Ist Sport überhaupt gesund?

Etwas reisserischer Titel, aber immer wieder werden Daten oder eine Zusammenfassung von Einzelerfahrungen veröffentlicht, die zusammen mit eigenen Erlebnissen und Informationen von Kollegen und anderen Sportlern mir diese Frage aufdrängen. Ist Sport gesund? Und wenn ja, wieviel Sport?

Zu diesem Beitrag, der allerdings schon Jahre in meinem Hinterkopf herumspukt, hat mich ein Beitrag von Sebastian vom vergangenen Wochenende inspiriert. Sebastian hat aufgrund eigener Erfahrungen und einem wirklich auch für Laien sehr gut geschrieben Buch „The Haywire Heart“ einen umfassenden Beitrag verfasst, der sich v.a. mit möglichen Schäden am Herzen beschäftigt. Sehr lesenswert!!!

Es gibt so viele medizinische Studien und Reviews, die alle unterstreichen und beweisen, dass Bewegung und Ausdauersport bei einer Vielzahl von Erkrankungen hilft bzw. auch vorbeugt. So konnten Studien zeigen, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermindert wird durch regelmäßige Bewegung:

„Die Risikosenkung für zerebrovaskuläre Ereignisse liegt in der gleichen Größenordnung wie für die koronare Herzkrankheit: Das Risiko einer koronaren Herzkrankheit bei Männern, die sich in der Freizeit regelmäßig bewegen, liegt 24 % unter dem Risiko für Männer, die in der Freizeit körperlich inaktiv sind. Bei Frauen reduziert sich das Risiko analog um 23 %.“

Reimers et al., Dtsch Arztebl Int 2009; 106(44): 715–21

Diese Ergebnisse decken sich mit früheren Metaanalysen. Jedoch ist das Maß an Bewegung nicht einheitlich definiert, jedoch scheint mehr Bewegung auch mehr Benefit bezüglich Prävention zu bedingen (statistisch).

Auch bei verschiedenen Krebsarten konnten positive Effekte nachgewiesen werden, sehr gut ist das bei kolorektalen Karzinomen (Dickdarmkrebs) untersucht:

„Mehrere epidemiologische Untersuchungen und prospektive Kohortenstudien zeigten übereinstimmend ein vermindertes Risiko für die Entwicklung eines Kolonkarzinoms bei Männern und Frauen, die regelmäßig Sport treiben. (…) Die Autoren konnten zeigen, dass insbesondere bei Personen, die sich mehr als 7 Stunden pro Woche körperlich betätigten, das Kolonkarzinomrisiko um 40 % verringert war.“

Halle et al., Dtsch Arztebl Int 2009; 106(44): 722–7

Diese Erkenntnisse sind ebenfalls deckungsgleich mit Daten bei anderen Krebserkrankungen aus der Vergangenheit und auch Folgestudien aus den letzten 5 Jahren konnten diese Effekte bestätigen. Sprich es zeigte sich diesbezüglich eine Abhängigkeit von der Intensität und auch der zeitlichen Belastung. Allerdings wie es bei Menschen aussieht, die deutlich mehr Zeit mit sportlicher Belastung neben der alltäglichen beruflichen und privaten Belastung verbringen, blieb bislang unklar.

Auch bei neurodegenerativen Erkrankungen wie der Parkinson Erkrankung oder bei Demenzen kann Sport vorbeugen. Allerdings konnte keine dieser Studien zeigen, ob zuviel Sport den positiven Effekt (Risikoverminderung an M.Parkinson zu erkranken um 35-40%, je nach Studie und Vergleichsgruppe 1, 2) wieder zunichte macht, allerdings wird das dopaminerge System durch Sport aktiviert und dadurch mehr Dopamin zur Verfügung gestellt, was ja bei der idiopathischen Parkinson Erkrankung fehlt und damit scheint sich hier kein zwingend negativer Effekt aufzudrängen.

Und dann gibt es sie, die Studien, die zeigen, dass eine gewisse Menge/Masse an sportlicher Aktivität der Gesundheit schadet, ja, dass sogar Herzerkrankungen drohen, wenn zuviel Sport gemacht wird. Das freut die Lobby der Unsportlichen und Bequemen natürlich sehr 😲 Allerdings sind diejenigen, die zuviel Sport machen absolut gesehen in der Unterzahl, eine verschwindend geringe Minderheit, vergleichbar mit den Fällen von plötzlichem Herztod bei sportlicher Anstrengung…oder sind es gerade die Menschen, die durch zuviel Sport diese Ereignisse auslösen? Keiner weiß es. Allerdings zeigten in den letzten 15 Jahren diverse kleine Studien, dass ambitionierte Freizeitsportler, die mehr als 10 Stunden pro Woche trainieren, sehr viel häufiger Vernarbungen am Herz (myokardiale Fibrosen) aufwiesen, die im Zusammenhang mit auch möglichen lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen gesehen werden und meist verursacht sind durch Herzmuskelentzündungen. Diese treten häufig dann auf, wenn trotz eines Infektes Sport getrieben wird. Allerdings werden keine absoluten Zahlen genannt, weil prospektive Studiendaten nicht existieren, sprich wieviele der Menschen mit solchen Vernarbungen nun wirklich maligne Herzrhythmusstörungen oder einen plötzlichen Herztod erleiden, weiß (noch?) keiner.

