Langeweile ≠ Monotonie

Nein, Langeweile kenne ich wirklich nicht, denn glücklicherweise habe ich ein Leben, was angefüllt ist mit sinnvollen Beschäftigungen, die mich meist von früh bis spät binden. Langeweile muss auch furchtbar sein, v.a. wenn sie täglich in Erscheinung tritt, wie ich es immer wieder bei Mitmenschen erlebe.

Eine Freizeitbeschäftigung wie das Laufen lässt keinen Platz für Langeweile, wobei eine gewisse Monotonie beim Laufen ja gewollt ist, aber Monotonie und Langeweile sind zwei paar Stiefel, für mich auf jeden Fall. Monotonie hilft mir, mich beim Laufen zu entspannen, das kann das monotone Geräusch der Schritte auf dem Untergrund sein oder auch die Regentropfen, die auf die Regenjacke prasseln. Ja, ich empfinde dieses als angenehm und psychologische Untersuchungen haben gezeigt, dass genau diese Monotonie hilft den Flow zu erleben.

In der vergangenen Woche musste das Laufen etwas hinten anstehen, aber dafür waren die Läufe umso intensiver. Am Montag im strömenden Regen barfüßige 90 Minuten durch die Weinberge und auf befestigten Waldwegen, das war pure Monotonie und ich habe es genossen. Keine Menschen unterwegs und ausser dem Geräusch des Regens, meiner Füße und meines Atems durfte ich keinen Mucks vernehmen, einfach herrlich.

Am Freitag ein abendlicher entspannter Lauf, ebenfalls bei leichtem Nieselregen, nach der Nachhausefahrt mit dem Rad. Leider hat nach einer Stunde meine linke Wade begonnen zu schmerzen, was immer noch latent vorhanden ist. Scheint ein kleines muskuläres Problem, was v.a. beim bergab Laufen sich meldet. Aber dank Blackroll und Gymnastik ist der Schmerz fast schon wieder verschwunden. Aber am Freitag Abend hat es mir den Laufspass etwas vermiest, denn bis dahin lief es richtig gut.

Gestern folgte dann ein Ausflug auf Trails, die ich zuletzt vor über einem Jahr erlaufen hatte, ganz am nördlichen Ende meines Laufreviers. Dazu durfte ich erstmal knapp 6 Kilometer Anlauf nehmen, bis ich den Wald erreichte. Die Sonne hatte mich zaghaft begleitet und später dann auf der Höhe mit ihrer wärmenden Umarmung verwöhnt. Leider hat das schöne Wetter auch viele Mountainbiker in den Wald getrieben, so dass ich die Trails teilen musste. Lästig, aber dort leider unvermeidlich, weshalb ich auch nicht so häufig in diesen Wäldern unterwegs bin.

Düster war es im Wald

Aber es hatte sich gelohnt, denn der Lauf hat mich richtig entspannt und ausser auf den bergab Passagen war der Wadenschmerz nicht existent. Durch die Aufräumarbeiten nach den beiden Stürmen Burglind und Friederike waren die Wege teilweise von schwerem Gerät durchpflügt und schon bald hatte ich eben soviel Matsch in den FiveFingers wie aussen, ich hatte den Morast nachher sogar unter den Fußnägeln 😂. Am höchsten Punkt erwartete mich dann die Sonne und wärmte die nackigen Waden, der Wind war leider nicht so gnädig und versuchte immer wieder mit kalten Böen mir die Wärme zu entziehen.

Nach 2,5 Stunden begab ich mich dann wieder auf den Nachhauseweg, der direkte Weg führt durch steile Weinberge und eine Ortschaft, vorbei an einem Einkaufszentrum, in dem noch hektisch Besorgungen gemacht wurden, unter die heiße Dusche. Das war ein Lauf fürs Herz 💛, ganz nach meinem Geschmack. Am Abend durfte ich dann mit meiner Liebsten die verlorenen Kalorien bei einem herrlichen mehrgängigen romantischen Abendessen im Lieblingsrestaurant wieder auffüllen. Und heute konnte ich in eben dieser Begleitung die Knochen und Muskeln bei einem regenerativen Läufchen ausschütteln, mal sehen, was die kommende Woche bringt…

