb find ich Deine Worte hier wohltuend.
    Lieben Gruß
    Kornelia

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    • DocRunner

      Danke liebe Kornelia,
      nicht nur die Geschichte müsste allen Menschen zeigen, wohin solche Meinungsmache führt, eigentlich muss man nur die Augen und Ohren den flüchtenden Menschen zuwenden, dann erkennt man sehr schnell, um was es den Betroffenen geht.
      Nochmals vielen Dank für Deine Worte

      Salut

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  • Weinbergschnecke

    Lieber Christian,

    auch meine Haltung bringst du mit deinen Worten auf den Punkt und ich danke dir sehr dafür! Mich erschüttert, wie verblendet, verbohrt, feindselig und ausschließlich auf den eigenen Vorteil bedacht Menschen sein können. Und das gilt auch für solche, die es eigentlich besser wissen müssten, da sie nicht nur materiell privilegiert, sondern auch hochintelligent sind, z.B. einstmals von mir sehr geschätzte ProfessorInnen und Wissenschaftliche MitarbeiterInnen aus meinem Bekanntenkreis

    Normalerweise gehen mir die Worte nicht so schnell aus. Aber jetzt bin ich manchmal nur noch sprach- und fassungslos und frag mich, ob das eigentlich noch „mein“ Land und „meine“ Welt ist, in der ich lebe, oder einfach ein ganz böser Traum! 😦

    Liebe Grüße,
    Anne

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    • DocRunner

      Liebe Anne,
      genau das hatte ich gemeint, dass teilweise aus einer unerwarteten Ecke ein Spruch kommt oder eine Meinung vertreten wird, die fern der Realität und auch der gebotenen Menschlichkeit kommt. Ich bin daher schon geladen, wenn ich im Radio wieder Zitate von den bekannten braunen Meinungsmachern höre, da ich genau weiß, dass irgendein Mensch in Deutschland wieder sagen wird, ja der hat Recht, wir müssen uns sperren und alle Flüchtlinge sind kriminell und müssen „unser Land“ schützen, Blabla….
      Ich mag es nicht mehr hören und ich hoffe sehr, dass es wirklich nur ein böser Traum ist.

      Salut

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  • Haasky

    Lieber Christian,

    danke für deine Gedanken. Ich kann mich nur anschließen.
    Auch mir wird mulmig, wenn ich die wachsende Zahl von Menschen sehe, die „das Abendland“ mit Gewalt verteidigen wollen und dabei übersehen, dass man humanistische und christliche Werte am besten damit verteidigt, dass man sie lebt. Zum Beispiel durch tolerantes Verhalten und Nächstenliebe. Und nicht dadurch, dass man die Ursache seiner Unzufriedenheit bei Schwächeren sucht.

    Als Läufer haben wir eine Kraftquelle, die uns aufbaut, auch wenn sich um uns herum vieles zu verschlechtern scheint. Dafür empfinde ich täglich eine große Dankbarkeit, auch wenn ich diese Kraft durch meinen Lauftrieb selbst erzeuge.
    Als Bewohner dieses Landes genießen wir einen Wohlstand, der zu einem erheblichen Teil von anderen erzeugt wird. Eine Unzahl von Menschen in ärmeren Teilen der Welt werden für uns ausgenutzt und können sich dagegen kaum wehren.
    Wir haben daher eine Verpflichtung gegenüber jenen Menschen, denen es schlechter geht als uns. Das Mindeste, was wir tun können, ist die, denen es ganz dreckig geht, bei uns aufzunehmen und einen kleinen Teil unseres Wohlstands mit ihnen zu teilen. Und für Mitmenschlichkeit zu werben. Wie du in diesem Beitrag, auch wenn dein Hauptthema die Lauferei ist. Danke!

    Liebe Grüße
    Wolfgang

    Gefällt 1 Person

    • DocRunner

      Lieber Wolfgang,
      willkommen und vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Gerade dies finde ich so schlimm und durfte es im Bekanntenkreis von einem überaus christlichen Menschen vernehmen. Das kotzt mich wirklich an, dass Menschen, die seit Jahrzehnten von christlichen Werten und Nächstenliebe reden und dann, wenn es darauf ankommt, Menschen aufgrund von Taten einzelner kollektiv verurteilen und am liebsten einem grausigen Schicksal überlassen wollen…das will mir nicht in den Kopf.
      Du hast so Recht mit Deinen Worten, das will aber keiner von den braunen Schreihälsen wissen, da gilt nur das Gebot, Deutschland vor einer vermeintlichen angstgeschürten Gefahr zu bewahren.

