Archiv der Kategorie: Schnee

Zum kotzen…

Am 2.01.2017 habe ich den ganzen Tag fast kontinuierlich neben der Kloschüssel verbracht, zum Glück gab es dort Fussbodenheizung, draussen schneite es und ich war nicht in der Lage auch nur einen Schritt vor die Tür zu setzen, also war auch die Täglichlauf-Serie beendet. Mein Kreislauf gönnte mir maximal den Weg vom Bett zur Kloschüssel und am Abend dann einmal die Treppen nach unten und später wieder nach oben, so eine Schxxxe 😦 weiterlesen


98, 99, 100….fertig

So, ich werde mal ein Resümee meiner Täglichlauferei ziehen. Ich hatte nie damit gerechnet, dass ich irgendwann täglich laufe und auch Spass daran habe, auch hatte ich Sorge, dass ich unter Druck gerate, da ich ja eher zu einer gewissen Zwanghaftigkeit neige. Als ich realisiert habe, dass ich schon mehr als 2 Wochen und dann sogar mehr als 4 Wochen täglich gelaufen bin und ich immer noch sehr locker damit umgehen konnte, habe ich entschieden, so lange täglich zu laufen, bis ich keinen Spass mehr daran habe oder ich eine Erholung nötig habe.

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Granate

Nein, nicht ich bin eine Granate, nur manchmal ist es ein Lauf und v.a. dann wenn ausnahmsweise sich die Welt in ein, wenn auch eher zurückhaltendes, weißes Kleid gehüllt hat. Aber immerhin gibt es auf den Höhen eine fast geschlossene Schneedecke und so durfte ich nach März 2013 endlich mal wieder durch den Schnee trailen. weiterlesen


Genug ist nicht genug

Ich mag diese Übergangszeit vom Herbst zum Winter sehr, das ist mein Wetter. Temperaturen unter 10°C, häufiger auch mal um den Gefrierpunkt. Nebel, Nieselregen und dieses Grau, was manche Menschen in die Depression stürzt, sind für mich die Motivatoren, der Antrieb raus zu gehen und meine Runden zu drehen. Neue Pfade tun sich auf, das fallende Laub gibt sie frei, die bislang verborgenen Wege im Unterholz. Ja, ich kann sagen, dass ich diese Jahreszeit ganz besonders mag. Besonders liebe ich die Vorfreude auf den ersten Schnee… weiterlesen


Pappsatt

Ja, pappsatt bin ich jetzt nach dem  nahrhaften und überaus gesunden Abendessen, dazu später mehr. Pappsatt bin ich aber auch was das Laufen an diesem Wochenende angeht. Für jeden Geschmack war etwas dabei und der scheidende Winter hat sich mir nochmal von seiner unangenehmen Seite gezeigt. Aber dennoch hege ich keinen Groll und freue mich auf den nächsten Winter.

Am Samstag hatte ich den halben Tag mit Fortbildung verbracht, so dass ich am Nachmittag erst zum Laufen gekommen bin. Die Bekleidungsfrage war schwierig und die Entscheidung konnte nur falsch sein. Das Thermometer zeigte 11°C aber es hat ein scharfer und kühler Wind geblasen, so dass durch den sog. „windchill“ die gefühlte Temperatur bei 5-6°C lag, wohlgemerkt im Tal. Auf den Höhenlagen war es teilweise noch kälter und der Wind noch stärker. Dennoch lief ich mit kurzer Tight los, allerdings Mütze und Handschuhe von Anfang an am Mann. Zum Warmlaufen durch die Weinberge auf 5 Kilometer die 250 Höhenmeter überwinden sorgt für eine konstante Wohlfühltemperatur, im Wald dann über matschige und teilweise mit Schnee bedeckten und sogar vereisten Trails kreuz und quer und schön wellig. Die Sonne schien die ganze Zeit etwas verhalten, aber der angekündigte regen war ausgeblieben, was mich etwas misslaunig gemacht hatte. Aber die teilweise herrlichen Geländepassagen entschädigten für den nicht gelieferten Regen. Die nackigen Waden wurden glücklicherweise nicht so kalt, wie ich befürchtet hatte aufgrund der immer wieder knackigen und kurzen Rampen, die ich hoch musste. Der Salomon Sense machte einen guten Job, allerdings habe ich auch seine Schwächen kennen lernen dürfen, bergab auf glitschig schlammigem Untergrund ist der Grip weg, keine Chance. In Situationen, in denen der Salomon FellCross noch etwas Spielraum für Tempokontrolle lässt, ist der Sense bereits aus dem Spiel und der damit beschuhte Läufer muss mit viel Vorsicht und Gefühl das Tempo verringern um nicht unkontrolliert dahin zu rutschen, dennoch hat es Spass gemacht 😉