Tief durchatmen in der kühlen Winterwaldluft

Ich gehöre zu den Menschen, die solche Vernarbungen am Herzen haben, denn ich hatte 2007 nach einem viralen Infekt eine Myokarditis, wenn auch nur in leichter Ausprägung. Seither darf, ein sehr Ausdauersport erfahrener Kardiologe, sich meiner Herzgesundheit einmal im Jahr annehmen und mich untersuchen und beraten. Immer wieder diskutieren wir dieses heikle Thema, denn wer will schon plötzlich beim Sport sterben und immer wieder gehe ich mit der Gewissheit aus der Praxis, dass es keine Garantien gibt und ich auch keine absolute Sicherheit habe, egal was ich mache. Mein Kardiologe sagte mir im vergangene Jahr, nachdem ich zum ersten mal überhaupt eine paroxysmale Tachykardie (vorübergehendes Herzrasen) bei der morgendlichen Fahrt mit dem Rad zur Praxis hatte, dass ich ein immer noch sehr viel gesünderes und anpassungsfähigeres Herz-Kreislauf-System habe, als in meiner Altersgruppe durchschnittlich üblich und hat mir im gleichen Atemzug das o.g. Buch empfohlen. Seither weiß ich, dass ich gesünder bin als der übergewichtige und mit Wohlstandskrankheiten belegte 50 jährige Couch-Potatoe, aber ich habe ein ähnliches Risiko eine maligne Herzrhythmusstörung zu bekommen oder gar Tod umzufallen? 🧐😤🤪

Das impliziert natürlich, dass der ganze Sport umsonst ist, er nützt weder meiner Gesundheit noch meiner Lebensqualität!? Oder gibt es doch noch etwas wissenschaftlich Bewiesenes was den Sport rechtfertigt, neben den ganzen vorbeugenden Wirkungen gegen Krebs (kilorektale Karzinome, Mammakarzinom etc.), Depression und immunologisch vermittelten Erkrankungen? Ja, denn Bewegung macht Spass – das ist spürbar –  und belohnt, dies haben Ökonomen in einer Arbeit3 festgestellt, sie konnten nachweisen dass sich  schlechte Fitness von einer Person zur anderen ausbreitet, die Menschen imitieren das Ernährungs- und Bewegungsverhalten ihrer am wenigsten fitten Freunde. Wenn aber ein Mensch Spass an der Bewegung findet oder gefunden hat, verliert sich diese Nachahmung und er misst sich mit fitteren Freunden.

Also warum gehe ich das erhöhte Risiko fast jeden Tag ein, beim oder durch den Sport mir eine Herzrhythmusstörung einzufangen? Weil es mir einen unsäglich großen und wissenschaftlich nicht belegbaren Vorteil und Nutzen bringt (Liste ist unvollständig und kann täglich geändert und erweitert werden):

  • ich bin erfrischter und wacher nach dem Sport,
  • ich bin zufriedener mit mir selbst und meiner Umwelt,
  • ich finde Ruhe und Entspannung,
  • ich tanke Energie für den Alltag,
  • ich habe Spass an dem was ich mache,
  • ich mag meinen Körper,
  • ich fühle mich gesünder 😊,
  • und natürlich das Risiko auch ohne Sport besteht 😂

Nein, das alles sehe ich nicht zynisch, ich bin sehr sensibel, was wissenschaftliche Erkenntnisse betrifft, wenn ich die jeweiligen Originalarbeiten zu lesen bekommen habe. Auch der Inhalt von „The Haywire Heart“ gibt mir zu denken, aber es gibt einfach Risiken, die keiner sicher einordnen kann und ich auch wissentlich eingehe, weil mir offensichtlich mein Sportpensum, wie es gerade ist, in allen Belangen – physisch, mental und auch emotional – sehr gut tut.

Heute auf verschneiten Trails

Sorry, für den längeren Beitrag, aber das musste einfach sein. Danke nochmal an Sebastian für die Inspiration. Deine Beiträge sind immer detailliert und tiefgründig.

Salut

 

1 Thacker EL et al. Recreational physical activity and the risk of Parkinson’s disease. Mov Discord 2008; 23: 69-74

2 Xu Q et al. Physical activities and future risk of Parkinson’s disease. Neurology 2010; 75: 341-348

3 Carrell, Scott E. & Hoekstra, Mark & West, James E., 2011. „Is poor fitness contagious?: Evidence from randomly assigned friends,“ Journal of Public Economics, Elsevier, vol. 95(7-8), 657-663

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28 responses to “Ist Sport überhaupt gesund?

  • Manfred

    Lieber Christian,
    ooch, dass der Beitrag länger wurde, braucht dich nicht zu kümmern!

    Ich bin, wohl ähnlich wie Sebastian, ein medizinisch interessierter Laie. Und ich bin selbstkritisch genug mich selbst zu „hinterleuchten“! – Beruhigend für mich ist, dass ich noch nie diese Symptome spürte, die Sebastian beschreibt! – Und doch möchte ich richtig handeln, auch wenn ich, wie du, die vielen positiven Effekte unseres Sportes erlebe!

    Es bleibt doch immer die Frage: wie ist das auf mich zu übertragen, bzw. anzuwenden? – Hat es auch etwas mit der Lebenslaufleistung zu tun (meine über 100.000 gelaufenen km), oder „nur“ mit einer „aktuellen“ sportlichen Überlastung einhergehend mit anderen hohen Stressoren (familiäre und berufliche Situation etc.)? – Oder können andere Faktoren, wie z. B. die Faktor-V-Leiden-Mutation die Ausgangssituation verschlechtern?

    Genug Persönliches!

    Danke für deinen Beitrag, der mir sehr ausgewogen erscheint!
    Und „doch“ sollten wir weiterhin rausgehen und unseren Sport treiben!