      Salut

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  • Deichlaeufer

    Lieber Christian,

    es ist offensichtlich ein Phänomen nur in Schwarz oder Weiß denken zu können. War die Berichterstattung und das Empfinden den Flüchtlingen gegenüber zunächst sehr positiv, so ist dies durch die schiere Zahl der Flüchtlinge und die Ereignisse in Köln und Co. gekippt.

    Da ich jobmäßig mit der „Flüchtlingsproblematik“ befasst bin, bin ich entgegen unserer Kanzlerin inzwischen zu der Erkenntnis gekommen, dass wir es nicht schaffen, wenn der Zustrom nicht abnimmt. Das sehe ich aber aus rein praktischer Sicht. Die Kommunen wissen einfach nicht mehr wohin mit den Menschen. Aus der Not heraus können sie nur noch in Hallen, Zeltstädten und ähnlichen untergebracht werden. Das führt zwangsläufig zu Spannungen, gegenüber der Bevölkerung und auch unterhalb der Flüchtlinge selber. Auch die Ressourcen an Sprachunterricht, Schulunterricht für nicht deutschsprechende Kinder uvm. stoßen an ihre Grenzen.

    Und leider sind nicht alle Flüchtlinge dankbar, dass sie hier Obdach und Sicherheit finden. Flüchtlinge verkörpern halt auch die ganze Bandbreite der Gesellschaft wie wir auch. Im Guten wie im Schlechten. Allerdings gelingt es uns und speziell den Medien nicht, dies nüchtern zu betrachten.

    Ab Montag ändert sich mein Tätigkeitsfeld und ich werde tagtägllich direkten Kontakt mit Flüchtlingen haben, Ich bin selber schon gespannt, was das mit mir und meiner Meinung macht.

    Wir müssen die Ängste und Sorgen der Menschen schon ernst nehmen. Nicht jeder hat den Horizont, alles abzuwägen und ist dann auch empfänglich für die rechte Brut. Ein Problem, das da ist und uns sicher noch mehr beschäftigen wird als und lieb ist.

    Mir macht das und vieles mehr Angst und ich hoffe, dass unser Land die Kurve kriegt. Es wird ein Gratwanderung werden zwischen humanitärer Hilfe und Eigenschutz gegen Überforderung.

    Ich rechne damit, das diesbezüglich 2016 ein Schicksalsjahr werden wird. Ausgang ungewiss.

    Liebe Grüße
    Volker

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    • DocRunner

      Lieber Volker,
      Dir gilt ein ganz besonderer Dank für den detaillierten und besonnenen sowie äusserst reflektierten Kommentar.
      Leider bilden die Flüchtlinge einen ähnlichen gesellschaftlichen Querschnitt, wie unsere Gesellschaft, so dass es nicht ungewöhnlich ist, dass auch Kriminalität und Missgunst vorkommen, allerdings scheint ein Phänomen um sich zu greifen, alle Flüchtlinge werden über einen Kamm geschert, und es wird daher kollektiv verurteilt und das ist bei Leibe nicht so.
      Ich sage nicht, dass wir es schaffen, alle Menschen aufzunehmen und zu versorgen, aber ich finde es gelinde gesagt furchtbar, wie mit Meinungsmache und brauner Propaganda versucht wird die Stimmung in die rechte Ecke zu kippen.
      Deine Angst kann ich gut nachvollziehen, aber es muss deshalb nach Lösungen gesucht werden, diese können jedoch nicht sein, alle Hilfe suchenden auszusperren oder Hetzjagden auf Kriegsflüchtlinge zu veranstalten. Denn dann sind wir wieder um 80 Jahre zurück geworfen.
      Ich würde mich freuen, wenn Deine Erfahrungen sich anders entwickeln, wenn Du ab Montag ganz nah dran bist.

