Ich habe es versucht…

Ich war ja bis vor einigen Jahren so ein „Ganz-oder-gar-nicht-Typ“, es gab nur schwarz oder weiß, was mich selbst betraf, bei meinen Mitmenschen konnte ich Nuancen und Schattierungen unterscheiden, aber nicht wenn es um mich selbst ging. Diese Einstellung und Lebensweise setzte mich immer massiv unter Druck und verlangte einiges von mir ab, ich stand immer unter Hochspannung und hatte viel „Stress“.

Durch das intensive und nicht mehr Leistungs orientierte Laufen ab Ende 2009 und der weiteren sportlichen und persönlichen Erweiterung der Sicht- und Denkweisen in den folgenden Jahren, konnte ich eine Veränderung feststellen. Ich war in der Lage mich selbst auch mal aus dem Alltag vollkommen rauszunehmen, einfach mal nichts zu tun und nichts zu denken, Pläne und Termine wegzustecken und abzusagen…vorher unvorstellbar, inzwischen machbar. Am häufigsten gelingt mir dies während eines unbequemen und nicht ganz lockeren Laufes. Ich halte meist irgendwo im Wald an, bleibe stehen oder geh in die Hocke, fokussiere meine Ohren auf die Stille, falls vorhanden, und schließe die Augen. Höre auf meinen Atem und spüre meinen Puls…ich versuche meine Gedanken dann los zu lassen, nichts zu denken, meinen Körper intensiv zu spüren und vergesse dabei meist die Zeit. Schnell sind dann mal 10 oder 15 Minuten rum und gerade in der momentanen Jahreszeit beginne ich zu frösteln. Manchmal tauchen aber einfach nur Emotionen auf, Trauer, Traurigkeit, Mitleid, aber auch Freude und Fröhlichkeit. Ein Lächeln, eine Träne oder ein lautes Lachen huschen über mein Gesicht und lassen den Wald aufhorchen. Meine Art der Meditation…

Mein „toter“ Lieblingsbaum

Es hilft und es erdet mich, es gibt mir wieder Energie und Entspannung. Meist läuft es anschließend von alleine und ich kann in den folgenden Tagen wieder viel besser mit meinen Mitmenschen und meiner unmittelbaren Umwelt umgehen.

Seele baumeln lassen

Aber dennoch gibt es die Phasen, in denen alte Verhaltensmuster durchbrechen, ich bemerke es daran, dass mein Nachtschlaf leidet. Durchschlafen ist dann kaum möglich und meine Tagesmüdigkeit nimmt zu, auch der Ruhepuls steigt an, meist nur wenige Schläge, aber für mich spürbar.  Dann ist es mal wieder Zeit mir die Ruhe und die Zeit zu nehmen, etwas achtsamer im Umgang mit mir selbst zu sein und die Situation zu bereinigen. Hört sich voll esoterisch an, begründet sich aber nur auf den Prinzipien der sog. Mind-Body-Medicine, was auch in der Schulmedizin immer mehr anerkannt wird. Und bekanntermaßen bin ich ja ein Schulmediziner der reinsten Sorte 🧐

Eingefrorene Gesichtszüge 🤪

Was macht ihr, um mit ungeliebten Eigenschaften oder mit unangenehmem Stress umzugehen?

 

Salut

 

Christian

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Über DocRunner

Bin besessen von allem was ich anpacke: Beruf, Familie und natürlich vom Laufen. Besessenheit ist für mich Erholung und Genuss, Gleichgültigkeit bedeutet Stress und Langeweile. Mein Lebensmotto hört sich martialisch an, gründet aber auf täglicher Erfahrung und drückt meinen Wunsch aus: Stirb wenn es Zeit ist. Zeige alle Beiträge von DocRunner

30 responses to “Ich habe es versucht…

  • Deichlaeufer

    Lieber Christian,

    ich habe dieses Schwarz-Weiß-Denken viele Jahre genau andersrum angewandt. Nicht auf mich bezogen, sondern auf andere. Es gab nur Freund oder Feind, Gut oder Böse, Dumm oder Intelligent. Erst über die Jahre gelang es mir die Schattierungen zu erkennen und zu akzeptieren.

    Was mich selber betrifft, habe ich Zeit meines Lebens mit diversen psychsomatischen Symptomen zu kämpfen. Begeisternden Erfolg dagegen hatte und habe ich mit autogenem Training. Die Übungen und Formeln sind mir schon lange in Fleisch und Blut übergegangen. Aber ich brauche sie auch immer noch, dass Ganze ist für mich kein Selbstverständnis und wird es wohl auch nie sein.