Das Höhenprofil vom Samstag

Nach knapp zehn Kilometern auf Waldpfaden und durch matschige Wiesen war es dann auch gut und ich wandte mich wieder asphaltierten Wegen zu, leider führt kein Trail zu meiner Haustür. Der „Einsau-Faktor“ war mal wieder extrem hoch und lag bei einer glatten Zwölf auf der Skala von Null bis Zehn, so dass ich gezwungenermaßen die Kleidung bei den eisigen Temperaturen an der Haustür ablegen musste, hoffentlich hat mich keiner der Nachbarn gesehen 😛

Heute war ich dann versucht mal wieder einen Impuls zu setzen, so wie es auch Margitta in der vergangenen Woche aufgegriffen hat. Bereits im Februar hatte ich Lust auf Tempo und hatte mich dem Rausch der Geschwindigkeit hingegeben. Heute wollte ich etwas strukturierter vorgehen und eher Tempohärte trainieren. Beschuht mit den FiveFingers, startete ich zum Warmlaufen, nach knappen drei Kilometern im moderaten Herzfrequenzbereich, sollten dann die ersten fünf Kilometer in einer Pace von 5:00 Minuten pro Kilometer folgen. Anfänglich musste ich noch durch den Blick auf die Ambit die Pace kontrollieren, nach zwei Kilometern hatte ich ein Gefühl für das Tempo entwickelt und in der Auswertung standen dann 4:55 bis 5:04 Minuten pro Kilometer zu Buche. Die nächsten fünf Kilometer sollten dann mit 4:30 Minuten pro Kilometer erledigt werden, was hart war, insbesondere auf den letzten zwei Kilometern war dann eine lang gezogenen Steigung mit 80 Höhenmeter zu bewältigen, so dass hier die Pace schnell auf 4:40 zurückging, aber ich konnte einfach nicht mehr forcieren. Dennoch hat es wahnsinnig Spass gemacht und ich wurde von einem leichten Nieselregen bei 9°C begleitet. Aufgrund des Regens war der Radweg an der Rems entlang auch ziemlich verlassen und ich konnte mich vollkommen der Geschwindigkeit hingeben. Für manch schnellen Läufer ist das zwar Pille-Palle, aber für mich war das schon „flott“. Die Oberschenkel haben beim Auslaufen richtig schön gekocht und gebrannt, nettes Gefühl 🙂

Kaum zu Hause und nach der obligatorischen Dusche habe ich mich dann an den Herd gestellt und ein gesundes Abendessen für die Familie und mich gezaubert, Räuchertofu in Chilli-Olivenöl anbraten, Gemüse, Knoblauch und Zwiebel sowie Gewürze zugeben und dann mit Quinoa, der in einer Gemüsebrühe gekocht wurde aufgefüllt, je nach Geschmack mit Parmesan Flocken und/oder gerösteten Pinienkernen serviert. Ich habe fast die halbe Pfanne alleine gegessen. Zum Nachtisch dann noch Obstsalat mit einem herrlich aromatischen Granatapfel als Highlight, hmmmmmmmmm, lecker.

Tofu-Gemüsepfanne mit Quinoa

In diesem Sinne, noch einen schönen Sonntagabend.

Salut

Christian


Unerwartet

Nachdem in den letzten Tagen doch wieder Tauwetter eingesetzt hatte – allerdings fast nur in den Talregionen, wie ich am eigenen Leib erfahren durfte – hatte ich mir am Samstag seit langem mal wieder einen Tempolauf vorgenommen, sprich zehn Kilometer mit einer Pace zwischen 4:40 und 5:10 pro Kilometer. Warum? Ich hatte einfach Lust drauf und wollte mal wieder Tempo machen. Laut meinem Trainingstagebuch war der letzte Tempodauerlauf im Jahre 2009 erfolgt, in der Vorbereitung auf den Halbmarathon, von daher war es mal wieder Zeit. Die ersten zwei Kilometer gemütliches Einlaufen, dann fünf Kilometer auf dem Rems-Radweg flach gegen den Strom um dann auf der anderen Seite der Rems wieder zurück und anschließend zwei Kilometer barfuß auslaufen. Hat Spaß gemacht und meine FiveFingers haben mal wieder richtig gefetzt. Ich sollte so was öfters in den Laufalltag einbauen… nee, lieber doch nicht, flach ist einfach nicht mein Ding :mrgreen:

Aussicht!

