Routine

Nach der Etappenwanderung hat es die vergangene Woche gebraucht, um wieder etwas Routine in den Alltag zu bringen, v.a. Laufroutine war mir wichtig, aber mit verhaltenen Umfängen. Irgendwie steckte mir der Odenwald noch in den Knochen und die Leichtigkeit war erst am Samstag Abend bei einem „Nightrun“ wieder zu spüren.

Bereits am vergangenen Sonntag habe ich eine Stunde lang die Beine auf ebener Asphaltstrecke von der Wanderlast befreit. Es tat so gut ohne Rucksack mit einer gemütlichen Pace an der Rems entlang zu hoppeln, die Rückenmuskulatur hat sich dann am Abend bei etwas Faszientraining und Rumpfstabi vollständig gelöst und ich war tiefenentspannt. Nur die Fußsohlen hatten mir die Nässe und Kälte von der Wanderung noch nicht verziehen 😜

Am Montag war ein (verdienter?) Ruhetag angesagt, am Dienstag durfte ich dann mit dem Rad wieder in die Praxis pendeln, was irgendwie sehr angestrengt war. Das selbe Spiel am Mittwoch, v.a. die Nachhausefahrten haben mich etwas gefordert, was ich so nicht gewohnt bin. Am Donnerstag bin ich dann durch die Dunkelheit sehr einsam nach Hause gelaufen, keine Radler, keine Gassi-Geher und auch keine Autos auf den Wirtschaftswegen, was fast schon eine Ausnahme darstellte. Allerdings muss ich mich erst wieder an die Läufe im Dunkeln gewöhnen, aber wahrscheinlich ist es bald schon wieder notwendige Routine. Freitag wieder mit dem Rad zur Arbeit, was schon etwas lockerer von Statten ging, allerdings musste ich bergauf ganz schön schnaufen 🤗

Da ich den Samstag beruflich nutzen musste, blieb das Zeitfenster für den geplanten Trail erst am späteren Nachmittag oder besser frühen Abend. Also nochmals ein Lauf in die Dunkelheit. Allerdings lief ich zuerst nach Westen und wurde mit einem grandiosen Sonnenuntergangshimmel belohnt.

Lauf in den Abendhimmel

Im Wald umfing mich dann die Nacht und ich war ganz auf den Untergrund im Lichtkegel der Stirnlampe fokussiert. Die Bedingungen waren trocken und teilweise war der Trail wie Beton, es wird Zeit, dass das Laub rieselt und für etwas Dämpfung sorgt. Ausserhalb des Waldes war künstliches Licht verzichtbar, trotz des kargen Mondlichts. Insgesamt konnte ich ziemlich unbeschwert 100 Minuten an der frischen Luft verbringen.

Am Sonnen verwöhnten Sonntag folgte noch ein ausgedehnter Spaziergang bei fast 25°C durch die herbstlich bunt gefärbten Weinberge und über die Anhöhen mit meiner Liebsten. Da waren dann auch meine Fußsohlen wieder mit mir im Reinen und die Muskulatur signalisierte Leichtigkeit und Routine.

Absolut traumhafte Farbstimmungen

Die bereits begonnene Woche startete wieder mit der obligatorischen Radfahrt in die Praxis bei herrlich lokal nebligen Bedingungen und am Nachmittag werde ich mal wieder die nördlichen Trails meines Reviers ablaufen. Mal sehen, wie sich die körperliche Verfassung danach darstellt bei den angekündigten sommerlichen Temperaturen 😈

 

Salut

Christian

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Über DocRunner

Bin besessen von allem was ich anpacke: Beruf, Familie und natürlich vom Laufen. Besessenheit ist für mich Erholung und Genuss, Gleichgültigkeit bedeutet Stress und Langeweile. Mein Lebensmotto hört sich martialisch an, gründet aber auf täglicher Erfahrung und drückt meinen Wunsch aus: Stirb wenn es Zeit ist. Zeige alle Beiträge von DocRunner

23 responses to “Routine

  • Deichlaeufer

    Lieber Christian,

    für eine After-Männer-alleine-im Wald-Wanderung-Woche klingt das doch gar nicht mal schlecht.

    Aber betontrockene Trails, was sind das? Hier sind alle Böden naß und aufgeweicht, daran konnte auch das schöne Spätsommerwochenende nichts ändern.

