Archiv der Kategorie: Barfuß

Warum nur, Thetis?

Die Meeresnymphe Thetis tauchte ihren Sohn Achilles in den Styx und hielt ihn an der Ferse fest,  in Anlehnung an die dadurch bedingte verletzliche Ferse des Achilles heißt die stärkste Sehne unserer Extremitäten „Achillessehne“. Tja, und jeder der viel Sport treibt, hat irgendwann ein kleineres oder größeres Problem mit eben dieser Sehne. Mich beschäftigt sie seit mehr als drei Wochen und ich bemühe mich mit viel Energie um Schadensbegrenzung… weiterlesen


Ausrüstungs-Test: Vibram FiveFingers Spyridon MR Elite

Es war mal wieder Zeit für einen neuen Trailschuh, aber es sollte ein minimalistischer werden. Und da ich gute Erfahrungen mit dem Spyridon MR gemacht habe, habe ich mir den Spyridon MR Elite gegönnt. V.a. hinsichtlich des Winters, der ja verspricht ein richtiger Winter zu werden, bis jetzt 😉 weiterlesen


E-Run?!

Alle kennen E-Bikes, aber was ist ein E-Run? Ein E-Bike nutzt ja auch die sogenannte Rekuperation, was soviel bedeutet, wie Rückgewinnung von Energie, z.B. beim Bremsvorgang. Da ja wir Läufer selten bremsen oder besser gesagt keine Bremsen haben, können wir nur durch Pause machen oder bergab laufen uns erholen oder noch besser Energie rückgewinnen 🙂 Ergo, habe ich am Montag einen Lauf gemacht mit Rekuperation oder auf neudeutsch einen E-Run… weiterlesen


Laufen, einfach laufen…

Es ist so einfach und es bedarf so wenig, nur tun muss man es selbst, laufen. Egal ob auf Asphalt, auf der Bahn oder wie ich meistens im Gelände bzw. im Wald. Die Bewegung macht es. Die Kraft und v.a. die Ausdauer kommt mit der Bewegung, das Loslaufen, den Anfang machen, das nimmt einem keiner ab. Doch, wenn man mal unterwegs ist, wenn es einen läuft, dann ist es eine der schönsten Freizeitbeschäftigungen, die es gibt. weiterlesen


Ausrüstungs-Test: Vibram FiveFingers Bikila EVO

Ein neuer Überzieher musste dringend her und zwar ausnahmsweise nicht für das Gelände, sondern nur für den Asphalt. Bei den Läufen mit den diversen Familienmitgliedern einmal pro Woche, darf es ausschließlich Asphalt sein und deshalb braucht es einen passenden „Schuh“. Meist laufe ich diese Runden barfuß, nur manchmal schreit es nach etwas mehr Schutz, momentan führt der Weg z.B. an einer knapp 250 Meter langen Baustelle vorbei, da liegen soviel kleine spitze Steine, dass es selbst für meine gewöhnten Fußsohlen zuviel wird. Deshalb habe ich mich entschlossen einen superleichten Zehenschuh mit minimaler Laufsohle anzuschaffen. Die Wahl fiel auf den neuen Bikila EVO von Vibram. Auch musste mal etwas Farbe ins Spiel, deshalb in dezentem Gelb 😉 Die „Entwicklungsstufe“ des Schuhs scheint gelungen, obwohl ich bisher ja keinen Nicht-Trail-Zehenschuh besessen habe, denn selbst der Komodo Sport war auf Waldwegen bei trockenen Bedingungen noch griffig genug und ist durch die Asphaltpassagen an der Sohle am Zehenballen recht schnell verschlissen. weiterlesen


Gibt es DEN Schuh?