    Salut

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    • DocRunner

      Lieber Manfred,
      nicht zu Deiner Beruhigung kann ich sagen, dass die von Sebastian beschriebenen Symptome nicht zwingend als Vorboten auftreten müssen…sie können eine Warnung darstellen, müssen aber nicht 😉
      Ab einem gewissen Alter und bei regelmäßigem Sport sollte eine sportmedizinische und/oder kardiologische Untersuchung in regelmäßigen Abständen erfolgen, damit ist das Risiko abschätzbarer, aber dennoch lassen sich die statistischen Studienergebnisse nicht einfach auf Dich übertragen, es ist immer nur eine Odds-ratio die resultiert. Und wie Du schreibst, ob eine Thrombophilie wie die Faktor-V-Leiden-Mutation (wahrscheinlich heterozygot?) die Situation beeinflusst, kann keiner sagen, weil es wahrscheinlich keine vernünftigen Daten bzw. ausreichend Probanden/Patienten gibt 🤪
      Es ist und bleibt so: das Leben ist ein Risiko und mit (oder auch ohne) Sport sowieso, also gehen wir laufen 😂

      Salut

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  • flowrunner.de

    Lieber Christian,

    es freut mich, dass Du oben stehende Gedanken zu „Papier“ gebracht hast (naja, nicht ganz im Wortsinn). Und es freut mich natürlich auch, wenn ich mit dazu beigetragen habe.

    Ich überlege meist lange, ob ich einen Beitrag schreibe, oft zu lange und dann verwerfe ich die Gedanken wieder. Bei dem Beitrag zu The Haywire Heart wusste ich von Anfang an, dass ich ihn schreibe… hat dann aber trotzdem noch etwas gedauert 😉

    Zu deinen obigen Zeilen kommen mir so viele Gedanken, dass ich nicht ausschließe, diesmal mehrfach zu kommentieren. Sie sind nämlich schwer zu ordnen.

    Ich versuche es mal:

    1. Wahrscheinlich wird alles, was gesund ist, ab einer gewissen Dosis ungesund. Mit Sport verhällt es sich da wohl kaum anders als mit Obst (auch bei letzterem überwiegen ab einer gewissen Dosis die Nachteile). Und umgekehrt werden ja zum Beispiele auch Gifte für die Heilung eingesetzt, wenn nur die Menge gering genug ist. Kurz und bekannt: die Dosis macht das Gift.

    2. Ich habe nie – auch nicht an einem einzigen Tag – darüber nachgedacht, keinen Sport mehr zu treiben. Über die Intensität denke ich seit langem nach, allerdings auch gezwungenermaßen.

    3. Ich glaube, dass die, die den Sport wirklich lieben, in den seltensten Fällen aus gesundheitlichen Gründen damit angefangen haben. Denn machen wir uns nichts vor. Wer jeden Tag eine Stunde spazieren geht und danach noch eine halbe Stunde Yoga macht, der überlebt uns Läufer statistisch und wissenschaftlich betrachtet sicher.

    4. Die Lektüre von The Haywire Heart hat mir keine Angst gemacht. Im Gegenteil, ich habe mich seit langem zum ersten Mal bei diesem Thema verstanden gefühlt. Dass dich dein Kardiologe auf das Buch gebracht hat, das finde ich sehr bemerkenswert. So einen hätte ich auch gerne.

    Für meine weiteren Gedanken ist eine Aufzählung einfach die falsche Form, weshalb ich lieber frei weiter schreibe…

    Ich habe wirklich eine zeitlang eine gewisse Angst vor dem plötzlichen Herztod gehabt. Mit einer leichten Hypertrophie und gelegentlichen Extrasystolen dürfte das Risiko dafür nur gering bis mäßig erhöht sein. Doch Ängste haben selten etwas mit Fakten zu tun, sie entziehen sich leider allzugerne dem Verstand. Aber wenn einem zum ersten Mal wirklich bewusst wird, dass es eben nicht selbstverständlich ist, dass unser zentrales Organ seinen Dienst wie immer verrichtet, dann braucht es seine Zeit, das Urvertrauen, das man vorher hatte, wieder zu erlangen.

    Bildlich gesprochen: mit einem Sprint, der die letzten Kräfte mobilisiert, ins Ziel zu laufen, sich danach mit pochendem Herzen und auf dem Rücken liegend wieder zu erholen, das habe ich früher geliebt. Heute würde ich es leider immernoch fürchten – aber sowas mache ich ja sowieso nicht mehr 😉

    Dennoch muss man sich erst daran gewöhnen.

    Aber abgesehen vom gerade beschriebenen Extrem habe ich mein Vertrauen (an was auch immer) zurück gewonnen. Denn in einem weiteren Punkt bin ich ganz bei Dir:

    Wer weiß schon, was morgen sein wird. Entscheidend ist, was jetzt ist. Wäre doch wirklich jammerschade, sich das schöne JETZT durch unnötige Sorgen und Ängste über ein Morgen zu verderben, von dem keiner weiß, wie es aussieht – und das ich vor allem in dieser Sache gar nicht beeinflussen kann.

    Insofern kann einem so eine kleine „Herzmacke“ sogar manchmal ein mehr an Lebensqualität spenden 🙂

    Sorry für die vielen Worte, kam so über mich…

    Beste Grüße
    Sebastian

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    • DocRunner

      Lieber Sebastian,
      das Thema ist sowohl sachlich als auch emotional sehr komplex, das hatte ich schon bemerkt, als ich Deinen Beitrag gelesen und meinen geschrieben habe.
      Ich denke wie Du, dass Angst der falsche Begleiter ist, Angst macht uns blind für die Fakten, die Ratio funktioniert nicht mehr und alles wird auf eine emotionale Ebene transferiert, auch unsere Entscheidungen. Deshalb war für mich von Anfang an klar, solange mir nicht jemand definitiv sagen kann, was passieren wird, solange werde ich nicht aufhören aus diesem Grund Sport zu machen, warum auch? Das Leben an sich ist ein Risiko und keiner kann abschätzen wohin oder bis wann es funktioniert.
      „Herzmacke“ ist gut, das passt zu meinen Neurosen und hört sich v.a. weniger gefährlich an, wie erworbene myokardiale Fibrose 🤪
      Eine gewisse Vorsicht und dazu gehört für mich die regelmäßige Kontrolle durch den Kardiologen ist jedoch selbstverständlich. Denn nur dann bekomm ich eine gewisse Sicherheit und kann für mich abschätzen, was mein Tun, sprich die Intensität der sportlichen Betätigung, bedeutet.