    Ich wünsche Dir viel Spaß bei dem heutigen Sommerlauf. Ich laufe nicht, ich kuriere meinen Männerschnupfen aus. Ich denke, da hast Du noch das kleiner Übel 😉

    Moin Moin
    Volker

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    • DocRunner

      Lieber Volker,
      das Wort mit der After-…-Woche ist genial, das druck ich mir aus und hänge es über meinen Schreibtisch 🤣
      Leider war der Regen im Wald nicht ausreichend und die Trails sind betonhart und knochentrocken gewesen, allerdings war ich nicht tief genug im Wald…vielleicht ist es ja dort anders?
      Ich wünsche Dir schnelle Genesung und hoffe DU musst nicht auf die Intensivstation 😈

      Salut

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  • ultraistgut

    Lieber Christian, die Fotos sind grandios, besonders aber gefällt mir das mit den Weinbergen, wie ich schon sagte:“ What a wonderful world „.

    Alles andere – Laufen in der Dunkelheit, du wirst dich sehr schnell daran gewöhnen (müssen) , körperliche Erinnerungen an die schöne Wanderung vergehen – und irgendwann wirst du wie ein junger Dudi – leichtfüßig sowieso – habe selten einen Läufer erlebt, der so leichtfüßig wie du läuft – “ flowend “ durch deine Gegend fliegen, da bin ich ganz sicher. Hab Geduld, ich weiß, dass es uns immer wieder ganz überraschend plötzlich überfällt – die Belohnung sozusagen – und die hast du auch verdient !

    Salut, mon cher copain ♥

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    • DocRunner

      Liebe Margitta,
      im Moment könnte ich jeden Tag die Weinberge ablichten, da sich das Farbenspiel immer wieder ändert..
      Ich empfinde mich gar nicht so leichtfüßig, wie Du es beschreibst, aber wahrscheinlich hat man selbst da nicht die selbe Beobachtung. Auf den Flow warte ich nicht, ich geh einfach laufen und wenn er kommt ist es gut, wenn nicht, auch nicht so schlimm. Ich brauche nur wieder meine Leichtigkeit und die suche ich nachher bei 25°C und Sonnenschein 😎

      Salut ma chère copine 💚

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  • Gerd (diro1962)

    So ein wenig „Nachwehen“ hatte ich auch Christian, aber hat sich ziemlich schnell verflogen. Spätestens nach dem Laufen war´s weg.
    Ich habe gestern beim Megamarsch öfters an unsere gemütliche Wanderung gedacht, welche im Vergleich zum Samstag doch sehr entspannend war. Leider hat´s ja nicht sollen sein, Zwar waren die Merell Barfuß-schuhe die richtige Wahl, aber in Verbindung mit Woll-Wandersocken letztendlich ein Desaster. Ich habe die ganze Angelegenheit schnell als langsame, lange Trainingseinheit für den Marathon abgehakt und hege keinerlei Ärger. Es war bis zu Ausstieg schön und wieder einmal eine neue Erfahrung.

    Gruß an den Rest der Familie

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    • DocRunner

      Lieber Gerd,
      schade dass es nicht so funktioniert hat mit dem Megamarsch, aber dass die Schuhe passen war ja nach dem letzten Tag unserer Wanderung fast klar. Dennoch hat sich die Erfahrung für Dich gelohnt und ein gewisser Trainingseffekt für den Marathon wird schon dabei herausgesprungen sein 😉
      Für mich wäre so eine Strecke mit der Hektik in 24 h anzukommen sowieso nichts gewesen, lieber gemütlich quasselnd durch die Pampa…

      Salut und ebenfalls Grüße zurück an die Mädels

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  • regenfrau

    Lieber Christian,
    du gehst spazieren, um die Muskulatur von der Wanderung zu lockern? Ui, das wäre nichts für mich… Ich brauche da immer Ausgleichsbewegungen, wie radeln, schwimmen oder eher noch laufen. 🙂 Wobei ich mir gut vorstellen kann, dass deine Rückenmuskulatur verzückt war und sich sehr schnell entspannt hat, als sie feststellen durfte, dass sie keinen Wanderrucksack mehr zu tragen hat! 😉

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  • Oliver

    Lieber Christian, da klingt ein wenig „zurück zur Routine um den Routineausbruch weiter zu geniessen“ durch. Aber vielleicht lese ich das auch nur so … verstehen könnte ichs allerdings auf jeden Fall. Betontrockene Trails haben wir hier auch, kein Wunder bei dem Wetter, aber ich bin trotzdem erstaunt wie bretthart sogar die kleinen Waldwege zurzeit sind, zumal ich grade dann doch noch mal mit Zehenschuhen experimentiere (danke für deinen V-Trail Test). Ich kann bereits nachvollziehen weshalb du die Dinger so gut findest (werde beizeiten ebenfalls berichten).
    Viel Spaß weiterhin und bleib gesund.