Wer mein Laufleben und -erleben verfolgt hat, weiss, dass ich immer auf der Suche bin. Ich suche und versuche das für mich Neue. Das Ungewöhnliche und v.a. das Unkonventionelle reizt mich. Leider hatte ich immer wieder orthopädische Probleme, sowohl mit den konventionellen Schuhen von Asics und Co, als auch mit den minimalistischen Schuhen. Das sogenannte „natural running“ hat mir seit 2010 viel gegeben und hat mich auf eine ganz andere Spur gebracht, ich habe die Leichtigkeit kennen gelernt und ganz tolle Erfahrungen machen dürfen. Aber wie bei den meisten Dingen in meinem Leben, verschreibe ich mich mit Haut und Haaren und v.a. mit Leidenschaft einem solchen Unterfangen. Ich stieß mit den minimalistischen Schuhen an eine Grenze, die Belastbarkeit durch lange Distanzen quittierten meine Füße mit immer wieder auftretenden Knochenhautreizungen, zuerst links und momentan rechts. Bis 10 bzw. 15 Kilometer geht es sehr gut, auch barfuß, aber alles darüber zieht wieder Beschwerden nach sich und das, obwohl ich sehr viel Gymnastik und Stabilisationstraining mache. Auch gibt es keine vernünftigen und tragbaren Alternativen im Winter und bei alpinem Gelände im minimalistischen Schuhsektor für mich, da brauche ich einen guten Trailschuh und den habe ich in den letzten 18 Monaten gefunden, den FellCross von Salomon, wenig Sprengung und super geschnitten bei moderatem Gewicht, aber leider wenig direkt, kein barfuß Gefühl und damit wenig tauglich für mich und meinen Anspruch an einen Schuh. Also was tun?

Weiter suchen, stundenlang im Netz Reviews, meist in englischer Sprache, lesen. Irgendwann hatte ich dann den Sense Mantra von Salomon im Auge, aber wahrscheinlich zu viel „Schuh“ für mich, nach einem netten Mail-Austausch mit einem Händler wollte ich dann den Sense Ultra versuchen, allerdings ist der augenblicklich nicht in meiner Größe zu bekommen. Rolli, der Dealer, hat mir dann ein Angebot gemacht für den Sense, der noch leichter und noch direkter sein soll wie der Sense Ultra, was ich nicht ablehnen konnte. Erträgliche 4 Millimeter Sprengung, 200 Gramm Gewicht und eine rudimentäre Zwischensohle waren dann die Kriterien, die mich überzeugen sollten.

Der Schuh zieht den Matsch regelrecht an 😉

Drei wilde Trailläufe sollten dann die Bewährungsprobe für den Sense werden, bei 18°C und Sonne, bei 7°C und Nieselregen sowie tiefen matschigen Pfaden und bei kühlen 5°C und Dauerregen auf Feld- und Waldwegen, die aufgrund der Wetterverhältnisse die Bezeichnung „Weg“ kaum verdient hatten. Was soll ich sagen? Der Schuh ist genial, absolut leicht, kaum am Fuß zu spüren und vermittelt ein fast ungetrübtes Gefühl für den jeweiligen Untergrund. Die profilierte Sohle verrichtet klaglos ihren Dienst auf nassem und glitschigem Terrain aber auch auf festen und geschotterten Feld- und Waldwegen. Er wird als Wettkampfschuh beworben und liegt im obersten Preissegment, es ist ein Schuh für die Cracks und die Profis, kein 0815-Läufer wie ich braucht so einen Schuh wirklich, aber er macht absolut Spass und er erfüllt die Kriterien, die ich an einen Schuh momentan habe, voll und ganz. Umtauschen kann ich den eh nicht mehr, so wie der schon aussieht 😛 Der Schuh wird ausgiebig gelaufen in den nächsten Monaten und ich werde dann auch noch einen Ausrüstungs-Test dazu verfassen. Meine Füße fühlen sich aber jetzt bereits sauwohl in den Schlappen.