 

Salut

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Über DocRunner

Bin besessen von allem was ich anpacke: Beruf, Familie und natürlich vom Laufen. Besessenheit ist für mich Erholung und Genuss, Gleichgültigkeit bedeutet Stress und Langeweile. Mein Lebensmotto hört sich martialisch an, gründet aber auf täglicher Erfahrung und drückt meinen Wunsch aus: Stirb wenn es Zeit ist. Zeige alle Beiträge von DocRunner

24 responses to “Langeweile ≠ Monotonie

  • ultraistgut

    Lieber Christian,

    insgesamt eine schöne Laufwoche für dich, mal abgesehen von den Mountainbikern, mit denen du das Terrain teilen musstest, kann mir gut vorstellen, dass das nicht besonders lustig ist, besonders dort, wo man gerne alleine ist und die Ruhe sucht, ABER leider muss man in “ Stoßzeiten “ das Terrain auch mal teilen, wovon auch ich ein Lied singen kann,das vermiest uns nicht die Freude am Laufen.

    Die weniger angenehmen Wadenprobleme bekommst du hoffentlich wieder in den Griff, aber du weißt, wie du ihnen begegnen musst.

    Die Krönung und Belohnung: ein mehr gängiges, ROMANTISCHES Abendessen zu zweit, was will MANN mehr, ich freue mich für dich/für euch – so kann es weitergehen.

    So ein romantisches Abendessen zu zweit, du hast mich auf eine Idee gebracht, verdient habe ich es mir allemal – und nicht nur ich !

    Und die nächste Woche wird super, ich bin sicher ! ♥ 😎

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    • DocRunner

      Liebe Margitta,
      ich hatte leider am Abend diese Woche nur wenig Zeit, so dass ich keinen Lauf von der Praxis nach Hause durchziehen konnte, was mir schon gefehlt hat…dafür kein einziges Mal das Auto benutzt 😇
      Leider gibt es in bestimmten Teilen des Waldes viele Trails die ich mit den MTBlern teilen muss, aber meist meide ich diese Bereiche.
      Das Abendessen war eine Wucht, kann ich Dir und Deinem Göttergatten nur empfehlen 💜💜💜

      Salut ma chère copine

      PS: Die Wade ist morgen bestimmt wieder in Ordnung 😊

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  • Manfred

    Lieber Christian,
    Recht hast du: Langeweile ≠ Monotonie!
    Wie du beschrieben hast, braucht es manchmal genau diese Monotonie, um abzuschalten, zu regenerieren, oder in einen Flow zu kommen … oder auch zwei, oder drei Sachen auf einmal zu erleben! 😆

    Ich wünsche dir, dass die nächste Woche deine Abende nicht ganz so beansprucht und dass du wieder mehr auch mal nach Hause laufen kannst! … und auf den Trails einfach die MTBler ignorieren … geht leider nicht ganz! :mrgreen:

    Alles Gute! – Salut

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    • DocRunner

      Lieber Manfred,
      ich denke das Eine bringt das Andere mit, sprich wenn der Kopf nicht zur Ruhe kommt, gibt es auch keinen Flow…bei mir ist es definitiv einfacher, wenn ich diese Monotonie bewusst wahrnehme.
      Zeit ist einfach zu kostbar, leider geht nicht immer alles, auch diese Woche ist das Fenster klein, aber ich werde sehen 😉

      Salut

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  • regenfrau

    Lieber Christian,
    dieser monotone Montagsregenlauf klingt ganz wunderbar. Ich konnte mir beim Lesen richtig gut die Ruhe dabei vorstellen. 🙂
    Schön, dass die Wade wieder friedlicher geworden ist. Ich hoffe, sie beruhigt sich bald wieder ganz.