    Das Laufen ist ein zusätzlicher Meilenstein, diese innere Unruhe aus mir herauszulaufen zu können. Alles im ALlen bleibt das eine Lebensaufgabe.

    Viel Erfolg weiterhin mit Deinen Methoden!

    Moin Moin
    Volker

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    • DocRunner

      Lieber Volker,
      Danke für Deine ehrliche Einsichten, ich finde es bemerkenswert, wenn diese Kategorien nur auf die Umgebung angewandt werden, da konnte ich schon immer die Grautöne unterscheiden und ich Menschen meist erst einmal offen gegenüber bin, aber wenn die Meinung steht, dann ist sie fast wie in Stein gemeißelt 😉
      Mein Stress macht mich glücklicherweise nicht krank, aber langfristig schadet er mir, da ich mich dann immer mehr zurückziehe und unter Druck setze. Ich finde es gut, dass Du ein Mittel für Dich gefunden hast, so etwas ist ganz wichtig.
      Laufen ist ebenfalls hilfreich und meist funktioniert es, manchmal kann es aber die Wurzel des Übels sein 😳 und dann…?

      Salut und bleib gesund

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  • ultraistgut

    Lieber Christian, das Wichtigste, denke ich, dass du selbst erkannt hast, dass du dir helfen und wie du dir helfen kannst, dass dir diese Selbsthilfe gut tut, dass du in bestimmten Situationen weißt, was du für DICH tun kannst, um es besser zu machen.

    Was macht ihr ? Dazu kann ich wiederholen – immer wieder – dass mir das Laufen in so vielen Lebenslagen geholfen hat, einen freien Kopf zu bekommen, weniger Angenehmes im Leben zu verarbeiten, Entscheidungen zu treffen, besser zu leben, zufrieden zu sein und/oder mich von Dingen, von Menschen zu befreien, die mir nicht gut tun.

    Laufen – Balsam für Körper – Geist und Seele – immer wieder !

    Innehalten in der Stille, auch mal ein paar Tränen vergießen, zu sich kommen, besser leben, Seele baumeln lassen ! 😎

    Salut, mon cher copain ♥

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    • DocRunner

      Meine liebe Margitta,
      ja, jeder findet mit der Zeit seine Methode mit Stress und Belastung umzugehen oder er geht unter 😊
      Laufen ist für mich ein Mittel zum Zweck, ein Instrument zur mentalen Erfrischung und häufig auch die pure Entspannung, aber leider funktioniert es nicht immer und dann bin ich froh, dass ich solche Dinge wie Achtsamkeitsmeditation erlernen durfte und im Alltag nutzen kann…es funktioniert auch am Morgen oder in der Mittagspause.
      Ich mag Deine Konsequenz in der Lebenseinstellung und im Umgang mit den Stressfaktoren 💜
      Emotionen zulassen ist für mich in der Natur und v.a. beim Laufen am einfachsten 😇

      Salut ma chère copine

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  • regenfrau

    Lieber Christian,

    schön, dass du eine Methode für dich gefunden hast, mit alten, ungeliebten Verhaltensmustern umzugehen. Das Innehalten klingt für mich sehr vertraut, wenn ich es auch eher Zuhause anwende, wenn ich die Türe hinter mir zumachen und die restliche Welt „aussperren“ kann. Erst bewegen, egal ob laufend oder auf der Matte, dann sitzen und atmen. Und wenn sich der Affengeist mal zu wild aufführt, hilft auch ein beruhigender Satz.

    Aufs und Abs kommen immer wieder, aber ich habe das Gefühl, je älter ich werde, desto weniger können sie mich aus der Ruhe bringen. Vielleicht auch nur, weil ich schon einige davon hinter mir lassen konnte! 😉

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    • DocRunner

      Liebe Doris,
      als erstes muss man seine ungeliebten Verhaltensmuster auch erkennen um sie bekämpfen zu können, das war für mich das Schwierigste…die richtigen „Waffen“ zu finden, war dann ein Klacks 😉🤣🤪
      Komisch, ich tu mich draussen in der Natur viel leichter als in einem abgeschlossenen Raum die Seele baumeln zu lassen, es stört mich auch gar nicht, wenn mich jemand dabei beobachten könnte, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit im tiefen Wald eher gering 😊
      Ich spüre die Rückfälle in alte Verhaltensmuster auch seltener als noch früher, allerdings klopfen die Dämonen immer mal wieder an die Tür 😉

      Salut

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  • Manfred

    Lieber Christian,

    hey toll, da doch gerade solch ein „Wandel“ schwer bis extrem schwer ist!
    Ich wünsche dir, dass „deine Meditation“ dir vor allem dann gelingt, wenn dich „etwas“ (was auch immer) „auffressen“ will! – Erkennen und sich rausnehmen, als Motto!