Auch weiterhin werde ich barfuß laufend unterwegs sein, mindestens 2 mal pro Woche ohne oder mit minimalistischen Schuhen, allerdings nur in geringeren Umfängen und eher bei den regenerativen Einheiten oder Tempoläufen, an denen ich neuerdings wieder Spass gefunden habe. Wenn dann die Füße sich wieder beruhigt haben und das Gefüge stabiler ist, werde ich sehen, wie es weiter geht.

 

Salut

Christian


Den Hals nicht voll kriegen…

…so oder so ähnlich ging es mir heute. Es ist schon ein seltsamer Winter, ständiger Wechsel von Regen, Schnee und Sonne, sowie zweistelligen Plustemperaturen und dann wieder frostigen Minusgrade. Aber genau so mag ich ihn und ich bin flexibel, sprich wenn der Winter spontan ist, bin ich es auch. Heute Morgen um kurz nach sechs zeigte mir der Blick aus dem Badezimmerfenster eine weisse Winterlandschaft, also wurde der Plan für den Tag während der notwendigen Rasur und Dusche gestrickt. Eigentlich sollte es mit dem Auto in die Praxis gehen, aber kurz entschlossen packte ich die Laufsachen in die Sporttasche und hetzte zur S-Bahn. Der Plan war von der Praxis am frühen Nachmittag nach Hause zu laufen mit einem kleinen Schlenker auf dem Remstal-Höhenweg. Mein Arbeitsprogramm am Vormittag war straff und anstrengend, gegen 13.00 Uhr war der letzte Patient weg und ich konnte mich satt essen, mit Nudeln und frischem Salat, und die leider notwendige Bürokratie erledigen. Endlich gegen 14.45 Uhr war ich dann soweit, noch eine Tasse Kaffee und rein in die Laufklamotten, leider war der Akku der Cam nicht aufzutreiben, also doch ohne Bilddokumentation loslaufen. Als Reminiszenz an das vorhergehende Wochenende ein noch nicht veröffentlichtes Photo.

Locker und entspannt auf einsamen Trails

Locker und entspannt auf einsamen Trails

Die ersten drei Kilometer durch die Stadt, stetig bergan, sind wie immer zu schnell. Da steht der Wunsch im Vordergrund, die Zivilisation möglichst schnell verlassen zu können. Durch ein gewachsenes Wohngebiet mit schmucken Einfamilienhäusern geht es dann langsam auf die grüne Wiese. Nach einer knappen halben Stunde habe ich dann die Weinberge erreicht und ich schraube mich langsam durch knöcheltiefen Schnee auf der Startetappe des Remstal-Höhenwegs auf die Anhöhe hinauf. Beim Blick über die Schulter kann ich den unerwartet schönen Ausblick auf ein weiß gezuckertes Stuttgart erhaschen, aber mich zieht es in den Wald und hinauf auf den Kappelberg. Schon bald weiche ich das erste Mal von der ausgeschilderten Wanderroute ab um über einen schmalen verschneiten Pfad einen Aussichtspunkt zu erreichen, der einen wunderschönen Ausblick auf den Rotenberg und das Neckartal zulässt. Leider ist der Boden unter der frischen Schneeauflage nur angefroren, darunter ist der Matsch und Morast teilweise enorm, so dass ich das eine oder andere Mal wieder fast einen Schuh opfern muss 😉