      Salut und nochmals vielen Dank

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  • Bianca

    Lieber Christian,
    ich finde Deinen Post gar nicht naiv oder unrealistisch. Auch ich schaue erstaunt und oft erschrocken um mich. Stelle fest, dass viele Menschen im Allgemeinen aber auch welche im Einzelnen, Dinge äußern, die mehr als einen braunen Touch haben. Oft auch, weil einfach nicht darüber nachgedacht wird, was gesagt wird – Phrasen aus der (oft schlechten) Berichterstattung nachgeplappert werden. Ich halte, so oft es geht, dagegen, versuche zur Betrachtung von allen Seiten zu bewegen. Nicht immer leicht. FB konnte ich gar nicht mehr ertragen. Deshalb meine Abkehr. Ungefragt mit rechtem Gedankengut „überhäuft“ zu werden, macht mir wütend, ängstlich und beschäftigt mich zu sehr.
    Ich bin ganz bei Volker. Es gibt nicht nur schwarz und weiß – gut und böse. Es gibt so vieles dazwischen. Wie in jeder Gesellschaft – so sicher auch unter den Flüchtlingen. Alle über einen Kamm scheren – das geht so nicht. Und mit Gewalt wurden noch nie Probleme gelöst. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Situation in 2016 entwickelt.
    Schön, dass Du Deine Gedanken auf uns losgelassen hast! Man könnte ganze Aufsätze darüber schreiben…
    Liebe Grüße
    Bianca

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    • DocRunner

      Liebe Bianca,
      wir alle, die so denken, sind gespannt, wie es weiter geht. Ich werde mich zukünftig von den allgemeinen Medien fern halten, werde im Kleinen versuchen etwas zu verändern, aber v.a. werde ich meine Art entwickeln, damit um zu gehen und auch zu helfen. Der ganze braune Mist kann mir gestohlen bleiben.

      Salut

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  • regenfrau

    Lieber Christian,
    was soll ich dem noch hinzufügen?
    Mir geht es ähnlich wie Anne, ich bin betroffen und zum Teil sprachlos, wenn ich sehe, mit welchen angst- und hasserfüllten Emotionen über Menschen geurteilt wird. Ich weiß aber auch keine Lösung oder besondere Strategie, wie ich damit umgehen könnte und das erschreckt mich wiederum.
    Im Moment versuche ich im Kleinen etwas zu bewirken. Sei es bei der Flüchtlingsbetreuung vor Ort oder dass ich in Gesprächen mit Kollegen widerspreche, wenn diese Schlagzeilen-Verallgemeinerungen vom Stapel gelassen werden. Ob es was hilft, weiß ich allerdings auch nicht. 😦

    Gefällt 1 Person

    • DocRunner

      Liebe Doris,
      ich denke inzwischen auch, dass es der richtige Weg ist, einfach seinen eigenen Weg auch bei dieser Thematik zu gehen. Und deshalb werde ich versuchen die Nachrichten zu meiden, damit ich die Lügen und die Verallgemeinerung nicht mehr mitnehmen muss.
      Im Kleinen zu helfen ist genau das, was jeder tun kann und genau so werde ich es weiter halten.

      Salut

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  • das lauferei

    Lieber Christian,

    bravo, und danke für deinen Artikel.

    Mir scheinen – ich halte meinen Medienkonsum in Grenzen, um gegen die sich mit jeder Schlagzeilenphase von gefühlten zwei Wochen in eine andere Richtung drehende Hysterie immun zu bleiben – mehrere Aspekte bedenkenswert.

    Ist es beispielsweise sinnvoll, Begriffe wie „Flüchtlinge“ oder „Asyl“ zu verwenden, die eine leicht beherrschbare Anzahl Hilfsbedürftiger wie vor zwanzig Jahren nahelegen?
    Die Situation ist in dieser Form neu, weshalb es neuer Methoden bedarf, den Flüchtigen zu helfen.