    Ich selbst bin (leider) in Situationen, die mich in großen Stress versetzen, zu oft cholerisch drauf. – Wenn dann meine Umgebung auf den Satz hören könnte: Lass mich! Ich muss mich da jetzt reinsteigern. Dann würde es meist schnell verrauchen. Leider ist man dann des öfteren schon in einem Disput, oder vielleicht sogar in einem Streit! 😥

    Privat und für mich alleine kann ich zum Glück meine diametral entgegengesetzte Seite zum „Schwingen“ bringen: ich kann auch phlegmatisch sein. Diese Seite hilft mir mich sehr bewusst rauszunehmen und zu entspannen und das kann ich dann richtig gut. Ich brauche dann keine Strategie, keine Anleitung, oder Methode. Ich setze, oder lege mich z. B. auf unser Sofa, erspüre von den Füßen kommend alle Muskeln und steuere gegen die Verspannungen. Die richtig verspannten Muskeln kann ich dann wenigstens lockern. Da käme dann eine Massage noch weiter! 🙂 – In solchen Momente entfliehe ich dem Stress! – Letzteres kann ich auch sehr gut bei und durch meine Läufe. Am besten gelingt mir das bei Gebirgsläufen, die für mich einen höchst spirituelles Moment besitzen!

    so far …

    Salut

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    • DocRunner

      Lieber Manfred,
      so eine Veränderung von Verhaltensmuster ist ein sehr langsamer und nicht immer spürbar dynamischer Prozess…ich habe zuerst begonnen bestimmte Muster zu identifizieren und versucht diese zu vermeiden, indem ich mir die Frage nach dem Wieso gestellt habe… daneben habe ich versucht etwas mehr Ausgeglichenheit zu erreichen und bin so auf die Mind-Body-Medicine gekommen. Die logische Folge war, das Ganze mit der Natur und dem Laufen zu verbinden…Allerdings funktioniert es nicht immer 😉
      Auch ich kann mich sehr schnell emotional getriggert aufregen und werde dann auch ungerecht gegenüber Mitmenschen, ich versuche deshalb häufig erstmal gar nicht zu reagieren und mir über die Situation klar zu werden, das bringt schon sehr viel 😇

      Im Prinzip machst Du etwas Ähnliches wie es die progressive Muskelentspannung nach Jacobson empfiehlt und dies ist bestimmt die am wenigsten aufwendige Art der aktiven Entspannung, Hauptsache es funktioniert. Und wenn dann noch ein Lauf in den Bergen in Aussicht ist, ist doch alles prima 😎

      Salut

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  • helgeorlt

    Lieber Christian,
    das Schwierigste ist, Schwächen, schlechte Angewohnheiten und Muster zu erkennen und zu akzeptieren. Dann kann man dagegen angehen. Und da bist du ja schon sehr sehr weit. Du hast Wege gefunden den Kopf zu leeren, die Ruhe einziehen zu lassen, dich rauszunehmen und zu verarbeiten, was verarbeitet werden muss.
    Ich fühle mich ja ehrlich immer als sehr bevorteilter Mensch. Das klingt jetzt doof, aber ich glaube, zum Thema Stress kann ich außer 1-2 mal im Jahr nicht wirklich mitreden. Ich habe es mit meinem Beruf und meiner Arbeit wirklich traumhaft erwischt, ich kann hier den ganzen Tag in absoluter Stille sitzen und programmieren, oder ich habe manchmal laut Musik an,wie mir halt gerade ist. Wenn ich mal Stress habe, dann muss ich raus. Zu Fuß oder auf dem Rad, egal, ich habe den Wald direkt nebenan. Dort kann ich alles lassen, was mir das Leben schwer machen könnte 🙂
    Ich bin sehr dankbar dafür das es so ist wie es ist.
    Und zu den ungeliebten Eigenschaften kann ich nur sagen, das ich sehr froh bin, das ich einen Menschen an meiner Seite habe, der mir auch gut mal einen Spiegel vorhalten kann und mich auf den Boden der Tatsachen zurückholen kann.
    Das ist gut und wichtig 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

