Auf dem richtigen Weg

Ja, ich befinde mich noch auf dem Weg, die Herausforderung mehr Qualität in alle Lebensbereiche zu bringen, sie läuft weiter und ich konnte bereits erste kleine Erfolge verbuchen. Aber am meisten freut mich, die Veränderung der inneren Haltung, weniger Gleichgültigkeit, mehr Besessenheit und Motivation.

In der vergangenen Woche hatte ich ein Kuriosum erlebt, was ich so bislang nicht kannte, aber was sofort als Herausforderung angenommen wurde.Ich bemerkte beim Nachhauselaufen eine Radfahrerin, die bergab unendlich langsam unterwegs war. Wir kennen ja alle die Bergaufschnaufer mit ihren Carbon-Boliden, die man zu Fuß kassieren kann mit einem freundlichen „Hallo, wie gehts?“ auf den Lippen, aber bergab? Ich lief auf die Dame auf und inspizierte Rad und Fahrerin, kein Defekt am Drahtesel erkennbar, sie wirkte aber maximal ängstlich auf ihrem Mountainbike, also schlurfte ich mit großem Abstand an ihr vorbei und grüßte freundlich. In meinem Kopf machte ich einen Haken an eine Herausforderung, die mir zuvor gar nicht bewußt war :mrgreen:

Beim Pendeln in die Praxis bin ich inzwischen an einem Punkt angelangt, den ich tempotechnisch als Stagnation und fahrtechnisch als Souveränität bezeichnen würde, sprich, schneller wird es momentan nicht mehr, allerdings bin ich mit meinen Fahrzeiten im Vergleich zum alten Liegerad sehr zufrieden. Morgens habe ich nur einen geringen Zeitverlust und abends hängt es sehr von den Zeiten ab, an denen ich los fahre, sprich vor 20.00 Uhr macht es kaum einen Unterschied zum PKW, danach schon, aber der Erholungseffekt ist ungleich größer 😉

Einem sehr angenehmen Tag mit dem Besuch mehrerer Museen am Freitag folgte der langersehnte Trail am Samstag, knochentrockener Untergrund und eine ordentliche Mittagshitze sollten mich erwarten. Aber, und das ist ungewöhnlich für die Region, keine Schwüle, ganz im Gegenteil anhaltender, ja fast schon konstanter, Wind aus Westen begleiteten mich auf 2,5 Stunden durch Wald und Flur. Die gemessenen 31°C fühlten sich eher wie 27°C an und im Wald funktionierte die Natur gegebene Klimaanlage vorzüglich, so dass ich das Auf und Ab maximal genießen konnte.

Als ich den Wald im Tal wieder verlassen habe, konnte ich an einer Quelle meinen Wasservorrat auffüllen und habe mich kurz mit zwei Mountainbiker unterhalten, die ziemlich kaputt und fertig ausgesehen haben. Sie waren wohl schon eine Zeit lang auf den Waldtrails unterwegs gewesen. Ich durfte dann noch fünf Kilometer nach Hause schlurfen, durchweg mit einem Grinsen im Gesicht. Wenn ich gekonnt hätte, wäre ich ewig so weiter gelaufen, aber meine Grenzen sind momentan noch etwas enger gesteckt. Aber ich befinde mich auf dem richtigen Weg, die stetige Steigerung der Distanz wird mich wieder heranführen an das Vergnügen der langen Läufe.