    Dafür. dass du vergangene Woche wenig Zeit hattest, hast du sie aber wirklich gut genutzt! 😀

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    • DocRunner

      Liebe Doris,
      der Lauf im Regen am Montag war auch der schönste, weil am entspanntesten und ganz ohne ziehende Wade 😊 Aber Du kennst es ja, im Regen ist man meist einsam unterwegs, da begegnen einem nur andere Verrückte 😈
      Wer, wenn nicht ich kann mit wenig Zeit noch so viel sportlich anfangen 🤣🤣 ???? Nein, im Ernst, so ganz zufrieden war ich mit der Ausbeute nicht, aber besser als gar nichts

      Salut

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  • Deichlaeufer

    Lieber Christian,

    auch wenn das Laufen in dieser Woche etwas hintenan stehen mußte und die Wade etwas zickt, insgesamt klingt Dein Post sehr positiv und eine große Zufriedenheit ausstrahlend.

    Und die Monotonie, die das Laufen haben kann, schätze ich auch sehr. In allen anderen Lebensbereichen prasselt ja quasi ein Dauerfeuer auf uns ein, da tut diese Monotonie einfach nur gut.

    90 Minuten barfuß im Regen, für diesen Genuß bin ich noch nicht weit genug. Aber auch das klingt einfach nur wunderbar.

    Ich wünsche Dir, dass Du weiterhin soviel Zufriedenheit und Zuversicht ausstrahlst!

    Moin Moin
    Volker

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    • DocRunner

      Lieber Volker,
      zufrieden bin ich im Großen und Ganzen, nur manchmal wünschte ich mir etwas weniger Termine und dafür mehr Zeit für Familie, Freunde und das Laufen, aber meist bekomm ich die Gratwanderung irgendwie hin…dann bleibt nur etwas Sehnsucht und wenig Unzufriedenheit 🤣😉
      Genau so ist es, Monotonie entspannt und lässt einen durchatmen.

      Das barfüßige Durchdenregentanzen ist etwas sehr Angenehmes, selbst wenn der Regen etwas kühler ist, v.a. das heiße Kribbeln nach dem Lauf in der Fußsohle 😲, freu Dich drauf

      Das wünsche ich Dir übrigens auch!

      Salut

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  • Lauf Markus

    Manchmal darf man eben auch einfach so vor sich dahintraben, ohne etwas im Kopf zu haben und um komplett abzuschalten und zu entspannen. Und trotzdem vergeht die Zeit wie im Fluge. Und am Ende fragt man sich wie das alles so schnell vergehen konnte !

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    • DocRunner

      Tja, Markus, ich bin ja meist so unterwegs und genau das macht für mich den Reiz beim Laufen aus…Ruhe, Entspannung, Einsamkeit. Deshalb wünschte ich mir manchmal mehr Zeit, dann müsste man sich nicht fragen, wo sie geblieben ist…

      Salut

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  • Anna

    Lieber Christian,
    Langeweile kenne ich im Moment genauso wenig wie Du 🙂 Langeweile muss wirklich furchtbar sein. Meine Nachbarin, eine 86-jährig alte Dame für die der eine Tag länger ist als der andere – vor allem jetzt im Winter wenn sie nicht gut raus kann und auch ihre liebste Freizeitbeschäftigung Gartenarbeit nicht nachgehen kann, wird uns das bestimmt bestätigen. Ich gehe hin und wieder zu ihr auf ein Kaffee, leider zu selten da mein Terminkalender meist vollgepackt ist.

    Die Monotonie, die sie in ihren Alltag erlebt ist schon eine ganz andere, als die, die wir beim Laufen erleben und eben auch schätzen.

    Auch wenn das Laufen bei Dir in der vergangenen Woche etwas hinten anstehen musste, die gelaufenen Kilometer waren zumindest qualitativ sehr gut (abgesehen vom Wadenmucksen). Die Bilder vom Traillauf sind richtig einladend – zumindest, wenn man sie so ohne störende Mountainbiker betrachten kann 😉 Dann der krönende Abschluss, ein romantisches Abendessen mit Deiner Liebsten. Das hört sich alles sehr gut und erholend an!

    Ich wünsche Dir gute Besserung für Deine Wade, dass die Schmerzen sich wieder auf ein nimmer wiedersehen verziehen und ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche!