    Gefällt 2 Personen

    • DocRunner

      Liebe Helge,
      Du scheinst wirklich privilegiert zu sein, sowohl beruflich als auch privat. Solch paradiesische Zustände wünscht sich wahrscheinlich jeder und ein klein wenig neidisch macht mich das schon 😳
      Nein, ich denke mir geht es auch sehr gut, seit ich versuche nicht mehr alles auf der emotionalen Ebene auszufechten und an meinen Schwächen und meiner Introspektionsfähigkeit arbeite. Ich habe eine Lösung für mich gefunden, was will ich mehr 😎

      Salut

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  • midLAUFcrisis

    Lieber Christian,
    kein Disstress ist das, was wir uns wünschen. Margitta läuft, schreit und singt, Du meditierst in der Hocke. Ich laufe und genieße die Stille oder die Unterhaltung mit Gleigesinnten. Normalerweise. Denn derzeit zwingt mein Knie mich zur Pause. Da muss ich wohl wieder das autogene Training reaktivieren … vielleicht lässt sich der Auszeit dann ja noch etwas Positives abgewinnen …

    Liebe Grüße
    Rainer

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    • DocRunner

      Lieber Rainer,
      Mist, wenn Dir das Knie momentan die Entspannung versaut, aber wie mir scheint hast Du auch andere Möglichkeiten in petto um Ruhe und Ausgeglichenheit zu erreichen…Autogenes training war bei mir nie wirklich der Bringer, Tai-Chi war da besser, aber da fehlt mir schon länger die Muse und die Zeit, um mich regelmäßig damit zu beüben… 😉
      Dir gute Besserung für das Knie

      Salut

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  • Weinbergschnecke

    Lieber Christian,

    wenn ich zuverlässige funktionierende Strategien im Umgang mit Distress hätte, wäre ich nicht in die Situation geraten, in der ich seit gut einem halben Jahr stecke (wobei natürlich Distress irgendwann auch so massiv werden und mit Stoffwechselreaktionen einher gehen kann, bei denen jegliche Bewältigungsversuche an Grenzen stoßen).

    Meine Strategien sind den deinen gar nicht so unähnlich: Laufen, in der Natur sein, innehalten und bewusst genießen, neuerdings auch Achtsamkeitsmeditation (wobei mir die immer noch recht schwer fällt, ich bin ein kleiner Zappelphilipp und der Affengeist gibt keine Ruhe – aber natürlich passiert da trotzdem schon was in Psyche und Körper). Aber es wird. Und Gartenarbeit erdet mich enorm.

    Ach ja, und mir einen erhöhten Punkt suchen und die Landschaft von dort betrachten. Das hat gleich mehrere Effekte: Ich erfreue mich an der Schönheit. Mir wird bewusst, dass das Schöne schon da war, bevor ich kam, und hoffentlich auch noch da sein wird, wenn ich einmal gehen muss – und mit dieser Beständigkeit wird mir auch klar, wie unbedeutend und vergänglich letztlich doch das ist, was mir gerade so überwertig bedrohlich und belastend erscheint. Und das wiederum hilft mir, die Identifikation mit meinen Problemen aufzuheben, mich selbst innerlich über das Belastende zu stellen und bessere Lösungen zu suchen. 🙂 So wird doch alles irgendwie leichter.

    In diesem Sinne mach ich mich jetzt mal auf zum Termin in der Chefetage. Vorher nochmal bergauf und einen Überblick verschaffen … 😎 So ganz gelassen bin ich noch nicht. Aber um ein gelassener Mensch zu werden, braucht es wohl einfach seine Zeit. Die Veränderung von Eigenschaften kann man nicht forcieren oder erzwingen. Man kann nur achtsam mit sich umgehen und zu sehen und verstehen versuchen, wann man handelt, wie es einem nicht gut tut. Und dann findet man Wege anders zu handeln „wie von selbst“.