    Für mich ist „der Staat“ gefordert, eine klare Linie gegenüber Deppen zu ziehen – egal woher sie kommen, und welchen Pass sie haben. Ich nehme eine Ähnlichkeit von Rechten, Linken in Europa, und den totalitären IS’lern wahr, die ich Furcht vor einer offenen Gesellschaft nennen möchte. Eine Gegnerschaft zu Toleranz und Verschiedenheit, die sich ein miefig-kleines dörfliches Idyll zum Ideal setzt, in dem jeder „gleich“ ist. Als Aufgabe „des Staates“ sehe ich, diesen Tendenzen ganz klar entgegenzuwirken.

    Erschreckend ist dabei, wie schnell die europäische Idee verloren ging. Vor ein paar Jahren wurden Griechenland und Italien alleine gelassen, als Bootsflüchtlinge über das Mittelmeer kamen. Damals wie heute stellt sich die Aufgabe der Europäischen Union, deren Mitglieder jetzt die Gelegenheit hätten, nationale Egoismen zu überwinden. Stattdessen kocht jedes Land sein eigenes Süppchen, statt an einer gemeinsamen Lösung zu arbeiten.

    Angst ist jedenfalls kein guter Ratgeber – unreflektierte Pauschalierungen zusammen mit Gewaltaufrufen aus der rechten Ecke gehen mir schlichtweg auf den Sack.

    Gefällt 2 Personen

    • DocRunner

      Lieber Harald,
      Europa ist für mich schon lange gescheitert, schon vor dem Zustrom von Menschen aus den Krisengebieten. Die Länder wollen alle nur eines, Reichtum und das Beste für sich selbst und das funktioniert nicht aufgrund der unterschiedlichen Infrastrukturen, deshalb gebe ich nicht viel auf eine Einheit Europas in der Frage der Zuwanderung.
      Ich mag aber nicht mehr zusehen, wie in der so wichtigen Frage mit dem Umgang der häufig doch sehr traumatisierten Flüchtenden, polemisiert und verallgemeinert wird. Ich sehe viele Parallelen zu unserer Geschichte von 80 Jahren und das macht mir Angst. Ich bin zum Glück noch intelligent genug um Propaganda zu erkennen und mich deshalb nicht vor einer Überfremdung fürchte.
      Dein letzter Absatz trifft es auf den Punkt, auch für mich gilt dasselbe.

      Salut

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  • nido00

    Lieber Christian,

    ich bin ja nun wirklich fernab des Geschehens und kann mir wirklich so gar nicht vorstellen, dass das was ich in den Medien und v.a. in den Social Media wirklich so gedacht und ausgetragen wird.

    Ich fürchte ich werde mein Land nicht mehr wiedererkennen. Der Hass und die fehlende Menschlichkeit machen mir Angst und haben nichts mit dem was ich unter ‚westlichen‘ oder deutschen Werten verstehe zu tun.

    Danke für deinen Beitrag! Leider ist die deutsche Gesellschaft hier wohl in 2 Lager gespalten was der Bewältigung der Lage nicht gerade zuträglich ist.

    Gefällt 1 Person

    • DocRunner

      Liebe Roni,
      Du wirst Dein Land wiederkennen, so hoffe ich wenigstens, aber die Zerrissenheit und die Aggression bzw. Angst ist spürbar und leider ist auch kein Ende in Sicht. Ich hoffe, dass schon bald erkannt wird, wer die wirklichen „bösen Buben“ sind und wer für die Hetze verantwortlich ist.
      So wie Dir geht es Vielen, Unverständnis über den Umgang mit der momentanen Situation in Europa.

      Salut

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  • Blumenmond

    Lieber Christian,

    Du sprichst mir aus dem Herzen und weißt Du was? Ich bin froh, dass ich mir durch meine Reise gerade eine emotionale Auszeit zu dem Thema gönnen kann. Ohne ständig alles Posts auf FB lesen zu können und ohne die Möglichkeit, Nachrichten und Talkshows zu sehen, kann ich das gerade mal ausblenden. Hilft natürlich außer mir niemandem weiter.