      Ich danke Dir nochmals für den Denkanstoss und fühl Dich frei noch mehrfach zu kommentieren.

      Salut

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  • Lizzy

    Hallo Christian,
    der Beitragstitel ist nicht der erste, der mich zu deinem Blog gelockt hat; ich lese hier ab und zu mit. Dieser Beitrag aber hat mich nicht nur gelockt sondern in gewisser Weise auch geschockt und animiert mich dadurch zu einer Antwort.
    Denn: es spricht mir aus dem Herzen, was du für dich an Konsequenzen ziehst und aus Liebe zu Sport und Bewegung Risiken eingehst. Die Freude darüber ist ganz und gar egoistisch. Auch ich gehöre ins Lager derjenigen, die von kompetentester Stelle (würde ich mal so sagen …) vor einigen Wochen nach einer kardiologischen Untersuchung die schon vor Jahren eher zart angedeutete Warnung bzgl meines Herzens nochmal verschärft und massiver zu hören bekam.
    Sprich: auch ich gehöre zu denjenigen, die im Prinzip irgendwann beim Sport *bums* tot umfallen könnten. Und die mit hoher Wahrscheinlichkeit trotz super Trainingszustands und Fitnesslevel, trotz Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit etc. mit hoher Wahrscheinlichkeit kein allzu hohes Alter erreichen werden.

    Dumm dabei: so richtig genau weiß ja doch niemand, WO das richtige Maß liegt. Wann die Gefahr am höchsten, wie und ob überhaupt beeinflussbar. Klar gibt es Studien. Aber wie ich selber erleben durfte, haben sage und schreibe fünf Ärzte, darunter der Chef des Instituts für Prävention und Sportmedizin, der auch federführender Mitersteller diverser STudien über Herzkram in Zusammenhang mit Sport ist – über mich „interessanten Fall“ diskutiert. Wörtliche Aussage der jungen Ärztin, die mich dann abends noch anrief, um mir das „Ergebnis“ mitzuteilen:

    „Es kam, wie mein Opa immer sagt: fünf Ärzte, sechs Meinungen“

    Scherz hin, Scherz her – aus dem Fakt gleich zweier „Auffälligkeiten“ am Herzen, die nicht mehr klein sind aber medikamentös nicht beeinflussbar kann man mit echter Sicherheit NICHTS ableiten. Nichtmal eine gescheite Empfehlung. Es kamen „wahrscheinlichs“ und „vielleicht Spitzen vermeiden“ … und nun soll ich „engmaschig überwacht werden“ (was aber, da bin ich mir ziemlich sicher, eher der Forschung als meinem persönlichen Wohl dienen soll – ist mir aber auch recht 😉

    Und ich kam – zugegeben nach einem kleinen Schockzustand, der ein paar Tage anhielt – zu demselben Schluss wie du (vielleicht sogar noch verschärfter als du): ich werde weiterhin das tun, was mir Freude bereitet und dafür auch das Risiko eingehen, womöglich (?!) auch früher als bei anderem Verhalten tot umzufallen. Letztlich ist sowieso irgendwann Ende und beim Laufen tot umzukippen ein gar nicht soooo schlimmer Tod in der Vorstellung. Der Zeitpunkt passt einem ja letztlich nie. Mein Schwiegervater ist – bei scheinbar extremer körperlicher und geistiger Fitness – mit 73 beim Tanzen mit seiner Frau aus ihren Armen heraus umgefallen und war tot. Hätte er auch zu früh gefunden – wenn auch im Prinzip okay.

    Meine direkten Verantwortlichkeiten habe ich erledigt: Sohn ist groß. Klar hätte ich gerne, dass sich die Enkel mal an mich erinnern. Aber eine direkte Verantwortung ist das nicht. Also mache ich eins: allen Bescheid sagen, wie damit umzugehen ist, es offen an- und aussprechen, Papierkram regeln, Arbeitszeit runterfahren (schon vor zwei Jahren passiert als die erste Warnung – noch nicht ganz so „dramatisch“ erfolgte. Mit langer Rentenzeit muss ich nicht rechnen – so hat auch alles seine Vorteile 😉 und ansonsten tue ich eben genau die Dinge, die mir Spaß machen. Da gehört Sport dazu – und sogar auch „Wettkämpfe auf Zeit“.

    Jetzt, wo der Roman hier steht … überlege ich natürlich, ob ich den hier einfach so abladen sollte. Schließlich ist es DEINE Geschichte, die mich dazu animiert hat, MEINE dazuzupacken.

    So lasse ich den Beitrag hier und bedanke mich für den deinigen und die Klarheit und Offenheit darin.

    Es grüßt
    Lizzy

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    • DocRunner

      Liebe Lizzy,
      vielen Dank für den Kommentar. Ich bin fasziniert, wie viele Sportbegeisterten selbst betroffen sind und um dieses Risiko wissen. Der Umgang damit scheint immer irgendwie ähnlich, was aber sicher mit der nicht klar zu ziehenden absoluten Grenze zu tun hat.
      Deine Geschichte hat alles, was es dazu zu schreiben gibt und ist in vielem meiner Geschichte ähnlich.
      Nach der Feststellung der „leichten“ Myokarditis 2007 sagte der CA der Kardiologie zu mir, ich solle vorsichtig sein mit dem Sport und die nächste kardiologische Kontrolle noch abwarten, bevor ich wieder anfange. Allerdings könne auch das Treppen gehen über mehrere Stockwerke zu ernsten Problemen führen, aber man könne ja nicht alles vermeiden…🤣 So wusste ich Bescheid, oder auch nicht…zum „Glück“ hatte ich kurz danach einen Abszess im Oberkiefer, sonst wäre ich wahrscheinlich schon viel früher wieder mit den Laufschuhen vor der Tür gestanden…und wer weiß, wie das ausgegangen wäre😉
      Ich hoffe und wünsche Dir, dass Deine Gesundheit noch lange ausreicht, um Deinen Sport zu pflegen, in diesem Sinne: Bleib gesund!