    Liebe Grüße
    Anne

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    • DocRunner

      Liebe Anne,
      Du hast Recht, so arg unterscheiden sich unsere Strategien nicht, allerdings musstest Du den schmerzvolleren Weg gehen, um davon zu profitieren.
      Manchmal helfen diese Vergleiche ungemein, wenn man etwas so sagenhaftes und großes wie die Natur betrachtet, schrumpft das eigene Dasein und die damit verbundenen Probleme auf die Größe eines Staubkorns zusammen und das erdet.
      Die kleinen Kämpfe und Ärgernisse im Alltag lass ich inzwischen links liegen, diese Kämpfe überlasse ich anderen, mir ist dafür die Energie zu schade. Das hat auch nichts mit Gleichgültigkeit zu tun, sondern mit Effizienz 😉
      Ich wünsche Dir, dass sich vieles wie von selbst erledigt und Du gelassen aus der Chefetage zurückkehrst…

      Salut

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  • Anna

    Lieber Christian,
    ich bin auch so ein „alles-oder-nichts“-Typ wobei ich im letzten Jahr feststellen musste, dass „alles“ einfach nicht geht. Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich im Moment das Gefühl, dass ich mich gerade über Wasser halten kann. Was gemacht werden muss wird gemacht, wenn es möglich ist versuche ich ab und zu ein wenig Schlaf nachzuholen und/oder Sport zu machen – was leider oft nicht ins Programm passt. Ich wünsche mir, dass ich den Sport wieder als fixer Programmpunkt in meinem Alltag integrieren kann – allzu oft kommt leider was dazwischen… und ich habe immer wieder das Gefühl neu anfangen zu müssen was mich sehr irritiert.

    Ich finde es sehr schön, dass Du ein Weg für Dich gefunden hast. Ich habe immer den Sport gehabt um Stress abzubauen. Leider macht es mir im Moment oft mehr Stress, wenn ich in einem sonst vollgepackten Alltag meinen Sport auch noch einquetschen muss.

    Auch wenn es im Moment eine anstrengende Zeit ist in dem ich für mich selbst wenig Zeit habe, genieße ich es sehr so viel Zeit wie möglich mit meinen Kindern zu verbringen. Ich mache mir wegen der Situation jetzt auch keinen unnötigen Stress, denn sehr bald sind die Kinder noch einen Schritt unabhängiger und ich habe wieder mehr Zeit für mich. Bis dahin versuche ich wenigstens viel Sport und Bewegung zusammen mit den Kindern zu machen – Skifahren, Klettern, Wandern, Laufen, Schwimmen, Schlittschuhlaufen es gibt so viel was man machen kann…

    Dazu kommt natürlich, dass die Vorweihnachtszeit, die Feiertage und auch die ersten zwei Wochen nach den Ferien voll gespickt waren. Also bleibe ich positiv – ab nächste Woche läuft es bestimmt wieder normaler ab, der Alltag regelt sich wieder und dann habe ich auch mehr Zeit für mich und meinen Sport 😉

    Und keine Sorge, ich passe auf und lasse es nicht wieder so weit kommen wie vor meiner Bloggpause – wenigstens habe ich dazu gelernt und nehme es mittlerweile gelassen, dass eben nicht „alles“ geht! 🙂

    Liebe Grüße Anna

    Gefällt 1 Person

    • DocRunner

      Liebe Anna,

      genau das meinte ich ja bereits in den vorherigen Antworten auf die Kommentare, der Sport selbst kann ebenfalls Stress auslösen, kann zu einem Druck und zu einem Zwang werden. Deshalb ist es so wichtig für sich eine „Insel“ zu finden und es ist wirklich egal, wie man es erreicht…Stress vermeiden geht nicht immer, wie ich bei Dir ja lesen kann. Mutter, berufstätig und dann auch noch das eine oder andere Unvorhersehbare, da bleibt die Planung und Organisation des Tagesablaufs schnell auf der Strecke und man ist fremdbestimmt 😳
      Ich wünsche Dir sehr, dass Du in ruhiges Fahrwasser kommst und Zeit für Dich findest ohne unter Druck und Stress zu geraten, pass auf Dich auf 😊