Aussicht!

Am Sonntag dann ein längerer Lauf alleine, da meine liebe Frau weiter in der Schonphase nach grippalem Infekt verharrt. Das Wetter ist nicht richtig einzuschätzen, wirkt eher wie Novembergrau, allerdings sind die mittäglichen 8°C fast frühlingshaft warm und die Kleiderwahl ist schwierig. 3/4 Tight, langärmliger Base-Layer und die GoreTex-Jacke, das müsste reichen. Die Mütze musste trotzdem mit, die Handschuhe sowieso und ich war später heilfroh. Erstmal rein ins Tal entlang am Bächlein um dann irgendwann eine gemäßigte Steigung hinauf auf die Halbhöhenlage, es war irgendwie nicht mein Tag oder bis dahin nicht mein Lauf, der Spass fehlte, also wieder hinunter durch braune Obstwiesen ins ruhige Remstal. Ohne es zur realisieren zog es mich wieder zum steilen mit Treppen gespickten Anstieg. Die körperliche Herausforderung sollte meinen Lauf retten, so hoffte ich. Als ich nach acht Minuten zum ersten Mal oben angekommen war ich absolut erstaunt und hoch zufrieden, also entschloss ich mich das Ganze zu wiederholen. Ich wählte einen längeren Weg nach unten und konnte so nach einer halben Stunde nochmals angreifen. Die Oberschenkel brannten, aber es hat sich gelohnt, denn ich hatte ein Lächeln im Gesicht, welches dann auch fast festfror aufgrund der Temperaturunterschiede, denn oben lag noch harschiger Schnee und die Temperatur war mit gerade mal 0°C nicht ganz so kuschelig wie im Tal. Ich war froh um die Mütze und die Handschuhe. Nach einer großen Schleife durch die Weinberge war ich dann nach zweieinhalb Stunden wieder zu Hause.

Heute war dann Home-Office angesagt, viel Arbeit die über die letzten Wochen liegen geblieben ist, Rechnungen ablegen, Steuer vorbereiten, Überweisungen erledigen, das Übliche halt 😉 Gegen 9.00 Uhr brach dann die Sonne durch die Wolkendecke und es offenbarte sich ein partieller blauer Himmel. Also etwas schneller durch die Ablage und den Rest wieder in die Schublade gestopft. Eine starke Stunde später stand ich dann bei 2°C und Sonnenschein vor der Tür und begann meine Füße zu bewegen. Die Oberschenkel waren auf den ersten Kilometern noch etwas schwer, aber schon bald fühlte sich das Laufen geschmeidig an und ich betrat nach sechs Kilometern den Wald um sogleich meinen Lieblingstrail unter die Sohlen zu nehmen.

Der Bach kreuzt den Pfad

Der Bach kreuzt den Pfad

Bergab ist auch nicht schlecht

Bergab ist auch nicht schlecht

Der führt erstmal leicht bergab, bevor es steil durch den Schurwald nach oben geht, sozusagen der Sonne entgegen. Sie schien anfänglich noch zaghaft durch die dicht stehenden Stämme der Laubbäume um dann irgendwann mit Macht und einer fast schon unangenehmen Wärme auf mich niederzubrennen, naja ganz so schlimm war es nicht, da die Umgebungstemperatur oben auf der Höhe noch knapp unter Null lag, was mir später noch zum Verhängnis werden sollte.

