Archiv der Kategorie: Verletzung

Woche 1 des Wiedereinstiegs

Nun ja, es ist doch etwas ganz Besonderes, wenn nach Monaten wieder die Laufschuhe, in meinem Fall die FiveFingers oder Luna Sandalen, geschnürt bzw. übergezogen werden. Die ersten Schritte im Laufschritt werden begleitet von Neugier und einer gewissen Ängstlichkeit, die ich leider nicht ganz unterdrücken kann, obwohl ich im Alltag beim Gehen und Radfahren sowie beim Bergwandern keinerlei Beschwerden in den letzten drei Wochen gehabt habe. Seltsam… weiterlesen


Wasserstandsmeldung

Nein, das Wasser steht mir nicht bis zum Hals, der Pegel ist deutlich gesunken und ich habe die höchstorthopädische Erlaubnis wieder mit dem Laufen zu beginnen. Der Plan steht und sieht kurze Belastungen mit Läufen bis 3000 Meter (hört sich besser an, als drei Kilometer) zu beginnen, immer im Wechsel an zwei bzw. drei Tagen hintereinander mit einem Ruhetag dazwischen. Nach jedem Zyklus wird es eine Umfangssteigerung geben, die abhängig ist von meinem Befinden, aber maximal 1000 Meter betragen darf. Natürlich wird es begleitend Physiotherapie und Gymnastik sowie Stabi-Training geben. weiterlesen


Alternativlos

Lästig und für mich zunehmend schwieriger sind die Wiedereinstiege nach einer verletzungsbedingten erzwungenen Laufpause, diesmal wird es noch schwieriger, da ich gehadert habe, ob ich überhaupt nochmal „zurück“ kommen wollte. Mental war es für mich schwierig und teilweise erschien es mir nicht mehr denkbar. weiterlesen


Nach A kommt B und nicht U

Manchmal soll es einfach nicht sein und ich trage den Großteil der Schuld an meiner momentanen Laufmisere selbst. Seit heute Morgen habe ich die Gewissheit, dass ich vorerst auf meine liebste Beschäftigung für längere Zeit verzichten darf/muss. weiterlesen


Spontaner Trailporn

Der große Vorteil, wenn man ohne ein Ziel läuft, keine Vorbereitung für irgendein Event durchziehen muss, ist die Spontanität mit der man einen begonnen Lauf gestalten kann. Ich liebe genau das und würde für kein Event der Welt tauschen wollen, auch wenn ich immer wieder gefragt werde, ob das nicht öde und langweilig sei. Genau das ist es nämlich für mich nicht, so zu laufen ist für mich Motivation und Antrieb genug.

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Warum nur, Thetis?

Die Meeresnymphe Thetis tauchte ihren Sohn Achilles in den Styx und hielt ihn an der Ferse fest,  in Anlehnung an die dadurch bedingte verletzliche Ferse des Achilles heißt die stärkste Sehne unserer Extremitäten „Achillessehne“. Tja, und jeder der viel Sport treibt, hat irgendwann ein kleineres oder größeres Problem mit eben dieser Sehne. Mich beschäftigt sie seit mehr als drei Wochen und ich bemühe mich mit viel Energie um Schadensbegrenzung… weiterlesen


Der tägliche Kampf

Jeder hat etwas, das sie/er bekämpft oder auch was sie/er verteidigt. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, aber es gehört zum täglichen Kampf im Leben dazu. Warum tun wir das? Ich weiß auch keine Antwort, aber ich weiß, dass dieser Kampf meist nur unnötig Energie kostet, für Aufregung sorgt und niemandem etwas bringt. weiterlesen


Ganz viele „T“s

Der heutige Lauf hatte sehr viele Attribute, die mit „T“ beginnen, allerdings leider nicht nur angenehme und schöne, dazu später mehr. In der vergangenen Woche hatte ich einen sportmedizinischen Check-up (Körperliche Untersuchung, Anthropometrie, Laborchemische Untersuchung, Elektrokardiogramm, Echokardiographie, Belastungs-EKG) und eine Leistungsdiagnostik (Laktat-Leistungsdiagnostik, Spiroergometrie) am Sportmedizinischen Institut der Universität. Es war seit vielen Jahren wieder mal fällig, einfach nur so zum Spass. Und was soll ich sagen? Ich war noch nie so fit wie im Moment, alle Werte super in Ordnung. Und genau so fühle ich mich auch, also fast 10 Jahre jünger 🙂