      Salut

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  • Bianca

    Lieber Christian,
    Mind-Body-Medicine… Noch nie gehört oder gelesen. Was ist das denn?
    Schön, dass Du einen Weg für Dich gefunden hast und Dich von Deinem Scharz-Weiß-Muster entfernt hast. Ich finde es gut, wenn man an sich arbeitet. Tatsächlich muss man aber seine „schlechten“ Seiten erst erkennen.
    Also, ich bin keine keine Schwarz-Weiß-Denkerin. War ich nie… Aber ich bin sehr aufbrausend und kann in gewissen Situationen sehr ungerecht werden, weil mein Verstand aussetzt. Das stört mich sehr. Schon in der Situation denke ich, wie blöd das ist! Ich versuche das zu vermeiden, indem ich, falls das geht, sofort den Raum verlasse und mich in einem anderen Raum erstmal sammele und runterfahre. Als es mir noch möglich war, bin ich dann auch oft direkt laufen gegangen. Danach war ich wieder ruhig und konnte, wenn es überhaupt noch nötig war, Klärung schaffen.
    Stress habe ich im Job auch regelmäßig, weil der Job im Jahreslauf einfach solche Phasen mit sich bringt. Meistens sind die zwei Monate vor und die zwei Monate nach dem Jahreswechsel schlimm. Gerade in der dunklen Jahreszeit… 🙄 Ein, zwei Jahre bin ich da knapp an einer Depression vorbeigeschlittert. Ansonsten macht sich dann auch noch Migräne breit. Da hilft mir nur Bettruhe. Stress versuche ich gerade wieder mit dem autogenen Training zu begegnen. Das hat mir vor Jahren sehr geholfen, ist aber ein wenig in Vergessenheit geraten. Jetzt übe ich wieder.
    Außerdem habe ich mich in einem Fitnessstudio angemeldet, dass ich nun 3x in der Woche besuche. Zu „Laufzeiten“ passte das nicht in meinen Plan. Da habe ich das Laufen an der Luft vorgezogen. Aber das geht zur Zeit nun nicht, und irgendwas musste geschehen. Mir macht es tatsächlich Spaß und tut mir gut. Und wenn ich wieder laufen kann, dann kriege ich das auch irgendwie noch unter. So lang werden die Strecken bestimmt nicht mehr werden. Und die Gassigänge mit unserem Hund mache ich ja auch noch. Da bin ich viel draußen. Auch ein guter Ausgleich zum Alltag.
    Ach, und einen Yogakurs besuche ich zur Zeit auch. Ein guter Ausgleich zum Fitnessstudio. Man, was bin ich unbeweglich geworden. Yoga hatte ich vor der Lauferei gemacht und dann aufgegeben. Nun frische ich das Ganze wieder auf. Auch gut gegen Stress und hilft hoffentlich gegen diese vielen Verkürzungen in meinem Körper. Schlimm!!!
    Und manchmal, wenn es gar nicht anders geht, und ich meine es ist alles zuviel um mich herum, dann lege ich mich ins Bett und lasse mich ein paar Stunden nicht mehr sehen. Meine Familie weiß, dass ich dann meine Ruhe brauche und stört mich nicht. Irgendwann tauche ich dann frisch wieder auf. 🙂
    Ja, so ein paar Strategien habe ich entwickelt. Trotzdem – so ganz ohne Stress kriege ich es doch nicht hin. Und ein wenig mehr Gelassenheit würde mir noch gut zu Gesicht stehen. Ich arbeit dran…
    Liebe Grüße
    Bianca

    Gefällt 2 Personen

    • DocRunner

      Liebe Bianca,
      Mind-Body-Medicine ist in den Staaten schon seit über 30 Jahren bekannt und v.a. immer mehr anerkannt, in erster Linie geht es darum Stress zu bewältigen und die Ressourcen des eigenen Körpers zur „Selbstheilung“ zu aktivieren, ich sehe es als eine sehr gute Ergänzung zur klassischen Schulmedizin.
      Du bist aber auch nicht schlecht dabei mit Deinen Strategien und Mechanismen, die Du gegen den alltäglichen Wahnsinn einsetzt…mir wäre das fast schon wieder zuviel. Ich finde es muss einfach und praktikabel sein. Der Weg ins Studio oder zum Yoga wäre mir schon wieder zu aufwendig und dann wäre ich versucht, es gleich sein zu lassen. Aber es scheint bei Dir zu fruchten.
      Gelassenheit kann man wirklich trainieren bzw. versuchen durch Achtsamkeit zu erreichen, also bei mir hat es auf jeden Fall funktioniert 😉