Den Berg hoch ist mir am liebsten

Den Berg hoch ist mir am liebsten

Blauer Himmel

Blauer Himmel

Die Schneeauflage auf den Forstautobahnen war harschig und teilweise sehr unangenehm zu laufen, weshalb ich mich nach einer kleinen Runde entschloss wieder bergab zu laufen um dann ruhig und entspannt durch Matsch und Morast nach Hause zu schlurfen. Am Rand des Waldes entlang zog sich der Weg mit etwas engen Kurven talwärts, nach einem etwas steilen Stück war es dann passiert, der gesamte Weg war unerwartet total von einer gefrorenen Pfütze bedeckt, deren Ende ich nicht erfassen konnte. Anhalten war nicht mehr möglich und links und rechts Ausweichen ging nicht wegen des Geländes, also schlitterte ich etwas unelegant auf der Eisplatte bis ich mich auf meinem Allerwertesten wiederfand. Den Sturz konnte ich mit den Händen und meinem linken Ellbogen abfangen, so dass mein Gesäß nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Allerdings war der Ellbogen sofort schmerzhaft und schwoll nach und nach an, das hätte nun wirklich nicht sein müssen. Die letzten Kilometer wurden so zu einer mäßigen Quälerei, aber das Wetter und die Natur lenkten mich ab, so dass es erträglich blieb.

Einfach grandios!

Einfach grandios!

Matsch, Schnee und Eis

Matsch, Schnee und Eis

Schon bald war ich auf der Talebene angelangt, der Stausee war trotz der Plusgrade noch mit einer fragilen Eisschicht bedeckt, was mich etwas wunderte, aber im Gegenlicht wirkte es fast surreal.

Vereister See im Wald

Vereister See im Wald

Ich war froh als ich zu Hause ankam und meine Wunden lecken konnte, nach der heißen Dusche und etwas Mitleid von meiner Frau war ich dann aber schon wieder versöhnt und ausser dem entstandenen blauen Fleck und einem unangenehmen Schmerz am linken Ellbogen erinnert nichts mehr an den Sturz, der Lauf bleibt mir aber wegen der herrlichen Wetterstimmung in Erinnerung, denn am Nachmittag war schon wieder alles Grau in Grau. Aber wer weiss, vielleicht schneit es ja schon bald wieder oder es fängt an zu regnen, das wäre ja traumhaft 😛

Salut

Christian


Nachschlag

Nach dem phantastischen Lauf am gestrigen Samstag bei diesen wahrlich brillanten Bedingungen, zeigte sich der Morgen heute ähnlich freundlich, jedoch mit -9°C viel zu kalt. Da ich es ja eh nicht so mit dem morgendlichen Laufen habe und meine Liebste leider unter einem Infekt der oberen Luftwege leidet, habe ich den Lauf, der ja deshalb ohne meine Frau stattfinden musste, auf den milden Nachmittag verlegt. Es sollte ein kleiner 10er werden, ganz flach, an der Rems entlang, aber es kam mal wieder alles ganz anders und ausnahmsweise hänge ich mal das Höhenprofil an, weil der plötzliche Sinneswandel sich massiv in dem Höhenprofil abzeichnet 😛

Langsam von vorn, gestartet bei schönstem Sonnenschein Richtung Osten immer flach zwischen Rems und Bundesstrasse, weshalb ich auch Musik im Ohr dabei hatte, denn die Geräuschkulisse dort hat wenig mit Naturerlebnis zu tun. Nach vier Kilometern und unzähligen Spaziergängern und Radfahrern, trotz eisigem Ostwind, habe ich mich auf meine Bedürfnisse besonnen und gegen die Vernunft entschieden, deshalb rechts abgebogen, den Hang hinauf auf einem schmalen Pfad mit vielen unterschiedlich hohen und teilweise natürlichen Treppenstufen.

Steil nach oben

Steil nach oben

Was war das für ein herrliches Gefühl, diese fast 200 Höhenmeter einfach steil nach oben zu rennen, kein Spaziergänger, kein Radler weit und breit. Allerdings schlüpfriger Untergrund mit Eis und nassem Schnee sowie stellenweise Matsch und Pfützen, je nach Sonneneinstrahlung. Auf der Halbhöhenlage war der Wind noch eisiger und er wehte teilweise den lockeren Schnee über die Felder. Dennoch die Aussicht und der blaue Himmel haben mich zum Träumen aufgefordert.

Lange nicht gesehen, das Himmelsblau!

Lange nicht gesehen, das Himmelsblau!