    Gruß
    Anja

    Gefällt 1 Person

    • DocRunner

      Liebe Anja,
      Du Glückliche, ich nehme mir jetzt auch eine Auszeit von den Medien, wobei es schwer ist nichts mitbekommen zu wollen.
      Ich wünsche Dir noch viel Spass bei Deiner Kochreise, ich verfolge Deine Beiträge und bin aber etwas stumm geblieben 😉

      Salut

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  • Helge Orlt

    Lieber Christian,
    eine kleine Geschichte: Meine jüngere Tochter kam letzte Woche ganz aufgeregt zu mir und erzählte mir, das sie in den Nachrichten gehört hat, das in Trier ein Flüchtling eine alte Frau überfallen und deren Geld gestohlen hat. Sie war furchtbar erschüttert.
    Ja, und ich war ziemlich sauer. Nicht auf meine Tochter, auch nicht auf den Flüchtling. Sondern auf die Medien.
    Ich will gar nicht wissen, wie oft jemand einer Oma die Handtasche klaut. Allerdings wird darüber natürlich nicht berichtet. Aber wenn diese Tat von einem Flüchtling begangen wird, dann wird sie groß ausgemalt. Den Menschen wird suggeriert, das die Welt doch total in Ordnung wäre, wenn diese Flüchtlinge nicht wären.
    Die Medien versuchen uns unsere Meinung zu bilden. Sie wollen uns Angst vor dem Fremden machen.
    Gerade für junge Menschen ist es so schwer, die Wahrheit noch zu erkennen. Eigentlich muss man alles anzweifeln was man hört und in den Nachrichten sieht.
    Ich danke dir für deine klaren Worte und ich bin ehrlich dankbar darüber, das es anscheinend doch noch Menschen gibt, die sich nicht so leicht was vormachen lassen.
    Hoffen wir mal, das diese Stimmen der Menschlichkeit und Vernunft sich durchsetzen können.
    Liebe Grüße
    Helge

    Gefällt 1 Person

    • DocRunner

      Liebe Helge,
      ich bin überrascht, dass ich von der Mehrzahl meiner „Leser“ Zustimmung zu meiner Polemik erhalte, denn viel mehr ist es nicht, was ich geschrieben habe, denn auch ich habe nicht die ganzen Informationen und schon gar nicht die Wahrheit. Ich kenne Einzelschicksale und das prägt mich.
      Was die Medienlandschaft momentan veranstaltet ist gelinde gesagt der Versuch eine Hysterie auszulösen und das passt mir nicht, denn viele Menschen glauben diesen Mist und die Wertung, wie in Deinem Beispiel gezeigt, zieht den Ruf der Betroffenen in den Dreck…
      Deine Hoffnung teile ich, aber ich denke, bei Vielen ist der Zug schon abgefahren.

      Salut

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  • midLAUFcrisis

    Lieber Christian,

    ich bin leider erst heute dazu gekommen, Deinen Beitrag und all die Kommentare zu lesen. Als Akteur der „Lügenpresse“ hat mich unter anderem die Berichterstattung in diesem Bereich einfach zeitlich enorm gefordert, weshalb ich kaum noch die Zeit und Motivation finde, bei meinen Freunden des Laufbloggerstammtischs zu lesen.

    Grundsätzlich stimme ich Dir sehr zu. Allerdings gefällt mir der auch in manchen Kommentaren geäußerte generalistische Vorwurf an „die Medien“ gar nicht. Denn auch da lohnt ein differenzierter Blick. Natürlich gibt es da Scharfmacher. Die überwiegende Zahl der Zeitungen und Maganzine versucht aber durchaus differenziert, die Situation zu schildern und zu analysieren.

    Wirklich sprachlos war ich angesichts der Äußerungen aus der AFD, an den Grenzen solle notfalls auf Menchen geschossen werden. Dass danach der Zuspruch in Deutschland für diese „Partei“ noch gestiegen ist, ist wirklich schrecklich.

    Letztlich hat die Zuspitzung der Stimmung mit den EU-Rückführungsabkommen von Dublin zu tun, das mich bis heute fassungslos macht. Wie kann ein Land wie Deutschland glauben, es könnte sich von der humanitären Verfplichtung gegenüber Menschen freikaufen, die um Leib und Leben fürchten.

    Dass die Politik im vergangenen Jahr viel zu unschlüssig und nachlässig agiert hat, um den absehbaren Zustrom von Menschen zu bewältigen, ist ein wahres Dilemma. Vor allem die unglaublich lange Warte- und Bearbeitungszeit für Asylbegehrende verhindert nach wie vor eine nachvollziehbar konsequente Bewältigung der Krise. Denn das ist es tatsächlich. Eine Krise auch für unsere geselschaftlichen Werte.