    Liebe Grüße Anna

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    • DocRunner

      Liebe Anna,
      Schmerzen sind ja nicht von Dauer und sind schon deutlich geringer und nur noch bergab, also wird es sich schon wieder geben 😊
      Wenn ich nicht viel laufen kann, möchte ich wenigstens meine Ansprüche an die Qualität befriedigen. Das Abendessen mit meiner Frau war nur das i-Tüpfelchen, das gönnen wir uns alle 4-6 Wochen.

      Salut

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  • helgeorlt

    Soso, Lieber Christian, du findest also die MTBer lästig! 😯
    Aber mach dir nix draus, ich auch. Sogar, wenn ich selbst einer bin 😆
    Ich habe ja das Glück das ich hier bei mir laufe und bike ohne irgend jemand anderen zu treffen. Wenn wir in anderen Gefilden unterwegs sind, dann stört es mich auch, ständig auf andere zu treffen.
    Der Lauf mit dem Wadenzwicken war sicherlich auch lästig, aber gut, das es nur so eine kurze Unmutsbekundung war. Ich habe das auch hier und da beim Bergablaufen. Eigentlich finde ich das immer seltsam, dachte immer, das kommt nur, weil ich bergab nicht mag, aber anscheinend geht es anderen ja auch so.
    Dem Himmel sei Dank gibt es Blockrolls 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

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    • DocRunner

      Liebe Helge,
      ich habe grundsätzlich kein Problem mit den MTBlern, allerdings gibt es da auch ganz gewaltige Unterschiede, die freundlichen und zuvorkommenden Biker sind hier leider in der Unterzahl. Ein „Links“ kann auch mit einem „Bitte“ ergänzt werden, v.a. wenn die Biker ja hier in Ba-Wü illegal auf den Trails unterwegs sind 😈
      Irgendwie kommt der Wadenschmerz immer nur beim bergab laufen, ich mag das ja auch nicht so…aber immer nur bergauf geht ja nicht 🤣
      Die Blackroll und etwas Wärme helfen aber schnell und so mach ich erstmal weiter.

      Salut

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      • helgeorlt

        OK, also bei uns gibt es sowas wie „links“ einfach nur gerufen eh nicht. Wir haben hier rießige Waldstücke wo wir ganz ungestört sind und wenn wir uns mal dort aufhalten , wo Wanderer und/oder Läufer sind, dann haben die immer Vorfahrt. Und wir bedanken uns immer ordentlich 🙂
        Wir sind gaaanz lieb, schließlich sind wir ja auch Läufer und kennen die Gefahren.

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        • DocRunner

          Tja, scheint die Eifel-Biker haben ihren Knigge gelesen…hier fehlt meist die notwendige Rücksicht.
          Deshalb meide ich die sogenannten „Bike-Reviere“
          Ich empfinde es als selbstverständlich, dass der vermeintlich stärkere Rücksicht nimmt, mach ich auch, wenn ich mit dem Rad auf Wirtschaftswegen Fußgängern oder anderen Radlern begegne 🙋🏼‍♂️

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  • Jörg

    Du beschreibst gut, weswegen auch ich laufe.

    Jörg

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  • Steve

    Oh yeah…das bringt mich auf die Idee auch mal wieder in einer anderen Ecke meines Reviers vorbeizuschauen.
    Dazu ist auch ein bisschen Anlauf nötig…aber es könnte sich lohnen.

    Danke für die Inspiration

    Grüße

    Steve

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  • joggerin

    Liest sich nach einer schönen Laufwoche bis auf das Wadenproblem. Hoffe, dass es sich bald verflüchtigt.
    Wünsche Dir alles Gute!
    Lieben Gruß
    Kornelia

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  • abhängen – Laufend dankbar sein

    […] Christian schrieb in seinem Beitrag »Langeweile ≠ Monotonie«: […]

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  • Entspannung durch Monotonie | Deichlaeufer

    […] widmete sich vor einigen Tagen dem Thema Entspannung durch Monotonie und Manfred griff das Thema heute auf. Der Bogen spannt sich über das Lauschen seiner eigenen […]

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