Hier war nun die einzige Chance noch einen Schluck frisches Wasser zu trinken, allerdings ist das Nass extremst kalt, so habe ich mich aufs Anschauen beschränkt. Und das hat sich gelohnt, der Wasserstrahl ist nicht so stark wie sonst und das Wasser spritzt sehr stark beim Auftreffen auf den Wasserspiegel, weshalb sich bizarre Eistrauben am Naturstein gebildet haben. Das sah wirklich absolut genial aus und ich konnte mich kaum lösen von der Eis-Kunst 🙂

Der Brunnen ist im Sommer Gold wert

Der Brunnen ist im Sommer Gold wert

Natürliche Eistropfen

Natürliche Eistropfen

Weiter ging es vorbei an noch nicht bestellten und zugeschneiten Feldern, vorbei an Schrebergärten in Richtung auf den Wald. Mein Plan ruhig und regenerativ unterwegs zu sein wurde noch nicht ganz aufgegeben, weshalb ich sehr gemächlich und in Gedanken einen Fuß vor den anderen setzte. Schon bald umfing mich der gezuckerte und teilweise tief verschneite Wald. Obwohl die Wege bereits viel belaufen waren und auch Forstfahrzeuge ihre Bahnen gezogen hatten, war etwas sehr Magisches am Werk, die Sonne, wie sie durch die Bäume schien sorgte für eine ganz besondere Stimmung, einfach unbeschreiblich.

Herrliche Eindrücke

Herrliche Eindrücke

Kein Ende in Sicht

Kein Ende in Sicht

Gespenstischer Sonnenschein zwischen den Bäumen

Gespenstischer Sonnenschein zwischen den Bäumen

Ich schraubte mich weiter durch den Wald nach oben, zuerst auf den Forstwegen und dann auf verborgenen Trails, die nur durch Tierspuren kenntlich waren. es ist schon seltsam, dass die Waldtiere die Pfade benutzen auf denen ich auch unterwegs bin, jede Biegung und jeder Haken ist durch die Spuren markiert gewesen. Scheint ein Fuchs gewesen zu sein. nachdem ich am höchsten Punkt angekommen war, lief ich ein paar Meter bergab um mir eine kleine Pause im Sonnenlicht zu gönnen.

Aussicht genießen!

Aussicht genießen!

Auf dem weiteren Weg bergab entschloss ich mich einen Pfad einzuschlagen, der auf einer Lichtung endet und von der kein Weg in die von mir geplante Richtung führt, dennoch hatte ich schon einen Plan, wie es weiter gehen sollte. Ich überquerte die Waldlichtung und lief den steil abfallenden Hang nach unten in erdachten Serpentinen. Bis ich nach ca. zweihundert Meter wieder auf einen Weg gelangte, der mich quer durch den Wald bis in die Weinberge führte. Ich wollte wieder die Sonne auf meinem Gesicht spüren, weshalb ich ziemlich Gas gab, obwohl der Weg sich leicht wellig bis zum Waldrand hinzog. Endlich in den Weinbergen angekommen drosselte ich das Tempo und genoss den Ausblick und die wärmenden Sonnenstrahlen auf meiner Haut.

Durch die Weinberge nach Hause

Durch die Weinberge nach Hause

Sehr entspannt und mit einem wohligen Gefühl im Bauch sowie einem Lächeln im Gesicht zog ich dann in der Halbhöhenlage meine Bahnen bis ich unter mir meinen Heimatort erblickte. Ich entschloss mich den unterwegs geplanten letzten Schlenker auszulassen und stieg deshalb kurzer Hand über Weinbergstaffeln rasch ab. Der Lauf hatte richtig nach 4,5 Kilometern mit Treppen begonnen und endet ebenfalls mit Treppenstufen. Noch locker ausgelaufen und mit großer Freude auf eine Tasse Kaffee die Haustür geöffnet. Kann es einen schöneren Lauf an einem so herrlichen Sonntag geben?

Zum Schluss noch das versprochene Höhenprofil. Mir gefällt es 😉 Nach 800 Höhenmetern gestern, heute nochmal 500, so kann es weiter gehen 😀

Ich mag den ersten Anstieg ;-)