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    • DocRunner

      Lieber Oliver,
      so ähnlich wie Du es beschreibst, muss es sein, obwohl ich mein Verhalten diesbezüglich gar nicht so richtig hinterfragt habe 😋
      Der Regen hat auf jeden Fall nicht ausgereicht um die Trails aufzuweichen, aber bald liegt genügend Laub auf den Pfaden, dann federt es wieder 😅
      Freut mich, dass Du mit den V-Trails ebenfalls gut zu Recht kommst, ich hatte sie sogar auf der Etappenwanderung an und war wirklich sehr zufrieden damit.

      Salut und bleib ebenfalls gesund

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  • joggerin

    Deine Fotos sind sehr schön. Dort zu laufen würde mir auch gefallen.
    Ja, das Jahr schreitet voran, die Tage werden kürzer und wir müssen uns mit mehr Dunkelheit am Tag anfreunden.
    Auch ich bin in der Frühe im Dunkeln unterwegs.
    Lieben Gruß
    Kornelia

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    • DocRunner

      Liebe Kornelia,
      ja, mein Laufrevier gefällt mir auch sehr gut und ehrlich gesagt möchte ich nicht tauschen 😉
      Man gewöhnt sich auch an die Dunkelheit, ich radeln morgens und abends inzwischen schon wieder in der Dunkelheit, aber mit dem Laufen im Dunkeln brauch ich noch etwas Gewöhnungszeit.

      Salut

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  • Langsam wirds eng | Deichlaeufer

    […] Das hätte ich nach den wenigen Tagen ohne Regen nicht gedacht. In meinem Kommentar bei Christian bin ich da noch von anderen Voraussetzungen […]

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  • helgeorlt

    Lieber Christian,
    ich bestaune die beiden Fotos. Einfach sehr toll was der Herbst so bietet 🙂
    Das auch du ein paar Tage brauchst, bis so eine Wahnsinns-Wanderung aus deinen Beinen ist, beruhigt mich irgendwie 😆
    Ich habe auch immer so Probleme mit dem Rucksack wenn wir in den Bergen wandern sind. Irgendwie ist mein Rücken nicht dafür geschaffen. Oder ich bin schlichtweg ein Weichei. Aber ich genieße es ohne Rucksack unterwegs zu sein.
    Liebe Grüße
    Helge

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    • DocRunner

      Liebe Helge,
      der Herbst und natürlich der Frühling sind für mich die schönsten Jahreszeiten, denn ständig verändert sich die Natur, die Bilder sind nur ein Abklatsch der Realität 😉
      Ein kleiner leichter Rucksack für 2-3 Stunden macht mir nichts aus, aber wenn die 5 kg überschritten sind und dann der Rucksack für mehr als 6 Stunden am Rücken hängt führt das schon zu Verspannungen, insbesondere da ich keine Abstützung durch einen Hüftgurt mag….

      Salut

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  • Manfred

    Lieber Christian,
    zurück von unserem Hauptstadttrip habe ich deine beiden schönen Bilder bestaunt. – Wir genießen in diesen Tagen auch die wechselnden Farben, die uns die Laubbäume vor unserem Küchenfenster bieten!
    Dieses >zurück-in-die-Routine< wartet nächste Woche auf mich.
    An die Dunkelheit hast du dich hoffentlich schon etwas besser angepasst!
    LG Manfred

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    • DocRunner

      Lieber Manfred,
      ich mag die Dunkelheit bzw. das Laufen in der Dunkelheit, es macht die gefühlte Einsamkeit beim Laufen noch etwas stärker. Allerdings muss ich mehr auf Wirtschaftswege ausweichen als die üblichen Pfade zu benutzen, so dass ich mich immer erst ein paar Läufe brauche, um mich daran zu gewöhnen.
      Der Herbst ist wirklich klasse…heute soll es regnen 😀

      Salut

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  • nido00

    Lieber Christian,

    da bist du also wieder zurück im (Lauf-)Alltag. Im Dunkeln auf Trails laufen finde ich immer sehr schön, aber auch anstrengend. Da gleich 100 Minuten zeigt, dass du ja wieder gut unterwegs bist.
    Jetzt wünsche ich dir ein bisschen Regen, das dann genau das richtige Maß Matsch ergibt auf deinen Trails!
    Herzliche Grüße!

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    • DocRunner

      Liebe Roni,
      da ich ja nur noch barfuß oder mit den FiveFingers unterwegs bin, habe ich immer etwas Respekt vor den Trails im Dunkeln. Ich hatte mir schon die Zehen an einer Wurzel angestoßen, was einfach höllisch weh tut :mrgreen:
      Der Regen kam, aber leider erst am späteren Abend, so dass ich gestern wieder ohne Nass auskommen musste…aber Matsch hatte ich dennoch gefunden 😀

      Salut

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