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Schlussstrich 2012

Da ich frühestens an Silvester oder Neujahr wieder laufen kann nach einem längst fälligen operativen Eingriff, kann ich mir schon heute ein Fazit erlauben für das Laufjahr 2012. Keine Statistik, denn dafür taugen die Zahlen in diesem Jahr nicht und ehrlich gesagt, interessiert es mich auch nicht. Nachdem im Januar beim Laufen massive Schmerzen am rechten Vorfuß aufgetreten waren, stand schnell die Diagnose fest: Stressfraktur am 3. Mittelfußknochen. Es folgte eine Beinahe-Depression, da ich mich sonst überaus fit und leistungsstark empfunden habe. Dennoch konnte ich mich mit Hilfe meines Orthopäden und eines ausgezeichneten Sport- und Physiotherapeuten über Wasser halten, sprich ich war motiviert, das Beste aus der Misere zu machen. Gymnastik, Ergometertraining sowie allgemeines Kraft- und Gleichgewichtstraining an 5 Tagen die Woche für die folgenden 3 Monate sollten mich läutern und mir die Bedeutung des ergänzenden Trainings lehren. Teilweise machte es sogar Spass, v.a. als die Laufpause zu Ende ging und die ersten vorsichtigen und langsamen Ausflüge stattfanden.

Aufgrund gesundheitlicher Probleme innerhalb meiner Familie kamen dann neue Belastungen, die mir den Schlaf raubten und mich in Angst und Sorge versetzten. Zusätzlich traten dann noch Schmerzen in der linken Leiste auf, immer beim Laufen und immer bei Anstrengung. Bei manchen Läufen war es dann auch nicht so schlimm und selten waren die Schmerzen auch gar nicht vorhanden. Konsultierte Kollegen konnten sich anfangs keinen Reim darauf machen, erst als es tastbar wurde, kam ich dem Rätsel auf die Spur: eine Varikozele, sprich eine Krampfader der Vene zum linken Hoden entlang des Samenleiters. Einen Urologen den ich zu Rate zog, hat mir dringend zur Operation geraten, da die Symptome eher zunehmen werden. Die eventuell resultierende Infertilität hat mich als Vater von drei Kindern nicht so sehr geschreckt, hingegen war die Aussicht auf die möglichen bleibenden Schmerzen beim Laufen nicht so rosig. Nur an eine Operation war vorerst nicht zu denken, weshalb ich mir beim Laufen mit einem Trick geholfen habe, den ich hier aber nicht breit treten werde :mrgreen:

Als es dann wieder bergauf ging, kam dann der unsägliche Hundeangriff Ende September über den ich hier auch nicht viele Worte verlieren möchte. Eine Entschuldigung habe ich bis heute nicht erhalten und auch das Strafverfahren hat noch nicht stattgefunden. Meine zerbissene Laufkleidung und der entstandene Verdienstausfall sowie die Arztrechnungen und das Schmerzensgeld wurden durch die Haftpflichtversicherung des Halters inzwischen beglichen, allerdings erst nach Einschalten eines Rechtsbeistandes. Soviel zu dem bisher dunkelsten Kapitel in meiner Läuferkarriere, was leider mental Wunden hinterlassen hat.

Nachdem sich dann die gesundheitlichen Probleme in der Familie beruhigt hatten, war dann ich dran, Operation per Endoskop oder Sklerosierung (Verklebung) der Vene mittels eines Kathetereingriffs? Nach vielem Hin und Her hatte ich mich für die mir sicherer erscheinende Methode des endoskopischen Eingriffs entschieden und habe auch einen sehr guten Operateur gefunden. Ganz ehrlich, das mit entscheidendste Kriterium war die Dauer der Laufpause 😉 Denn so kann ich spätestens an Neujahr wieder auf die Piste, wenn alles gut abheilt.