Ich mag den ersten Anstieg

Salut

Christian


Den Hals nicht voll kriegen…

…so oder so ähnlich ging es mir heute. Es ist schon ein seltsamer Winter, ständiger Wechsel von Regen, Schnee und Sonne, sowie zweistelligen Plustemperaturen und dann wieder frostigen Minusgrade. Aber genau so mag ich ihn und ich bin flexibel, sprich wenn der Winter spontan ist, bin ich es auch. Heute Morgen um kurz nach sechs zeigte mir der Blick aus dem Badezimmerfenster eine weisse Winterlandschaft, also wurde der Plan für den Tag während der notwendigen Rasur und Dusche gestrickt. Eigentlich sollte es mit dem Auto in die Praxis gehen, aber kurz entschlossen packte ich die Laufsachen in die Sporttasche und hetzte zur S-Bahn. Der Plan war von der Praxis am frühen Nachmittag nach Hause zu laufen mit einem kleinen Schlenker auf dem Remstal-Höhenweg. Mein Arbeitsprogramm am Vormittag war straff und anstrengend, gegen 13.00 Uhr war der letzte Patient weg und ich konnte mich satt essen, mit Nudeln und frischem Salat, und die leider notwendige Bürokratie erledigen. Endlich gegen 14.45 Uhr war ich dann soweit, noch eine Tasse Kaffee und rein in die Laufklamotten, leider war der Akku der Cam nicht aufzutreiben, also doch ohne Bilddokumentation loslaufen. Als Reminiszenz an das vorhergehende Wochenende ein noch nicht veröffentlichtes Photo.

Locker und entspannt auf einsamen Trails

Locker und entspannt auf einsamen Trails

Die ersten drei Kilometer durch die Stadt, stetig bergan, sind wie immer zu schnell. Da steht der Wunsch im Vordergrund, die Zivilisation möglichst schnell verlassen zu können. Durch ein gewachsenes Wohngebiet mit schmucken Einfamilienhäusern geht es dann langsam auf die grüne Wiese. Nach einer knappen halben Stunde habe ich dann die Weinberge erreicht und ich schraube mich langsam durch knöcheltiefen Schnee auf der Startetappe des Remstal-Höhenwegs auf die Anhöhe hinauf. Beim Blick über die Schulter kann ich den unerwartet schönen Ausblick auf ein weiß gezuckertes Stuttgart erhaschen, aber mich zieht es in den Wald und hinauf auf den Kappelberg. Schon bald weiche ich das erste Mal von der ausgeschilderten Wanderroute ab um über einen schmalen verschneiten Pfad einen Aussichtspunkt zu erreichen, der einen wunderschönen Ausblick auf den Rotenberg und das Neckartal zulässt. Leider ist der Boden unter der frischen Schneeauflage nur angefroren, darunter ist der Matsch und Morast teilweise enorm, so dass ich das eine oder andere Mal wieder fast einen Schuh opfern muss 😉

Weiter geht es auf vereinzelten Forstautobahnen, teilweise schmalen Waldpfaden vorbei am Kernenturm bis zum eigentlichen Abstieg nach Stetten, allerdings lass ich das Städtchen links liegen, und damit meine ich nicht, dass ich es ignoriere, nein, ich umkreise es auf der Höhe um den herrlichen Sonnenschein hier oben genießen zu können. Schon bald tauche ich zwischen Obstwiesen und Weinbergen wieder in den Wald ein. Hier bin ich nicht ganz so vertraut mit den Trails, so dass ich auf den ordentlichen Wegen bleibe, obwohl diese aufgrund der Witterung und des forstwirtschaftlichen Verkehrs teilweise eher einem Truppenübungsplatz geähnelt haben, was mich aber ganz und gar nicht gestört hat. Nach einem netten Schlenker auf einem ausgewiesenen Wanderweg stand ich dann irgendwann in einem gepflügten mit Schnee überzogenen Feld. Ich entschloss mich an dessen Rand entlang zu laufen und wieder durch den Wald in Richtung Strümpfelbach hinunter zu laufen. Auf halber Strecke bergab entdeckte ich einen mir bekannten Trail bergauf, welchen ich wie selbstverständlich in Angriff nahm. Der Zustand war jämmerlich, tiefer Morast unter einer nassen Schneeauflage und das ganze durchzogen von oberirdischen Baumwurzeln, das war Schwerstarbeit nach den bereits zurück gelegten über zwanzig angestrengten Kilometern. Doch der Sonnenschein auf der Höhe lockte immer noch, obwohl sich der goldene Ball immer wieder zwischen Wolken versteckte und so langsam auch den Horizont berühren wollte. An diesem Punkt fühlte ich mich jedoch pudelwohl und hatte das Gefühl noch ewig weiter laufen zu können. Ein letzter Abstecher zum nahe gelegenen Aussichtspunkt, bevor ich mich auf die letzten Kilometer bergab durch die Weinberge begeben habe. So langsam umfing mich die Dämmerung und ich begann mich auf eine heiße Dusche zu freuen. Meine Schuhe und Unterschenkel waren braun vom Schlamm und alles begann sich langsam etwas klamm anzufühlen. Zuhause angekommen zog ich dann Schuhe und Strümpfe aus und lief noch einen Kilometer barfuß über eine Schnee bedeckte Wiese in der Nähe, als krönenden Abschluss sozusagen 😎