Weiter geht es auf vereinzelten Forstautobahnen, teilweise schmalen Waldpfaden vorbei am Kernenturm bis zum eigentlichen Abstieg nach Stetten, allerdings lass ich das Städtchen links liegen, und damit meine ich nicht, dass ich es ignoriere, nein, ich umkreise es auf der Höhe um den herrlichen Sonnenschein hier oben genießen zu können. Schon bald tauche ich zwischen Obstwiesen und Weinbergen wieder in den Wald ein. Hier bin ich nicht ganz so vertraut mit den Trails, so dass ich auf den ordentlichen Wegen bleibe, obwohl diese aufgrund der Witterung und des forstwirtschaftlichen Verkehrs teilweise eher einem Truppenübungsplatz geähnelt haben, was mich aber ganz und gar nicht gestört hat. Nach einem netten Schlenker auf einem ausgewiesenen Wanderweg stand ich dann irgendwann in einem gepflügten mit Schnee überzogenen Feld. Ich entschloss mich an dessen Rand entlang zu laufen und wieder durch den Wald in Richtung Strümpfelbach hinunter zu laufen. Auf halber Strecke bergab entdeckte ich einen mir bekannten Trail bergauf, welchen ich wie selbstverständlich in Angriff nahm. Der Zustand war jämmerlich, tiefer Morast unter einer nassen Schneeauflage und das ganze durchzogen von oberirdischen Baumwurzeln, das war Schwerstarbeit nach den bereits zurück gelegten über zwanzig angestrengten Kilometern. Doch der Sonnenschein auf der Höhe lockte immer noch, obwohl sich der goldene Ball immer wieder zwischen Wolken versteckte und so langsam auch den Horizont berühren wollte. An diesem Punkt fühlte ich mich jedoch pudelwohl und hatte das Gefühl noch ewig weiter laufen zu können. Ein letzter Abstecher zum nahe gelegenen Aussichtspunkt, bevor ich mich auf die letzten Kilometer bergab durch die Weinberge begeben habe. So langsam umfing mich die Dämmerung und ich begann mich auf eine heiße Dusche zu freuen. Meine Schuhe und Unterschenkel waren braun vom Schlamm und alles begann sich langsam etwas klamm anzufühlen. Zuhause angekommen zog ich dann Schuhe und Strümpfe aus und lief noch einen Kilometer barfuß über eine Schnee bedeckte Wiese in der Nähe, als krönenden Abschluss sozusagen 😎

Salut und einen schönen Sonntag

Christian


Ohne Dogma

In meinem letzten Blogeintrag hatte ich die Beweggründe für das Laufen versucht zu ergründen und mir fiel dabei auf, wie unterschiedlich diese sind. Das gleiche trifft auf das „wie“ zu, sprich es gibt sog. Trailrunner, Roadrunner, Minimalisten, Barfußläufer, etc.

Seit Beginn meiner Laufkarriere vor knapp 10 Jahren bin ich zwischen den einzelnen Kategorien bei jedem Lauf hin und her gesprungen. Es gab Passagen in unwegsamem Gelände, endlos erscheinende Strecken auf Asphalt und sogar Trainingsläufe auf der Bahn, ich habe das nie dogmatisch gesehen und tu es auch heute nicht. Damals gab es auch noch kein „Trailrunning“, diese Art des Laufens war zumindest nicht populär, mal abgesehen von den spärlich gesäten Crossläufen. In den letzten Jahren las ich dann immer wieder von Regeln und Regularien, „Trailrunner laufen nicht auf Asphalt“, „Minimalisten und Barfußläufer tragen keine gedämpften Schuhe“ und so weiter. Ich sehe das etwas weniger streng und v.a. lass ich mich ungern in eine Schublade sperren. Abwechslung ist mein Motivator geworden und das funktioniert nur ohne Dogma.


Meine Gründe für die Umstellung meines Laufstils vor fast 2 Jahren entstanden nur aus dem Grund heraus etwas Neues zu versuchen, eine Veränderung herbei zu führen und neue Erfahrungen zu machen. Ein „Zurück“ zu den gedämpften Laufschuhmonstern habe ich nie ausgeschlossen, obwohl es in 2011 eher unwahrscheinlich erschien, dass ich wieder auf gedämpftes Material zurückgreife. Der Versuch im letzten Jahr mit einem Trailschuh war für mich sogar eine Enttäuschung gewesen.