So, genug Leid verzapft, es gab auch die guten Momente 2012. Die Erfahrung wie gut ein langsameres Tempo beim Laufen sein kann, die vielen regenerativen Läufe mit meiner Frau, die Bergläufe im Berchtesgadener Land, im Salzburger Land und im Schwarzwald sowie die wiederum als entspannend und erholend empfundenen Läufe von der Praxis nach Hause. Auch die Laufblogger haben mich aufs angenehmste überrascht, trotz der nicht enden wollenden gesundheitlichen Rückschläge und dem ganzen Gejammer, was ich hier niedergeschrieben habe, kamen Emails und Kommentare, die echtes Mitgefühl und Verständnis ausgedrückt haben. Dafür möchte ich einfach nur Danke sagen und hoffe im nächsten Jahr einige Personen auch wieder im echten Leben zu treffen oder kennen zu lernen. Ansonsten wünsche ich allen Lesern ein ruhiges und friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Jahresbeginn 2013. Bei mir kann es nur besser werden….

Salut

Christian


Ich hatte Glück heute

Eigentlich sollte hier ein ganz anderer Beitrag heute online gehen, ein Beitrag, der von einer grandiosen Laufwoche berichtet, mit vielen tollen Trail-Kilometern und zwei herrlichen Nachhause-Läufen von der Praxis. Leider kam dann alles ganz anders.

So schön kann es sein…

Am Nachmittag habe ich mich seit langem mal wieder zu einem zweiten Lauf aufgemacht, da ich von einem Bekannten einen Tip für eine tolle Strecke bekommen hatte. Am Vormittag hatte ich nur eine kleine Runde gedreht, deshalb war der zweite Lauf sicher nicht unvernünftig, hätte ich es nur gelassen. Also bei strahlendem Sonnenschein und 22°C auf die Strecke, herrliche Kilometer auf schmalen teilweise matschigen mir noch nicht geläufigen Pfaden quer durch den wohl bekannten Wald immer den Hang hinauf bis zur höchsten Stelle. Auf der Höhe dann noch ein paar extra Runden auf schönen und versteckten Waldpfaden. Dann sollte einfach noch der Weg durch die Weinberge nach Hause folgen, entspannt ausrollen lassen, so der Plan. Nach einer spitzen Kehre auf den asphaltierten Weinbergwegen war der Spass dann vorbei. Zwei große nicht angeleinte Schäferhundmischlinge (Edit: inzwischen weiß ich, dass es sog. Malinois waren) knapp zwei Meter vor mir, wobei einer sofort auf mich zuschoss, ich hatte gerade noch Zeit stehen zu bleiben, einen Arm vor den Hals und den anderen zwischen die Beine, da spürte ich schon die Wucht und den Schmerz im Oberschenkel, ich ging fast sofort zu Boden 😦
Der Halter, bzw. das Halter-Pärchen hatte Mühe den Hund am Halsband zurück zu ziehen, er wollte weiter auf mich losgehen, was mit dem anderen Hund passierte habe ich gar nicht mehr registriert. Mir war speiübel und ich hatte Schmerzen im linken Oberschenkel, aber vor allem hatte ich Angst, da der Hund weiter wild bellend und knurrend in aggressiver Weise auf mich los wollte. Irgendwann hatte ich mich gefangen und ich fing an die Halter anzubrüllen und war ausser mir. Auf mehr Details will ich gar nicht mehr eingehen. Nur soviel, es stellte sich heraus, dass es sich um abgerichtete Polizeihunde handelt!!!

Ich kann und will momentan gar nicht so viel mehr schreiben, in mir tobt es, ob der Tatsache, dass ein/zwei potentiell gefährliche(s) Tier(e) nicht angeleint, von offensichtlich inkompetenten Haltern/Führern an einem Sonntagnachmittag in den Weinbergen jemanden anfallen kann/können. Ich will mir nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn ich ein Kind gewesen wäre oder der Hund den Biss gezielter angebracht hätte. Ich hatte also Glück bei all dem Pech, so habe ich „nur“ eine Riss-Quetsch-Wunde am Oberschenkel links, ein größer werdendes Hämatom und eine kaputte Laufhose, die vielen Kratzspuren an den Unterschenkeln erwähne ich gar nicht. Ich durfte dann noch eine Stunde in der Klinik verbringen zur Dokumentation der Verletzungen und anschließend die Anzeige bei der Polizei aufgeben. Morgen geht die Rennerei weiter, zum Anwalt und der ganze Rest. Ich hoffe nur, dass sich die Wunden nicht entzünden…

Heute ohne Salut 😦

Christian