      Salut

      PS: Vielen Dank für Deine Geschichte! Ich lass das Meiste mal unkommentiert.

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      • Lizzy

        Christian, ich denke, dass die „vielen Sportbegeisterten“, die betroffen sind und es wissen, es deshalb wissen, weil eben Sportbegeisterte sich auch häufiger mal kardiologisch untersuchen lassen.

        Bei mir zumindest ist mit großer Wahrscheinlichkeit der Sport nicht Verursacher der Macken, die sind viel älter. Wäre ich aber nie zum Herzecho gegangen – und das bin ich nur in Anbetracht der Lauferei – dann hätte ich das aus der Norm fallende Herz auch – nur wüsste ich nichts davon.

        Ich denke, ich werde das demnächst auch mal als zumindest Begleitthema für mich aufgreifen und auseinanderdröseln. Danke für die Inspiration dazu 😉

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        • DocRunner

          Liebe Lizzy,
          ich weiß nicht, ob ich zum Kardiologen gegangen wäre, hätte ich nicht die Rhythmusstörungen 2007 im Rahmen der Myokarditis gehabt…wahrscheinlich nicht. Und manchmal wünschte ich mir, ich wüsste nicht, dass ich eine „Vernarbung“ am Herzmuskel habe. Allerdings komme ich inzwischen mit dem vermeintlichen Risiko besser klar.

          Es freut mich, wenn ich Dich inspirieren konnte…ist eine richtige Kette, denn ich wurde von Sebastian angestachelt 😊

          Salut

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  • regenfrau

    Lieber Christian,
    ja.

    Ich bin der Überzeugung, dass die körperliche Nachteile die Sport mit sich bringen kann, weit geringer sind, als die Vorteile, die er auf das Gesamtbefinden eines Menschen hat. Wenn es um das „noch gesunde“ Maß nach oben geht ,müsste man dem ja auch das Gegenstück nach unten (wie wenig Sport verkraftet ein Mensch ohne Gesundheitsschäden) gegenüberstellen können. Das funktioniert aber wohl so gar nicht, wenn man sich die unterschiedlichen Ergebnisse der Studien aus den letzten Jahren und Jahrzehnten anschaut.
    Jede/r muss/darf das wohl selbst für sich herausfinden und letztlich sind wir ja sowieso selbst für unseren Körper verantwortlich. 🙂
    Ich möchte den Sport in meinem Leben jedenfalls nicht missen und bin mir sicher, dass es den allermeisten bewegungsfreudigen Menschen genau so geht.
    Wenn ich keinen Sport machen will, werde ich immer Gründe finden, die dagegen sprechen, ob das nun eine seriöse Studie ist oder etwas anderes! 😀

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    • DocRunner

      Liebe Doris,
      es klingt so einfach und wenn die vielen Variablen nicht wären, wäre es auch ohne Probleme nachvollziehbar und belegbar. Deshalb kann ich nur eines unterstreichen, jeder ist da für sich selbst verantwortlich und sollte sich bewusst machen, welches „Risiko“ er selbst eingehen will und was er lieber vermeiden will.
      Ich sag es mal ganz drastisch mit den Worten eines Menschen, den ich erst unlängst kennen lernen durfte: wenn ich mich nicht mehr bewegen kann/darf, will ich auch nicht mehr leben. So sehr kann Sport das Leben positiv beeinflussen, dass man sich ein Leben ohne ihn sowieso nicht mehr vorstellen kann…das finde ich schon beachtlich.
      Gesundheit ist nicht nur Abwesenheit von Krankheit, sondern auch ein Gefühl….😊

      Salut

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  • Lauf Markus

    Ich käme nicht einmal auf die Idee dass ein Leben ohne Sport gesünder sein kann wie mit. Nun gut, ich stehe auch auf der einen Seite (der gesünderen, wie wir nun wissen) und mag es mich zu bewegen.
    Klar, gibt es immer Risiken beim Sport, aber meines Erachtens sind die soviel kleiner wie die Vorteile dass ich diese sehr gerne eingehe

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  • Deichlaeufer

    Lieber Christian,

    die Dosis macht bekanntlich das Gift. Das Sport, in hoher oder sagen wir besser in höchster Intensität, betrieben schädlich ist, finde ich einleuchtend. Schwieriger zu sagen ist sicher, ab welchem Grade fängt das an?

    Wenn ich mal meine eigene Studie betreibe und mich in meinem persönlichen Umfeld umschaue, kann ich feststellen, dass ich bis dato von so mancher Zivilisationskrankheit à la Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und auch orthopädischen Geschichten verschont geblieben bin, was ich sicher meiner regelmäßigen sportlichen Bewegung zuschreiben darf. In meiner Utkiek-Laufgruppe habe allerdings auch zwei Mitläufer, die nicht ganz herzgesund sind. Wo das bei denen allerdings herkommt, ob es einen Zusammenhang mit dem Sport gibt, wer weiß?

    Ich selber laufe im Schnitt so um die fünf Stunden die Woche. Wenn ich die Details Deines Post so richtig lese, reicht das offensichtlich nicht einmal um sämtliche positiven Effekte komplett abzuschöpfen. Könnte ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, läge ich so ungefähr bei sieben Stunden sportlicher Bewegung.

    Generell habe ich inzwischen eine sehr skeptische Haltung zu Studien. Sie beweisen alles und das Gegenteil. In regelmäßigen Abständen werden neue Säue durch die Dörfer getrieben. Ich versuche mich mittlerweile von davon frei zu machen.