Richtig dicke Freunde werden wir nicht, der Salomon und ich, da das typische Gefühl an den Fußsohlen fehlt und ich definitiv nicht mehr bereit bin darauf zu verzichten

Das hatte ich nach mehreren Läufen geschrieben und konzentrierte mich weiter auf minimalistisches Schuhwerk und nach und nach auf das Laufen unten ohne. Nach meiner Mittelfußfraktur Anfang 2012 war es sogar ein Teil des Reha-Programms barfuß zu laufen und wann immer möglich die FiveFingers über zu ziehen um die Fußmuskulatur dadurch zu stärken. Das Barfußlaufen hat mir auch im täglichen Leben viel gebracht. Ich fühle mich gesünder und robuster und ich denke es hat mich etwas abgehärtet. Banale Infekte wie Erkältung und Schnupfen sind seltener bzw. gar nicht mehr aufgetreten. Im Alltag trage ich ausschliesslich Schuhe ohne Sprengung und mit einem angedeuteten Barfuß-Gefühl. Also hat es etwas Gutes gehabt, dennoch habe ich immer wieder nach den gedämpften Laufschuhen geschielt. Auf alpinen Strecken hat der Fellcross von Salomon dann seine Stärken ausgespielt und ich trage ihn inzwischen ganz gerne, v.a. wenn ich ausschliesslich auf langen Wald- und Geländepfaden unterwegs bin. Weitere Laufschuhe ohne oder mit wenig Sprengung und Dämpfung sind verfügbar und werden in naher Zukunft getestet. Barfuß muss allerdings weiter hin sein, ein- bis zweimal die Woche auf Strecken bis 15 Kilometer empfinde ich es als Wohltat und für meinen Laufstil förderlich. Die anfängliche dogmatische Euphorie ist verflogen, es muss nicht nur barfuß oder minimalistisch sein, ein Lauf darf sowohl Asphalt- als auch Geländepassagen haben. Ich habe dazu gelernt und durch meine Erfahrungen hat sich die Einstellung geändert. Manchmal steh ich mir gedanklich wohl selbst im Weg 😉

 

Salut

 

Christian


Aus, Ende, Vorbei

So oder so ähnlich würde ich meine momentane Leidenszeit bezeichnen wollen. Die ersten Meter auf dem Laufband in Leguanos und barfuß liegen hinter mir, und sowohl das kernspintomographische als auch das orthopädische Okay liegt vor. Was bleibt ist eine furchtbare Angst, was macht der rechte Mittelfuß? Mache ich alles richtig? Wird sich die intensive und Zeit fressende Rehabilitation beim Physio- und Sporttherapeuten auszahlen? Die Antworten kann mir nur die vor mir liegende Zeit geben und genau so werde ich es auch anpacken, mit einem Lächeln im Gesicht und dem Herz in der Hand 😉

Nochmal ganz langsam, denn ich begreife es noch nicht so ganz:

a b

h e u t e

d a r f

i c h

w i e d e r

n a c h

e i n e m

g a n z

s t r e n g e n

P l a n

l a u f e n  g e h e n

Dann mal sehen, ob ich mich an Kurzstrecken gewöhne 😉

Salut

Christian


Projekte und Rekonvaleszenz

Wenn man zur läuferischen Untätigkeit verdammt ist, nutzt man die Zeit und die Energie, nicht nur für die Rehabilitation, sondern auch für die Entwicklung von neuen läuferischen Projekten. Schluss mit den Verallgemeinerungen und ganz konkret: die spärliche Freizeit habe ich mit der Fortführung einer im letzten Jahr begonnenen Idee für ein Laufprojekt genutzt und bin überzeugt davon, dieses im laufenden Jahr wenigstens in Etappen zu verwirklichen, insbesondere da ich im letzten Jahr bereits knapp die Hälfte schon abgelaufen bin in zwei Etappen. Um was es geht? Um den schnuckeligen Remstal-Höhenweg.