      Salut und ich wünsche Dir alles Gute

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  • Oliver

    Lieber Christian, das klingt alles überhaupt nicht esoterisch. Wer seine Stressfaktoren kennt, der kann sie aushebeln, das allerdings muss auch erstmal erkannt und gelernt werden. Und da ist jeder anders, hier in den Kommentaren wunderbar nachzulesen.
    Mir hilft in stressiger Zeit tatsächlich dass ich wunderbar faulenze kann, mich eine Weile zurückziehe, ein Buch lese, Parallelwelten erforsche, Hirn/Geist vom Stressfaktor löse und mit anderen Dingen beschäftige. Da reicht schonmal eine Stunde oder so, ich rede nicht von langen Zeiträumen. Ausserdem visualisiere ich mir, dass die stressige Zeit nur eine Phase ist, geht vorbei. Funktioniert gut und sorgt dafür dass sich nichts körperlich manifestiert.
    Zum Laufen bin ich ja erst viel später gekommen, das hilft natürlich auch ganz wunderbar, zumal ich dabei den Kopf so richtig frei bekomme. Wirkt manchmal wie so eine Art Reset-Knopf, nochmal stressfrei alles von Anfang an durchdenken oder bemerken dass es Quatsch war sich von bestimmten Themen stressen zu lassen.
    Zum Glück kann ich Stress auch einfach zurücklassen, es braucht schon sehr viel Druck damit ich zb Zuhause noch unter Job-Strom stehe. Kommt vor, ist aber selten.
    Durch viel über mich selbst lernen ist mein Umgang mit Stress recht routiniert, seit das so ist, gehts mir einfach gut 🙂
    Bleib gelassen, sorge dafür dass du geerdet bleibst, das wünsch ich dir.
    Liebe Grüße, Oliver

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    • DocRunner

      Lieber Oliver,
      da bin ich aber froh, dass Du mich in meiner Einschätzung bestätigst und ich nicht als Esoteriker gelte, denn das wäre mir ja peinlich 🤪
      Das mit dem Zurückziehen und aus bestimmten Bereichen herausnehmen kenne ich auch, allerdings ist das in meinem durchstrukturiertem Tagesablauf sehr schwer bzw. unmöglich und gerade die Zeit für Familie und Freunde möchte ich dafür nicht opfern…deshalb habe ich die Meditation begonnen. 15-20 Minuten pro Tag kann ich immer aufbringen ohne unter Druck zu geraten und am besten gelingt es während des Laufens, wie oben beschrieben.
      Glücklicherweise kann ich den Stress und Druck vom Job auch in der Praxis lassen, das gelingt aber v.a. durch das sportliche nach Hause kommen, entweder zu Fuß oder mit dem Rad, früher fiel mir das schwerer, v.a. da mich Autofahren teilweise immer noch sehr stresst 😈
      Ich kann inzwischen auch sehr gut mit jedwedem Stress umgehen…nur manchmal falle ich in alte Muster zurück und genau das hat mich zu diesem Beitrag bewogen…

      Salut und immer schön ausgeglichen bleiben 🤣

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  • Din Eiswuerfel Im Schuh

    Hallo Christian,

    das gesamte vergangene Jahr hat mir erst wieder gezeigt, wie viel Arbeit es ist, sich vom Stress nicht auffressen zu lassen. Vor einigen Jahren hatte ich eine ebenso anspruchsvolle Zeit, in der ich zuweilen nicht wusste, wie ich das nächste Jahr erreichen sollte. Alles beruflich bedingt. Das war genau die Zeit, in der ich sportlich komplett umambitioniert unterwegs war, mich bewusst zurück genommen habe. Ich habe mit Yoga begonnen und nur diese Art der Betätigung sorgte für Stille in meinem Kopf. Das ist bis heute so geblieben, wofür ich sehr dankbar bin.
    Der Rhythmus des Laufens hingegen ist zuweilen wie Meditation. Aber es hilft mir immer wieder Lösungen zu finden und für mich wichtige Erkenntnisse zu sammeln. Ein anderer Weg, mit Stress umzugehen.

    Ich mag das Bild, auf dem du die Seele baumeln lässt. Es strahlt so viel Ruhe aus. Die wünsche ich dir auch für all die anstrengenden Momente.

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    • DocRunner

      Liebe Din,
      jeder kennt diese Phasen, in denen die Arbeit einen stresst, man kaum noch atmen kann und sich von Tag zu Tag rettet…leider erkennt nicht jeder, dass was fehlt, dass der Umgang mit Stress anders gestaltet werden muss. Du hast für Dich ein Mittel gefunden oder sogar mehrere und das ist gut so, ich kenn das nur zu gut und bin sehr froh, dass ich durch Meditation und v.a. durch das Laufen bereits vorbeugen kann 🧐

      Salut und vielen Dank

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  • nido00

    Lieber Christian,
    ich bin zwar keine Schwarz-Weiss Seherin, aber sicher eine Dramakönigin. Wenn etwas schief läuft, finde ich das gleich einen Weltuntergang und die ganze Welt ist gegen mich. Badewanne oder sehr ruhiges Yin Yoga hilft mir zum runterfahren, schreiben um zu relativieren und Laufen um zu Vergessen und mich Gut-Fühlen. Hilft alles, aber auch nicht immer 100%. Es ist schwer an seinem Verhalten zu arbeiten. Ich finde du bist da auf einem guten Weg. Esoterisch finde ich das nicht.
    Herzlichen Gruss!