    Sport tut mir gut, körperlich und nicht zu unterschätzen auch psychisch. Meine Jahres-Check-Ups bestätigen eine ausgezeichnete Gesundheit, Herz was will ich mehr.

    Risiken gehören zu unserem Leben. Ich kann noch so sehr mein Leben nach jeder neuen Erkenntnis ausrichten (was mich allerdings stressen würde und das wäre doch wieder ungesund, oder? 😛 ) und dann werde ich vom Auto überfahren, vom Blitz oder vom Meteoriten getroffen. Shit happens.

    Eine übergewichtige Bekannte sprach mich in Bezug auf meine Lauferei einmal darauf an, dass es doch immer wieder Fälle von Sportlern gäbe, die plötzlich tot umfallen. Ich hatte ihr seinerzeit erwidert, dass wenn mich der plötzliche Herztod beim Laufen ereilen sollte, ich a) da gar nicht viel von mitkriegen würde und ohne Leid, Elend und Sichtum von der Welt käme und b) bei etwas sterben würde, was ich für mein Leben gerne tue. Kann man schöner sterben? Schweigen bei ihr. Ich stehe immer noch zu dieser Aussage! 🙂

    Und ich werde dieses Buch nicht lesen. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß 😉

    Sorry, mein Kommentar ist fast so lang wie Dein Post. Darüber hätte ich fast vergessen, dass ich mich für Dich freue, dass Du endlich im Schnee unterwegs sein konntest 😀

    Moin Moin
    Volker

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    • DocRunner

      Lieber Volker,
      ich bin auch niemand, der sich auf wissenschaftliche Studien verlässt, allerdings finde ich so manche Erkenntnis höchst interessant. Meist lassen sich die statistischen Daten auch gar nicht so einfach auf den Einzelnen übertragen, da es einfach zu viele Einflussfaktoren geben kann. Dennoch finde ich es höchst interessant, dass Sport auch schaden kann – damit meine ich natürlich nicht das unvernünftige Mass an Sport, da ist es wohl offensichtlich – denn eigentlich sollte es doch eine lineare Beziehung geben, dann wäre es für uns auch nachvollziehbar.
      Deine Reaktion auf die Frage der Bekannten kann ich gut verstehen und ich sehe es ähnlich. V.a. ist es besser als gesund zu gelten und zu sterben, als sich langsam zugrunde zu richten durch Zivilisationskrankheiten.
      Dennoch finde ich es fast schon paradox, dass durch ein sportliches Leben das Risiko eine Herzrhythmusstörung zu entwickeln ähnlich hoch ist, wie wenn ich nur rumhänge und mich nicht bewege 😉

      Danke fürs freuen, die letzten 3 Läufe waren einfach grandios 😇

      Salut

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  • Gerd (diro1962)

    Hi Christian,
    danke für den ausführlichen Beitrag. Ich kann den positiven Einfluss auf die Gesundheit für mich persönlich bestätigen, und dies wurde von „m“einem Kardiologen auch nachweisbar festgestellt. Ich bin aktuell wesentlich gesünder und fitter als noch vor 10 Jahren. Und ich gehe fest davon aus, dass dies auch darauf beruht das ich mich wieder sportlich betätige.
    Das rechte Maß dabei zu finden ist wohl das schwierigste an der ganzen Angelegenheit. Wobei ich immer noch glaube, dass zuviel Sport weniger ungesund ist als kein Sport.
    Es ist ja nicht nur die körperliche Fitness welche mir Freude bereitet, es ist ja auch immer eine seelische Fitness die man mitnimmt. Und diese ist für mich in unserer stressgeplagten Gesellschaft mindestens genauso wichtig!

    In diesem Sinne,
    lass und einfach weiter Spaß haben!

    Gruß Gerd

    Gefällt 1 Person

    • DocRunner

      Lieber Gerd,
      aber genau das ist es ja, was mich weitermachen lässt: es tut mir gut, nicht nur körperlich sondern auch und vor allem psychisch. Du beschreibst es sehr gut, der alltägliche Stress wird minimiert, man kann sich einfach mal rausnehmen aus dem Hamsterrad.
      Leider weiß keiner wo die Grenze hinsichtlich der Menge an Sport liegt, v.a. für den Einzelnen, bei dem das ganze kippt zur ungesunden Seite. Deshalb sollten wir uns in erster Linie auf das gute Gefühl verlassen, also ich werde das weiter so machen.

      Salut

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  • ultraistgut

    Lieber Christian,

    ein Thema, das oft genug in den Medien behandelt wird – das Für und das Wider. Da ich mich nie mit diesem Thema ernsthaft beschäftigen musste, weil ich am eigenen Leib seit vier Jahrzehnten erfahre, dass Sport für MICH nur gut sein kann, weil es mir nicht besser gehen könnte, keinerlei Anzeichen von Herzbeschwerden oder Ähnlichem. Ganz abgesehen von meiner Meniskusoperation im Jahre 2015 habe und hatte ich nie ernsthafte körperliche Probleme, im Gegenteil, ich fühle mich in meinem Körper bestens aufgehoben, spüre täglich, über Jahre hinweg, wie gut mir Laufen und moderates Krafttraining tut.

    Das Geheimnis sehe ich in der Bewegung, zu der ich von Kindesbeinen herangeführt wurde, sie kontinuierlich mein ganzes Leben weitergeführt habe, der Körper wurde und wird permanent gefordert, aber – aus meiner Sicht nicht ständig überfordert. Und genau das – immer aus meiner Sicht – ist der Punkt, warum ich auch trotz der sehr vielen langen, sehr anstrengenden Läufe keinen Schaden genommen habe. Gutes Fundament, schon immer meine Predigt – und vor allem, sich und seinen Körper nach solchen Torturen genügend Zeit zur Regeneration zu geben, den Körper erst wieder zu belasten, wenn er grünes Licht gibt, das spürt man – und erst dann mit leichten körperlichen Belastungen wieder in den Alltag zurückkehren. Überhaupt, immer in sich hineinzuhören, keinem übertriebenen Ehrgeiz Raum zu bieten, wenn der Körper Signale der Überlastung sendet, die – wie ich meine – jeder erkennen kann – so er dazu bereit ist.