Die Ausschilderung ist vorbildlich

Etappe 2 bin ich schon in umgekehrter Richtung gelaufen, nachdem ich zuvor an der Rems entlang nach Schorndorf  gelaufen war, und Etappe 9, 10 und 11 etwas modifiziert mit knapp 60 Kilometern habe ich in Gesellschaft am Stück gemeistert, allerdings jäh durch einen Sturz eines Laufkollegen beendet.

Konkret habe ich vor, Etappe 2 bis 11 in drei Etappen zu laufen, sprich eine Gesamtstrecke von 200 Kilometern mit ca. 3700 Höhenmetern. Ob ich es an drei aufeinanderfolgenden Tagen schaffe, weiß ich momentan noch nicht, eventuell versuche ich es an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden, es kommt auf meine Form und auf die verfügbare Zeit an. Vom Schreibtisch aus betrachtet scheint alles so einfach, aber ich muss erstmal wieder laufen können 😉 Darüber hinaus hoffe ich noch auf etwas Begleitung, wobei ich bisher nur von einer Person ein positives Signal bekommen habe. Den gesamten Höhenweg am Stück zu laufen traue ich mir in den nächsten Jahren wahrscheinlich nicht zu, dafür müsste ich viel mehr trainieren können und das sehe ich im Moment nicht.

Zurück auf den Boden der Tatsachen, mir geht es momentan sehr gut, durch das sehr regelmäßige Krafttraining haben sich meine Rückenmuskulatur und die sogenannte Core-Muskulatur extrem stabilisiert und auch meine Beweglichkeit hat sich durch die Gymnastik gesteigert. So fit war mein Körper glaube ich noch nie, allerdings halte ich das Training, in dem Maße wie bisher, auch nicht mehr lange durch 😉

Am Montag und Donnerstag mach ich einmal eine Stunde Krafttraining und einmal 45 Minuten Gymnastik mit meinem Sport- und Physiotherapeuten, man könnte auch sagen, er ist inzwischen zu meinem Personal Trainer geworden 🙂 Er leidet, wie ich, unter präseniler Bettflucht, so dass ich bereits um 6.00 Uhr bei ihm morgens einchecke. An den anderen Tagen mach ich abwechselnd Krafttraining und Gymnastik ohne seine Aufsicht, allerdings in seinen heiligen Hallen. Mittwoch Abend dann gewohnt zum Tai Chi Chuan zur Entspannung und zum Training der Körperbeherrschung. Bisher war ich dann am Samstag und Sonntag für je ein bis zwei Stunden auf dem Ergometer mit anschließender Heimgymnastik, und habe mir an den letzten beiden Wochenenden noch eine kleine Liegeradtour gegönnt um wenigstens ein bisschen Natur erleben zu dürfen, ja bis…bis ich am Samstag erstmals unter physiotherapeutischer und fachorthopädischer Anleitung barfuß aufs Laufband durfte. Es war einfach nur wunderbar, obwohl die Pace mit 8:30 Minuten pro Kilometer absichtlich grottig war, habe ich die zwei Kilometer so was von genossen, denn es war wieder richtiges Laufen. Meine medizinische Aufsicht war mit dem Ablauf sehr zufrieden, so dass der Kernspintermin auf nächsten Freitag festgesetzt wurde, was ja eine Woche früher als geplant ist. Wenn dann alles okay ist, gebe ich wieder Vollgas. Ne, war nur ein Spass, habe ein sehr festes Programm mit meinem Therapeuten für April und Mai ausgearbeitet, was noch Zurückhaltung beinhaltet, betreffend Distanz und Höhenprofile. Allerdings sind die Aussichten schon mal vielversprechend, bald schon wieder zur Mentaldusche nach draussen zu dürfen 😀 Auch wenn mein erlaubtes Pensum und wahrscheinlich auch meine Leistung weit von allem Gewohnten entfernt sein werden, freue ich mich wie Bolle auf den Spass, den ich haben werde und wer weiss, vielleicht kann ich ja dann im Herbst mein o.g. Projekt verwirklichen.

Salut

Christian