Salut und einen schönen Sonntag

Christian


Mir summt der Kopf

Im Moment ist es absolut bemerkenswert, was mir beim Laufen alles durch den Kopf geht. Es ist, wie wenn die Zwangspause beim laufen zu einem Stau der Gedanken und Planungen geführt hat, die nun nach und nach ins Bewusstsein rücken und meinen Denkapparat aufs Höchste beanspruchen. Meine Muskeln sind noch nicht mal warm gelaufen, da schaltet das Hirn auf Automatik und schwupps sind Impulse und Gedanken da, die für mich im Alltag kaum oder gar keine Rolle gespielt haben, nach mehreren Kilometern scheinen dann nahe liegende Probleme mein Hirn anzustrengen und es lassen sich erstaunlicherweise für fast alles Lösungsansätze finden, die ich auch teilweise schon umgesetzt habe. So intensiv und so konstant kenne ich dieses Phänomen nicht, aber es ist momentan sehr angenehm und ich freue mich auf die mentale Dusche beim Laufen wie noch selten zu vor. Auch lauftechnische Pläne werden geschmiedet und sind bereits fest terminlich eingeplant. Nein, keine offiziellen Läufe oder Bewerbe, nein, da lass ich mich nicht darauf ein. Ich habe ein paar Wanderetappen hier im Remstal bis 80 Kilometer Länge für das Jahr 2013 eingeplant, die ich in läuferischem Tempo erlaufen will. Und die Drei-Täler-Querung in Tirol, noch aus der Planung von 2011 soll dieses Jahr fallen 😉 Vorausgesetzt die Gesundheit hält…

 

Die vergangene Woche war geprägt von viel Arbeit und meist war mir nach 14 Stunden Praxis nicht mehr nach viel Sport, doch am Montag war ein herrlicher Wintertrail mit Anlauf auf Asphalt spontan erfolgt, der erste Lauf seit langem über die zwanzig Kilometermarke und am Mittwoch folgte der erste Nach-Hause-Lauf von der Praxis in 2013, was ein echtes Abenteuer bei Dunkelheit mit eisig-schneeigem Untergrund gewesen ist. Am Samstag dann ein paar lockere Kilometer in den Weinbergen und anschließend noch regenerativ mit meiner Frau flach an der Rems entlang. Heute zeigte das Barometer fallende Werte, was ja eigentlich Regen bedeutet, aber am Vormittag gab es noch verhaltenen Sonnenschein und bei 4°C begann das große Tauen. Der Regen stellte sich bis zum Nachmittag leider nicht ein, so dass ich mich auf den Weg in Richtung Wald machte, in Erwartung von Morast und Matsch. Doch es waren ganz andere Bedingungen anzutreffen, auf der Höhe war es kälter und der Schnee lag noch fast überall auf den Wegen, teilweise etwas sulzig und nass, aber teilweise gab es noch sehr eisige Passagen, vor allem an den schattigen Stellen, wie zum Beispiel auf dem Weg, den ich als Anstieg ausgewählt habe. Also knapp 200 Höhenmeter auf 3,5 Kilometer eisiger und rutschiger Piste erlaufen, das war ein Stück Arbeit. Dafür wurde ich mit Einsamkeit und herrlichen Bedingungen im Wald entschädigt.

 

Im Wald ist der Schnee noch da!

Im Wald ist der Schnee noch da!