    Aus meiner Sicht ist es das Schlimmste, was man sich antun kann, wenn man sich ständig antreibt, von einem persönlichen vermeintlichen Erfolg in den anderen stürzt, ohne sich auch nur einen einzigen Gedanken an die eigene Gesundheit zu verschwenden, sich bewusst malträtiert, das kann nur böse enden.

    Oft genug in den vielen Jahren erlebe und erlebte ich Fälle dieser Art – und alle, die mit sich selbst Schindluder getrieben haben, sind weg vom Fenster – machen überhaupt keinen Sport mehr, kein Einzelfall !

    Medizinisches Hintergrundwissen habe ich nicht, aber die eigene Erfahrung und die anderer vermitteln mir – was ich auch in meinem Blog immer wieder predige – auf meinen Körper zu hören, ihn ernst zu nehmen, mich nicht zu belasten, wenn es mir nicht gut geht – und damit bin ich stets gut gefahren – hoffe, es möge ewig so bleiben – einig sein – mein Körper und ich, ihm Gutes tun, wenn er es verlangt !

    Immer wieder erlebe ich, dass Menschen, nicht zu wenige – auch das Thema hatte ich erst kürzlich – jenseits der 40 oder noch später – plötzlich DEN Sport für sich entdecken, sich antreiben, weiter, höher, schneller, ohne dem Körper Zeit für die Anpassung zu lassen – und wo das enden kann, das wissen wir.

    Ja, für MICH ist Sport gesund !
    Laufen – Balssam für Körper – Geist und Seele

    Salut, mon cher copain ♥

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    • DocRunner

      Liebe Margitta,
      ich kenne Deine Vita v.a. aus Deinem Blog und von Dir persönlich und Du bist sicherlich keine Ausnahme, deshalb bin ich mir auch sicher, dass Sport keine Gesundheit schädliche Wirkung haben muss, nein, ganz im Gegenteil eher einen überwiegend positiven Effekt hat, was ja auch genügend Untersuchungen und Studien in der Vergangenheit gezeigt haben.
      Aber dennoch gibt es die Menschen, die nicht profitieren oder sogar schaden nehmen, egal ob es an den Voraussetzungen liegt, an der Vergangenheit oder an der permanenten Überforderung. Mir kommen nur immer wieder die Gedanken, dass ich als inzwischen gesundheitsbewusster sportlicher Mensch prinzipiell aufgrund der myokardialen Fibrose, ein ähnliches Risiko habe, eine Herzrhythmusstörung zu bekommen, wie ein unsportlicher von Zivilisationskrankheiten gezeichneter Mensch.
      Was kann man tun? Wie kann ich mein Risiko bessern oder gar verhindern, dass es zu einer Rhythmusstörung kommt? Gar nichts! Und das wollte ich letztendlich hier kundtun. Ich muss damit leben und mir überlegen, ob ich mich deshalb in Watte packe und mich nicht mehr bewege, oder so wie bislang moderat weiter meinem Sport nachgehe…

      Ich denke, Du kennst die Antwort

      Salut ma chère copine 💛

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  • helgeorlt

    Lieber Christian,
    ich nehme ja gerne an Wettkämpfen teil und gerade bei den Sportlern, die Wettkampforientiert unterwegs sind, beobachtet man oftmals eine bösartige Ignoranz was den eigenen Gesundheitszustand angeht. Wie viele Leute kennen ich, die trotz Erkältung irgendwo starten, die gerade erst eine schlimme Grippe hinter sich hatten und doch direkt wieder dabei sind.
    Ich selbst musste letzten Jahr auch lernen, das ich eben noch nicht gesund war. Jedenfalls nicht genug, um an einem Wettkampf teilzunehmen.
    Und dabei gehöre ich schon zu den vorsichtigen Leuten 😯
    Unser Sport ist zu aller erst unser Spaß. Und es würde so manchem auch gut tun, sich das mal wieder bewusst zu machen. Dann kommt man ganz schnell dahinter, das kein Wettkampf dieser Welt wichtiger als die eigene Gesundheit sein kann 🙂
    Ich bin fest davon überzeugt, das alleine die Freude, die ich empfinde, wenn ich durch die Wälder laufe oder radle, dafür sorgt, das ich gesünder bin 🙂
    Alleine was der Sport mit meiner Phsyche macht, macht mich gesünder 😆
    Ich mache übrigens alle 2 Jahre einen umfassenden Gesundheitscheck inklusive Belastungs EKG. Das ist keine Garantie das alles in Ordnung ist, aber zumindest mal ein Anfang.
    Liebe Grüße
    Helge

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    • DocRunner

      Liebe Helge,
      wir fühlen uns gesünder durch den Sport und Du hast es auch so treffend ausgedrückt. Wie man mit Leichtsinn oder aus Gier nach einem Wettkampf oder einer Platzierung – 187. anstatt 299. 🤣 – seine Gesundheit riskieren kann wird mir ewig ein Rätsel bleiben, ob mangelnde Vorsicht oder Absicht spielt für mich keine Rolle.
      Ich muss mit diesem Risiko meinen Sport machen und ich wäre manchmal froh, ich hätte nachweislich ein gesundes Herz…aber durch Ignoranz die Gesundheit zu riskieren finde ich mehr als verwerflich 😤

      Salut

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  • Anna

    Lieber Christian,
    wie Du am Ende Deines Beitrags selbst schreibst – das Risiko besteht auch ohne Sport. Und ohne Sport kommen eben noch die vielen anderen Risikofaktoren dazu, an denen wir krank werden oder sogar sterben können. Wenn wir vor allem Angst hätten, dürften wir am Morgen nicht aus dem Bett gehen – und sogar im Bett können wir einen Herzinfarkt erleiden. Somit sind wir vor Risiken nirgendwo sicher 🙄

    Daher bin ich Deiner Meinung, wir machen das was uns gut tut und was uns Spaß macht – und Sport und Bewegung tut gut und es macht Spaß und dadurch fühlen wir uns wohl 🙂

    Wichtig ist natürlich dabei auf dem Körper zu hören, die verschiedene Signale richtig zu deuten und vor allem sie nicht zu ignorieren und in Deinem Fall auch die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Kardiologen.