Am heutigen Sonntag dann bei beginnender Schwüle und Temperaturen weit jenseits der 30°C Marke, folgte dann ein schneller Lauf am späteren Vormittag, anfänglich begleitet von meiner mittleren Tochter, die nach drei Kilometer als ich auf Betriebstemperatur war, abgedreht hat, so dass ich Gas gegeben habe. Nach zehn Kilometern wurde es dann anstrengend und die Zunge klebte am Gaumen, so dass ich den Nachhauseweg angetreten habe. Ein schöner Abschluss der vergehenden Woche, ich bin gespannt, was die neue Woche bringt 😎

Salut

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Über DocRunner

Bin besessen von allem was ich anpacke: Beruf, Familie und natürlich vom Laufen. Besessenheit ist für mich Erholung und Genuss, Gleichgültigkeit bedeutet Stress und Langeweile. Mein Lebensmotto hört sich martialisch an, gründet aber auf täglicher Erfahrung und drückt meinen Wunsch aus: Stirb wenn es Zeit ist. Zeige alle Beiträge von DocRunner

22 responses to “Auf dem richtigen Weg

  • Markus

    Das liest sich doch schon wieder richtig gut!
    Und die langen Läufe kommen bestimmt auch wieder – vor allem wenn diese drückende Hitze von dannen ist und man wieder ohne einen Wasserkanister loslaufen kann.
    Wobei ich gestern auf m Heimweg vom Freibad einfach mal n Abstecher in die Rems gemacht habe um meine Füße abzukühlen 🙂

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    • DocRunner

      Danke Markus,
      wobei mich die Hitze gar nicht so sehr stört, solange ich zum Trinken dabei habe oder ein Friedhof in der Nähe ist 😉
      Füße in die Rems ist natürlich auch eine Alternative, allerdings ist die immer ein Stück von den Trails entfernt 😀

      Salut

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  • Deichlaeufer

    Lieber Christian,

    kaum hast Du Dir ein Vorhaben in den Kopf gesetzt, schon läßt Du wieder die Kuh fliegen.

    Das die Gleichgültigkeit der jüngsten Vergangenheit Dir aber nicht geschadet hat, zeigen aber Deine ausgesprochen durchtrainierten Beine 😉

    Moin Moin
    Volker

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    • DocRunner

      Lieber Volker,
      naja, von „die Kuh fliegen lassen“ bin ich noch kilometerweit entfernt. Da bist Du schon näher dran, so mit Party machen und dann einen langen Lauf runterreissen :mrgreen:
      Die Beine reagieren auch auf monatelanges Kurzstreckentraining, scheint mir. Das regelmäßige radeln scheint auch einen Effekt zu haben….

      Salut

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  • ultraistgut

    Guten Morgen, lieber Christian,

    so schnell schon wieder neueste Nachrichten in schriftlicher Form, damit hätte ich nicht gerechnet. Stark dein frischer Elan, macht Freude, davon zu lesen – und das nicht nur auf läuferischer Ebene – YES – ich sagte es bereits, wiederhole mich gerne: Ich freue mich für dich – und nein, ich hebe keine zur Vorsicht ermahnende Finger !! 😉

    Salut, mon cher coureur !!

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  • Helge Orlt

    Lieber Christian,
    ich habe irgendwie beim Lesen genau das gedacht, was Volker schreibt: Die Beine sind nicht von schlechten Eltern 😆
    Ich musste auch schmunzeln bei deiner Erzählung über die MTB Fahrerin. Ich kenne das ja gut wenn ich auf steileren Stücken im Wald laufend MTB Fahrer überhole. Aber bergab … ?
    Die Fahrerin muss wirklich Angst gehabt haben 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

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    • DocRunner

      Liebe Helge,

      frag mich nicht wieviele Kilometer und v.a. Höhenmeter da drin stecken, irgendwie scheint es sich irgendwann niederzuschlagen 😉 Übrigens findet meine Tochter die Waden eher gruselig 😀
      Das mit dem bergab überholen war ein absolutes Novum, bergauf empfinde ich es als fast normal die Radler stehen zu lassen 😉

      Salut

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  • regenfrau

    Lieber Christian,
    oh das liest sich schön! Besonders der lange Samstaglauf klingt nach sehr viel Genuss! 🙂
    Das Kuriosum der Bergabfahrangst kenne ich aus eigener Erfahrung leider nur zu gut! Besonders schlimm war es beim Motorradfahren, aber auch am Fahrrad packt mich manchmal der unbändige Drang, alle verfügbaren Bremsen auf der Stelle bis an ihr Limit zu ziehen/drücken/würgen! 🙄