    Umso wichtiger ist es, dass sich Menschen wie Du und ich klar positionieren, ohne die Ängste derer zu ignorieren, die sich vor scheinbar fremden Menschen und Kulturen fürchten. Wenn sich diese Angst massenhaft in unverrückbare Vorurteile verwandelt, wird es gefährlich.

    Gerade der regionalen Presse kommt dabei eine wichtige Funktion zu.

    Nachdenkliche Grüße
    Rainer

    Gefällt 1 Person

    • DocRunner

      Lieber Rainer,
      ich wollte hier keine Generalverdächtigungen verbreiten, nur bin ich es leid und ich kann nicht mehr zwischen der wahren Berichterstattung und der hetzenden Verbreitung von Informationen unterscheiden. Und leider geht es vielen so, wie man lesen darf. Für mich ist das Thema Medien erstmal gegessen, wobei ich Deinen Berufsstand nicht generell verurteile.
      AfD, Pegida und auch CSU sind keine konservativen Sprachrohre, sondern Gruppierungen, die inzwischen Polemik zu ihrer Religion erkoren haben und mit menschenverachtenden Forderungen und Aussagen versuchen, die Menschen im Land zu indoktrinieren und zu verängstigen. Für mich sind das keine Staatsbürger und schon gar keine Menschen, die echtes Mitgefühl mit Personen haben, die alles verloren und aufgegeben haben.
      Die Bürokratie und auch die Anfang letzten Jahres herrschende abwartende Haltung des Staatsapparates haben, wie Du geschrieben hast, noch dazu beigetragen, das wir uns in einem Dilemma befinden, ich wünsche mir nur, dass es eine friedvolle und vor allem menschenachtende Lösung geben wird.
      Meine Position bleibt wie sie ist, Hilfe anbieten und zwar denjenigen, die sie benötigen, weil sie in ihrer Heimat Krieg und Elend durchmachen mussten.

      Salut und nichts für ungut

      Gefällt 1 Person

  • midLAUFcrisis

    Lieber Christian,

    keine Sorge, ich nehme Dir die deutlichen Worte nicht übel. Ich kann den Frust sogar nachvollziehen. Aber vor allem seriöse Medien sind immer bemüht, alle Seiten zu Wort kommen zu lassen. Dass man dabei vielleicht doch das ein oder andere Mal zu sehr auch die AfD gewähren lässt, ist bedauerlich.

    In unserer Grundeinstellung stimmen wir sehr überein. Nur kann ich mich nicht aus dem Mediengeschäft herauslassen. 😉

    Viele Grüße
    Rainer 😎

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    • DocRunner

      Lieber Rainer,
      ich mag schon gar nichts mehr schreiben über diese unsäglichen rechtspopulistischen Organisationen, eine rechtsstaatliche Partei scheint mir die AfD nicht zu sein, denn es scheint um ganz andere Dinge zu gehen…ich bin gespannt, was die sich noch einfallen lassen.
      Ich verstehe Deinen Standpunkt und keiner kann aus seiner Haut. Kritik an unserer Medienlandschaft ist dennoch angebracht, solange die Berichterstattung einseitig und häufig schlecht recherchiert ist.

      Salut

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  • Emotionen | Deichlaeufer

    […] griff vor ungefähr drei Wochen in einem Post u. a. das Thema Flüchtlinge auf. An diesem Punkt möchte ich heute […]

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  • Ab dafür…2016 | DocRunners Laufblog

    […] Wahrlich kein gutes Jahr war 2016 hinsichtlich den menschlichen Verlusten, die für mich von Bedeutung waren, sowohl in der Familie und im Freundeskreis, als auch Künstler, die meine Jugend geprägt haben, allen voran David Bowie. Daneben war es auch die Sorge um die geistige Gesundheit der Menschen, die mich beschäftigt hat. Die Welt ist absurd und rückt immer weiter in die Extreme und dabei auch politisch immer weiter nach rechts. Menschen werden von Hass und Gewalt geleitet, aber darüber habe ich ja bereits geschrieben. […]

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