    Bewegung ist Leben – und wir sollten unser Leben doch leben vor wir sterben.

    Liebe Grüße Anna

    Gefällt 2 Personen

    • DocRunner

      Liebe Anna,
      Risiken gehören jeden Tag zum Leben dazu, wie Du es auch schon geschrieben hast, wir können uns in keiner Situation dem entziehen. Allerdings sollte man umsichtig und achtsam mit sich selbst umgehen und sich im Klaren sein, was man sich und seiner Gesundheit antut und ob man nicht eventuell auf das eine oder andere verzichten sollte 😊
      Allerdings ist Dein letzter Satz auch mein Credo, wenn wir nicht das tun, was uns Spass macht und gut tut, was ist das Leben dann noch wert?

      Salut

      Gefällt 1 Person

  • nido00

    Lieber Christian,
    ein interessanter Beitrag – einerseits die Studien, und andererseits deine persönlichen Überlegungen zum Risiko. Aus persönlicher Sicht kann ich da nichts hinzufügen, da ich zum Glück keine mir bekannten Einschränkungen habe. Allerdings wenn mir ein Kardiologe ernsthaft anraten würde, um nicht zu laufen, dann müsste ich schon sehr nachdenken. Denn wahrscheinlich könnte ich ja auch andere Wege finden, um glücklich zu sein.
    Liebe Grüße!

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    • DocRunner

      Liebe Roni,
      leider kann der Kardiologe sich nicht über die zur Verfügung stehenden Daten stellen. Zum Glück ist mein Kardiologe sehr erfahren mit Ausdauersport und hat deshalb auch gleich auf das statistische Risiko hingewiesen, aber auch gesagt, dass wenn ich keinen Sport mehr mache, mein Risiko nicht wesentlich geringer wird, sprich das Kind ist schon lange in den Brunnen gefallen, nämlich vor 11 Jahren. Also bleibe ich bei meinem Sport, so wie ich ihn seit dem vergangenen Jahr betreibe…ohne Ambitionen 😊
      Ob ich wegen statistischer Daten auf das Laufen verzichten würde?…Wahrscheinlich nicht 🤪

      Salut

      Gefällt 1 Person

      • nido00

        Lieber Christian, ich bezog das auch nicht auf deinen Fall. Auf Grund deiner statistischen Daten würde ich sicher auch nicht verzichten. Aber ich kann mir als medizinischer Laie vorstellen, dass es vielleicht Erkrankungen gibt, bei denen das Risiko sehr stark steigt beim Laufen. Sagen wir mal die gemittelte Lebenserwartung sinkt von 40 auf 2 Jahre oder so. Da würde ich schon nachdenken.
        Zum Glück alles theoretisch. Geniess den Sport!

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        • DocRunner

          Liebe Roni,
          ich sag mal so, wenn mir unmittelbare Gefahr droht, also bei einem fieberhaftem Infekt oder bei einem orthopädischem Problem pausiere ich auch, aber nur wegen einem statistischen Risiko (wobei die Zahlen meist nicht sehr aussagekräftig sind, da die Fallgruppen sehr klein sind) müsste ich sehr gut abwägen, was ich daraus schlussfolgere bzw. was ich für Konsequenzen ziehen würde.
          Lass es Dir gut gehen 😇

          Salut

          Gefällt 1 Person

  • Weinbergschnecke

    Lieber Christian,

    ein – wie erkennbar nicht nur ich finde – wichtiger und wertvoller Beitrag. Ich würde es allgemein einfach so formulieren: Jeden von uns gibt’s – als Einheit von Körper und Seele – nur einmal. Und dieses „Geschenk ‚Ich'“ sollten wir achtsam würdigen und dabei auch unsere Verantwortung für Menschen um uns herum nicht vergessen, die wir uns vertraut gemacht haben (wie es so schön im „Kleinen Prinzen“ heißt). Daraus ergibt sich für mich, wie wir mit uns umgehen sollten und welche Risiken wir eingehen können: Bedürfnisse von Körper, Seele und Umfeld in Einklang bringen! Die pure Verlängerung des Erdendaseins ist da – zumindest für mich – gewiss nicht das höchste Ziel. Und Studien, selbst die hochwertigsten prospektiven Studien oder Metaanalysen, sind dabei zwar EINE Informationsquelle für mich, aber nicht DAS Entscheidungskriterium, weil bekanntlich selbst die beste empirische Forschungsarbeit nur sehr begrenzte Aussagekraft für den Einzelfall besitzt.

    Liebe Grüße
    Anne

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    • DocRunner

      Liebe Anne,
      ich sehe schon, wir sind uns einig. Für mich ist es klar, dass keiner etwas definitives voraussagen kann und dass v.a. die untersuchten Fallzahlen, alle retrospektiv, viel zu klein sind, um wirklich übertragbare Ergebnisse in der Hand zu haben.
      Deshalb mache ich es genauso, mit Vernunft und einer gewissen Achtsamkeit dran bleiben, aber nicht übertreiben – warum auch? – dann müsste es doch eigentlich gesund sein 😇

      Lass es Dir gut gehen

      Salut

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