    Gefällt 1 Person

    • DocRunner

      Liebe Roni,
      Schwarz-Weiss-Denken ist leider ein häufiges Phänomen, deshalb sei froh, dass Du verschont bist. Da Du weißt, dass Du manche Probleme dramatisierst, ist es doch schon wieder halb so schlimm. Du kennst Wege wieder runter zu kommen und damit hast Du schon gewonnen…erkennen und gegensteuern, am besten noch vorbeugen, das versuche ich inzwischen und habe das Gefühl, dass es viel öfter auch funktioniert.
      Vielen Dank auch für die Bestätigung, dass ich kein Esoteriker bin 🤪, denn dass wäre für mich ein Weltuntergang 😈

      Salut

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  • joggerin

    Hab da leider kein Patentrezept für mich. Im normalen Leben versuche ich aber auf mein Herz zu hören, wo es lauter schlägt und wo nicht und versuche, mich danach zu verhalten. Versuche mich von dem, was Andere sagen, zu lösen. Was nützt es, wenn man es irgendwem recht macht und selber nicht zufrieden ist oder es kommt der nächste und sagt wieder was Anderes. Sowas hat mir früher viel zu schaffen gemacht. Mir helfen da auch entsprechende Lieder weiter.
    Aber ein Rezept zum kurzfristigen Entspannen und Rausnehmen habe ich leider nicht. Könnte es aber gebrauchen, vor allem Nachts, wenn mich so manches einholt und nicht schlafen lässt.
    Lieben Gruß
    Kornelia

    Gefällt 1 Person

    • DocRunner

      Liebe Kornelia,
      auf das Herz oder die innere Stimme zu hören ist eine sehr gute Maßgabe, derjenige der versucht es allen anderen Recht zu machen, wird irgendwann daran zerbrechen. Ein gesunder Egoismus muss sein, solange er keinem anderen wirklich schadet 😊
      Musik hilft auch mir immer wieder mich zu besinnen. Am Schlafverhalten lässt sich sehr gut der Stresslevel festmachen, deshalb ja auch die tägliche Meditation, mir hat es sehr geholfen 🧐

      Salut

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  • Wolfgang

    Lieber Christian,

    was mach ich, um mit Stress umzugehen?

    Früher (aber das ist schon Jahrzehnte her) habe ich mal meditiert. Und Yoga gemacht, was sicher für die körperliche Fitness wunderbar war. Auch an die Meditation hab ich gute Erinnerungen. Später habe ich eine ganze Zeit lang mal Autogenes Training gemacht und gemerkt, dass man durch konsequentes Üben sehr weit kommen kann, was schnelle und tiefe Entspannung betrifft und damit den Stress reduziert.

    Heute weiß ich, dass ich jederzeit auf diese Erfahrungen zurückgreifen könnte, bleibe aber beim Laufen, weil es mir neben der Fitness und dem „Runterkommen“ noch mehr gibt: die intensive Wahrnehmung von (Fort-)Bewegung und damit eine Rückkehr zu dem, was unsere Menschwerdung extrem bescheunigt hat. Das gibt mir das gute Gefühl, einen mächtigen Anker ins Leben geworfen zu haben. Und das trägt!

    Liebe Grüße
    Wolfgang

    PS: wie schon mal erzählt, ist es mir 2017 schlechter gelungen, mit Stress umzugehen, weil ich einfach viel weniger Gelegenheit hatte zu laufen. Das soll NIE wieder so passieren und 2018 war bislang ein gutes Laufjahr – auch wenn das Wetter bis zum heutigen Tag andere Pläne zu haben schien 🙂

    Gefällt 1 Person

    • DocRunner

      Lieber Wolfgang,
      autogenes Training hat mir nie so viel gebracht bzw. war für mich nicht einfach mal so anwendbar, genauso wie Tai-Chi, was ich seit fast 10 Jahren regelmäßig mache…die Achtsamkeitsmeditation war einfach und schnell zu erlernen und kann jederzeit überall angewendet werden, es bedarf nur etwas Ruhe.
      Das Laufen an sich funktioniert bei mir auch fast immer als mentale Dusche, aber halt auch nicht immer…und genau da hilft mir dieses Innehalten und die Konzentration auf den Moment wunderbar 😇
      Ich wünsche Dir für 2018 einen besseren Umgang mit Dir selbst und hoffentlich ausreichend Möglichkeiten beim Laufen zu entspannen

      Salut

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