    Ich wünsche dir einen Wochenbeginn, der dem Ende der letzten Woche in nichts nachsteht! 😀

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    • DocRunner

      Liebe Doris,
      ja, genießen konnte ich am Wochenende reichlich, so dürfte es immer sein 🙂

      Leider wird die Woche etwas stressiger, da viele Termine am Abend anstehen.
      Bergabfahrangst ist mir fremd, je schneller desto geiler 🙂

      Salut

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  • Weinbergschnecke

    Lieber Christian,

    die Bergab-Angsthäsin hätte ich sein können! 😉 Obwohl ich weiß, dass manchmal gerade Geschwindigkeit Sicherheit und Fahrstabilität gibt, hab ich beim Bergabfahren immer wieder milde Panikattacken, die mich sogar zum Absteigen bringen können.

    Aber das nur am Rande. Schön zu lesen und viel wichtiger finde ich, dass du für dich Bilanz gezogen und einen Kurs eingeschlagen hast, den du zwischenzeitlich verloren hattest, der nun aber (wieder) der Richtige für dich ist. Dass die Entscheidung so schnell in gelingende Taten mündet, ist großartig – ich wünsch dir sehr, dass du weiterhin so erfolgreich dabei bist und dir das Leben nicht wieder Knüppel zwischen die Beine wirft, die dich daran hindern.

    Liebe Grüße,
    Anne

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    • DocRunner

      Liebe Anne,
      vielen Dank, auf noch einen Knüppel kann ich wahrlich verzichten 😉
      Manchmal ist man sozusagen betriebsblind und wenn man aufwacht, muss schnell eine Änderung her. Ich bin froh, dass es bislang gut funktioniert und die Begeisterung anhält…es sind ja noch 11 1/2 Monate Zeit, deshalb brauch ich es nicht gleich zu übertreiben 😉
      Bergabfahrangst ist okay, aber nicht auf einem übersichtlichen Stück Strasse, ohne Autoverkehr und mit nur zarter Steigung, da hättest Du sicher keine Skrupel gehabt 🙂
      Schön, dass Du wieder da bist!

      Salut

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  • Steve

    Back on the Trail!
    Awesome!
    Freut mich zu lesen Christian…weiter so!

    Viele Grüße aus den Bergen

    Steve

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  • Bianca

    Es liest sich gut – sehr gut, lieber Christian!

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  • Anna

    Lieber Christian,

    dieses versuchen, sich selbst über Wasser zu halten kenne ich in letzter Zeit auch nur allzu gut! Es ist nicht wirklich ein gutes Gefühl, und man minimiert alles darauf, was Notwendig ist. Seit einer Woche haben die Schulferien angefangen, und ich hoffe in den nächsten Wochen auf ein wenig mehr Zeit für meine Interessen – nur irgendwelche Vorsätze traue ich mich nicht auszusprechen… Wobei mir den Vorsatz mehr Qualität in alle Lebensbereiche zu bringen sehr gut gefällt!! 🙂

    Ich freue mich sehr zu lesen, dass Du auf dem richtigen Weg bist. Herrlich wieder mal schöne Bilder von Dir beim Laufen zu sehen und es ist schön zu lesen, dass die Distanzen wieder länger werden!! So kann es weiter gehen, ich wünsche es Dir, und ich wünsche Dir einen schönen Restsonntag!

    Liebe Grüße Anna

    Gefällt 1 Person

    • DocRunner

      Liebe Anna,
      ich mag keine Vorsätze, deshalb versuche ich es als Herausforderung zu sehen. Mehr Qualität ist gar nicht so schwer, es braucht nur etwas mehr Intensität bei allem….
      Ich wünsche Dir auch etwas mehr Zeit für Dich und Dein Leben, manchmal braucht es etwas „eigene Zeit“.
      Dir auch noch einen schönen Sonntagabend.

      Salut

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