Die Zeit heilt alle Wunden?

Mein letzter Beitrag ist schon lange her, aber was soll ich auch schreiben? Im vergangenen Jahr gab es keinen Rhythmus, keine Dynamik und schon gar keine Beschwerdefreiheit. Allerdings ist es vielen Faktoren geschuldet, die ich im folgenden abschließend beleuchte. Es wird der letzte Beitrag werden, denn mein Laufblog ist in dem bisherigen Stil sinnlos.

Seit Mai 2020 ging es leider nicht bergauf, sondern es war ein ständiges Hin und her, mal lief es ganz gut, dann war wieder der Wurm drin, einmal die Achillessehne links, dann auch rechts und zu guter letzt auch noch einen hartnäckige Zerrung der Oberschenkelmuskulatur, die ich mir im Rahmen von Hausarbeit zugezogen habe 😏😂 Konkret konnte ich bis Oktober 2020 maximal 30-40 Minuten laufen, sollte ich diese Belastung mal überschritten haben, musste ich mindestens drei Tage pausieren und mich schonen, selbst beim täglichen Pendeln mit dem Rad spürte ich dann die Belastung.

Dazu kam dann noch eine CoVid-19 Erkrankung Ende Oktober 2020, die ich mir trotz aller möglichen Schutzmassnahmen durch berufliche Exposition zugezogen hatte. Allen Zweiflern und Leugnern kann ich nur sagen, dass es definitiv keine Grippe ist, was SARS-CoV-2 verursacht. Die akute Phase bestand bei mir aus massiven Gliederschmerzen, die jeden noch so schmerzhaften Muskelkater um Längen übertroffen hatte. Ich konnte mich fast eine Woche lang kaum bewegen. Dazu kam leichtes Fieber, ein trockener Husten, immer wieder Atemnot und ich musste teilweise aufrecht schlafen, um genug Luft zu bekommen, sowie der vollständige Verslust von Geruchs- und Geschmacksempfindungen für fast 6 Wochen. Doch das Schlimmste kam erst nach der Akutphase, ich schleppte mich wochenlang durch den Alltag, das Treppengehen war anfangs eine Qual und ich war nicht im Stande mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Meine Atemfrequenz war hoch und dennoch hatte ich das Gefühl keine Luft zu bekommen. Erst seit Januar 2021 war es mir wieder vergönnt das Rad auf der Fahrt zur Arbeit zu benutzen, allerdings brauchte ich fast 50% mehr Zeit für die selbe Strecke bei wesentlicher höherer Herzfrequenz und dem Gefühl zu ersticken.  Laufen war bis Juni nicht möglich, schon die ausgedehnten Spaziergänge mit dem Hund brachten mich teilweise an den Rand der Erschöpfung. Nur sehr langsam bemerkte ich eine Verbesserung der Belastbarkeit und ich bin mir sicher, dass ich noch einige Monate brauchen werde, um überhaupt den miesen Trainingszustand von Oktober letzten Jahres zu erreichen.

Allerdings bin ich überglücklich, dass ich keine weiteren Menschen in meiner Umgebung im Rahmen der akuten Erkrankung angesteckt habe. Dies war nur möglich durch eine konsequente Isolation im häuslichen Umfeld und Tragen einer medizinischen Maske bis zum negativen Testergebnis. Ich hätte es mir nicht verziehen, wenn ich zur Verbreitung der Infektion beigetragen hätte und eventuell liebe Menschen gefährdet hätte. Leider las und hörte ich immer mehr Protest gegen die getroffenen Massnahmen von Dezember bis April zur Verhinderung der Verbreitung von SARS-CoV-2, was bei mir auf absolutes Unverständnis stieß. Da wurden Morbidität und Mortalität von ganz unterschiedlichen Erkrankungen oder Ereignissen verglichen und teilweise offensichtlich falsche Zahlen und Informationen zur Untermauerung der Behauptungen gegen die inzwischen wieder gelockerten Lockdown-Massnahmen herangezogen. Die Wirksamkeit der Impfung wurde und wird in Frage gestellt und mögliche negative Folgen der Impfung in den Raum gestellt. Ich wäre nur noch mit verständnislosem Kopfschütteln beschäftigt, würde ich diesen Dummschwätzern Gehör schenken. Selbst Menschen, die ich als vernunftbegabt eingeschätzt hatte, nehmen diese Phrasen als Rechtfertigung für ihr eigenes Fehlverhalten in den Mund und wettern gegen die Politik und Wissenschaft. Ich würde ja gerade denen eine CoVid-19 Erkrankung wünschen, aber anscheinend macht Dummheit gegen eine Infektion mit SARS-CoV-2 immun.

Es wurden viele Fehler gemacht im Umgang mit der Pandemie und auch was die Impfung angeht, lief es nicht annähernd rund. Aber wer konnte ahnen, wie sich diese Infektion entwickelt und welche Massnahmen als wirkungsvoll angesehen müssen? Die Politik musste Ende 2020 handeln, da die Menschen nicht mit Verstand, Vernunft und Rücksicht mit dem realen Risiko umgegangen sind, was im Oktober und November (zur Erinnerung: Lockdown light) 2020 ja bewiesen wurde, aber dann gegen die strengen und (auch für mich) teilweise schmerzvollen Massnahmen wettern 🤮 Mein Verständnis für die Nörgler und Unvernünftigen hält sich in Grenzen und leider mussten Andere durch massive wirtschaftliche und/oder gesundheitliche Defizite büßen…so viel zur Freiheit des Einzelnen in einer demokratischen Gesellschaft. Ich nenn es unverhältnismäßigen Egoismus.

Zum Schluss noch eins, die Kommentare sind mit Absicht geschlossen, da ich überhaupt keinen Bock habe mir andere Meinungen anzuhören oder meine Meinung einer Kritik auszusetzen…aber alle, die sich angesprochen fühlen, dürfen sicher sein, genau so war es gewollt. Ansonsten ist dies der letzte Beitrag aus meiner Feder, ich mach hier nach fast 12 Jahren Schluss, die alten Beiträge sind schon gelöscht. Meine Interessen teile ich in der realen Welt mit Freunden, was ja auch persönlich wieder möglich ist 😏 und die über die Jahre lieb gewonnenen Laufblogger finden mich über andere Kanäle

Salut et fini

Über DocRunner

Bin besessen von allem was ich anpacke: Beruf, Familie und natürlich vom Laufen. Besessenheit ist für mich Erholung und Genuss, Gleichgültigkeit bedeutet Stress und Langeweile. Mein Lebensmotto hört sich martialisch an, gründet aber auf täglicher Erfahrung und drückt meinen Wunsch aus: Stirb wenn es Zeit ist. Zeige alle Beiträge von DocRunner

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