 

Herrlich unangestrengt verliefen die zwei Stunden und ich bin momentan etwas konsterniert ob meiner körperlichen Fitness, denn nach Operation und Infekt, dachte ich es dauere länger bis ich wieder beschwerdefrei unterwegs sein kann. Irgendwie scheint es die Superkompensation doch zu geben, auch wenn man nicht nach anerkannter Trainingslehre unterwegs ist 😎

 

Salut

Christian


Besondere Bedingungen

Neubeginn und Neuschnee, was kann es Schöneres geben? Schon der Lauf zum Wochenbeginn war geprägt von gefrorenem Boden und teilweise etwas Schneeauflage. Kein Versinken mehr im Matsch und Morast, keine nassen und dreckigen Füße. Wie ich schon so oft schrieb, es ist einfach eine seltene Gelegenheit bei Schnee und Eis laufen zu können und gerade deshalb fasziniert es mich so und ich kann nicht genug davon bekommen. Die Natur verhüllt sich in dieses wunderbare weiße Kleid, Makel und Unrat werden bedeckt und alles sieht etwas freundlicher und perfekter aus. Meist währt dieser Zustand nur kurz, wenige Tage, dann wird es schmuddelig und grau-bräunlich verfärbt. Ich versuche diese ersten Tage auszunutzen, egal ob es schneit oder stürmt, Hauptsache draussen und die Natur aufsaugen, die Stille genießen und an diesen nahezu perfekte Natureindrücken partizipieren.

Ein hartnäckiger Infekt der oberen Luftwege, hat meinen postoperativen Wiedereinstieg jäh unterbrochen und erst am vergangenen Wochenende konnte ich locker starten, zuerst eine kleine Runde mit meiner Frau in regenerativem Tempo, am Montag dann eine kleine Geländerunde und Sauerstoff tanken. Am Freitag dann endlich auf die mittlere Schurwaldrunde auf den mir bis dahin wohl bekannten Pfaden, die den Wald wild durchkreuzen. Mit 0°C und teilweise Sonnenschein waren die Bedingungen optimal und mein Motor brauchte fast 20 Minuten bis er auf Touren kam, da war ich dann schon fast auf halber Höhe zum Schurwald. Die Wege waren mit einer festgetrampelten und leider auch festgefahrenen Schnee- und Eisschicht bedeckt, aber das störte mich nicht im Geringsten, denn für diese Bedingungen gibt es die Eiskäfer, die an 95% des Jahres ein tristes Dasein im Schuhschrank fristen. Kein Rutschen, kein Kraftverlust, einfach nur unbesorgtes Laufen auf Schnee und Eis. Gerade als ich den Aussichtspunkt erreiche blinzelt die Sonne durch die dunkelgrauen Wolken, sie befindet sich bereits auf ihrem Weg zum Horizont um dann auf der südlichen Halbkugel aufzusteigen. Trotzdem war der Eindruck wunderschön und kurz erschien die Umgebung sehr warm und fast schon gemütlich.

Ab jetzt führte der Weg fast ausschließlich über versteckte und bislang nur von Tierspuren gezeichnete Pfade, allerdings fehlt mir der Instinkt der Tiere, so dass ich mehrmals den Verlauf der Trails verpasste und mich schnell im dichten Wald befand. Verschneite Trails sind leider nicht gekennzeichnet, der natürliche Wegverlauf ist nicht immer zu erkennen und so machte ich viele Extrameter.

Yeah, mein Wetter, meine Trails...

Yeah, mein Wetter, meine Trails…

Ich war heilfroh, dass ich die inov-8 Gamaschen an hatte, denn sonst wären die Füße und Strümpfe bis zum Knöchel durchnässt und wahrscheinlich auch ausgekühlt gewesen. So hatte ich kuschelig warme und trockene Füße und ich musste mir um nichts Sorgen machen. Nachdem ich genug von den Trails auf der Höhe hatte, machte ich mich auf den Weg ins Tal, sicherheitshalber auf einer Forst-Autobahn. Mir kam dann schon bald eine Reiterin entgegen, die mich mahnte vorsichtig zu sein. Ich erwiderte schnell, dass ich Hufeisen trage, das wahrscheinlich ratlose Gesicht der Reiterin habe ich dann jedoch nicht mehr gesehen :mrgreen:

Im Tal angekommen führte mein Weg an einem Bächlein entlang durch Obstwiesen und die Ausläufer der Weinberge, bis nach 2 Stunden mich die Zivilisation wieder eingeholt hatte. Das erste Mal in 2013 und nach dem leidvollen 2012 war ich glücklich und schmerzfrei unterwegs und ich hoffe auf mehr Läufe dieser Art. Wenn beim nächsten Mal die Kamera auch noch funktioniert bleibt es auch nicht nur bei einem Bild 😉

Salut

Christian